{"id":24971,"date":"2023-10-01T10:32:02","date_gmt":"2023-10-01T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26654-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:04","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:04","slug":"26654-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26654-01\/","title":{"rendered":"Beispielhafte Revitalisierung einer Gutsparkanlage des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts als Ma\u00dfnahme des angewandten Naturschutzes (Gutspark Schloss Riede, Hessen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Schlossanlage Riede &#8211; bestehend aus Schloss, Kirche, Verwalterhaus, Wirtschaftsgeb\u00e4uden und mehreren Gartenteilen &#8211; ist ein historisches Ensemble von \u00fcberregionaler Bedeutung. Das historische Ensemble von Schloss und Park ist ein bedeutendes und in seiner Gesamtheit einzigartiges Kulturdenkmal, das den Geist des sp\u00e4ten 18. Jahrhunderts besonders gut bewahrt hat. Die Rieder Anlage ist Bestandteil des Nordhessischen Naturparks Habichtswald mit \u00f6ffentlichen, stark genutzten Spazier- und Wanderwegen.<br \/>\nZiel des hier beschriebenen Pilotprojektes war es, im Schlossgarten die Teichanlage (drei Teiche) mit Kaskade und Br\u00fccke wieder herzustellen und die Wege Instand zu setzen. Damit verbunden war das Schlie\u00dfen der L\u00fccken in den die Patte d\u00b4oie-Achsen markierenden Baumreihen (Kopflinden) durch Nachpflanzungen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVon der urspr\u00fcnglich vorhandenen Teichkette im \u00dcbergangsbereich zwischen Schlossgarten und Tiergarten wurden drei Teiche restauriert. Die beiden unteren Teiche, bei denen die Steinfassungen noch vorhanden bzw. erkennbar waren, wurden erneuert. Der schon im Tiergarten liegende dritte Teich wurde aufgrund der vorhandenen Amphibienpopulation als naturnaher Teich angelegt. Dies soll in der Folgezeit zur Erh\u00f6hung der Biodiversit\u00e4t des gesamten Gebietes von Schlossgarten und Tiergarten f\u00fchren.<br \/>\nAuch die Kaskade zwischen den beiden unteren Teichen und eine Br\u00fccke bzw. Trittsteine als \u00dcbergang wurde wiederhergestellt. F\u00fcr diese Ma\u00dfnahme wurden gartenarch\u00e4ologische und gartendenkmalpflegerische Vorarbeiten durchgef\u00fchrt, um die urspr\u00fcngliche Anordnung nachvollziehen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDie Erreichbarkeit des Waldes vom Klosterhof\/Schloss \u00fcber den Steinweg, den Philosophenweg, die Kopflindenallee und den Landschaftsgarten in Verbindung mit dem Wanderparkplatz wurde nach historischem Vorbild wiederhergestellt. Durch die Wegef\u00fchrung wird der Besucher nun zu den besonderen Ausblicken in die Landschaft und in den Landschaftsgarten gef\u00fchrt. Damit verbunden war das S\u00fcd-Tor mit dem Meysenbugschen Wappen und der Jahreszahl 1674, welches vorsichtig gesichert wurde. In die Ankerungen kam wieder ein Tor, das aber offen bleibt und damit den historischen Schlossbereich andeutet.<br \/>\nDer  Park ist als Grenzbiotop zu den sich anschlie\u00dfenden gro\u00dffl\u00e4chigen Waldbereichen als ganz besonders artenreich anzusehen. Hier findet sich auf kleinsten Raum eine hohe Biodiversit\u00e4t mit Arten des Waldes sowie der Wiesen. Dies wurde durch die Wiederherstellung unterst\u00fctzt.<br \/>\nDie Durchf\u00fchrung des Projektes erfolgte in einem interdisziplin\u00e4ren Projektteam und wurde von einem externen Beirat mit Vertretern u.a. des Landkreises und der Denkmalpflege eng begleitet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Alle Ma\u00dfnahmen konnten innerhalb des vorgesehenen Budgets durchgef\u00fchrt werden. Die Wege sind instand gesetzt; die Kaskadenanlage mit den drei Teichen ist fertig gestellt. Aufgrund der extremen Witterung im Winter 2010\/11 mussten die Arbeiten unterbrochen werden. Damit kam es zu einer Verz\u00f6gerung\/Projektverl\u00e4ngerung von 3 Monaten. Es fanden sich weniger schriftliche Unterlagen als erwartet, die zur Wiederherstellung hinzugezogen werden konnten. Eine Drainierung der Wiesen erwies sich als nicht n\u00f6tig, da der Zufluss zum oberen Teich ergiebig genug ist. Schwierigkeiten machte die Abdichtung des unteren Teiches, hier musste das Mauerwerk an einer Stelle noch einmal aufgenommen werden. Die Mitten in der Kaskade stehende Erle musste gef\u00e4llt werden, da sie als selbstges\u00e4ter Wildling die Bogenbr\u00fccke bereits stark zerst\u00f6rt hatte. Die Mauer entlang des Steinweges wurde nicht komplett mit Sandsteinen ausgebessert, sondern der noch vorhandene zerfallene historische Staketen-Zaun wurde ersetzt. Alle anderen Ma\u00dfnahmen wurden wie geplant durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Modellprojekt ist von vorneherein in ein Gesamtkonzept zur Sicherung und Weiterf\u00fchrung der Rieder Anlage eingebunden. Dieses wird regelm\u00e4\u00dfig in den regionalen und \u00fcberregionalen Medien ver\u00f6ffentlicht (Printmedien, Fernsehen). \u00dcber das Projekt wurde in einem Fernsehbeitrag des Hessischen rundfunks berichtet und dreimal in der Presse (Beginn, Zwischenstand, Abschluss des Projektes).<br \/>\nDurch die regelm\u00e4\u00dfige Teilnahme am Tag des offenen Denkmals, durch F\u00fchrungen und Vortr\u00e4ge werden die Ergebnisse dieses Projektes einer breiten \u00d6ffentlichkeit zug\u00e4nglich gemacht. Zum Tag des offenen Denkmals 2011 wurde die Kaskadenanlage eingeweiht. Es kamen ca. 2.000 Besucher.<br \/>\nRiede wird zudem eine der hervorzuhebende Anlagen in dem in Arbeit befindlichen Projekt Gartentopographie NordHessen sein, ein von der IHK gef\u00f6rdertes studentisches Projekt am FB 06 der Universit\u00e4t Kassel, da hier anschaulich die Entwicklungsgeschichte von Geb\u00e4ude und Umgebung und der Einfluss der nahe gelegenen Landgr\u00e4fliche Residenz nachzuvollziehen ist.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Projekt konnten Gestaltungsstrukturen der Anlage verschiedener Epochen auf kleinstem Raum wieder hervorgeholt werden. Den innovativen Aspekt erhielt die Instandsetzung dieser Parkanlage durch den konsequenten R\u00fcckgriff auf historische und naturnahe Materialien, die F\u00f6rderung der Lebensbedingungen von Pflanzen und Tieren durch die Anlage eines naturnahen Teiches, sowie die Erneuerung der Kaskadenanlage und der landschaftspr\u00e4genden Baumpflanzungen.<br \/>\nDie besondere Situation des Ortes bot die M\u00f6glichkeit auf vergleichsweise kleiner Fl\u00e4che (kleinem Raum) sowohl auf historische als auch \u00f6kologische und \u00f6konomische Belange hinzuweisen und wichtige Zusammenh\u00e4nge zu verdeutlichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Schlossanlage Riede &#8211; bestehend aus Schloss, Kirche, Verwalterhaus, Wirtschaftsgeb\u00e4uden und mehreren Gartenteilen &#8211; ist ein historisches Ensemble von \u00fcberregionaler Bedeutung. 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