{"id":24904,"date":"2023-09-30T10:32:35","date_gmt":"2023-09-30T08:32:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26468-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:38","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:38","slug":"26468-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26468-01\/","title":{"rendered":"Integrale Planungsphase zur ganzheitlichen Sanierung des Schulzentrums Langelsheim zur Realisierung des Passivhausstandards"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Haupt- und Realschule Langelsheim aus dem Jahr 1976 ist in weiten Teilen unsaniert und steht vor der Gesamtsanierung. Der innovative Planungsansatz des Landkreis Goslar als Schulbetreiber liegt darin im Rahmen eines Forschungsprojektes ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu entwickeln und umzusetzen. Schwerpunkte sind die Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen, eine Absenkung klimasch\u00e4dlicher Emissionen sowie eine Reduzierung der Betriebskosten. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit aller Projektpartner mit dem Schulbetreiber sowie mit den Lehrenden und den Lernenden werden Potentiale genutzt, die die Entwicklung nachhaltiger Sanierungsstrategien f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber eine ausf\u00fchrliche Bestandsanalyse des Schulgeb\u00e4udes erfassen die beteiligten Partner in der ersten Projektphase neben dem funktionalen, baulichen und geb\u00e4udetechnischen Zustand auch die Anforderungsprofile der Sch\u00fcler und Lehrer durch Nutzerbefragungen, Interviews und Feldstudien. Erg\u00e4nzend zur allgemeinen, bau- und anlagentechnischen Geb\u00e4udeaufnahme werden weiter Raumklimamessungen und akustische Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Auf dieser Grundlage erfolgt die Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes und letztlich eines Planungskonzeptes. Die energetische Zielvorgabe liegt bei einem Passivhaus-Standard. F\u00fcr die wissenschaftliche Begleitung der Bau- und Betriebsphase ist eine zweite Projektphase vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aus p\u00e4dagogischer Perspektive ist das Fl\u00e4chen- und Raumangebot im Schulzentrum Langelsheim sowohl f\u00fcr die Umsetzung offener Lernformen als auch f\u00fcr den Ganztagsschulbetrieb ausreichend. Zur Abdeckung der Bed\u00fcrfnisse von Sch\u00fclern und Lehrern sind aber vor allem im Erdgeschoss ver\u00e4nderte Raumaufteilungen und Nutzungsm\u00f6glichkeiten erforderlich. Neben einer Mensa w\u00e4ren Lern-, Ruhe- und Aktivit\u00e4tszonen f\u00fcr die Sch\u00fcler sowie R\u00fcckzugsbereiche und Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Lehrkr\u00e4fte in das Raumprogramm zu integrieren.<br \/>\nDie Geb\u00e4udestruktur der Schule wird durch einen Teilr\u00fcckbau des Erdgeschosses an einen reduzierten und k\u00fcnftig weiter r\u00fcckl\u00e4ufigen Raumbedarf angepasst. \u00dcber die h\u00f6here Tageslichtnutzung und des neuen Au\u00dfenraumbezugs wird eine verbesserte Aufenthaltsqualit\u00e4t im Erdgeschoss erreicht. Aufgrund der geringeren w\u00e4rme\u00fcbertragenden Geb\u00e4udeh\u00fcllfl\u00e4che, insbesondere der unged\u00e4mmten erdber\u00fchrten Bauteile, wird eine Reduzierung des Heizenergiebedarfs erzielt. Zudem werden die Bau- und Betriebskosten reduziert.<br \/>\nDie Ausgangssituation in Bezug auf den akustischen Komfort in der Schule ist im Wesentlichen positiv. Raumakustische Defizite in den Unterrichtsr\u00e4umen m\u00fcssen nicht behoben werden, auch die externen Randbedingungen wie Verkehrsl\u00e4rmpegel sind sekund\u00e4r. Jedoch zeigt sich in bestimmten Bereichen wie in Fluren und Sanit\u00e4rr\u00e4umen dringender akustischer Sanierungsbedarf. Ein besonderes Problem stellen extrem hallige Treppenh\u00e4user dar. Im Rahmen der Umgestaltung und Umnutzung werden eine Mensa und Ruhezonen integriert, was eine qualifizierte Planung erforderlich macht.<br \/>\nDas erarbeitete Optimierungskonzept zum Lernkomfort und zur energetischen Reduzierung der L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste erfordert eine mechanische Bel\u00fcftung mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung aller Bereiche und insbesondere der Unterrichtsr\u00e4ume. Zur Bewertung der weiteren baulichen und technischen Ma\u00dfnahmen wird eine Studie mit folgenden energetischen Zielvorgaben durchgef\u00fchrt:<br \/>\n&#8211;\tNeubau EnEV 2009<br \/>\n&#8211;\tNeubau EnEV 2009 &#8211; 30 %<br \/>\n&#8211;\tPassivhaus-Standard<br \/>\nDer geringste Endenergiebedarf Raumw\u00e4rme ergibt sich f\u00fcr das Passivhaus mit Versorgung \u00fcber Fernw\u00e4rme mit einer Reduzierung gegen\u00fcber dem Bestand von 80 %. Die Kraftw\u00e4rmekopplung auf Biomassebasis stellt die \u00f6kologisch beste L\u00f6sung dar.<br \/>\nW\u00e4hrend der EnEV-30 % Standard \u00fcber 20 Jahre betrachtet die h\u00f6chste Wirtschaftlichkeit hat, entwickelt sich der Passivhausstandard \u00fcber 30 Jahre hinaus zur wirtschaftlichsten Variante, weil der entscheidende Einfluss auf die Gesamtkosten nicht mehr bei den Kapitalkosten sondern zunehmend bei den Energiekosten liegt. Da aus Sicht der Schulbetreiber solche langen Betrachtungszeitr\u00e4ume im Haushalt nicht darstellbar sind, werden h\u00f6herwertige Standards in der Regel nicht ohne investive F\u00f6rderungen umgesetzt. So hat sich der Landkreis Goslar nach Wegfall einer F\u00f6rderung durch die NBank f\u00fcr die Umsetzung eines um 30 % verbesserten EnEV-Neubau Standards entschieden, der als Effizienzhaus 85 durch die KfW-Bank gef\u00f6rdert wird. Die Umsetzung erfolgt 2011 und 2012.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>6. Forum Energie und Bau Architektenkammer Niedersachsen, 12\/2008 Hannover<br \/>\n3. Symposium EnEff:Schule -BMWi &#8211; Leuchtturmprojekte, 04\/2009, Stuttgart<br \/>\nDicke Luft im Schulhaus S\u00fcddeutsche Zeitung, 04.10.2008<br \/>\nSchulzentrum-Umbau: Acht Millionen Euro f\u00fcr die Wohlf\u00fchlschule Goslarsche Zeitung, 23.06.10<br \/>\nSchulbau im Kontext von \u00d6konomie und \u00d6kologie DBU-Symposium 27.09.10<br \/>\nSchulzentrum Langelsheim: Sanierung ohne Passivhaus und Pilotprojekt Goslarsche Zeitung,06.01.11<br \/>\nAuf dem Pr\u00fcfstand: Raumkomfort in Schulen xia Zeitschrift f\u00fcr Architektur und Technik 04-06-11<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Analysen dieses Projekts zeigen, dass f\u00fcr den Schulbestand ein deutlicher Qualit\u00e4tssprung in die Zukunft nachhaltig und in der Breite realisierbar ist, der den h\u00f6chsten Anspr\u00fcchen in Bezug auf Energie, Wirtschaftlichkeit und Raumkomfort gen\u00fcgt. Obwohl dem erarbeiteten Konzept zur energetischen Optimierung nicht in G\u00e4nze gefolgt werden kann, hat dies Projekt f\u00fcr den Landkreis Goslar einen hohen Stellenwert f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Umgang mit \u00e4hnlichen Bestandsschulen.<br \/>\nDa die Anforderungen an einen Klassenraum fach\u00fcbergreifend voneinander abh\u00e4ngig sind, bietet der ganzheitliche L\u00f6sungsansatz wesentliche Vorteile bei der Optimierung eines Sanierungskonzepts f\u00fcr Schulen. Es ist erforderlich, die Lern- und Lehrf\u00e4higkeit von Sch\u00fcler und Lehrer unter wirtschaftlich vertretbarem Einsatz zu verbessern und gleichzeitig durch die Erh\u00f6hung der Energieeffizienz einen wichtigen Beitrag zur \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Entwicklung der Schulgeb\u00e4ude zu leisten. Wichtige Konzeptans\u00e4tze, wie sie f\u00fcr die Mehrzahl deutscher Schulen erforderlich sind, werden in diesem Bericht aufgezeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Haupt- und Realschule Langelsheim aus dem Jahr 1976 ist in weiten Teilen unsaniert und steht vor der Gesamtsanierung. Der innovative Planungsansatz des Landkreis Goslar als Schulbetreiber liegt darin im Rahmen eines Forschungsprojektes ein ganzheitliches Sanierungskonzept zu entwickeln und umzusetzen. 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