{"id":24937,"date":"2023-09-30T10:32:39","date_gmt":"2023-09-30T08:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26553-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:41","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:41","slug":"26553-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26553-01\/","title":{"rendered":"Einrichtung einer integrativen Umweltstation am Rothsee (Bayern)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zentrales Anliegen der Arbeit der integrativen Umweltstation ist es, auch Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Umwelt und Nachhaltigkeit zu erm\u00f6glichen und hier Strukturen und entsprechende p\u00e4dagogische Angebote zu schaffen, die gemeinsames Lernen, Erleben und Arbeiten von behinderten und nicht behinderten Menschen m\u00f6glich machen. Die Idee des Vorhabens ergab sich aus dem engen Kontakt des LBV mit dem Auhof, einer Einrichtung der Rummelsberger, und der Einrichtung der Regens-Wagner-Stiftung in Zell.<br \/>\nWasser und Sand sind die beiden gro\u00dfen Themenfelder, die schwerpunktm\u00e4\u00dfig an der integrativen Station umgesetzt werden. Sie ergeben sich aus der Lage der neuen Station direkt am Ufer des Rothsees. Dar\u00fcber hinaus soll das Interesse der Besucherinnen und Besucher auch auf Themen wie Schutz der Biodiversit\u00e4t, Klimawandel und regionale Wertsch\u00f6pfung im Sinne nachhaltiger Entwicklung gelenkt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Besonderheit dieser neu zu errichtenden Station ist die Einbeziehung der Behinderteneinrichtungen in die Konzeptentwicklung von Anfang an sowie die Einbindung von Politik und Verwaltung. Bereits in der Planungsphase sa\u00dfen der Tr\u00e4ger, das Wasserwirtschaftsamt, der Zweckverband Rothsee sowie Vertreter der o. g. Behinderteneinrichtungen an einem Tisch.<br \/>\nDer Ansatz der p\u00e4dagogischen Arbeit ist gepr\u00e4gt von Inhalten und Methoden der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung. Ein p\u00e4dagogischer Arbeitskreis mit Vertretern der beiden vor Ort ans\u00e4ssigen Behinderteneinrichtungen, Heilp\u00e4dagogen, F\u00f6rderschullehrern und Umweltp\u00e4dagogen ist ebenfalls von Anfang an im Planungsprozess integriert. Dadurch ist es selbstverst\u00e4ndlich, dass Umweltstation und Gel\u00e4nde unter Ber\u00fccksichtigung heilp\u00e4dagogischer und integrativer Aspekte speziell den Bed\u00fcrfnissen behinderter Menschen gerecht werden. Die p\u00e4dagogische Arbeit der integrativen Umweltstation wird durch eine externe Evaluation wissenschaftlich begleitet. Es wird die Konzeption des integrativen p\u00e4dagogischen Konzeptes unterst\u00fctzt sowie die Zielerreichung der integrativen Angebote zum Themengebiet Wasser untersucht, um systematische Informationen zur Optimierung der Konzeption und Umsetzung zu liefern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die integrative Umweltstation Rothsee wurde im Mai 2011 in Betrieb genommen, eine einj\u00e4hrige Betriebszeit konnte bis zum Projektende durchgef\u00fchrt werden. Die Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern verlief sehr gut. Besonders die Beteiligung von Vertretern der beiden Behinderteneinrichtungen hat zum Gelingen einer ganzheitlichen integrativen Umsetzung beigetragen. Dies betrifft sowohl das Ge-b\u00e4ude als auch das Au\u00dfengel\u00e4nde, welche komplett barrierefrei errichtet wurden, sowie alle vorhandenen Bildungs- und Ausstellungsobjekte. Viele Besucher nutzten die Anlagen f\u00fcr eigenst\u00e4ndige Erkundungen, darunter auch Menschen mit k\u00f6rperlicher, geistiger, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung. Ebenso konnten gemeinsam mit den Kooperationspartnern integrative und inklusive Veranstaltungsangebote konzipiert und erprobt werden. Ein \u00fcber ein Jahr dauerndes Inklusionsprojekt zum Thema Wasser wurde extern von der e-fect eG evaluiert. Das Ergebnis, zitiert aus dem Ergebnisbericht  der Evaluation von e-fect eG, Trier: Die aus unterschiedlichen Perspektiven multimethodal gewonnenen empirischen Ergebnisse belegen klar, dass die untersuchten Module zum Thema Wasser ihre Ziele erreichen, an Prinzipien der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung orientiert sind und Inklusion bei den teilnehmenden Kindern f\u00f6rdern.<br \/>\nDie Veranstaltungs- und Besucherzahlen des ersten Jahres zeigen deutlich, dass das Gesamtkonzept sehr gut angenommen wird. Von Mai 2011 bis Juli 2012 fanden 443 Umweltbildungsveranstaltungen mit 10.614 Teilnehmern statt, darunter 52 Veranstaltungen f\u00fcr Menschen mit Handicap, wobei es sich bei letzteren auch um Inklusionsangebote, also gemeinsame Aktionen von Menschen mit und ohne Handicap, handelte. Zus\u00e4tzlich waren in dem Projektzeitraum ca. 31.000 Besucher in der Umweltstation, um die Angebote zur Umweltbildung und Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE) auf eigene Faust zu erkunden. Es hat sich als positiv herausgestellt, dass die Einrichtung dort errichtet wurde, wo sich Menschen aufhalten, n\u00e4mlich unmittelbar am Seeufer, neben Badestrand und Gastronomiebetrieb. Somit konnten mit der Umweltbildung und BNE neben natur- und umweltinteressierten Besuchern auch Menschen ohne vorhandenen Bezug zu diesen Themen erreicht und begeistert werden.<br \/>\nTrotz zweier \u00c4nderungen im Vergleich zur Antragstellung, n\u00e4mlich bauliche Ver\u00e4nderungen am Geb\u00e4ude (Wegfall des Untergeschosses, da ansonsten Mehrkosten zwecks Absicherung gegen die extremen Grundwasserschwankungen am See entstanden w\u00e4ren) und Verl\u00e4ngerung der Projektlaufzeit um ein Jahr (zur Durchf\u00fchrung der Evaluation des integrativen Angebots) ist das Projekt sehr erfolgreich verlaufen. Das Hauptziel, auch Menschen mit Behinderung den Zugang zu Umwelt und Nachhaltigkeit zu erm\u00f6glichen und hier Strukturen und entsprechende p\u00e4dagogische Angebote zu schaffen, die gemeinsames Lernen und Erleben von behinderten und nicht behinderten Menschen m\u00f6glich machen, wurde somit erreicht. Das Angebot an Veranstaltungen f\u00fcr ALLE, also sowohl Menschen ohne als auch mit k\u00f6r-perlicher, geistiger, Sinnes- oder Mehrfachbehinderung sowie psychischer Erkrankung, ist zum Alleinstellungsmerkmal der Umweltstation Rothsee geworden. Inklusionsveranstaltungen sollten dabei zwecks nachhaltiger Wirkung m\u00f6glichst langfristig angelegt werden. Positiv verl\u00e4uft auch der unerwartete Kontakt von Menschen mit und ohne Handicap in der Umweltstation. Die Kontaktaufnahme ist sehr niedrigschwellig, sie verl\u00e4uft \u00fcber einfache Teilhabe, durch den Auftritt in der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es fand eine sehr intensive Pressearbeit statt. Neben Artikeln in Zeitungen gab es Ver\u00f6ffentlichungen in der Zeitschrift Eltern, der Mitgliederzeitschrift des LBV u. a. Eine Ver\u00f6ffentlichung der Evaluationsergebnisse in der Zeitschrift Umweltpsychologie durch e-fect eG ist in Vorbereitung. Zudem gab es drei TV- und Radiobeitr\u00e4ge im Bayerischen Rundfunk. Pr\u00e4sentationen fanden sowohl au\u00dferhalb der Einrichtung (Arbeitskreise, Messe, Aktionstage) als auch auf dem Gel\u00e4nde mit Vertretern aus Politik, Verwaltung, Unternehmen und anderen Zusammenschl\u00fcssen statt. Die Umweltstation erhielt vier gro\u00dfe Auszeichnungen: Anerkannte Umweltstation des Bayerischen Staatsministeriums f\u00fcr Umwelt und Gesundheit, UN-Dekade Projekt BNE, Qualit\u00e4tssiegel Umweltbildung.Bayern sowie Werkstatt N-Projekt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt Einrichtung einer integrativen Umweltstation am Rothsee verlief sehr erfolgreich, es wird \u00fcber den Projektzeitraum hinaus weitergef\u00fchrt werden. Die eingeschlagene Vorgehensweise hat sich sehr bew\u00e4hrt. Besonders die enge Kooperation mit den beiden vor Ort ans\u00e4ssigen Behinderteneinrichtungen hat zum Gelingen des Projekts beigetragen. Auch die Begleitung durch eine externe Evaluation ist sehr zu empfehlen, eine langfristige Qualit\u00e4tssicherung und -entwicklung ist somit gegeben. Umweltbildung bzw. BNE f\u00fcr Menschen mit allen Arten von Behinderungen und Menschen ohne Handicap ist bei Schaffung einer attraktiven und funktionalen Einrichtung sehr gut m\u00f6glich. Die nachhaltige Wirkung von Inklusion und BNE kann dabei am besten in Langzeitprojekten erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zentrales Anliegen der Arbeit der integrativen Umweltstation ist es, auch Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Umwelt und Nachhaltigkeit zu erm\u00f6glichen und hier Strukturen und entsprechende p\u00e4dagogische Angebote zu schaffen, die gemeinsames Lernen, Erleben und Arbeiten von behinderten und nicht behinderten Menschen m\u00f6glich machen. 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