{"id":24903,"date":"2025-09-09T10:32:06","date_gmt":"2025-09-09T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26452-01\/"},"modified":"2025-09-09T10:32:09","modified_gmt":"2025-09-09T08:32:09","slug":"26452-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26452-01\/","title":{"rendered":"Bek\u00e4mpfung des illegalen Holzeinschlags durch Einf\u00fchrung einer Kombination der Isotopenmethode zur Herkunftsidentifizierung von Holz und der DNA-Analyse zur Artdifferenzierung von Holz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des hier beschriebenen Vorhabens ist es, die Kombination der Stabilisotopen-Methode zur \u00dcberpr\u00fcfung einer Herkunftsdeklaration bei Holz mit der DNA-Analyse zur Artidentifizierung anhand von beispielhaften Anwendungen einzuf\u00fchren. Als Initiator verfolgt der WWF das Ziel, allen interessierten Gruppen (Unternehmen, Beh\u00f6rden, NGOs etc.) eine einfache, schnelle und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig g\u00fcnstige M\u00f6glichkeit an die Hand zu geben, mit der die Angaben zur Herkunft von Holz \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDamit k\u00f6nnte ein national wie international \u00fcberaus bedeutsamer Beitrag zur Unterbindung des illegalen Handels von Holz und damit zur nachhaltigen Nutzung verbliebener Waldressourcen bzw. Prim\u00e4rw\u00e4lder geleistet werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenZiel des Arbeitsansatzes des Partners Agroisolab ist es, die Stabilisotopen-Methode, ankn\u00fcpfend an den Ergebnissen des Vorl\u00e4uferprojektes, konkret f\u00fcr die Holzarten Teak und Mahagoni noch weiter auszubauen und abzusichern. Dies geschieht auf der Grundlage systematisch gesammelter Mahagoni- und Teak-Referenzproben aus relevanten Quellen.<br \/>\nDabei folgen f\u00fcnf Arbeitsschritte aufeinander: Ausarbeitung der Rasterung der Konzessionen, d.h. Ausarbeitung der Probenahmen in mindestens vier verschiednen Regionen der Hemisph\u00e4re; Weiterentwicklung der stabilen Isotopen Applikation unter Anwendung aller stabilen Isotope der Bioelemente: D\/H, 18O\/16O, 13C,12C, 15N\/14N und 34S\/32S als auch der Strontiumisotope 87Sr\/86Sr; erste Messreihe zur Charakterisierung von ausgew\u00e4hlten Anbaufl\u00e4chen; zweite Messreihe zur \u00dcberpr\u00fcfung der \u00dcbertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Arten; Erweiterung der Applikation zur Darstellung von Messdaten auf Google Earth und Einbindung von Genetik und stabilen Isotopen; \u00dcberpr\u00fcfung von Verdachtsproben und Zuordnung. Ziel des Arbeitsansatzes der Universit\u00e4t Hamburg\/vonTh\u00fcnen-Instituts im Rahmen des geplanten Vorhabens ist es, durch artspezifische DNA-Marker ein praxistaugliches Verfahren zur Artdifferenzierung der den CITES-Schutzbestimmugen unterliegenden drei Mahagonibaumarten Swietenia macrophylla, S. mahagoni und S. humilis und f\u00fcr Teak (Tectona grandis) bereitzustellen. Die Rasterung und weitere Spezifizierung f\u00fcr die Probenahme erfolgt in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern. Auf die DNA-Isolierung und Entwicklung artspezifischer Marker folgen Blindprobentests zur Validierung des Verfahrens sowie der Aufbau einer Datenbank.<br \/>\nAls weiteres Ziel sieht das Projekt vor, dass \u00fcber einen Stakeholderprozess die M\u00f6glichkeit einer gemeinsamen Datenbank ermittelt wird, damit die Messdaten des Projekts aus beiden Verfahren und m\u00f6glicherweise auch zuk\u00fcnftiger Daten gemeinsam verwaltet und interessierten Gruppen zug\u00e4nglich gemacht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nDer WWF Deutschland tr\u00e4gt zur Erreichung des Projektziels durch die Projektkoordination, die Auswahl der Probenorte und -partner sowie die Koordinierung der Probennahme und des Dialogprozesses bez\u00fcglich des Datenbankaufbaus bei. Dar\u00fcber hinaus wird er die Ergebnisse des Projektes durch geeignete Ma\u00dfnahmen verbreiten und so weiter an der Einf\u00fchrung eines geeigneten Instruments zur Erg\u00e4nzung zuk\u00fcnftiger gesetzlicher Ma\u00dfnahmen mitwirken: Durchf\u00fchrung eines Fachforums bei der CBD in Bonn, Ver\u00f6ffentlichungen, weitere Pflege der Kontakte zu Ministerien und Beh\u00f6rden, Kontakte zu Konzession\u00e4ren und Holzh\u00e4ndlern.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr das Forschungsprojekt wurden Holz und zum Teil Blattproben aus verschiedenen Regionen der Erde gesammelt. Das Projekt konzentrierte sich auf die Holzarten Teak, Mahagoni oder Holzarten, die mit Mahagoni verwechselt werden k\u00f6nnen. Aus folgenden L\u00e4ndern wurden insgesamt 1012 Holzproben gesammelt: Birma (Myanmar), Brasilien, Costa Rica, Ghana, Honduras, Indien, Indonesien, Kongo, Laos, Panama, Papua-Neuguinea, Peru, Vietnam.<br \/>\nErfreulich ist das umfangreiche Probenmaterial, das uns die Fa. Perum Perhutani (PHT) zur Verf\u00fcgung gestellt hat. PHT betreibt in Indonesien mehrere Millionen Hektar Plantagen, auf denen \u00fcberwiegend Teak angebaut wird. Das Unternehmen spielt global eine wichtige Rolle f\u00fcr Teakprodukte aller Art.<br \/>\nBez\u00fcglich der \u00dcberpr\u00fcfung der Herkunftsdeklaration mittels Stabil-Isotopenmethode kann zusammengefasst werden:<br \/>\nInsgesamt ist die Differenzierung von Standorten in \u00c4quatorn\u00e4he, welches das typische Verbreitungsgebiet von Mahagoni und Teak ist, mittels Isotope schwieriger als in \u00c4quator fernen Regionen. Das liegt in erster Linie daran, dass das Wasser in der Regel in \u00c4quatorn\u00e4he sehr \u00e4hnlich unter Ber\u00fccksichtigung der 18O\/16O und D\/H Isotope ist.   F\u00fcr die Differenzierung der Standorte in Lateinamerika mussten au\u00dfer O und H deshalb auch S, C und N herangezogen werden. Proben aus Java und Kongo sind weitgehend mit Hilfe der Isotopenverh\u00e4ltnisse von Wasserstoff, Sauerstoff und Kohlenstoff vollst\u00e4ndig zu differenzieren. Ein erster Test bei dem die Nah-Infrarotmethode als zus\u00e4tzlicher Parameter hinzugezogen wurde ergab ein beeindruckend gutes Ergebnis, bei dem zwei nur 50 km voneinander entfernte Standorte in Panama und Costa Rica gut voneinander differenziert werden konnten.<br \/>\nEin Blinprobentest am Ende des Projekts verlief sehr gut. Von 15 Blindproben wurden 13 richtig identifiziert. Bei einer Blindprobe lagen zum Zeitpunkt des Tests noch keine Referenzproben vor. Eine zun\u00e4chst falsch zugeordnete Blindprobe konnte im zweiten Versuch mittels NIR (siehe oben) eindeutig differenziert werden.<br \/>\nBez\u00fcglich der Artidentifizierung mittels DNA-Analyse kann zusammengefasst werden:<br \/>\nF\u00fcr die Familie der Meliaceae wurde ein DNA basiertes Art-Identifikationssystem entwickelt, um die Differenzierung der gesch\u00fctzen Mahagonigattung Swietenia (CITES II) zu leicht verwechselbaren Austauschholzarten darstellen zu k\u00f6nnen (Khaya sp., Entandrophragma sp. und Carapa guianensis). Weiterhin sind DNA-Marker entwickelt worden, die auch innerhalb der Gattung Swietenia zur Artunterscheidung eingesetzt werden k\u00f6nnen und die neue, grundlegende taxonomische Erkenntnisse zu dieser Gattung liefern. F\u00fcr Teak (Tectona grandis) wurden ebenfalls Barcoding-Marker entwickelt (f\u00fcr die Differenzierung der leicht verwechselbaren Art Cedrela odorata (Meliaceae)). Die entwickelten Marker sind anwendbar.<br \/>\nBez\u00fcglich des Aufbaus einer internationalen Datenbank kann zusammengefasst werden:<br \/>\nDas Ministerium BMELV hatte sich zum Ziel gesetzt den Aufbau einer internationalen Datenbank f\u00fcr Fingerprintingmethoden anzusto\u00dfen. Seit November 2010 finanziert das BMELV f\u00fcr drei Jahre eine Stelle, die an Bioversity International (BI) angeh\u00e4ngt ist, um die Grundlagen f\u00fcr die Datenbank zu legen. Der WWF steht in regelm\u00e4\u00dfigem Kontakt mit dem BMELV und hat von Seiten des hier beschriebenen Projekts Erfahrungen und Empfehlungen eingebracht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>In Juni 2009 berichtete das Holzzentralblatt (wichtige Branchenzeitung), dass sich DNA- und Isotopenmethode sich weiterentwickelt h\u00e4tten und dem Ziel der unbestechlichen Kontrolle n\u00e4her kommen sind.<br \/>\nAm 3. Und 4. November 2010 fand eine internationale Konferenz zum Thema Fingerprinting in Eschborn (bei Frankfurt) statt. Bei dieser Veranstaltung wurden die bisherigen Ergebnisse aus dem hier beschriebenen DBU-gef\u00f6rderten Projekt und aus einem von der EU finanzierten und von der GTZ geleiteten Projekt pr\u00e4sentiert. An der Veranstaltung nahmen 68 Personen aus 19 L\u00e4ndern teil. Die Ergebnisse aus dem hier beschriebenen Projekt wurden sehr positiv aufgenommen und diskutiert. Insgesamt erzeugte die Veranstaltung bei den Teilnehmern den Eindruck, dass die Methoden grunds\u00e4tzlich einsatzf\u00e4hig sind. Vor der breiten Anwendung in der Praxis steht noch der Aufbau einer \u00f6ffentlichen internationalen Referenz-Datenbank.<br \/>\nHerr Dr. Boner (T\u00dcV-Rheinland-Agroisolab) plant f\u00fcr das erste Quartal 2011 zwei bis drei wissenschaftliche Publikationen \u00fcber die Ergebnisse dieses Projekts.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch das Projekt 26452 konnten wesentliche Fortschritte bei der Weiterentwicklung der Isotopenmethode und der genetischen Artidentifizierung erreicht werden. Die Ergebnisse tragen wesentlich dazu bei, dass das Thema Fingerprinting in Europa und international diskutiert und m\u00f6glicherweise zuk\u00fcnftig eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der internationalen Holzstr\u00f6me spielen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des hier beschriebenen Vorhabens ist es, die Kombination der Stabilisotopen-Methode zur \u00dcberpr\u00fcfung einer Herkunftsdeklaration bei Holz mit der DNA-Analyse zur Artidentifizierung anhand von beispielhaften Anwendungen einzuf\u00fchren. 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