{"id":24954,"date":"2026-03-15T10:32:06","date_gmt":"2026-03-15T09:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26607-01\/"},"modified":"2026-03-15T10:32:07","modified_gmt":"2026-03-15T09:32:07","slug":"26607-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26607-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Sch\u00fclerfirmen in der Evaluation"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>\u00dcber Sch\u00fclerfirmen liegen keine erh\u00e4rteten Daten vor. Diese Forschungsl\u00fccke wirkt sich wiederum negativ auf die Praxis aus. Soll die Effektivit\u00e4t der Sch\u00fclerfirmen-Programme gesteigert werden, so m\u00fcssen Handlungsschritte und Strukturen systematisch begr\u00fcndet werden k\u00f6nnen, insbesondere um Sch\u00fclerfirmen verst\u00e4rkt im schulischen Curriculum zu verankern. Die differenzierte Forschung im Feld Sch\u00fclerfirmen, insbesondere die Messung von Lernwirkungen, ben\u00f6tigt eine Basis, die bisher noch nicht gegeben ist. Diese Explorationsstudie hat 4 Zielaspekte:<br \/>\n1. Der Verbreitungsgrad von Sch\u00fclerfirmen in unterschiedlichen Schulformen<br \/>\n2. Die Struktur und Organisation der Sch\u00fclerfirmen bzw. deren Professionalit\u00e4tsgrad<br \/>\n3. Der Aspekt der Nachhaltigkeit in den Sch\u00fclerfirmen<br \/>\n4. Die von den Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern erworbenen Kompetenzen und Lernmotivationen<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgendes Forschungsdesign wurde gew\u00e4hlt:<br \/>\n1.Recherche<br \/>\n2.Qualitativer Teil: Interviews mit 20 ausgew\u00e4hlten Sch\u00fclerfirmen<br \/>\n3.Quantitativer Teil: Online-Befragung<br \/>\nDazu war die Entwicklung eines Interviewleitfadens, Fragebogens bzw. Befragungstools erforderlich. Interviews und Daten wurden ausgewertet, ein Abschlussbericht (lektorierte Fassung unter http:\/\/www.bne-portal.de\/coremedia\/generator\/unesco\/de\/Downloads\/Aktuelles\/Meldungen\/Explorationsstudie.pdf) erstellt und die Ergebnisse der Fach\u00f6ffentlichkeit (Download auf dem BNE &#8211; Portal) vorgestellt. Mit Freude haben wir das rege Interesse aus den unterschiedlichsten Kreisen (Schulleiter, Sch\u00fclerfirmenleiter\/innen, Hochschulen, Anfrage aus der Schweiz) registriert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Sch\u00fclerfirmen haben sich in wenigen Jahren Deutschland zu einem beliebten Lernarrangement entwickelt. Neben ersten Einblicken in marktwirtschaftliche Zusammenh\u00e4nge verspricht die Mitarbeit in einer Sch\u00fclerfirma den Erwerb vielf\u00e4ltiger personaler, sozialer, methodischer und fachlicher Kompetenzen. Aus der Perspektive der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung wird angestrebt, nachhaltiges Wirtschaften erlebbar zu machen und Sch\u00fclern den Erwerb zukunftsf\u00e4higer Kompetenzen zu erm\u00f6glichen. Die Erwartungen an das Lernarrangement Sch\u00fclerfirmen sind entsprechend hoch gesteckt. Empirisch erh\u00e4rtete Daten \u00fcber Sch\u00fclerfirmen liegen jedoch bisher kaum vor. Es war das Ziel der vorliegenden Explorationsstudie, diese Forschungsl\u00fccke zu schlie\u00dfen.<br \/>\nStrukturelle und organisatorische Aspekte von Sch\u00fclerfirmen<br \/>\nDie im Rahmen der Explorationsstudie durchgef\u00fchrte nicht repr\u00e4sentative Onlinebefragung zeigt insbesondere f\u00fcr die im nieders\u00e4chsischen NaSch-Netzwerk aktiven Schulen, dass gut die H\u00e4lfte der befragten Sch\u00fclerfirmen \u00fcber einen Businessplan verf\u00fcgt (54,9 %) und dass fast alle Firmen (95,9 %) eine eigene Buchf\u00fchrung betreiben. Eine gro\u00dfe Mehrheit der Firmen (80,8 %) f\u00fchrt eine Kassenpr\u00fcfung durch, mehr als die H\u00e4lfte (60 %) hat eine eigene PR-Abteilung. Insgesamt ergibt sich damit f\u00fcr die meisten Sch\u00fclerfirmen des NaSch-Netzwerkes ein hoher Professionalisierungsgrad, was bei 1\/3 der online befragten Firmen auch die Eintragung als GbR, GmbH, Genossenschaft oder Aktiengesellschaft anzeigt.<br \/>\nDer Aspekt der Nachhaltigkeit in den Sch\u00fclerfirmen<br \/>\nDie durchgef\u00fchrten Interviews spiegeln die Bandbreite m\u00f6glicher Ans\u00e4tze zur Integration von Nachhaltigkeit in Sch\u00fclerfirmen wieder: ressourcensparendes Wirtschaften, Minimierung der Umweltbelastungen, Herstellung umweltvertr\u00e4glicher Produkte, Anbieten nachhaltiger Dienstleistungen, verantwortungsbewusster Umgang mit den \u00d6kosystemen, \u00dcbernahme von regionaler und\/oder globaler \u00f6kologischer bzw. sozialer Verantwortung, partizipative Unternehmensf\u00fchrung, Beteiligung der Mitarbeiter, Gleichberechtigung von M\u00e4dchen und Jungen, Zusammenarbeit mit Partnern aus dem Nachhaltigkeitsbereich, langfriste Sicherung der Sch\u00fclerfirma etc. Wenn Sch\u00fclerfirmen versuchen, \u00f6kologische oder soziale Aspekte im Wirtschaftsprozess zu ber\u00fccksichtigen, k\u00f6nnen aber auch Zielkonflikte entstehen: Was z. B. tun, wenn die Qualit\u00e4t \u00f6kologischer Verbrauchsmaterialien nicht mit der konventioneller mith\u00e4lt? Insbesondere in der Auseinandersetzung mit Situationen, in denen konkurrierende Ziele in Konflikt zueinander geraten, sehen einige Lehrkr\u00e4fte eine besondere Lerngelegenheit, mit der die demokratische Aushandlung von Entscheidungen f\u00fcr nachhaltige Entwicklungsprozesse gef\u00f6rdert werden kann. Dadurch, dass Sch\u00fcler und Lehrkr\u00e4fte in der Sch\u00fclerfirma mit Nachhaltigkeit konfrontiert werden, sind sie &#8211; so zeigen die Interviews &#8211; f\u00fcr Nachhaltigkeit sensibilisiert. Sowohl die Aussagen der Lehrkr\u00e4fte als auch die der Sch\u00fcler legen nahe, dass Nachhaltigkeit f\u00fcr viele Sch\u00fcler kein explizites, sehr wohl aber ein implizites Konzept ist. Die gro\u00dfe Mehrheit der Sch\u00fcler kann darstellen, inwiefern Nachhaltigkeit in ihrem pers\u00f6nlichen Leben eine Rolle spielt und Beispiele nennen, wie sie durch ihren eigenen Lebensstil versuchen, einen Beitrag f\u00fcr eine nachhaltige Entwicklung zu leisten. Die durchgef\u00fchrten Sch\u00fclerinterviews zeigen, dass Sch\u00fclerfirmen f\u00fcr Sch\u00fcler insbesondere daher ein beliebtes Lernarrangement sind, da sie Einblicke in interessante Themen oder Arbeitsfelder erlauben, das Einbringen von pers\u00f6nlichen Interessen und Erfahrungen erm\u00f6glichen und eigenst\u00e4ndiges und -verantwortliches Arbeiten zulassen. Bezogen auf die Lernwirkungen von Sch\u00fclerfirmen, lassen schon die Ergebnisse der Onlinebefragung erste positive R\u00fcckschl\u00fcsse zu. In erster Linie scheinen es die sogenannten soft skills zu sein, die in Sch\u00fclerfirmen gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Jede interviewte Sch\u00fclerfirma erhielt die Studie. Hinweise und Interesse an den Ergebnissen wurden per Mail ausgetauscht. Eine Fachkonferenz zur Thematik wurde angeregt. Die in der Studie beschriebenen Fakten wurden best\u00e4tigt. Die Ergebnisse wurden zur Pr\u00e4sentation als Foliensatz (51 Folien) aufbereitet. Eine entsprechende Vorstellung und Diskussion fand mit der BNEAgentur Niedersachsen e.V. statt. Mit geringem Aufwand l\u00e4sst sich diese PowerPoint-Pr\u00e4sentation in ein Instrument f\u00fcr Berater, Schulleitungen und an der Bildung f\u00fcr Nachhaltigkeit (BNE) interessierte Personen aufbereiten. Sie steht als Download auf der Homepage des BNE-Portals bereit.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Diese Studie hatte ausdr\u00fccklich explorativen Charakter. Daher sind die Aussagen aus den Erhebungen weniger dazu gedacht, den Ist-Stand und die Leistungsf\u00e4higkeit von Sch\u00fclerfirmen pr\u00e4zise zu erfassen, als das Feld zu sondieren. Die Ausdifferenzierung der aufgeworfenen Fragen, ihre Umsetzung mit Hilfe verschiedener Forschungsmethoden und Instrumente muss umf\u00e4nglicheren Studien vorbehalten bleiben. Jenseits dieser Forschungsfragen zeigt sich ein eindeutiger Handlungsbedarf in Bezug auf die St\u00e4rkung von nachhaltigen Sch\u00fclerfirmen. Aus den Lehrerinterviews (die in der Regel mit in der Sache versierten Lehrkr\u00e4ften durchgef\u00fchrt wurde) ergibt sich ein substanzieller Fortbildungsbedarf. Zudem wurde immer wieder eine deutlichere Unterst\u00fctzung von Sch\u00fclerfirmen durch die Bildungsadministration (deutliche Anerkennung als Lernform, Bereitstellung von Zeitfenstern in den Curricula, F\u00f6rderung bei der Einrichtung etc.) erkennbar.<br \/>\nInsgesamt handelt es sich bei den (nachhaltigen) Sch\u00fclerfirmen um eine Lernform, die insbesondere den Kindern und Jugendlichen zu Gute kommen d\u00fcrfte, die in F\u00f6rder- und Hauptschulen, Realschulen und \u00e4hnlichen Schulformen unterrichtet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens \u00dcber Sch\u00fclerfirmen liegen keine erh\u00e4rteten Daten vor. Diese Forschungsl\u00fccke wirkt sich wiederum negativ auf die Praxis aus. 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