{"id":24969,"date":"2023-09-24T10:32:34","date_gmt":"2023-09-24T08:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26650-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:34","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:34","slug":"26650-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26650-01\/","title":{"rendered":"Energetische Optimierung kommunaler Bestandsgeb\u00e4ude Stadt Baesweiler &#8211; integrale Planungsphase"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die energetischen Anforderungen an Neubauten sind im Vergleich zu anderen Staaten in Deutschland sehr hoch. Da aber 85 % des Geb\u00e4udebestandes in Deutschland vor 1982 erbaut worden sind und diese Bauten ca. 92 % der gesamten Energie aller Geb\u00e4ude in Deutschland verbrauchen, liegt das gr\u00f6\u00dfte Einsparpotential in der energetischen Sanierung des Altbaubestandes.<br \/>\nDie Stadt Baesweiler hat sich das Ziel gesetzt, einem durchdachten Ablauf folgend alle st\u00e4dtischen Bestandsgeb\u00e4ude energetisch zu analysieren und zu optimieren, die Ergebnisse zu dokumentieren und in der \u00d6ffentlichkeit umfassend zu kommunizieren. Hierzu sollte eine beispielhafte Planungsstrategie entwickelt werden, die es auch anderen Kommunen erm\u00f6glicht, bei der energetischen Geb\u00e4udesanierung methodisch vorzugehen und Defizite in Planungsabl\u00e4ufen abzubauen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach einer genauen Bestandsaufnahme einschl. Nutzerbefragung und Detailanalyse des Geb\u00e4udepools wurden f\u00fcr jedes Geb\u00e4ude Zielvorgaben, die vom nach EnEV 2007 vorgegebenen Mindeststandard bis hin zum Passivhausstandard reichen, festgelegt.<br \/>\nF\u00fcr jeden Geb\u00e4udetyp wurde ein objektbezogenes bauliches Ma\u00dfnahmenpaket zur energetischen Optimierung erarbeitet und schlie\u00dflich ein Ablaufplan erstellt, der eine unter heutigen Bedingungen sinnvolle Reihenfolge f\u00fcr die bauliche Umsetzung der Sanierungsma\u00dfnahmen vorgibt.<br \/>\nEine Sonderrolle in dem Vorhaben nimmt das Gymnasium inkl. Turnhalle mit Ziel Passivhausstandard ein. F\u00fcr diesen Geb\u00e4udekomplex folgten vor der baulichen Umsetzung  nach der detaillierten Bestandserfassung die Entwurfs- und Ausf\u00fchrungsplanung im Passivhausstandard und die Erstellung von Leistungsverzeichnissen und Einholung von Kostenangeboten. Dabei war als Voraussetzung f\u00fcr ein optimales Ergebnis mit Blick auf Umweltrelevanz, \u00d6konomie und Gestaltung eine von Beginn an integrative Planung (Architekt, Fachingenieur, Bauphysiker) zwingend erforderlich.<br \/>\nDie Arbeitsergebnisse werden so aufbereitet, dass sie auch auf andere Kommunen \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Untersuchungen haben erwartungsgem\u00e4\u00df f\u00fcr die einzelnen Geb\u00e4ude zu verschiedenen Ergebnissen gef\u00fchrt. Die \u00f6konomisch richtige Entscheidung ob und wenn ja auf welchen Standard welches Geb\u00e4ude saniert werden soll, h\u00e4ngt im Wesentlichen von der H\u00f6he der Kapitalzinsen und der Entwicklung der Energiekosten innerhalb des Betrachtungszeitraumes ab.<br \/>\nDie Untersuchungsergebnisse zeigen, dass unter den fiktiv angenommen Voraussetzungen (Kapitalzins, j\u00e4hrlich durchschnittlich steigende Energiekosten \u00fcber den Betrachtungszeitraum von 30 Jahren) die Sanierung auf  Passivhausstandard gegen\u00fcber der Sanierung auf Standard EnEV 2009 bei den n\u00e4her untersuchten Objekten von Anfang an wirtschaftlicher w\u00e4re. Es kann keine Alternative zu einer sofortigen Gesamtsanierung auf Passivhausstandard oder einer schrittweisen Sanierung mit Passivhauskomponenten geben, sofern nicht im Einzelfall Abriss und Neubau gew\u00e4hlt werden!<br \/>\nF\u00fcr nur wenige Objekte w\u00e4re die sofortige Gesamtsanierung auf Passivhausstandard wirtschaftlicher als die Sanierung einzelner Bauteile mit PH-Komponenten. In den meisten F\u00e4llen zeigt sich allerdings, dass es mehr Sinn macht, eine schrittweise Sanierung mit PH- Komponenten im Rahmen der nat\u00fcrlichen Instandsetzungszyklen anzugehen.  Die Vorhabensergebnisse best\u00e4tigen, dass es richtig war, unter den derzeitigen Rahmenbedingungen die sofortige Gesamtsanierung des st\u00e4dtischen Gymnasium Baesweiler mit Blick auf Umweltrelevanz, \u00d6konomie und auch Gestaltung zu starten und zwar mit dem Ziel Passivhausstandard.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Vor der Frage Steigerung der Sanierungsrate oder Erh\u00f6hung der Sanierungsdichte?steht jede Kommune in regelm\u00e4\u00dfig wiederkehrenden Abst\u00e4nden. Insofern w\u00e4re zu empfehlen, alle Kommunen (z. B. durch Ver\u00f6ffentlichung in Amtsbl\u00e4ttern und dgl.) auf das Vorhaben und die Zug\u00e4nglichkeit der Ergebnisse aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Genauso sollten die entsprechenden Ministerien, die z. T. mit den Ihnen zugeordneten Energieagenturen sehr viel Aufkl\u00e4rungsarbeit betreiben, als \u00fcbergeordnete Beh\u00f6rden in allen Bundesl\u00e4ndern \u00fcber die Vorhabensergebnisse in Kenntnis gesetzt werden.<br \/>\nDie Ergebnisse des Vorhabens sind z.T. auch wertvolle Erkenntnisse mit Blick auf k\u00fcnftige F\u00f6rderpolitik und mit Blick auf anzupassende gesetzliche Anforderungen.<br \/>\nDie Ergebnisse sollten auch dem Passivhaus Institut Darmstadt als Beratungsgrundlage und Argumentationshilfe zur Verf\u00fcgung gestellt und ggf. auf der n\u00e4chsten Internationalen Passivhaustagung am  29.\/30.05.2010 in Dresden, zu der erfahrungsgem\u00e4\u00df auch wieder zahlreiche Vertreter aus Kommunen und \u00f6ffentlichen Verwaltungen erwartet werden, vorgestellt werden. Auch ein entsprechender Posterbeitrag f\u00fcr diese Tagung w\u00e4re empfehlenswert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Aus \u00f6konomischer Sicht wie auch aus Gr\u00fcnden der Nachhaltigkeit bleibt den Entscheidungstr\u00e4gern immer nur die Wahl zwischen einer Komplettsanierung im Passivhausstandard oder die schrittweise energetische Ert\u00fcchtigung mit Passivhauskomponenten (Dach, Fassade, Haustechnik usw.). In Einzelf\u00e4llen muss entschieden werden, ob die wirtschaftliche L\u00f6sung nicht Abriss + Neubau lauten muss.<br \/>\nUm die jeweils aktuell richtige Entscheidung treffen zu k\u00f6nnen, ist allen Entscheidungstr\u00e4gern dringend anzuraten, die in dieser Studie durchgef\u00fchrten Untersuchungen f\u00fcr das jeweils zur Entscheidung anstehende Geb\u00e4ude durchzuf\u00fchren. Dies kann auch schon -wie im Fall der Stadt Baesweiler- im Vorfeld geschehen. Zum Zeitpunkt der konkreten Entscheidung sind dann die Parameter<br \/>\n&#8211;\taktuelle Herstellungskosten (f\u00fcr zahlreiche gerade f\u00fcr PH-standard erforderliche Bauteilkomponenten<br \/>\n       haben sich durch erh\u00f6hte Serienproduktion in der Vergangenheit die Kosten deutlich reduziert)<br \/>\n&#8211;\taktuelle Energiekosten<br \/>\n&#8211;\taktuelle F\u00f6rder- und Finanzierungsm\u00f6glichkeiten<br \/>\n&#8211;\tsowie der aktuelle Kapitalzins<br \/>\nanzupassen.<br \/>\nBei nur notwendiger Bauteilerneuerung kann die richtige Entscheidung immer nur lauten:<br \/>\nErneuerung mit Passivhauskomponenten bzw. f\u00fcr die Geb\u00e4udeh\u00fcllfl\u00e4chen U-Werte anstreben, die Passivhausstandard entsprechen. Nur so sind langfristig betrachtet die Geb\u00e4udebetriebskosten zu minimieren und ein optimaler Energiestandard zu erreichen und f\u00fcr lange Zeit nicht mehr korrigierbare Fehlentscheidungen zu vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die energetischen Anforderungen an Neubauten sind im Vergleich zu anderen Staaten in Deutschland sehr hoch. 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