{"id":24897,"date":"2023-09-30T10:32:13","date_gmt":"2023-09-30T08:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/24642-02\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:14","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:14","slug":"24642-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/24642-02\/","title":{"rendered":"Analyse zur \u00f6kologischen und \u00f6konomischen Bewertung offener und geschlossener Bauweisen zur Herstellung und Sanierung unterirdischer Infrastrukturma\u00dfnahmen (Verkehrstunnel, Ver- und Entsorgungsleitungen)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes war die Erarbeitung eines praktikablen Bewertungsverfahrens, mit dessen Hilfe es z. B. kommunalen Auftraggebern erm\u00f6glicht werden sollte, in Abw\u00e4gung von umweltrelevanten Einfl\u00fcssen und auf Basis abgesicherter Erkenntnisse eine ad\u00e4quate Baumethode bzw. Verfahrensweise f\u00fcr das jeweilige Bauvorhaben w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. Hierzu wurden im Rahmen des vorherigen Projektes AZ 24642\/01 Empfehlungen f\u00fcr die \u00f6kologische und \u00f6konomische Bewertung der offenen und geschlossenen Bauweisen f\u00fcr den Leitungs- und Verkehrstunnelbau erarbeitet und die Einfl\u00fcsse des jeweiligen Bauverfahrens auf die Umwelt dargelegt.<br \/>\nIm Ergebnis gelang es, die angestrebte Bewertungsmethodik zu entwickeln und diese bereits an einem ersten reellen Projekt hinsichtlich Praxistauglichkeit und Anwendbarkeit zu untersuchen. Im Zuge der Anwendung der Methodik zeigte sich, dass zu ihrer Vervollst\u00e4ndigung und der Sicherstellung einer Akzeptanz beim voraussichtlichen Anwender noch weitere Arbeiten zu erg\u00e4nzen sind, die so durch die urspr\u00fcngliche Aufgabenstellung nicht abgedeckt werden. Dies bezieht sich vor allem auf die Umsetzung der Methodik in einer anwendungsfreundlichen elektronischen Form sowie die Integration des ganzheitlichen Lebenszyklusgedankens in die Betrachtungen. Letzterer gewinnt zunehmend Bedeutung, vor allem beim Variantenvergleich von Verkehrstunneln, ist jedoch bislang nur unzureichend wissenschaftlich hin-terlegt. Au\u00dferdem empfahl sich angesichts der Erfahrung aus dem untersuchten Beispiel eine ausgedehntere Betrachtung ausgef\u00fchrter Planungsentscheide f\u00fcr Bauprojekte unterirdischer Infrastruktur, um die Bewertungsmethodik am reellen Projekt weiter zu entwickeln. Bereits abgeschlossene Projekte wurden exemplarisch mit Hilfe der Bewertungsmethodik begleitet. Auf diese Weise konnte die Methodik einerseits ihre Praxistauglichkeit unter Beweis stellen und es konnten andererseits, durch Justierung und Kalibrierung am reellen Projekt, weitere wichtige Erfahrungen zur Bedienungsfreundlichkeit und ihrer Verbesserung gesammelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenArbeitspaket A: Integration von Lebenszykluskostenmodellen f\u00fcr unterirdische Infrastrukturin die entwickelte Bewertungsmethodik, Erfassung und Analyse von bestehenden Lebenszykluskostenmodellen (LCC-Modelle), Erarbeitung eines f\u00fcr die Bewertungsmethodik kompatiblen Ansatzes zur ganzheitlichen Ermittlung von Lebenszykluskosten und einem hierauf basierenden Variantenvergleich, Integration der LCC-Betrachtungen in die entwickelte Bewertungsmethodik.<br \/>\nArbeitspaket B:  Umsetzung der Bewertungsmethodik als Softwaretool, Validierung der zugrunde ge-legten Berechnungsmethodik , Programmierung und Umsetzung.<br \/>\nArbeitspaket C: Exemplarischer Einsatz der Bewertungsmethodik an ausgesuchten Projekten des Verkehrs- und Leitungstunnelbaues.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die exemplarische Darstellung hat gezeigt, dass die Nutzung multikriterieller Entscheidungssysteme f\u00fcr die Bewertung unterirdischer Infrastruktur sinnvoll ist. Gerade im Hinblick auf die St\u00e4rken des AHP-Verfahrens sind die Anforderungen an ein ganzheitliches Bewertungsverfahren sehr gut zu erf\u00fcllen. Die Theorie zeigt, wie qualitative und quantitative Kriterien gleichzeitig bewertet werden k\u00f6nnen. Dar\u00fcber hinaus erlaubt der prozessartige Charakter des Verfahrens, dass die Entscheidung nicht nur mehrmals durchlaufen werden kann, falls dies notwendig sein sollte, sondern dass auch weitere Kriterien hinzugef\u00fcgt oder auch entfernt werden k\u00f6nnen. Folglich kann die Entscheidungssituation mit Hilfe von Kriterien in eine hierarchische Struktur gebracht werden, welche im Anschluss bewertet werden kann.<br \/>\nDer klare mathematische Aufbau des Verfahrens erlaubt es, die Ergebnisse nachzuvollziehen, f\u00fcr Projektbeteiligte transparent zu gestalten und weitere Analysen durchzuf\u00fchren (Sensitivit\u00e4tsanalyse).<br \/>\nDer Planungsprozess bei unterirdischer Infrastruktur beinhaltet komplexe Entscheidungssituationen, welche eine ganzheitliche Sichtweise und Methoden ben\u00f6tigen. Mit der vorliegenden Ausarbeitung werden die Defizite existierender Bewertungsverfahren und den Bedarf an ein neues Verfahren aufgezeigt. Es wurde der Analytische Hierarchie Prozess als ein Bewertungsverfahren vorgestellt, welches die vielen Kriterien f\u00fcr eine exakte Bewertung ber\u00fccksichtigen kann. Das Verfahren wurde im Zuge mehrerer Tunnel- und Leitungstunnelbauprojekte erstmalig angewendet. Die nachtr\u00e4glich durchgef\u00fchrten Bewertungen best\u00e4tigen, dass die im Vorfeld getroffene Wahl bez\u00fcglich der Bauverfahren richtig war.<br \/>\nDie mathematisch gepr\u00e4gte Vorgehensweise erlaubt es zudem, dass Bewertungen, Gewichtungen und Ergebnisse stets nachvollziehbar bleiben, so dass wenig Raum f\u00fcr die Manipulation von Entscheidungen bleibt. Die mathematischen Gleichungen erwiesen sich jedoch als umfangreich, wenn eine komplexe Entscheidungssituation vorlag. Die Nutzung elektronischer Software-Tools war deswegen hierbei von gro\u00dfem Vorteil.<br \/>\nAus diesem Grund wurde eine spezielle AHP-Software f\u00fcr unterirdische Infrastrukturprojekte entwickelt, die eine flexible und individuelle Anpassung der Bewertungshierarchie auf ein konkretes Projekt gew\u00e4hrleisten konnte wie die Analyse der dargestellten Projekte gezeigt hat.<br \/>\nIn diesem Zusammenhang wurde in einem weiteren Schritt \u00fcberpr\u00fcft, inwiefern ein allgemein g\u00fcltiger Kriterienkatalog beispielsweise f\u00fcr die Sanierung eines Kanals im innerst\u00e4dtischen Bereich erstellt werden kann, welcher durch den Entscheider projektspezifisch um weitere Kriterien erweitert, aber auch reduziert werden kann.<br \/>\nEin grundlegendes Problem wurde mit der Ausarbeitung ebenfalls analysiert: Beschreibungen und Daten des zu planenden Bauwerks lagen nur in linguistischer Form vor, was zu vagen unscharfen Entscheidungen f\u00fchren konnte. Eine solche linguistische Beschreibung des Entscheidungsproblems war mit der klassischen Mathematik ohne weiteres nicht l\u00f6sbar. Unter Zuhilfenahme der Fuzzy-Theorie war es m\u00f6glich, linguistische Daten zu mathematischen Gr\u00f6\u00dfen zu transformieren und direkt in den Bewertungsprozess einflie\u00dfen zu lassen. Gerade im Hinblick auf das dargestellte Beispiel war eine Nutzung eines solchen Ansatzes notwendig. Die Implementierung einer unscharfen Gr\u00f6\u00dfe konnte zu exakteren und vor allem klareren Ergebnissen f\u00fchren. Demnach soll die AHP-Methodik unter Ber\u00fccksichtigung unscharfer Bewertungen die Realit\u00e4tsn\u00e4he multikriterieller Entscheidungen in der Planungsphase verbessern. Durch das entwickelte Bewertungsverfahren kann schon fr\u00fchzeitig die Akzeptanz eines Projektes erh\u00f6ht und die Plausibilit\u00e4t der getroffenen Entscheidung verdeutlicht werden. Dies erscheint vor dem Hintergrund aktueller Probleme bei der Umsetzung gro\u00dfer Infrastrukturprojekte in Deutschland als eine sinnvolle Er-weiterung bestehender Entscheidungsprozesse.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Agenda 4 in M\u00fcnchen (V\u00d6 und Vortrag)<br \/>\n \tRohrleitungsforum Oldenburg (V\u00d6 und Vortrag)<br \/>\n \tNoDig 2011 Berlin (V\u00d6 und Vortrag)<br \/>\n \tFestschrift Prof. Schach (V\u00d6)<br \/>\n \tBI Umwelt Ausgabe Juni\/Juli 2011 (V\u00d6)<br \/>\n \tKielce (Polen) 2010 , (Vortrag)<br \/>\n \tBratislava (Slowakei) 2011 , (Vortrag)<br \/>\n \tFIGAWA Hamburg und Frankfurt (April\/Okt 2011), (Vortrag)<br \/>\n \tVer\u00f6ffentlichung in der polnischen Zeitschrift Inzynieria Bezwykopowa &#8211; Trenchless Engineering<br \/>\n \tGeplant: Ver\u00f6ffentlichung TUST<br \/>\n \tGeplant: Vorstellung von DEMUS Rohrleitungsforum Oldenburg 2012 inkl. Ver\u00f6ffentlichung<\/p>\n<p>In die Bewertung der Ergebnisse wurde ein zu bildender Fachbeirat, bestehend aus Umwelt- und Ingenieurwissenschaftlern sowie Baufachleuten der offenen und geschlossenen Bauweisen, aus der Wirtschaft und Verwaltung einbezogen.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Studie hat gezeigt, dass neue Ans\u00e4tze hinsichtlich einer ganzheitlichen und umweltorientierten Bewertung bei unterirdischer Infrastruktur geschaffen wurden. Durch die gleichzeitige Programmierung einer benutzerfreundlichen Software ist es gelungen, die Akzeptanz der ganzheitlichen Bewertung bei Planern und Betreibern zu erh\u00f6hen. Nicht nur, dass dadurch eine Bewertung schnell und zielorientiert durchgef\u00fchrt werden kann, sondern dass auch die Vielf\u00e4ltigkeit, die in der Methodik steckt, zu genaueren Ergebnissen f\u00fchrt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes war die Erarbeitung eines praktikablen Bewertungsverfahrens, mit dessen Hilfe es z. B. kommunalen Auftraggebern erm\u00f6glicht werden sollte, in Abw\u00e4gung von umweltrelevanten Einfl\u00fcssen und auf Basis abgesicherter Erkenntnisse eine ad\u00e4quate Baumethode bzw. Verfahrensweise f\u00fcr das jeweilige Bauvorhaben w\u00e4hlen zu k\u00f6nnen. 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