{"id":24961,"date":"2023-10-01T10:32:02","date_gmt":"2023-10-01T08:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26632-01\/"},"modified":"2023-10-01T10:32:03","modified_gmt":"2023-10-01T08:32:03","slug":"26632-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26632-01\/","title":{"rendered":"Optimierung von Byp\u00e4ssen f\u00fcr den Fischabstieg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In Camburg\/D\u00f6britschen an der Saale (Th\u00fcringen) erfolgten bereits umfassende Untersuchungen hinsichtlich der Restwassermenge und dem Orientierungsverhalten von Fischen im Bereich der Wasserkraftanlage. Diese schlossen Fischauf- und -abstieg und turbinenbedingte Fischsch\u00e4den einer Kleinwasserkraftanlage ein (Az: 18364\/01). Das w\u00e4hrend dieser Untersuchungen installierte, bodennahe Bypassrohr in der N\u00e4he des Rechens erf\u00fcllte die Erwartungen hinsichtlich des Fischabstieges nur teilweise. Im Projekt Az 26632 wird daher an der Optimierung des Fischabstieges gearbeitet. Hierzu wird ein weiteres Abstiegsrohr in mittleren bis oberfl\u00e4chennahen Wasserschichten installiert und beide Rohre hinsichtlich ihrer Flie\u00dfgeschwindigkeit optimiert. Der Einfluss der ebenfalls rechennah m\u00fcndenden, zweiten Fischaufstiegsanlage wird in die Untersuchungen einbezogen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Projekt wird teils parallel zum Projekt Az 18364\/02 durchgef\u00fchrt, da die gleiche Methodik angewendet wird. \u00dcber einen Zeitraum von 12 Monaten werden Fischabstiegskontrollen an allen m\u00f6glichen Abwanderrichtungen im Bereich der Wasserkraftanlage D\u00f6britschen durchgef\u00fchrt. Es werden folgende M\u00f6glichkeiten beprobt: Turbine, Wehr, FAA am Wehr, FAA am Krafthaus, bodennaher Bypass, oberfl\u00e4chennaher Bypass. Die Untersuchungen finden an jeweils 4 Tagen\/ 3 N\u00e4chten pro Monat w\u00e4hrend Neumond statt. Die beiden Bypassrohre werden dabei entweder einzeln oder zusammen betrieben. Durch entsprechende Vorrichtungen kann zudem der Sog, den die \u00d6ffnungen aufweisen, variiert werden. Jede Variante wird an insgesamt 3 Untersuchungsterminen getestet, um eine ausreichende Datengrundlage zu erhalten.<br \/>\nW\u00e4hrend Zeiten mit erh\u00f6htem Fischabstieg wird versucht, das Verhalten von Fischen vor dem Rechen, in der N\u00e4he der Einstiegs\u00f6ffnungen zu den Byp\u00e4ssen und in den Byp\u00e4ssen unter Freilandbedingungen zu filmen. Dieses Arbeitspaket wird durch einen professionellen Kameramann mit entsprechender Spezialausr\u00fcstung (Infrarot-Unterwasserkameras) durchgef\u00fchrt. Gleichzeitig erfolgt die filmische Dokumentation der weiteren Untersuchungen als ein wichtiger Beitrag f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00dcber einen Untersuchungszeitraum von 12 Monaten (pro Monat 4 Untersuchungstage) konnten 8342 Fische aus 25 Arten erfasst werden. Dabei nutzte der Gro\u00dfteil der Fische den Abstiegsweg \u00fcber Wehr und Borstenfischpass. Nur 18 % stiegen \u00fcber die Turbine ab. Bypass und Schlitzpass konnten zusammen nur 3,7 % der Fische ableiten. Der umfangreiche Fischabstieg im Bereich des Wehres wird mit dem Auftreten von Jungfischen erkl\u00e4rt, die aufgrund der Anordnung dieser Abstiegsm\u00f6glichkeit bez\u00fcglich der Hauptstr\u00f6mung hier problemlos absteigen konnten.<br \/>\nDie geringe Nutzung des Bypasses und des Schlitzpasses ist mit der nicht optimalen Anordnung zu erkl\u00e4ren. Bereits ein Verfehlen der \u00d6ffnungen um wenige Meter f\u00fchrt dazu, dass Fische diese M\u00f6glichkeit nicht mehr erkennen. Aufgrund der relativ gro\u00dfen Stababst\u00e4nde am Rechen (25 mm) f\u00fchren auf den Rechen treffende Fische keine ausgedehnten Suchbewegungen durch. Sie passieren den Rechen sofort. Ein Einfluss der an der \u00d6ffnung herrschenden Str\u00f6mungsgeschwindigkeit konnte aufgrund der geringen Fangzahlen an dieser Stelle nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Von den Richtung WKA geschwommenen Fischen konnten aber insgesamt 17 % durch diese alternativen Abstiegsm\u00f6glichkeiten von der Turbinenpassage abgehalten werden. Der Bypass wurde dabei vor allem von gr\u00f6\u00dferen und \u00e4lteren Tieren genutzt, die die anderen Richtungen kaum aufsuchten.<br \/>\nEs konnte festgestellt werden, dass die bevorzugte Nutzung des Wehres durch Jungfische mit einer \u00c4nderung des Betriebsregimes zusammenhing. W\u00e4hrend das Wasser bei fr\u00fcheren Untersuchungen \u00fcber einen Brett\u00fcberfall abgegeben wurde und diese Konstellation nicht zum Abstieg genutzt wurde, w\u00e4hlten die Fische bei Wasserabgabe direkt \u00fcber die Wehrkrone und ohne \u00dcberfall diesen Weg bevorzugt.<br \/>\nDie geplanten Filmaufnahmen konnten nicht mit Erfolg durchgef\u00fchrt werden. Aufgrund der geringen Fischmenge am Bypass gelang es nicht, Fische beim Abstieg zu filmen. Auch am Rechen wurden nur 2 Fische erfasst. Am Wehr konnten mehrere Jungfische beim kontrollierten Abstieg \u00fcber den Wehrr\u00fccken erfasst werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse des Projektes wurden auf der Tagung Fischartenschutz und Gew\u00e4sser\u00f6kologie in Jena vorgestellt. Eine weitergehende Ver\u00f6ffentlichung erfolgte bisher nicht. Die geplante filmische Dokumentation der Freilandarbeiten und die Verwendung f\u00fcr einen mdr-Filmbeitrag konnten nicht stattfinden, da zum Zeitpunkt der geplanten Aufnahmen die Fangtechnik durch zu hohes Laubaufkommen zerst\u00f6rt wurde. Es wurden jedoch viele Einzelgespr\u00e4che mit interessierten G\u00e4sten des Rastplatzes D\u00f6britschen gef\u00fchrt.<br \/>\nEine weitergehende Ver\u00f6ffentlichung aller in D\u00f6britschen durchgef\u00fchrten Untersuchungen ist geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Aufteilung von Fischen im Bereich einer Wasserkraftanlage ist von folgenden Faktoren abh\u00e4ngig: Jungfischaufkommen, Vorhandensein anadromer oder katadromer Arten, gro\u00dfr\u00e4umige Anordnung der Abstiegsm\u00f6glichkeiten bez\u00fcglich der Hauptstr\u00f6mung, kleinr\u00e4umige Anordnung der Ableitungssysteme bez\u00fcglich der Lage zum Rechen. Der Einfluss der Flie\u00dfgeschwindigkeit konnte nicht befriedigend gekl\u00e4rt werden. Das untersuchte Bypasssystem konnte die Erwartungen nur teilweise erf\u00fcllen, besitzt aber dennoch eine wichtige Funktion, da hier bevorzugt gr\u00f6\u00dfere und \u00e4ltere Fische abstiegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In Camburg\/D\u00f6britschen an der Saale (Th\u00fcringen) erfolgten bereits umfassende Untersuchungen hinsichtlich der Restwassermenge und dem Orientierungsverhalten von Fischen im Bereich der Wasserkraftanlage. Diese schlossen Fischauf- und -abstieg und turbinenbedingte Fischsch\u00e4den einer Kleinwasserkraftanlage ein (Az: 18364\/01). 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