{"id":24973,"date":"2023-07-23T10:32:10","date_gmt":"2023-07-23T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26660-01\/"},"modified":"2023-07-23T10:32:11","modified_gmt":"2023-07-23T08:32:11","slug":"26660-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26660-01\/","title":{"rendered":"Neue Pinselreiniger auf der Basis von Mikroemulsionen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Pinselreiniger sind Spezialfl\u00fcssigkeiten zum Reinigen von Pinseln, B\u00fcrsten oder Walzen, die weitgehend aus L\u00f6sungsmitteln wie z. B. aromatischen bzw. aliphatischen Kohlenwasserstoffen bestehen. Sie besitzen ein gro\u00dfes Gef\u00e4hrdungspotential hinsichtlich Arbeits- und Umweltschutz. Deshalb war es das Ziel des Projekts neuartige Pinselreiniger zu entwickeln, die sich auszeichnen durch einen drastisch reduzierten L\u00f6semittelgehalt sowie der Verwendung von L\u00f6semitteln mit geringem Gefahrstoffpotential wie Ester\u00f6le. Dieses Ziel soll durch die Entwicklung neuartiger Mikroemulsionsreiniger erreicht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Entwicklungsarbeit bestand aus zwei Teilprojekten. Zuerst sollte ein neuartiger Reiniger mit hochsiedenden aliphatischen Kohlenwasserstoffen als \u00d6lkomponente entwickelt werden. Im zweiten Arbeitspaket sollten die Kohlenwasserstoff\u00f6le durch Pflanzen\u00f6le oder Gemische aus Pflanzen\u00f6len und synthetischen, leicht abbaubaren Estern ersetzt werden. Die Reinigerentwicklung bestand aus der Formulierung von Mikroemulsionen mit einem m\u00f6glichst breiten Temperaturstabilit\u00e4tsfenster sowie Tests der Reinigungsleistung. Aus Sicht des Arbeitsschutzes und der \u00d6kologie war es sinnvoll sowohl den Tensidanteil als auch die die \u00d6lkomponente m\u00f6glichst zu minimieren.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im ersten Projektabschnitt sollte ein Reiniger auf Basis von hochsiedenden, aliphatischen Kohlenwasserstoff\u00f6len formuliert werden. Dabei wurde erkannt, dass der Anteil Kohlenwasserstoff\u00f6l, der ben\u00f6tigt wird um eine zufriedenstellende Reinigungsleistung zu erreichen, f\u00fcr kennzeichnungsfreie Formulierungen zu hoch liegt. Deshalb wurde fr\u00fchzeitig der Schwerpunkt der Arbeiten auf den zweiten Projektabschnitt verlagert, mit dem Ziel die Kohlenwasserstoff\u00f6le durch Ester\u00f6le zu ersetzen. Hochsiedende Ester\u00f6le sind in der Regel kennzeichnungsfrei, was die Formulierung eines kennzeichnungsfreien Reinigers erleichtert. Zudem sind diese \u00d6le erheblich besser biologisch abbaubar als Kohlenwasserstoff\u00f6le. Allerdings stellt die Formulierung von Mikroemulsionen mit Ester\u00f6len eine gro\u00dfe Herausforderung dar. Dies gilt besonders, wenn Stabilit\u00e4t in einem gro\u00dfen Temperaturfenster bei einem  m\u00f6glichst geringen Ten-sidanteil erreicht werden soll. Es ist jedoch im Rahmen der durchgef\u00fchrten Entwicklungsarbeiten gelungen, Tensidgemische zu finden, die sich hervorragend zur Formulierung hocheffizienter Ester\u00f6l-Mikroemulsionen eignen. Der Tensidanteil konnte auf bis zu 4% reduziert werden, unter Gew\u00e4hrleistung einer Temperaturstabilit\u00e4t zwischen <10\u00b0C und >40\u00b0C. Dieses Temperaturfenster ist insbesondere f\u00fcr Lagerung und Transport notwendig, um Entmischung der Mikroemulsion zu vermeiden. Bei Verwendung geeigneter Tenside lassen sich somit vollst\u00e4ndig kennzeichnungsfreie Formulierungen herstellen. Insbesondere aufgrund des geringen Tensidgehalts m\u00fcssen die neuen Formulierungen nur in Wassergef\u00e4hrdungsklasse 1, schwach wassergef\u00e4hrdend, eingestuft werden. Weiterhin sind die neuen Formulierungen nahezu geruchsneutral, ganz im Gegenteil zu den konventionellen Reinigern. Obwohl sie zu nahezu 2\/3 aus Wasser bestehen, sind die Reinigungsleistungen mit denen von konventionellen Reinigern vergleichbar. Frische und auch eingetrocknete Farbreste lassen sich problemlos entfernen. Im Gegensatz zu den konventionellen Reinigern eignen sich die Mikroemulsionen auch zur Entfernung von eingetrockneten wasserl\u00f6slichen Lacken. Allerdings weisen die neuen Reiniger auch Nachteile auf. Aufgrund der Schwerfl\u00fcchtigkeit m\u00fcssen die Pinsel mit Wasser ausgewaschen werden, um Reinigerreste zu entfernen. Au\u00dferdem ist der Reinigungsvorgang bei frischen Farben etwas langsamer als mit konventionellen Reinigern. Dies liegt an der erh\u00f6hten Viskosit\u00e4t der neuen Reiniger.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Herbst 2009 fand am Forschungszentrum J\u00fclich der Tag der Neugier statt. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde das Projekt vorgestellt. Die Projektergebnisse wurden 2012 im Rahmen eines Vortrags auf dem wissenschaftlichen Symposium Softcomp pr\u00e4sentiert. Au\u00dferdem wurde in einem weiteren Vortrag auf der Fachtagung Surfactants in Solution \u00fcber die Ergebnisse berichtet. Weiterhin sollen die Ergebnisse in einer Fachzeitschrift ver\u00f6ffentlicht werden<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Herstellungskosten des neuen Reinigers sind mit denen von konventionellen Pinselreinigern vergleichbar. Obwohl heutzutage zu einem gro\u00dfen Teil Farben und Lacke auf Wasserbasis eingesetzt werden, f\u00fcr die prinzipiell keine Pinselreiniger mehr notwendig sind, werden diese Reiniger noch in gro\u00dfen Mengen eingesetzt. Eine f\u00fcr das Forschungszentrum J\u00fclich durchgef\u00fchrte Marktstudie ergab, dass alleine in deutschen Baum\u00e4rkten pro Jahr ca. 1 Mio. Liter Pinselreiniger verkauft werden. Im Rahmen des Projekts wurde auch das Potential der neuen Reiniger f\u00fcr andere Anwendungen untersucht. Im privaten und gewerblichen Bereich werden insbesondere im Bausektor Reinigungsmittel zum Entfernen von Klebstoffresten, Dichtmassen oder fettartigen Verunreinigungen verwendet. Deshalb wurden mit dem neuen Reiniger exploratorische Tests in diesen Bereichen durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse zeigten, dass die neuen Reiniger auch f\u00fcr diese Anwendungen verwendet werden k\u00f6nnen. Es ist deshalb zu erwarten, dass durch gezielte Weiterentwicklung Reiniger f\u00fcr diese Spezialanwendungen formuliert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Pinselreiniger sind Spezialfl\u00fcssigkeiten zum Reinigen von Pinseln, B\u00fcrsten oder Walzen, die weitgehend aus L\u00f6sungsmitteln wie z. B. aromatischen bzw. aliphatischen Kohlenwasserstoffen bestehen. Sie besitzen ein gro\u00dfes Gef\u00e4hrdungspotential hinsichtlich Arbeits- und Umweltschutz. Deshalb war es das Ziel des Projekts neuartige Pinselreiniger zu entwickeln, die sich auszeichnen durch einen drastisch reduzierten L\u00f6semittelgehalt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,65,51,52,53],"class_list":["post-24973","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-nordrhein-westfalen","tag-ressourcenschonung","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"26660\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-26660.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"202.720,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Forschungszentrum J\u00fclich GmbH\nInstitut f\u00fcr Festk\u00f6rperforschung","dbu_projektdatenbank_strasse":"","dbu_projektdatenbank_plz_str":"52425","dbu_projektdatenbank_ort_str":"J\u00fclich","dbu_projektdatenbank_p_von":"2009-06-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2012-05-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"2 Jahre und 12 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0 24 61\/61 25 41","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Nordrhein-Westfalen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"121","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-26660.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24973","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24973\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37976,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24973\/revisions\/37976"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24973"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24973"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24973"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}