{"id":24870,"date":"2023-09-24T10:32:31","date_gmt":"2023-09-24T08:32:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26362-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:32","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:32","slug":"26362-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26362-01\/","title":{"rendered":"GIS-gest\u00fctztes Gebietsmonitoring im ehrenamtlichen Naturschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Betreuung und das Monitoring von Schutzgebieten, besonders gesch\u00fctzten Biotopen oder sonstigen bedeutsamen Naturschutzfl\u00e4chen geh\u00f6ren aktuell zu den T\u00e4tigkeitsfeldern von Naturschutzverb\u00e4nden. Die Verb\u00e4nde werden hierbei &#8211; insbesondere bei der Erfassung von Daten und der Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen von Ehrenamtlichen unterst\u00fctzt, die im Allgemeinen umfangreiche Gebietskenntnisse besitzen. Beim Austausch von Informationen zwischen Ehrenamtlichen, Verb\u00e4nden und den zust\u00e4ndigen Fachbeh\u00f6rden bestehen bisher aber noch Effizienz- und Abstimmungsdefizite. Ein zentrales Problem besteht in den unterschiedlichen Anforderungen an die Erstellung und Verwaltung gebietsbezogener Daten. Durch Ehrenamtliche erhobene, planungsrelevante Fachdaten werden \u00fcberwiegend mit nichtdigitalisierten Methoden erhoben und zudem unvollst\u00e4ndig und uneinheitlich dokumentiert. Dies f\u00fchrt in der Praxis zu erheblichen Informationsverlusten, arbeitsintensiver Datenaufbereitung und ineffizientem Einsatz von Mitteln f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen. Ziel des geplanten Vorhabens war daher die Entwicklung und Erprobung eines praxistauglichen WebGIS-Moduls, welches die speziellen Anforderungen des ehrenamtlichen und des amtlichen Naturschutzes an das Gebietsmonitoring ber\u00fccksichtigt. Das Modul soll auf frei verf\u00fcgbarer Mapservertechnologie basieren, da diese freie Software speziell f\u00fcr den ehrenamtlichen Naturschutz Vorteile gegen\u00fcber propriet\u00e4rer Software bietet (Kosten, Funktionsumfang).<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm das zu entwickelnde WebGIS-Modul auf den angestrebten Anwendungsbereich zuzuschneiden, wur-den im ersten Arbeitsschritt nutzerspezifische Anforderungen anhand von Literaturrecherchen und Exper-teninterviews mit ehrenamtlich Kartierenden ermittelt. Zudem wurden die Vor- und Nachteile bestehender technischer L\u00f6sungen recherchiert und diese bei der Zusammenstellung der nutzerspezifischen Anforderungen ber\u00fccksichtigt. Die daraus resultierenden qualitativen Aussagen dienten als Basis f\u00fcr die Erstellung eines Pflichtenheftes f\u00fcr die Programmierung. Die Erprobung und Evaluierung des Moduls erfolgte am Beispiel des FFH-Gebietes Leineaue zwischen Hannover und Ruthe. Erprobt wurden dabei alle Arbeitsschritte eines Monitorings ausgew\u00e4hlter Zielartengruppen f\u00fcr dieses Gebiet, z.B. die Datenerfassung durch Ehrenamtliche im Gel\u00e4nde, die Dateneingabe\/ -verwaltung und die Datenauswertung durch die Fachbeh\u00f6rde. Hierzu wurden sowohl Experteninterviews mit Nutzern und kooperierenden Beh\u00f6rden als auch Usability-Tests mit den Nutzern durchgef\u00fchrt. Ebenso wurde die Ein-bindung von Geobasisdaten und weiterer Geofachdaten erprobt. Um die \u00dcbertragbarkeit der Projekter-gebnisse auf andere Fragestellungen zu erm\u00f6glichen, wurde ein Handlungsleitfaden erstellt, welcher eine konkrete Vorgehenserl\u00e4uterung zur Umsetzung der als wichtig erkannten GIS-Komponenten bietet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das im Rahmen des Vorhabens entwickelte WebGIS-gest\u00fctzte Portal eMapper bietet intuitiv bedienbare Werkzeuge zur digitalen Erfassung von Artendaten und ber\u00fccksichtigt dabei vorhandene Standards, z.B. die des nieders\u00e4chsischen Tierartenerfassungsprogramms. Das System basiert vollst\u00e4ndig auf freier Software. Unterschiedliche Geofachdaten des Naturschutzverbandes k\u00f6nnen zur Unterst\u00fctzung der Datenerfassung in das Web-GIS eingebunden werden. Um eine redundante Datenhaltung zu vermeiden, k\u00f6nnen weitere Geobasis- bzw. Geofachdaten (z.B. aus der Naturschutzverwaltung, Landesvermessung) als Web-Map- (WMS) bzw. Web-Feature Service (WFS) integriert werden. Die Eingabe von Sachdaten erfolgt \u00fcber Vorgaben und wird Plausibilit\u00e4tskontrollen unterzogen. F\u00fcr die Auswertung der erfassten Artenfunde stehen dem Nutzer verschiedene Filter- und Exportm\u00f6glichkeiten zur Verf\u00fcgung. Standardisierte Kartier- und Erfassungsformulare k\u00f6nnen den ehrenamtlichen Natursch\u00fctzern so gezielt f\u00fcr ihre Arbeit im Gel\u00e4nde und zentral \u00fcber die Web-Komponente zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/>\nEin flexibler Systemaufbau erm\u00f6glicht die Nutzung auch f\u00fcr die Datenerfassung auf beh\u00f6rdlicher Seite. Dank eines flexiblen Rollen- und Rechtemanagements ist die parallele Verwaltung von Daten verschiedener Verb\u00e4nde oder Institutionen m\u00f6glich, so dass auch ein verbands- oder beh\u00f6rden\u00fcbergreifender Einsatz realisierbar ist. Durch die Einhaltung technischer Standards wurde eine leichte und schnelle Weiterentwicklung sowie die iterative Erg\u00e4nzung des Systems erm\u00f6glicht. Somit l\u00e4sst sich eine vielf\u00e4ltige, nachhaltige Nutzung f\u00fcr unterschiedliche Anwendungsfelder, Erfassungsobjekte und Zielgruppen realisiert. Dazu l\u00e4sst sich das System auch mit bestehenden technischen L\u00f6sungen verkn\u00fcpfen, um die erfassten Daten f\u00fcr weitere Anwendungszwecke zu verwenden. So lie\u00dfe sich beispielsweise der bisher vor allem f\u00fcr die Erfassung von Daten konzipierte eMapper an (kommunale) Betriebssteuerungsprozesse wie z.B. das Gr\u00fcnfl\u00e4chenmanagement oder die Verwaltung und Pflege unterschiedlichster Kataster\/Fachportale einer kommunalen Umweltverwaltung anbinden. Dar\u00fcber hinaus w\u00e4re die Integration des Systems in bestehende technologische Infrastrukturen und Anbindung von Metadateninformationssysteme denkbar.<br \/>\nUsability-Tests zeigten, dass das Portal die Anforderungen der Nutzer in gro\u00dfen Teilen abdeckt. Insbesondere die intuitive Bedienbarkeit, die \u00fcbersichtlich gestaltete Benutzeroberfl\u00e4che sowie die automatische Plausibilit\u00e4tskontrolle der Eingaben wurden von Testern positiv hervorgehoben. Grunds\u00e4tzlich werden GIS-basierte Werkzeuge bei der Erfassung vor allem dann als Gewinn f\u00fcr die praktische Arbeit eingestuft, wenn mit einer entsprechenden L\u00f6sung auch Grundlagendaten ausreichender Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung gestellt werden, die technische Zuverl\u00e4ssigkeit gegeben ist und eine Unterst\u00fctzung in Form von Anleitungen oder Schulungen angeboten wird. Der tats\u00e4chliche praktische Einsatz h\u00e4ngt damit von der Verf\u00fcgbarkeit und den Kosten geeigneter (amtlicher) Grundlagen ab, aber auch von der Vermarktung der Erfassungswerkzeuge durch GIS-Dienstleister und Verband. Bei entsprechender Kommunikation der technischen M\u00f6glichkeiten und Vorz\u00fcge, werden GIS- und Internetgest\u00fctzte L\u00f6sungen zudem auch als ansprechend f\u00fcr die digitale Generation angesehen und bietet somit gerade f\u00fcr j\u00fcngere Ehrenamtliche mehr Anreiz, sich f\u00fcr die Datenerfassung zu engagieren.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Einen Kern der Projekt begleitenden \u00d6ffentlichkeitsarbeit stellte die Organisation und Durchf\u00fchrung von Informationsveranstaltungen zum Projekt f\u00fcr Umweltverb\u00e4nde, Entscheidungstr\u00e4ger, Fachverwaltungen usw. dar. \u00dcber einen Projekt begleitenden Newsletter wurden zus\u00e4tzlich alle Interessierten \u00fcber den Stand des Projektes und aktuelle Veranstaltungen in Kenntnis gesetzt. In der zweiten Projekth\u00e4lfte wurden potenzielle Anwender vor allem durch die Usability-Tests aktiv in das Projekt eingebunden. Zwischenergebnisse wurden laufend auf verschiedenen Tagungen pr\u00e4sentiert. Die Endergebnisse des Projektes wurden im Rahmen einer \u00fcberregionalen Tagung vorgestellt und stehen als Buch inkl. DVD mit einer eMapper-Demoversion zur Verf\u00fcgung (ibidem Verlag, ISBN: 978-3-8382-0131-3)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit der entwickelten Web-GIS L\u00f6sung wird ein wichtiger Beitrag zur effektiveren Vernetzung im Natur-schutz geleistet. Ein Portal wie der eMapper kann letztlich nicht nur als Daten- und Kommunikationsplatt-form zwischen Verband und angeschlossenen, ehrenamtlich Kartierenden fungieren, sondern bindet je nach Einsatzbreite \u00fcber die Datenweitergabe auch Beh\u00f6rden, andere Verb\u00e4nde sowie die \u00d6ffentlichkeit ein. Zus\u00e4tzlich zu diesen grunds\u00e4tzlichen Vorteilen aus Sicht des Natur- und Umweltschutzes (bessere Vernetzung, effektiverer Mitteleinsatz, etc.) bietet eine technische Standardisierung dem ehrenamtlichen Naturschutz aber auch weitere Vorteile. Verb\u00e4nde steigern die Qualit\u00e4t ihrer erhobenen Daten und damit auch die Professionalit\u00e4t ihrer Arbeit. Daneben k\u00f6nnen durch den Einsatz von GIS neue Aufgabenfelder und die damit verbundenen finanziellen Mittel erschlossen werden. In Hinblick darauf, dass bei der GIS-Nutzung eine deutliche Diskrepanz zwischen der ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Ebene besteht, ist der eMapper ein geeignetes Werkzeug, um einen Beitrag zum Abbau dieses Defizits zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Betreuung und das Monitoring von Schutzgebieten, besonders gesch\u00fctzten Biotopen oder sonstigen bedeutsamen Naturschutzfl\u00e4chen geh\u00f6ren aktuell zu den T\u00e4tigkeitsfeldern von Naturschutzverb\u00e4nden. Die Verb\u00e4nde werden hierbei &#8211; insbesondere bei der Erfassung von Daten und der Durchf\u00fchrung von Ma\u00dfnahmen von Ehrenamtlichen unterst\u00fctzt, die im Allgemeinen umfangreiche Gebietskenntnisse besitzen. 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