{"id":24968,"date":"2023-09-24T10:32:34","date_gmt":"2023-09-24T08:32:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26646-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:34","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:34","slug":"26646-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26646-01\/","title":{"rendered":"Energetische Geb\u00e4udesanierung in Kasachstan am Beispiel des Geb\u00e4udes der Deutsch-Kasachischen Universit\u00e4t in Almaty"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Kasachstan verzeichnete in den Jahren ab 2000 ein stetiges Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 10 % pro Jahr. Der Anteil der Bauwirtschaft an dem Bruttoinlandsprodukt betrug zwischen 6 und 8 % mit j\u00e4hrlichen branchenbezogenen Zuwachsraten von durchschnittlich 30 %. Nach der erwarteten Erholung von der Wirtschaftskrise wird der Bauwirtschaft auch danach eine wesentliche Rolle bei der weiteren Entwicklung des Landes zugerechnet.<br \/>\nAlmaty ist die gr\u00f6\u00dfte Stadt Kasachstans. Die baulichen Ver\u00e4nderungen verzeichneten hier in den letzten Jahren neben der Hauptstadt Astana die gr\u00f6\u00dfte Dynamik. Allerdings erfolgten die diesbez\u00fcglichen Investitionen fast ausschlie\u00dflich in Neubauten, die Altbausanierung fand bislang de facto nicht statt. Somit existiert hierzu ein \u00e4u\u00dferst beachtliches Sanierungspotenzial, das es auch speziell unter energetischen Gesichtspunkten zu erschlie\u00dfen gilt. Gerade f\u00fcr eine Stadt wie Almaty, die zu den schmutzigsten St\u00e4dten der Welt bzgl. der Luftbelastung z\u00e4hlt, sind bei der Initiierung der energetisch orientierten Stadtentwicklung nicht nur positive Effekte f\u00fcr das Stadtklima, sondern durch eingespartes CO2 auch f\u00fcr das Weltklima zu erwarten. Dieser Zielstellung widmet sich das Projekt, durch beispielhafte  Modellrechnungen das Energieeffizienz- und -einsparpotenzial der Altgeb\u00e4udesanierung in Almaty aufzuzeigen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm bei der Projektrealisierung nicht nur akademisch theoretisch zu bleiben, sondern m\u00f6glichst konkret und praxisnah, wurde das Geb\u00e4ude der DKU als Referenzgeb\u00e4ude ausgew\u00e4hlt. Durch modellhafte Berechnungen sollte der Energiebedarf und die Gesamtenergieeffizienz nach den Vorgaben der EnEV ermittelt werden, um im Ergebnis den ersten Energieausweis f\u00fcr ein Nichtwohngeb\u00e4ude gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7 16 ff. EnEV erstellen zu k\u00f6nnen. Auf dieser Grundlage sollte ein Vorschlag f\u00fcr die energetisch orientierte Sanierung des Geb\u00e4udes entstehen, der seine Innovation nicht nur durch die technische, organisatorische und logistische Erstmaligkeit f\u00fcr Zentralasien, sondern auch durch die Multiplikatorwirkung durch die hohe Repr\u00e4sentativit\u00e4t f\u00fcr den gesamten Altbaubestand Almatys erhielt. Um konkrete Umsetzungsvorschl\u00e4ge zu erm\u00f6glichen, war dar\u00fcber hinaus eine Analyse des kasachischen Baugenehmigungsrechtes, der Gesetzeslage zur F\u00f6rderung erneuerbarer Energien in Kasachstan und eine m\u00f6glichst repr\u00e4sentative Modellierung des gesamten Bestandes nach Geb\u00e4udetypen erforderlich. Ziel war somit nicht nur eine Aussage \u00fcber das Energieeffizienzpotenzial in Almatys Bestandsgeb\u00e4uden insgesamt, sondern auch eine Bausanierungsplanung f\u00fcr das Geb\u00e4ude der DKU, letzteres incl. eines konkreten Investitions- und Finanzierungskonzeptes.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am 04.09.2008 wurde der erste Energieausweis gem\u00e4\u00df den \u00a7\u00a7 16 ff. EnEV f\u00fcr ein bestehendes Nichtwohngeb\u00e4ude in Zentralasien an die DKU \u00fcberreicht. Im Rahmen einer SWOT-Analyse konnte dar\u00fcber hinaus eine gro\u00dfe Zahl repr\u00e4sentativ t\u00e4tiger Unternehmen f\u00fcr eine aktive Mitarbeit in dem Projekt gewonnen werden. Die Analyse des kasachischen Baugenehmigungsrechtes wurde abgeschlossen. Danach ist zumindest theoretisch das Energieeffizienzpotenzial nicht nur technisch gegeben, sondern auch bzgl. der formalen Umsetzung. Da Almaty eine Stadt mit einer hohen Erdbebengef\u00e4hrdung ist, sind bei der Nutzung von Erneuerbaren Energien im Bestandsgeb\u00e4ude besondere statische Anforderungen zu beachten. Die Analyse der kasachischen Gesetzgebung hinsichtlich der F\u00f6rderung diesbez\u00fcglicher Aktivit\u00e4ten erbrachte einen hohen Handlungsbedarf, der im Rahmen des Projektes durch einen Verbesserungs- und Vorschlagskatalog konkretisiert wurde. Im Rahmen von statistischen Auswertungen und Vorort-Recherchen durch studentische Teams wurde der Geb\u00e4udebestand Almatys kategorisiert. Im Anschluss erfolgte eine konkrete Erfassung von insgesamt 6 Geb\u00e4uden, die den zu 60 % in Almaty vorhandenen Geb\u00e4uden mit Stahlbeton-Skelettbau (20 %) und Stahlbeton-Fertigteilbau (40 %) entsprechen. Damit erhalten die darauf aufbauenden Simulationen zur Ableitung des energetischen Sanierungspotenzials eine hohe Modellwirkung.<br \/>\nDas Projekt hat mittlerweile eine sehr hohe politische Beachtung in Deutschland und Kasachstan gefunden. Aktuell arbeitet eine deutsch-kasachische interministerielle Arbeitsgruppe an der konkreten Umsetzung des DKU-Geb\u00e4udeumbauprojektes. Die Gruppe setzt sich zusammen aus Vertretern des Ausw\u00e4rtigen Amtes, BMU, der GTZ, DAAD, der DKU und der kasachischen Ministerien f\u00fcr Bildung sowie f\u00fcr Finanzen. Es geht bei den Gespr\u00e4chen einerseits um die endg\u00fcltige Absicherung der Finanzierung f\u00fcr den gesamten Umbau, aber andererseits auch um den zugesicherten Bestandschutz f\u00fcr die von Deutschland get\u00e4tigten Investitionen durch die kasachische Seite als Eigent\u00fcmer des Geb\u00e4udes. Diese grunds\u00e4tzlich erfreuliche Entwicklung hat jedoch zur Folge, dass die Projektplanung und auch die perspektivische Realisierung mehr Zeit in Anspruch nimmt als urspr\u00fcnglich geplant war. Es ist daher aktuell unrealistisch, davon ausgehen zu wollen, dass es noch in diesem Jahr zu best\u00e4tigten Baupl\u00e4nen durch vorliegende Genehmigungen, geschweige denn zu der Er\u00f6ffnung von gewerkebezogenen Ausschreibungen kommen wird. Aktuell wird im Rahmen eines vom Ausw\u00e4rtigen Amtes finanzierten Skizzenprojektes die Umbaurealisierung bis einschlie\u00dflich zur HOAI-Stufe 5 finanziert. Die Finanzierung der energetischen Sanierung des DKU-Geb\u00e4udes insgesamt ist von deutscher Seite durch das BMU und das AA  vorgesehen, hinzu kommen Eigenanteilfinanzierungen der deutschen Wirtschaft, sofern diese Unternehmen nach der \u00f6ffentlichen Ausschreibung auch den Zuschlag erhalten. W\u00e4hrend die Verantwortung von deutscher Seite zeitlich noch planbar w\u00e4re, ist der Entscheidungsfindungsprozess in den kasachischen Ministerien momentan zeitlich nicht definierbar. Es h\u00f6rt sich u. U. eigenartig an, aber es ist tats\u00e4chlich alles m\u00f6glich; es kann mit der Entscheidung ganz schnell gehen, es kann aber auch noch sehr lange dauern und es kann sogar noch zu einer Ablehnung kommen, wobei letztere Variante von Seiten der deutschen Verantwortungstr\u00e4ger als sehr unwahrscheinlich eingestuft wird. Gleichwohl ist eine solche Unsicherheit im Rahmen einer zeitlichen Planung der einzelnen Arbeitspakete dieses Projektes nicht mehr kalkulierbar.<br \/>\nIn Abstimmung mit den Verantwortlichen der DBU wurde das Projekt somit nach 8 von insgesamt 10 vorgesehenen Bearbeitungsstufen erfolgreich abgeschlossen. Die umfassenden Ergebnisse sind dem Projektbericht und den einzelnen Anlagen zu entnehmen. Die im Antrag vorgesehenen Projektstufen 9 Ausarbeitung der Ausschreibungen, differenziert nach unterschiedlichen Gewerken und 10 Erarbeitung des konkreten Umsetzungsvorschlages wurden aus den genannten Gr\u00fcnden nicht mehr realisiert, gekoppelt mit den diesbez\u00fcglichen Konsequenzen f\u00fcr Mittelabfluss und Mittelverwendung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Projektentwicklung wurde auf zwei projektbegleitenden Workshops der Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt. Bei Realisierung des DKU-Umbauprojektes wird das Vorhaben als so genanntes Leuchtturmprojekt der Bundesrepublik Deutschland in Zentralasien von den genannten Ministerien politisch international verankert. Der Projektbericht wird auf Anfrage kostenlos als download zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Erstmalig wurde in einem Land wie Kasachstan, das reich an fossilen Rohstoffen ist, das Thema der Energieeffizienz durch Sanierungen im Altbaubestand sensibilisiert. Das gro\u00dfe Interesse der deutschen Wirtschaft an der Realisierung, dieses Vorhaben auch als Schaufenster deutscher Umwelt- und Energietechnik umzusetzen, unterstreicht neben der \u00f6kologischen auch die \u00f6konomische Relevanz. Dar\u00fcber hinaus wurden durch die eingesetzten Methoden zur Simulation der CO2-Effekte am Beispiel repr\u00e4sentativer Geb\u00e4udebestandstypen auch wissenschaftlich neue Wege zur Bearbeitung vergleichbarer Fragestellungen in einem Land wie Kasachstan aufgezeigt. Die Integration des Themas in das Lehrprofil der DKU wird zus\u00e4tzliche Multiplikatoreffekte durch die Ausbildung k\u00fcnftiger F\u00fchrungs- und Nachwuchskr\u00e4fte f\u00fcr Kasachstan und Zentralasien bewirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Kasachstan verzeichnete in den Jahren ab 2000 ein stetiges Wirtschaftswachstum von durchschnittlich 10 % pro Jahr. 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