{"id":24936,"date":"2023-07-13T15:27:03","date_gmt":"2023-07-13T13:27:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26549-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:04","slug":"26549-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26549-01\/","title":{"rendered":"Energetische Machbarkeitsstudie zum Neubau des Sportinternates einschlie\u00dflich Sporthalle des LandesSportBundes Niedersachsen e. V. in Passivhausbauweise"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der LandesSportBund Niedersachsen e.V. plant auf seinem Gel\u00e4nde in Hannover die Erweiterung des Sportinternats um einen Neubau sowie die Neuerrichtung einer Dreifeldsporthalle. Um den Energieverbrauch und den CO2-Aussto\u00df gegen\u00fcber einem konventionellen Neubau nach EnEV deutlich zu reduzieren, ist die Umsetzung im Passivhausstandard geplant. Dabei soll vor allem der Einsatz \u00f6kologischer Baustoffe gepr\u00fcft und der Behaglichkeitsgewinn f\u00fcr die Nutzer untersucht werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDer geplante Geb\u00e4udestandard soll sowohl \u00f6kologisch als auch \u00f6konomisch nachhaltig ausgef\u00fchrt werden. Es sollen nachwachsende bzw. recycelte Rohstoffe und Baumaterialien zum Einsatz kommen. \u00dcber eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie wird vorab die Amortisationszeit und die Rendite des Neu-baus im Passivhausstandard gegen\u00fcber einem konventionellen Geb\u00e4ude nach EnEV \u00fcberpr\u00fcft und dargestellt. Diese Machbarkeitsstudie soll verschiedene Systeme vergleichen und die optimale Kombination der geplanten Ma\u00dfnahmen ermitteln. Um nicht nur in der Gesamtbilanz ein energetisch hochwertiges Geb\u00e4ude zu erstellen, sondern auch die einzelnen Bauteile unter einem \u00f6kologischen Gesichtspunkt zu betrachten, ist geplant, in verschiedenen Bereichen Details mit innovativen und \u00f6kologischen Baustoffen zu entwickeln &#8211; beispielsweise Schaumglasschotter zur D\u00e4mmung der Sohlplatte, Zellulose und Mine-ralschaumplatten anstelle von Polystyrol-D\u00e4mmung. Durch den Einbau einer hochwertigen L\u00fcftungsan-lage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung in Verbindung mit einer Bauteilaktivierung, die auf einem System zur Betonkernk\u00fchlung mit Zuluft beruht, kann das Passivhaus aufgrund seines geringen Energiebedarfs mit ei-nem System bel\u00fcftet, beheizt und gek\u00fchlt werden. Durch den Einbau von CO2- und Feuchtesteuerung, Messtechnik und ein begleitendes Monitoring kann die Regelung der Anlage f\u00fcr die Nutzer optimiert und zudem eine zus\u00e4tzliche Einsparung von Energie erreicht werden. Das Nutzerverhalten soll durch unter-schiedliche Ausstattung der einzelnen Etagen (mit\/ohne Heizk\u00f6rper) untersucht werden. Neben der W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung aus der Abluft der L\u00fcftungsanlage soll bei diesem Geb\u00e4ude auch gepr\u00fcft werden, inwieweit das Abwasser (\u00dcbertragung der W\u00e4rme auf Frischwasser) und Energiepf\u00e4hle als W\u00e4rmetau-scher genutzt werden k\u00f6nnen. Weitere Fragestellungen sind die Nutzung von Lichtlenksystemen f\u00fcr Bereiche, die sonst nur k\u00fcnstlich belichtet werden k\u00f6nnten und die Vermeidung sommerlicher \u00dcberhitzung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden zwei Planungsvarianten verglichen, die grunds\u00e4tzlich verschiedene Konzepte, Baukosten und Energieverbr\u00e4uche beinhalten: Variante 1 mit einer Realisierung des Geb\u00e4udes nach den Minimalvorgaben der EnEV in der derzeit g\u00fcltigen Fassung, Variante 2 mit einer Realisierung im Passivhausstandard nach den Vorgaben des Passivhausinstituts Darmstadt. Um f\u00fcr den Energiebedarf vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, wurde die Variante 1 nicht nur nach EnEV, sondern zus\u00e4tzlich auch mit dem f\u00fcr Passivh\u00e4user obligatorischen Berechnungsverfahren nach PHPP berechnet. Es ergibt sich nach PHPP ein rechnerischer Heizw\u00e4rmebedarf von 106 kWh\/m\u00b2a (Variante 1) bzw. 15 kWh\/m\u00b2a (Variante 2). Dies bedeutet f\u00fcr das Geb\u00e4ude im Passivhausstandard eine Einsparung an Heizw\u00e4rme von ca. 85% gegen\u00fcber einem konventionellen Neubau nach EnEV. Der Jahresendenergiebedarf sinkt von 129 kWh\/m\u00b2a (Variante 1) auf 30,7 kWh\/m\u00b2a (Variante 2). Die Einsparung liegt damit bei ca. 76%. Im Rahmen der Berechnungen wurde auch die Einsparung an CO2 untersucht. W\u00e4hrend das Geb\u00e4ude als Neubau nach EnEV einen j\u00e4hrlichen CO2-Aussto\u00df von ca. 7034 kg hat, kann dies durch einen Neubau im Passivhausstandard auf ca. 995 kg\/Jahr reduziert werden.<br \/>\nEine Wirtschaftlichkeitsberechnung wurde auf Grundlage einer Kostensch\u00e4tzung und der oben genannten energetischen Kennwerte \u00fcber einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren angestellt. Dabei wurde f\u00fcr die Variante im Passivhausstandard auch ber\u00fccksichtigt, dass teilweise \u00f6kologische und innovative Materialien anstelle konventioneller Baumaterialien eingesetzt werden sollen: Unter der Bodenplatte wurde eine D\u00e4mmung aus 30cm Schaumglasschotter eingeplant, zwei L\u00fcftungsanlagen mit hochwertiger W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung (80-90%) sollen das gesamte Passivhaus CO2- und temperaturgesteuert be- und entl\u00fcften und ein Erdreichw\u00e4rmetauscher soll die Au\u00dfenluft im Sommer k\u00fchlen und im Winter vorw\u00e4rmen. Zur Qualit\u00e4tssicherung sind au\u00dferdem mindestens zwei Blower-Door-Messungen zur Leckageortung und Zertifizierung vorgesehen. Der Einsatz weiterer innovativer und \u00f6kologischer Baustoffe bzw. technischer Konzepte, beispielsweise Mineralschaumplatten als WDVS oder Bauteilaktivierung und L\u00fcftung mit einem Verteilsystem, wurde in der Machbarkeitsstudie vorgestellt und soll im weiteren Planungsverlauf ber\u00fccksichtigt werden. Die Restw\u00e4rmeversorgung soll \u00fcber den am Grundst\u00fcck vorhandenen Fernw\u00e4rmeanschluss bereitgestellt werden. Aufgrund des hohen KWK-Anteils von Fernw\u00e4rme in Hannover (ca. 80%) soll zus\u00e4tzlich keine W\u00e4rmepumpe oder Solaranlage zum Einsatz kommen.<br \/>\nDurch diese Ma\u00dfnahmen sowie den erh\u00f6hten D\u00e4mmstandard ergeben sich f\u00fcr den Passivhausstandard Mehrkosten in H\u00f6he von ca. 793.500 EUR netto bzw. 6,9%. Durch F\u00f6rdermittel und deutlich geringere Energiekosten kann dieser Betrag jedoch vollst\u00e4ndig aufgefangen werden. Die j\u00e4hrliche Belastung f\u00fcr Zinsen, Tilgung, Energie- und Nebenkosten ist niedriger als bei einem Neubau nach EnEV. Zugrunde gelegt wurde dabei eine Inflation von 2% p.a. und eine Energiekostensteigerung von 7% p.a. \u00fcber Infla-tion. Eine Amortisation der Ma\u00dfnahmen stellt sich unter diesen Bedingungen nach 15 Jahren ein. Es ergibt sich eine Rendite von 9,15%. Weitere Szenarien zur Energiepreissteigerung und dem Anteil an F\u00f6r-dermitteln wurden in der Studie ebenfalls simuliert. Bei allen Berechnungen ist mit einer Amortisations-zeit von deutlich unter 20 Jahren zu rechnen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Machbarkeitsstudie wurde dem Landessportbund und den Architekten in einer Pr\u00e4sentation vorgestellt und erl\u00e4utert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Vergleich zwischen zwei Planungsvarianten f\u00fcr das Geb\u00e4ude &#8211; eine nach den gesetzlichen Mindestanforderungen der EnEV, eine im Passivhausstandard &#8211; zeigt, dass energetisch hochwertige Ge-b\u00e4ude auch wirtschaftlich umgesetzt werden k\u00f6nnen. Die Betrachtung bezieht nicht nur die h\u00f6heren Investitionskosten, sondern auch die langfristig anfallenden Energie- und Nebenkosten mit ein. F\u00fcr den Landessportbund liegen die j\u00e4hrlichen Belastungen f\u00fcr Zinsen, Tilgung, Energie- und Nebenkosten sogar unter denen eines konventionellen Geb\u00e4udes nach EnEV. Es ist au\u00dferdem zu beachten, dass der Geb\u00e4udestandard als Passivhaus einen deutlich h\u00f6heren Geb\u00e4udewert darstellt und der Komfort im Geb\u00e4ude beispielsweise durch w\u00e4rmere Bauteil-Innenoberfl\u00e4chen und die hohe Luftqualit\u00e4t deutlich steigt. Zudem bedeutet eine bessere W\u00e4rmed\u00e4mmung auch gleichzeitig einen besseren Schallschutz und geringere Temperaturschwankungen im Sommer und Winter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der LandesSportBund Niedersachsen e.V. plant auf seinem Gel\u00e4nde in Hannover die Erweiterung des Sportinternats um einen Neubau sowie die Neuerrichtung einer Dreifeldsporthalle. Um den Energieverbrauch und den CO2-Aussto\u00df gegen\u00fcber einem konventionellen Neubau nach EnEV deutlich zu reduzieren, ist die Umsetzung im Passivhausstandard geplant. 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