{"id":24867,"date":"2023-09-24T10:32:31","date_gmt":"2023-09-24T08:32:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26381-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:32","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:32","slug":"26381-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26381-01\/","title":{"rendered":"Demonstration einer dezentralen Pflanzenkl\u00e4ranlage am Beispiel des Salem Kinder- und Jugenddorfes \u0082Regenbogen in der Oblast Kaliningrad"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In den l\u00e4ndlichen Regionen Russlands werden die Abw\u00e4sser praktisch unbehandelt in die Gew\u00e4sser oder ins Grundwasser abgeleitet. Viele vorhandene Kl\u00e4ranlagen sind veraltet, bauf\u00e4llig und meist nicht mehr in Betrieb. Pflanzenkl\u00e4ranlagen haben sich im deutschsprachigen Raum als einfaches und effizientes Ver-fahren der Abwasserreinigung in l\u00e4ndlichen Gebieten bew\u00e4hrt und geh\u00f6ren zu den anerkannten Regeln der Abwassertechnik. Das Projekt hatte zum Ziel, die Technik der Abwasserreinigung in Pflanzenkl\u00e4ran-lagen im russischen Sprachraum zu demonstrieren. Die Herstellung mit \u00f6rtlichen Mitteln, der zuverl\u00e4ssige Betrieb und die g\u00fcnstigen Betriebskosten pr\u00e4destinieren sie auch f\u00fcr den Einsatz in l\u00e4ndlichen Gemein-den, Gewerbebetrieben und abgelegenen sozialen\/touristischen Einrichtungen Russlands. 2005 ist mit Projektmitteln von DBU und BMU die erste Pflanzenkl\u00e4ranlage (als Feuchtgebietskl\u00e4ranlage) im Oblast Kaliningrad hergestellt worden. Mit dem in diesem Projekt vorgesehenen zweiten Pflanzenkl\u00e4ranlagentyp (Bodenfilter mit weitergehender Abwasserreinigung) sollte ein weiteres Pilotprojekt realisiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenOrganisatorische Grundlage war die enge Kooperation zwischen dem Antragsteller als Bauherren, zu-st\u00e4ndigen russischen Beh\u00f6rden und den Kooperationspartnern. Die russischen Auftragnehmer wie Rechtsanwalt, Gutachter, Vermessern und Berater unterst\u00fctzten die planenden deutschen Ingenieure bis hin zur Fertigstellung der naturnahen Kl\u00e4ranlage.  Die Berichterstattung der Projektausf\u00fchrung und Pro-jektabrechnung wird in Zwischen- und Abschlussbericht dokumentiert und ins russische \u00fcbersetzt.         Der Ablauf des Projektes ist in folgenden Schritten geplant: 1.) Vorbereitungsphase, Organisation, Koordination, Vertr\u00e4ge2.) Entwurfs- und Genehmigungsplanung3.) Vermessung, Registration KA, juristische Betreuung, Gutachten, Expertise4.) Genehmigung, Ausf\u00fchrungsplanung 5.) Ausschreibung der Kl\u00e4ranlage, Vergabe6.) Bauoberleitung, \u00f6rtliche Bau\u00fcberwachung, Abnahme7.) \u00d6kologische und \u00f6konomische Bilanzierung der Pflanzenkl\u00e4ranlage8.) Projektabrechnung, Berichte<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im l\u00e4ndlichen Raum und den St\u00e4dten der Russischen F\u00f6deration sind Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser und Grund-w\u00e4sser punktuell sehr stark durch kommunale, gewerbliche und industrielle Abwassereinleitungen beein-tr\u00e4chtig. Zudem ist der Zustand im Oblast Kaliningrad bei den an die Ostsee grenzenden Brackgew\u00e4sser Frisches und Kurisches Haff gew\u00e4sser\u00f6kologisch als sehr bedenklich einzustufen. Auf absehbare Zeit liegt eine \u00fcberzeugende Alternative zur kosteng\u00fcnstigen Abwasserbehandlung des l\u00e4ndlichen Raumes im Ein-satz von dezentralen fl\u00e4chenintensiven Verfahren. Die erforderlichen Fl\u00e4chen sind im l\u00e4ndlichen Raum, a-ber auch am Rande der St\u00e4dte vorhanden. Die sehr scharfen russischen \u00dcberwachungswerte, welche h\u00f6-her als beispielsweise in Deutschland und den benachbarten L\u00e4ndern Polen sowie den baltischen Staaten sind, erforderten eine Bodenfilterkl\u00e4ranlage mit Rezirkulation des gereinigten Abwassers sowie eine Nach-reinigung. Die \u00dcberwachungswerte f\u00fcr Kl\u00e4ranlagen der Russischen F\u00f6deration sollten nach Auffassung der Projektpartner auf das Niveau der Europ\u00e4ischen Union angepasst werden, da 1. die Werte kaum von Kl\u00e4r-anlagen zu schaffen sind und zu h\u00f6heren Bau- und Betriebskosten f\u00fchren, 2. bei \u00dcberschreitung die Kl\u00e4ranlagenbetreiber mit Strafgeb\u00fchren belegt werden und 3. grunds\u00e4tzlich die Verbesserung der Gew\u00e4s-ser auch mit niedrigeren \u00dcberwachungswerten erzielt werden kann. Ein wesentlicher Aspekt f\u00fcr den Bau von einfachen Abwasserreinigungsanlagen im l\u00e4ndlichen Raum, wie Abwasserteiche, Absetzgruben, Verrieselungen und Bodenfilter-Kl\u00e4ranlagen ist, dass die \u00f6rtlichen Ressourcen ausreichend vorhanden sind. Die Pflanzenkl\u00e4ranlagentechnik ist bislang in Russland wenig bekannt. Der Einsatzschwerpunkt liegt in l\u00e4ndlichen Kommunen und St\u00e4dten bis ca. 20.000 Einwohner. Im Oblast Kaliningrad sowie das im S\u00fcden angrenzende polnische Masuren und Ermland sowie im Norden angrenzende Litauen stehen \u00fcberwiegend bindige B\u00f6den und hohe Grundwasserst\u00e4nde bzw. Stauwasserhorizonte an. Bedingt durch diese Boden- und Grundwasserverh\u00e4ltnisse ist die Herstellung von Abwasserkanalisationen durch einen erh\u00f6hten techni-schen und finanziellen Aufwand gekennzeichnet, da bei der Konstruktion der Abwassersammler tiefe Rohr-gr\u00e4ben, kostenintensive Grundwasserabsenkungen und Bodenaustausch erforderlich sind. Aus Sicht des Gew\u00e4sserschutzes und aus betriebswirtschaftlichen Gr\u00fcnden sind kosteng\u00fcnstigere L\u00f6sung mit semizent-ralen und dezentralen Abwasserkonzeptionen gro\u00dfen zentralen Abwasserkonzeptionen vorzuziehen. In diesem Sinne sowie der Umsetzung von Abwasserkonzeptionen mit mehr dezentralen Kl\u00e4ranlagen als den Standardl\u00f6sungen (gro\u00dfe Kanalisationsl\u00e4ngen und Kl\u00e4ranlagen) sind an zuk\u00fcnftige Kl\u00e4ranlagen folgende Bedingungen zu stellen:\u00b7\tBehandlung des Abwassers aus Trenn- oder Mischkanalisationen; hohe hydraulische Pufferkapazit\u00e4t\u00b7\tGanzj\u00e4hrige, sehr hohe und stabile aerobe Reinigungsleistung; Verbesserung der Gew\u00e4sserg\u00fcte\u00b7\tVerwendung \u00f6rtlicher Baumaterialien, Herstellung mit \u00f6rtlichen Baufirmen\u00b7\tEinfache robuste Bauweise und Technik \u00b7\tLangfristige Entschlammung und landwirtschaftliche Verwertung des Schlammes\u00b7\tWartungsfreundlicher Betrieb mit geringem Reparaturaufwand und lokalem Arbeitspersonal\u00b7\tKonkurrenzf\u00e4hige Herstellungskosten und wirtschaftlicher Betrieb<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Bereits im Oktober 2008 wurde das Projekt im Oblast Kaliningrad auf den sechsten Deutsch-Russischen Umwelttagen dargestellt. Im Jahr 2009 folgten mehrere Zeitungsberichte sowie zum Projektabschluss im K\u00f6nigsberger Express. Weiterhin wurde das Projekt den Kreisverwaltungen der Rajone Baltijsk (dt.: Pi-lau) und Slavsk (dt.:Heinrichswalde) sowie den Gemeindeverwaltungen von Primorsk (dt.: Fischhausen) und Bolshakovo (dt.: Kreuzingen) erl\u00e4utert. Mit den B\u00fcrgermeistern und den zust\u00e4ndigen Projektleitern f\u00fcr Wasserwirtschaft der Kommunalen Dienste wurden Vor- und Nachteile diskutiert. Dabei waren die russischen Umweltfachleute beeindruckt von den stabilen Reinigungsleistungen der Bodenfilter-Kl\u00e4ranlagen, den geringen Betriebskosten sowie der M\u00f6glichkeit, mit eigenem kommunalem Personal die Kl\u00e4ranlagen betreiben zu k\u00f6nnen. Hilfreich waren dabei die bereits gemachten Erfahrungen in den von DBU und BMU gef\u00f6rderten Pflanzenkl\u00e4ranlagen-Projekten in den baltischen Nachbarl\u00e4ndern. Am 3. No-vember 2009 wurde in der Duma (Landtag) des Oblast Kaliningrad das fertig gestellte Demonstrations-projekt pr\u00e4sentiert. Unter Beteiligung der DBU nahmen 40 Vertreter aus 8 Landkreisen, B\u00fcrgermeister, Landr\u00e4te sowie Umweltfachleute der Administration und Duma-Abgeordnete an der Veranstaltung teil.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>In den russischen Gemeinden und kleinen St\u00e4dten besteht ein gro\u00dfer Bedarf an einfachen, effektiven und kosteng\u00fcnstigen Kl\u00e4ranlagen, um die Lebensqualit\u00e4t der Bev\u00f6lkerung durch Verringerung der Ge-sundheitsrisiken (Badegew\u00e4sser, Trinkwasser) zu verbessern. W\u00e4hrend in Deutschland und anderen eu-rop\u00e4ischen L\u00e4ndern die Anwendung der naturnahen Kl\u00e4rverfahren standardisiert ist, liegen in Russland wenig Erfahrungen mit nat\u00fcrlichen Abwasserreinigungsverfahren vor. Wegen ihrer einfachen, mit \u00f6rtli-chen Mitteln herstellbaren Bauweise und den geringen Betriebskosten sind diese Anlagen f\u00fcr den Einsatz zur Verbesserung der Ortshygiene, der Gew\u00e4sserqualit\u00e4t sowie niedrigen Betriebskosten im l\u00e4ndlichen Raum und St\u00e4dten bis zu 20.000 Einwohnern pr\u00e4destiniert. Die Umsetzung des Projektes zeigte, dass russische Firmen die Bauausf\u00fchrung dieses einfachen Kl\u00e4rverfahrens umsetzen k\u00f6nnen. Der planerische und organisatorische Aufwand war insgesamt gr\u00f6\u00dfer als in Deutschland. Die russischen Fachleute aus Baufirmen, Ingenieurb\u00fcros und den Umweltverwaltungen merkten an, dass f\u00fcr die Herstellung weiterer naturnaher Kl\u00e4ranlagen eine russische technische Richtlinie f\u00fcr Planung und Betrieb erforderlich sei. An-dernfalls sei eine zuk\u00fcnftige Genehmigung durch die russischen Baubeh\u00f6rden nicht zu erwirken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In den l\u00e4ndlichen Regionen Russlands werden die Abw\u00e4sser praktisch unbehandelt in die Gew\u00e4sser oder ins Grundwasser abgeleitet. Viele vorhandene Kl\u00e4ranlagen sind veraltet, bauf\u00e4llig und meist nicht mehr in Betrieb. 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