{"id":24840,"date":"2023-09-30T10:32:32","date_gmt":"2023-09-30T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26272-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:35","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:35","slug":"26272-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26272-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung eines einfachen Verfahrens zur dezentralen Nachbehandlung ungen\u00fcgend aufbereiteten Leitungswassers am Beispiel des Stra\u00dfenkinderhauses Kosmodimiansk\/Kaliningrad"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>In einigen Regionen Osteuropas (Polen, Russland) werden stark reduzierte Grundw\u00e4sser (Sauerstoff ist aufgezehrt) mit nur unzul\u00e4nglichen Methoden aufbereitet, so dass Probleme, wie starke Verschmutzung des Wassers mit Tr\u00fcbstoffen und Partikeln oder mikrobiellen Krankheitserregern, auftreten. Die in reduziertem Grundwasser vorkommenden Inhaltsstoffe Schwefelwasserstoff, Eisen, Mangan und Ammonium lassen sich mit konventionell erprobten Verfahren in der Regel jedoch gut entfernen. Wird ein solches Wasser ohne oder mit ungen\u00fcgender Aufbereitung in ein Trinkwasserverteilungssystem eingespeist, bilden sich dort massive Ablagerungen aus Eisen-\/Manganoxiden, die bis in die Haushalte gelangen.<br \/>\nAm Beispiel des Stra\u00dfenkinderhauses in Kosmodimiansk sollte ein grunds\u00e4tzlich bew\u00e4hrtes Verfahren zur Wassernachbehandlung durch Einsatz eines neuartigen Filtermaterials weiter verbessert und demonstriert werden. Das Verfahren sollte technisch sehr einfach aber automatisiert sein, ohne den permanenten Einsatz von Chemikalien betrieben werden und mit geringem Bedienaufwand bei regelm\u00e4\u00dfiger Wartung durch eine eingewiesene Person auskommen. Im Projekt sollte die Anlage im Stra\u00dfenkinderhaus von den Projektpartnern installiert und mit den \u00f6rtlichen Gesundheitsstellen, dem \u00f6rtlichen Wasserversorger und der Universit\u00e4t Kaliningrad betrieben werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDurch das Rheinisch Westf\u00e4lische Institut f\u00fcr Wasserforschung gGmbH in M\u00fclheim an der Ruhr (IWW) wurde eine Wasseranalyse als Basis f\u00fcr die Aufbereitungsanlage erstellt und die \u00d6rtlichkeit wurde besichtigt. Unter Ber\u00fccksichtigung neuer Aufbereitungsstoffe (Manganerz) wurde eine modifizierte Standard-Anlage als Kaufempfehlung vorgeschlagen.<br \/>\nDurch Malteser-Mitarbeiter wurde der Aufstellungsraum f\u00fcr die Aufbereitungsanlage vorbereitet. Die Anlage wurde vom MHD nach Kaliningrad transportiert und zusammen mit dem Monteur der Lieferfirma aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Beprobung der verschiedenen Probenahmestellen der Anlage erfolgte nach Vorgaben von IWW durch den MHD und durch ein \u00f6rtliches zertifiziertes Labor nach Absprache. Die Analytik, Auswertung und Darstellung der Daten erfolgt durch IWW. Der Hausmeister wurde nach seinen Eindr\u00fccken vom Betrieb der Anlage befragt. Alle Informationen wurden in einem Endbericht zusammengefasst.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Aufgrund der vorliegenden Wasseranalysen und der Situation vor Ort wurde folgende Verfahrensf\u00fchrung ausgew\u00e4hlt:<br \/>\n&#8211;\tVerd\u00fcsung-Tiefenfiltration (offen, Quarzsand\/Dosfilt\u00ae)<br \/>\n&#8211;\tPumpstufe<br \/>\n&#8211;\tDruckspeicher Einspeisung Hausnetz.<\/p>\n<p>Im Zeitraum zwischen der Erstellung der Auslegungsanalyse und dem Einbau der Aufbereitungsanlage \u00e4nderte der lokale Wasserversorger die Trinkwassereinspeisung. Statt des bis mindestens 12.9.2007 eingespeisten unaufbereiteten deutlich reduzierten Grundwassers wurde zum Zeitpunkt der Aufstellung der Aufbereitungsanlage ein weitestgehend aufbereitetes Trinkwasser einer anderen Beschaffenheit analysiert. Nach Angaben der Bewohner des Kinderheimes war wohl kurz zuvor &#8211; vermutlich aufgrund von anstehenden Regionalwahlen &#8211; die Einspeisung ver\u00e4ndert worden. <\/p>\n<p>Da die Bewohner bef\u00fcrchteten, dass die Wasserbeschaffenheit sich genauso schnell wieder zu ihren Ungunsten \u00e4ndern k\u00f6nnte, wurde die Aufbereitungsanlage vor Ort belassen und ohne Belastung mit Eisen- oder Mangan-Ionen betrieben. Aufgrund der fehlenden Anforderungen wurde die Analysenh\u00e4ufigkeit deutlich reduziert und auf eine fachliche Einbindung von Vertretern der Universit\u00e4t Kaliningrad wurde verzichtet. Eine Verlagerung an eine andere, relevantere, Stelle h\u00e4tte &#8211; falls \u00fcberhaupt \u00f6rtlich m\u00f6glich &#8211; die Projektmittel weit \u00fcberschritten, da hierzu wiederum die Fachfirma h\u00e4tte engagiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die in der Folgezeit bis Anfang 2011 durchgef\u00fchrten Wasseranalysen zeigten, dass sich die Trinkwasserbeschaffenheit an der \u00dcbergabestelle vom \u00f6rtlichen Versorger in das Haus nicht mehr signifikant ver\u00e4nderte, d. h. dass eigentlich kein Aufbereitungsbedarf mehr bestand. Durch den Betrieb der dezentralen Aufbereitungsanlage konnte allerdings die Eisenkonzentration &#8211; sofern erh\u00f6ht &#8211; weiter auf Konzentrationen unter der Bestimmungsgrenze von 0,01 mg\/l verringert werden.<\/p>\n<p>Die automatische Sp\u00fclung der Filteranlage erfolgte einmal w\u00f6chentlich und die Anlage konnte insgesamt \u00fcber 3 Jahre mit einwandfreier Trinkwasserbeschaffenheit betrieben werden.<br \/>\nDie Projektdauer wurde kostenneutral \u00fcberschritten, um bei verringerter Untersuchungsintensit\u00e4t Langzeiterfahrungen zu sammeln. Folgende wichtige Erkenntnisse wurden dabei gesammelt:<br \/>\n&#8211;\tAufbereitungsanlagen dieser Art m\u00fcssen entweder gegen Luftkontakt isoliert oder in einem Raum mit wenig Au\u00dfenlufteinfluss oder einer Entfeuchtungsanlage aufgestellt werden. Ansonsten wird die Anlage in den Sommermonaten mit Sicherheit feucht (Kondenswasser).<br \/>\n&#8211;\tDer aufgebaute Anlagentyp funktionierte mechanisch-elektrisch \u00fcber rund drei Jahre einwandfrei.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Mangels vorzeigbarer Projektergebnisse, deren Fehlen nicht durch die Beteiligten verursacht wurde, wird auf eine Pr\u00e4sentation oder Ver\u00f6ffentlichung verzichtet.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Aufbereitungsverfahren konnte nicht ausreichend untersucht werden, da im Zeitraum zwischen den Voruntersuchungen und dem Aufbau der Anlage eine Umstellung der Wasserversorgung erfolgte und in der Regel kein Aufbereitungsbedarf mehr bestand. Die Anlage wurde dennoch mit einem deutlich verringerten Analytikaufwand weiter betrieben, um bei einer unerwarteten Umstellung der Versorgung (Herstellung des urspr\u00fcnglichen Zustandes) die Untersuchungen doch noch durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Dies geschah jedoch bislang nicht. <\/p>\n<p>\u00dcber einen Zeitraum von drei Jahren wurde die Anlage ausschlie\u00dflich vom Hausmeister gewartet und es traten keine St\u00f6rungen auf. So kann zumindest das Fazit gezogen werden, dass die Anlage mechanisch-elektrisch problemlos funktionierte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens In einigen Regionen Osteuropas (Polen, Russland) werden stark reduzierte Grundw\u00e4sser (Sauerstoff ist aufgezehrt) mit nur unzul\u00e4nglichen Methoden aufbereitet, so dass Probleme, wie starke Verschmutzung des Wassers mit Tr\u00fcbstoffen und Partikeln oder mikrobiellen Krankheitserregern, auftreten. 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