{"id":24928,"date":"2023-09-30T10:32:39","date_gmt":"2023-09-30T08:32:39","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26515-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:40","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:40","slug":"26515-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26515-01\/","title":{"rendered":"WaldPlaner4All &#8211; Integration des WaldPlaners in den Forstbetrieb"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im DBU-Projekt Entwicklung eines Decision Support Systems f\u00fcr die betriebliche und regionale Waldbauplanung (AZ 19872-33\/0) wurde das Softwaresystem WaldPlaner entwickelt. Dieses Programm soll als ein einfach zu handhabendes, kostenfreies Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem f\u00fcr die waldbauliche Planung allen Forstbetrieben zur Verf\u00fcgung stehen und helfen, Zielkonflikte in einer multifunktionalen Forstwirtschaft aufzuzeigen und zu l\u00f6sen.<br \/>\nZiel dieses Projekts ist es, das Programm in eine Form zu bringen, die es Forstbetrieben erm\u00f6glicht, es m\u00f6glichst einfach in ihre Arbeit zu integrieren. Bisher fehlte f\u00fcr das Programm zum einen eine verst\u00e4ndliche Dokumentation und zum anderen war die Bedienung aufgrund der vielen M\u00f6glichkeiten, die das Programm bietet, noch nicht intuitiv verst\u00e4ndlich. Die Benutzerf\u00fchrung sollte daher verbessert werden, um einen breiteren Anwenderkreis zu erschlie\u00dfen. Dies galt insbesondere f\u00fcr die integrierte GIS-Komponente, damit Auswertungen aus der kartografischen Ansicht gesteuert werden k\u00f6nnen.<br \/>\nWeiterhin sollte das System um eine Komponente zur Absch\u00e4tzung der gebundenen und dem Wald ent-nommenen CO2-Mengen bzw. Kohlenstoffmengen erweitert werden.<br \/>\nDar\u00fcber hinaus ben\u00f6tigen die Betriebe f\u00fcr ihre Arbeit zus\u00e4tzliche Auswertungsm\u00f6glichkeiten, um die Forsteinrichtungs- und\/oder Stichprobendaten besser nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch die gezielte Einbindung von vier Forstbetrieben, Planungsfirmen und -institutionen sollte in dem Projekt ein reger Austausch zum Zwecke der Programmverbesserung erreicht und gleichzeitig sichergestellt werden, dass die W\u00fcnsche und Bed\u00fcrfnisse der forstlichen Praxis in das Programm integriert werden. Dazu wurden w\u00e4hrend des Projekts in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Workshops und Schulungen durchgef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich sollten die Kooperationspartner mit gezielten Tests die Funktionalit\u00e4t und die Verl\u00e4sslichkeit des Programms \u00fcberpr\u00fcfen und sicherstellen. Es wurde erreicht, dass die Kooperationspartner bereits neun Monate nach dem Projektstart \u00fcber eine erste Beta-Version mit ihren Forsteinrich-tungsdaten verf\u00fcgten, so dass sie die St\u00e4rken und Schw\u00e4chen des WaldPlaners qualifiziert einsch\u00e4tzen und zu einer verbesserten Version beitragen konnten. Insgesamt wurden mehrere Programmverbesserungszyklen durchlaufen. Von besonderer Bedeutung war die Kooperation der unterschiedlichen Planungsfirmen und -institutionen, die im Projekt eine ganz wesentliche Mittlerrolle zwischen der Pro-grammentwicklung und den Forstbetrieben einnahmen.<\/p>\n<p>Arbeitsschritt\tZeitbedarf in Monaten bzw. Tagen<br \/>\nPhase I:<br \/>\n&#8211; Aufbereitung der Inventur- und Forsteinrichtungsdaten der vier beteiligten Forst\u00e4mter<br \/>\n&#8211; Testauswertungen in Vorbereitung auf den Workshop\t3<br \/>\nKick-Off Workshop mit den beteiligten Partner\t1 Tag (16.09.08)<br \/>\nPhase II:<br \/>\n&#8211; Verbesserung des Datenimports, einheitliches Format<br \/>\n&#8211; Vereinfachung der Oberfl\u00e4che<br \/>\n&#8211; Standardabfragen<br \/>\n&#8211; Verbesserte graphische u. tabellarische Ausgaben\t5<br \/>\nEinrichtung des Programms und Schulung der beteiligten Partner vor Ort\t1<br \/>\nSt\u00e4rken- und Schw\u00e4chenanalyse\t1<br \/>\nPhase III: Erweiterung des Programms<br \/>\n&#8211; Integration wichtiger Karten<br \/>\n&#8211; Pflegedringlichkeit<br \/>\n&#8211; Auftragsverwaltung\t5<br \/>\nWorkshop: Erfahrungen und neue Funktionen\t1 Tag (19.11.09)<br \/>\nPhase IV: Detailverbesserung des Programms\t4<br \/>\nErstellung einer Dokumentation\t2<br \/>\nSchulung der Partner vor Ort\t1<br \/>\nAbschlussworkshop\t1 Tag (19.01.11)<br \/>\nVerf\u00fcgbarmachung des Waldplaners im Internet\t1<br \/>\nProjektbericht und Ver\u00f6ffentlichungen\t1<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In dem zweij\u00e4hrigen Projektzeitraum wurden insgesamt vier wesentliche Ergebnisse erzielt:<br \/>\n1.\tErweiterung und Verbesserung des Programms WaldPlaner<br \/>\n2.\tImplementierung und Verbesserung des Programms WebBetriebsPlaner<br \/>\n3.\tErstellung einer ausf\u00fchrlichen Dokumentation der Programme<br \/>\n4.\tIntegration des WaldPlaners in das Auswertungsverfahren der hessischen Betriebsinventur<br \/>\nDie umgesetzten Erweiterungen und Programmverbesserungen haben im Vergleich zur Vorg\u00e4ngerversion zu einer deutlichen Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit und Praktikabilit\u00e4t des Softwaresystems gef\u00fchrt. Durch die Verbesserung der Simulationsgeschwindigkeit (Parallelisierung rechenintensiver Operationen) und der Vereinfachung der Nutzeroberfl\u00e4che wurde die Bedienung des Programms deutlich komfortabler.<br \/>\nDer modulare Aufbau erm\u00f6glicht es, das System nutzerspezifisch anzupassen. Dadurch wird zum einen vermieden, dass durch nicht ben\u00f6tigte Funktionen die Men\u00fcf\u00fchrung unn\u00f6tig erschwert wird. Andererseits k\u00f6nnen individuelle Funktionen wie z. B. die automatisierte Erstellung einer Standardauswertung f\u00fcr einen Forstbetrieb (Vorratsstruktur, Alterstruktur usw.) leichter integriert werden, ohne dass das Basisprogramm erweitert, neu kompiliert und installiert werden muss. Die Ver\u00f6ffentlichung der Schnittstellenparameter erm\u00f6glicht dem Anwender bei Bedarf, individuelle Module zu erstellen oder erstellen zu lassen.<br \/>\nDie Flexibilit\u00e4t des Systems wird dadurch wesentlich gesteigert. Das System kann als reines Auswertungstool f\u00fcr verschiedene Datenerhebungen zu einem Forstbetrieb dienen oder als komplexes Entscheidungs-Unterst\u00fctzungssystem ausgebaut und in die planerischen Aufgaben eines Betriebs integriert werden.<br \/>\nEine wichtige inhaltliche Erweiterung stellt das Totholzmodul dar. In Kombination mit der Simulation waldbaulicher Szenarien ist es m\u00f6glich, die zeitliche Entwicklung anfallender Holzmassen differenziert nach lebendem\/stehendem Bestand, genutzten Massen und im Wald verbleibenden Holzmassen zu modellieren. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung, um die geplante Komponente zur Absch\u00e4tzung der gebundenen und dem Wald entnommenen Kohlenstoffmengen zu erstellen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der WaldPlaner und der WebBetriebsPlaner werden im Internet vorgestellt und zum Download angeboten. Durch die kostenlose Verf\u00fcgbarkeit und die leichte Anpassung an individuelle Eingangsdaten, k\u00f6nnen vor allem kleine und mittelst\u00e4ndische Forstbetriebe von dieser Softwarel\u00f6sung profitieren.<br \/>\nDer WebBetriebsPlaner wurde auf einem Server der NW-FVA online gestellt. Als Test-Daten fungiert die Forsteinrichtung des Stadtforstamts G\u00f6ttingen mit geringf\u00fcgig verfremdeter Datenlage. Alle ben\u00f6tigten Softwarekomponenten k\u00f6nnen auf Nachfrage bei der NW-FVA bezogen werden.<br \/>\nAn der Fachhochschule Eberswalde wird der WaldPlaner im Rahmen der Lehre zur Demonstration und Analyse der Auswirkung verschiedener Waldbaukonzepte eingesetzt. So wird das forstliche Fachpersonal von morgen mit dem EDV-System vertraut gemacht und der Bekanntheitsgrad sowie die Akzeptant gesteigert.<br \/>\nIm Januar 2011 ist ein Abschlussworkshop vorgesehen, zu dem, \u00fcber den Projektteilnehmerkreis hinaus, Interessenten eingeladen werden.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt ist als erfolgreich zu bewerten. Die definierten Ziele wurden erreicht und der WaldPlaner bzw. der WebBetriebsPlaner werden bereits in einigen Institutionen und Betrieben eingesetzt.<br \/>\nDie aktuelle Version des WaldPlaners ist im Vergleich zu der Vorg\u00e4ngerversion in seiner Praktikabilit\u00e4t und der Bedienungsf\u00fchrung deutlich verbessert worden.<br \/>\nDie Zusammenarbeit mit den Praxispartnern erwies sich als gelungen, da so konkrete W\u00fcnsche ber\u00fcck-sichtigt und die Praktikabilit\u00e4t des Softwaresystems effektiv verbessert werden konnten. Die Servicestelle f\u00fcr Forsteinrichtung und Naturschutz (FENA) in Hessen setzt bereits eine Version des WaldPlaners ein, um die erstmalig durchgef\u00fchrte Betriebsstichprobe auszuwerten. Im Stadtforstamt G\u00f6ttingen wird derzeit eine Version des WaldPlaners zun\u00e4chst parallel zu der bisherigen Softwarel\u00f6sung als Planungsinstrument auf Basis von Forsteinrichtungsdaten und Stichprobeninventuren eingesetzt. Durch einen engen Kontakt mit den Praxispartnern \u00fcber die Projektlaufzeit hinaus sind weitere wertvolle Erfahrungen zu erwarten, welche f\u00fcr eine laufende Verbesserung der Praktikabilit\u00e4t der Programme genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im DBU-Projekt Entwicklung eines Decision Support Systems f\u00fcr die betriebliche und regionale Waldbauplanung (AZ 19872-33\/0) wurde das Softwaresystem WaldPlaner entwickelt. 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