{"id":24845,"date":"2023-09-30T10:32:32","date_gmt":"2023-09-30T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26291-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:35","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:35","slug":"26291-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26291-01\/","title":{"rendered":"Bionik-Industriekongress 2008 &#8211; 2010"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Bionik vereint Biologie und Technik &#8211; oder anders ausgedr\u00fcckt: sie f\u00fchrt Biowissenschaften mit technischen Disziplinen zusammen. Bislang sind Unternehmen h\u00e4ufig nur begrenzt in der Lage, Innovationsprojekte aus der Bionik zu verfolgen. Mit zwei Bionik-Wirtschaftsforen wurde eine Kommunikationsplattform etabliert, die an genau an diesem Punkt ansetzt. Ziel war es, den Transfer bionischen Wissens in die unternehmerische Praxis voranzutreiben und so Wissen in Nutzen zu verwandeln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen einer Bionik-Allianz mit allen wesentlichen Akteuren der Bionik in Deutschland wurden zwei Bionik-Wirtschaftsforen konzipiert, mit denen die Projektpartner einerseits die Leistungsf\u00e4higkeit bionischer Produkte und Prozesse vorstellten und andererseits industrielle Anforderungen an marktg\u00e4ngige bionische L\u00f6sungen vermittelten. Beide Veranstaltungen fanden im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation (ZUK) der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) statt. Der Veranstaltungstermin im Fr\u00fchjahr 2008 wurde so gew\u00e4hlt, dass Synergien mit der seinerzeit noch im ZUK pr\u00e4sentierten Gemeinschaftsausstellung Inspiration Natur &#8211; Patentwerkstatt Bionik von DBU und BIOKON genutzt werden konnten.<br \/>\nHinsichtlich ihrer Durchf\u00fchrung haben sich die Wirtschaftsforen deutlich voneinander unterschieden:<br \/>\nDas erste Bionik-Wirtschaftsforum 2008 zielte besonders auf eine partizipative und diskursive Interaktion der Teilnehmer und enthielt drei parallele Workshops als zentrales Element. In diesen Workshops diskutierten Spitzenforscher der Bionik mit Vertretern aus der Wirtschaft die Anforderungen der Industrie an bionische L\u00f6sungen und wie Strategien f\u00fcr marktf\u00e4hige L\u00f6sungen entwickelt werden k\u00f6nnen. Dadurch wurde der Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bef\u00f6rdert. Das zweite Bionik-Wirtschaftsforum 2010 wurde als Plenarveranstaltung mit Tandemvortr\u00e4gen von Bionik-Forschern mit ihren industriellen Anwendungspartnern durchgef\u00fchrt. Seine Funktion war es, bionische Erfolgsbeispiele \u00f6ffentlichkeitswirksam zu pr\u00e4sentieren. Mit dem betont diskursiven Veranstaltungskonzept und den Tandemvortr\u00e4gen wurden die M\u00f6glichkeiten der Bionik f\u00fcr den industriellen Anwender deutlich herausgestellt.<br \/>\nDie Bionik-Wirtschaftsforen richteten sich an Entwickler aus der Forschung, an Anwender aus der Wirtschaft und an alle, die innerhalb dieses Spektrums mit dem Ziel agieren, bionische Probleml\u00f6sungen in Innovationsprozesse der Wirtschaft zu integrieren. Die Mitglieder der adressierten Zielgruppe sind ihrerseits wichtige Multiplikatoren, welche der Bionik in ihren Unternehmen zum Einsatz verhelfen k\u00f6nnen bzw. die Forschung in ihrer Organisation anwendungsorientiert vorantreiben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die wesentlichen Ergebnisse des Bionik-Wirtschaftsforums lassen sich wie folgt zusammenfassen:<br \/>\n\tBionik bietet bereits ein beeindruckendes Produktspektrum; sie liefert allerdings selten ganz schnelle Erfolge und fertige Produkte. Hier herrscht oftmals, insbesondere auch in der Industrie, eine falsche Erwartungshaltung vor.<br \/>\n\tBionik liefert neue Denkans\u00e4tze. Zu den gro\u00dfen Herausforderungen z\u00e4hlt die Analyse der hochkomplexen biologischen Konstruktionen auf allen Hierarchie-Ebenen, vom Nano- bis in den Makro-Bereich, vom Werkstoff bis hin zum System. Nicht minder weit gespannt ist dabei das \u00dcbertragungspotenzial in alle Anwendungsbereiche. Ambitioniertes Ziel ist nicht selten die Entwicklung neuer Konzepte und Produkte, die \u00fcber alles hinausgehen, was heute technologisch machbar erscheint.<br \/>\n\tF\u00fcr technische Fragestellungen findet man vielf\u00e4ltige L\u00f6sungsans\u00e4tze sowohl aus dem Pflanzen- als auch aus dem Tierreich. Bei spezifischen technischen Problemen oder bei spezifischen zu optimierenden Eigenschaften eines Produktes gibt es zumeist sogar ein konkretes Vorbild, bei welchem sich im Laufe der Evolution Strukturen und Funktionen herausgebildet haben, die vergleichbare Anforderungen erf\u00fcllen. Hier findet man auf Grund der Multifunktionalit\u00e4t biologischer Strukturen &#8211; aber auch wegen der Ungerichtetheit der Evolutionsprozesse &#8211; durchaus auch v\u00f6llig unerwartete L\u00f6sungen der Natur, deren Implementierung in die Technik bedeutende Innovationsspr\u00fcnge nach sich zieht.<br \/>\n\tBionik \u00fcberwindet die Grenzen traditioneller Disziplinen; sie bedarf daher eines intensiven inter- und transdisziplin\u00e4re Dialogs. Inhaltlich wie methodisch erfordert dies eine starke Vernetzung und Kooperation mit klassischen Verfahren bzw. Technologiefeldern.<br \/>\n\tIn der industriellen Forschung und Entwicklung wird die Bionik zunehmend als Kreativtechnik gesch\u00e4tzt und genutzt. Bionische Ideen und Konzepte spielen in vielen Entwicklungs- und Optimierungsprozessen eine Rolle und finden sich mittlerweile auch in den Endprodukten wieder. Allerdings wird der Beitrag der Bionik oftmals nicht explizit erw\u00e4hnt. Auch die Bionik muss selbstverst\u00e4ndlich damit leben, dass ein Produkt oder Verfahren, einmal erfolgreich am Markt, ganz selbstverst\u00e4ndlich dem Stand der Technik einverleibt wird.<br \/>\n\tBionische Produkte zeichnen sich durch eine breite Anwendbarkeit \u00fcber Branchengrenzen hinweg aus. Sie m\u00fcnden nicht in eine einzige Produktlinie, sondern in ein breit gef\u00e4chertes Produktportfolio, oftmals in ganz unterschiedlichen Branchen.<br \/>\n\tNachhaltigkeit ist zentraler Treiber f\u00fcr die Anwendung bionischer Probleml\u00f6sungen. Die bei der Bionik vorliegende enge Kombination von Innovation und Nachhaltigkeit f\u00fchrt dazu, dass Nachhaltigkeitsbewertungen als integraler Bestanteil und nicht nur als Zusatz zu Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen verstanden werden; Nachhaltigkeitsbewertungen werden damit zunehmend zum Standard in Wissenschafts- und Industriewirklichkeit.<br \/>\n\tBionik bietet einen geeigneten Rahmen f\u00fcr den gezielten und effizienten Wissenstransfer von der Grundlagenforschung bis hin zur technischen Anwendung. Dieser Wissenstransfer ist unerl\u00e4sslich, um den technologischen Wissensvorsprung, den wir am Standort Deutschland aktuell haben, auf Dauer zu halten. Zeitlicher Engpassfaktor ist h\u00e4ufig der Innovationstransfer an der Schnittstelle Wissenschaft-Wirtschaft; die Transferzeiten (Time to market) m\u00fcssen verk\u00fcrzt werden.<br \/>\n\tAuf dem Weg zu praktikablen L\u00f6sungen k\u00f6nnen Wissenschaftler und Unternehmen auf verschiedenen Stufen des Entwicklungsprozesses (Auswahl der Vorbilder, Aufkl\u00e4rung des Prinzips\/Abstraktion, Umsetzung in technische Anwendung, Patentierung, Produktentwicklung) ihre Zusammenarbeit aufnehmen.<br \/>\n\tEs gilt, die Anzahl und die Sichtbarkeit bionischer Markterfolge weiter zu erh\u00f6hen. Hier bedarf es der konzertierten Unterst\u00fctzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Eingebettet in beide Veranstaltungen fand jeweils sehr \u00f6ffentlichkeitswirksam die festliche Verleihung des Bionic Award statt, eines mit 10 T EUR dotierten Nachwuchspreises, gestiftet von der Schauenburg-Stiftung. Basierend auf der allgemeinen \u00d6ffentlichkeitsarbeit sind sehr zahlreiche Presseberichte und Interviews erschienen und es wurde eine Filmdokumentation f\u00fcr arte produziert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die beiden Bionik-Wirtschaftsforen haben dazu beigetragen, die \u00f6ffentliche Wahrnehmung f\u00fcr Bionik zu steigern und Entscheidungstr\u00e4ger in Wirtschaft und Gesellschaft auf bionische Innovationen aufmerksam zu machen. Es ist gelungen, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen zu bringen, um \u00fcber Innovationspartnerschaften zu diskutieren und die Weichen f\u00fcr anschlussf\u00e4hige und zukunftsweisende neue Entwicklungen zu stellen. Es wurde gezeigt: Bionik bietet bereits ein beeindruckendes Produktspektrum. Wichtige Zukunftsaufgaben bleiben, den Innovationstransfer weiter zu st\u00e4rken, die Entwicklungs- bzw. Transferzeiten zu verk\u00fcrzen und die Sichtbarkeit bionischer Produkte und Beitr\u00e4ge zu erh\u00f6hen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Bionik vereint Biologie und Technik &#8211; oder anders ausgedr\u00fcckt: sie f\u00fchrt Biowissenschaften mit technischen Disziplinen zusammen. Bislang sind Unternehmen h\u00e4ufig nur begrenzt in der Lage, Innovationsprojekte aus der Bionik zu verfolgen. Mit zwei Bionik-Wirtschaftsforen wurde eine Kommunikationsplattform etabliert, die an genau an diesem Punkt ansetzt. 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