{"id":24933,"date":"2023-07-13T15:27:03","date_gmt":"2023-07-13T13:27:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26538-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:27:04","modified_gmt":"2023-07-13T13:27:04","slug":"26538-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26538-01\/","title":{"rendered":"Jagdhabitatnutzung von Flederm\u00e4usen in Wald-Gew\u00e4sser-Insellagen &#8211; Nutzung von Gr\u00fcnland und Agrarland als Pufferfl\u00e4chen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In und um das Teichgebiet Hintenteiche bei Biesenbrow soll mit Hilfe einer neuentwickelten, digitalen, computergest\u00fctzten, automatischen Registrierung der Ultraschallortungsrufe von Flederm\u00e4usen die Nutzung verschiedener Jagdhabitate \u00fcber den Sommer hin parallel und kontinuierlich gemessen werden. Daraus werden R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Beantwortung folgender Fragen erhofft:<br \/>\nWann nutzt welche Fledermausart welches Jagdgebiet (Wald, Schilffl\u00e4chen, Wasserfl\u00e4chen. Gr\u00fcnland, Agrarland)? Wie weit tragen die umgebenden Agrarfl\u00e4chen (v. a. Raps, Mais, Getreide) zur Ern\u00e4hrung der Fledermauskolonien bei? Bis in welche Entfernung vom Wald l\u00e4sst sich Jagderfolg nachweisen? Welche Rolle spielen Gr\u00fcnlandpufferfl\u00e4chen als Jagdhabitate?<br \/>\nGleichzeitig soll mit dieser Untersuchung der neuentwickelte batcorder der Firma ecoObs getestet und validiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenEinarbeitung in die Technik des batcorder<\/p>\n<p>Auswahl der Aufstellorte der batcorder im Projektgebiet<\/p>\n<p>Erhebung des Fledermausarteninventars mit Hilfe weiterer Methoden (Quartiersuche, Netzf\u00e4nge, Ultra-schall-Aufnahmen mit Zeitdehnungs-Detektoren)<\/p>\n<p>Datenerhebung mit den batcordern (kontinuierlicher Einsatz im Feld)<\/p>\n<p>Parallel dazu Erhebung der Vegetationseinheiten im Projektgebiet<\/p>\n<p>Datenauswertung: detailierte Auswertung der batcorder-Messdaten<\/p>\n<p>Erstellung des Berichtes, Publikation<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Insgesamt wurden im Projektgebiet im Jahr 2009 1.532 Sessions (Batcorder-Aufstellungen) durchgef\u00fchrt, bei denen insgesamt 860.967 Sequenzen aufgenommen wurden. Die Aufzeichnungen aus dem Herbst 2008 wurden nicht mit integriert, da diese nicht in das Auswertungs-System gepasst h\u00e4tten. Die Erfahrungen aus dem Jahr 2008 waren aber enorm wichtig, um f\u00fcr das Jahr 2009 einen reibungslosen Ablauf zu gew\u00e4hrleisten.<br \/>\nInsgesamt konnten 10 Fledermausarten festgestellt werden, bei 5 Arten auch Reproduktion. Die M\u00fcckenfledermaus, die unter den 3 Pipistrellus-Arten, die st\u00e4rkste Bindung an Wald hat, zeigte vom Fr\u00fchjahr bis zum sp\u00e4ten Herbst eine hohe Aktivit\u00e4tsdichte, so dass hier von einer nicht ziehenden Poulation ausgegangen werden darf.<br \/>\nDie h\u00f6chste Aktivit\u00e4tsdichte hatte mit 158.784 erfassten Rufsequenzen die Rauhautfledermaus, gefolgt von der Wasserfledermaus (139.614), der M\u00fcckenfledermaus (112.878) und der Zwergfledermaus (100.604). Der Abendsegler liegt mit 80.696 Sequenzen hinter diesen Arten, d\u00fcrfte aber mit einem hohen Anteil der nicht genau zuordenbaren Nyctaloid-Rufen ebenfalls in diese H\u00e4ufigkeitskategorie aufsteigen. Erw\u00e4hnenswert ist auch die Zweifarbfledermaus, die mit 28.093 Sequenzen fast ausschlie\u00dflich \u00fcber dem Gew\u00e4sser festgestellt wurde.<br \/>\nHabitatwahl:<br \/>\nDie Wasserfl\u00e4che der Hintenteiche stellen mit gro\u00dfem Abstand die bevorzugten Jagdhabitate f\u00fcr fast alle Fledermausarten dar. Hier wurden 582.080 Sequenzen erfasst. Die Waldbereiche folgen mit 137.955 Sequenzen. Hier ist die M\u00fcckenfledermaus die dominante Art. Im Siedlungsbereich mit 91392 machen jedoch die Zwergflederm\u00e4use den Hauptteil aus. Schlusslicht mit etwa 20.000 Sequenzen sind die Schilf- und Agrarfl\u00e4chen. Diese beiden Offenlandhabitate besitzen mit ihren diffusen Vegetationsoberfl\u00e4chen einen ung\u00fcnstigen Hintergrund f\u00fcr die Echoortung. Die intensiv bewirtschafteten Mais-, Raps- und Getreidefelder einschlie\u00dflich der schmalen Pufferstreifen aus Gr\u00fcnland erwiesen sich als sehr gering frequentierter Fledermausflugraum.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Durchf\u00fchrung des Projektes wurde dem Biosph\u00e4renreservat Schorfheide-Chorin, der Fachhochschule Eberswalde und dem ebenfalls von der DBU gef\u00f6rderten NABU-Zentrum Blumberger M\u00fchle unterbrei-tet. Von allen drei Institutionen kamen auch Delegationen, denen das Projekt vorgestellt wurde und die teilweise auch gleich bei Netzf\u00e4ngen mitgeholfen haben.<br \/>\nDa sich die Auswertung der Daten deutlich l\u00e4nger als geplant hingezogen hat, k\u00f6nnen erst jetzt die Ergebnisse vorgestellt werden. Von Seiten des Biosph\u00e4renreservats Schorfheide-Chorin und auch von dem B\u00fcro, das f\u00fcr die FFH-Managementplanung zust\u00e4ndig ist, wurde gro\u00dfes Interesse daran bekundet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt hat leider einen starken Einschnitt bekommen durch den pl\u00f6tzlichen Tod des Initiators, Prof. Dr. Otto von Helversen. Mit seiner Stiftung hatte er dieses kleine Naturparadies hier gesichert und sein Wunsch war es, hier eine kleine Station zu errichten, die jungen Naturwissenschaftlern Forschungen in der Freiland\u00f6kologie erm\u00f6glichen sollte.<br \/>\nDa aber schon nahezu alles N\u00f6tige f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Projektes angelegt und angeschafft war, unterst\u00fctzte die DBU die regul\u00e4re Fortsetzung des Projektes. Mit dem Wegfall des universit\u00e4ren Hintergrundes war die Auswertung der Daten allerdings erschwert zu bew\u00e4ltigen und die Fertigstellung des Be-richtes wurde dadurch stark verz\u00f6gert.<br \/>\nLetztlich konnten aber die Projektziele vollkommen erreicht werden. Das Batdorder-System hat sich bei fachgerechtem Umgang als ein probates Werkzeug f\u00fcr die akustische Erfassung der dortigen Fledermausfauna erwiesen. Es konnten sehr detaillierte Ergebnisse zur Habitatnutzung der verschiedenen Fledermausarten, bzw. -artengruppen gewonnen werden. Und obwohl den Flederm\u00e4usen an den Hintenteichen bei Biesenbrow nur eine relativ kleine isolierte, aber sehr hochwertige Naturfl\u00e4che zur Verf\u00fcgung steht, nutzen sie die riesigen umgebenden Agrarfl\u00e4chen praktisch nicht f\u00fcr Jagdfl\u00fcge. Schon wenige Meter au\u00dferhalb der Naturfl\u00e4chen reduziert sich die Aktivit\u00e4t auf einzelne Vagabunden. Derartige gro\u00dfe Agrarfl\u00e4chen bieten weder Strukturen noch Nahrung f\u00fcr die dortigen Flederm\u00e4use.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In und um das Teichgebiet Hintenteiche bei Biesenbrow soll mit Hilfe einer neuentwickelten, digitalen, computergest\u00fctzten, automatischen Registrierung der Ultraschallortungsrufe von Flederm\u00e4usen die Nutzung verschiedener Jagdhabitate \u00fcber den Sommer hin parallel und kontinuierlich gemessen werden. 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