{"id":24839,"date":"2024-11-27T10:38:38","date_gmt":"2024-11-27T09:38:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26271-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:40","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:40","slug":"26271-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26271-01\/","title":{"rendered":"Biologische Vielfalt im Fokus der Umweltbildung \n&#8211; der Einfluss des Globalen Wandels auf die Biodiversit\u00e4t in Deutschland und Europa"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die dramatische Gef\u00e4hrdung der biologischen Vielfalt resultiert aus einer Kombination nat\u00fcrlicher und vom Menschen bedingter Einfl\u00fcsse. Zu den Hauptursachen geh\u00f6ren die Ver\u00e4nderung der Landnutzung und der Klimawandel. Die Ergebnisse von Forschungsprojekten m\u00fcssen auch \u00fcber die Grenzen der wissenschaftlichen Gemeinschaft hinaus kommuniziert werden, um die Lernprozesse in der Gesellschaft zu unterst\u00fctzen. Anliegen des Projekts ist es daher, bei der jungen Generation  das Bewusstsein f\u00fcr den Wert der nat\u00fcrlichen Umwelt zu sch\u00e4rfen. Dar\u00fcber hinaus sollen vor allem Sch\u00fclern von 12 bis 19 Jahren die erforderlichen Kompetenzen daf\u00fcr vermittelt werden, dass sie als verantwortliche B\u00fcrger nachhaltige Entwicklungen mit gestalten k\u00f6nnen. Ziele des Projekts sind daher (1) die Entwicklung von interaktiver Lernsoftware zur Veranschaulichung und Simulation der Einfl\u00fcsse des Menschen auf die Umwelt, insbesondere auf die biologische Vielfalt, (2) die Motivation der Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler zu aktiver Auseinandersetzung mit den Problemen des Globalen Wandels, zu realem Naturerlebnis und individuellem Handeln im Sinne nachhaltigen Schutzes der Umwelt und (3) die Integration der Lernsoftware in die Bildungslandschaft, vor allem durch die Bef\u00e4higung der Lehrerinnen und Lehrer, die Lernsoftware effektiv im Unterricht einzusetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Basis f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Arbeit wurde ein Netzwerk entwickelt, das aus Naturwissenschaftlern, Hochschuldidaktikern, Umweltbildnern und Lehrern besteht. Kontinuierlich wurden auch Referendare, Studenten und Sch\u00fcler einbezogen. Die vier Etappen der Projektarbeit waren gekennzeichnet durch (1) Erstellen der Konzepte f\u00fcr Didaktik, Struktur und Inhalt, (2) Kreative Entwicklungsphase der verschiedenen Ans\u00e4tze und Module, besonders des Szenarienansatzes, der Virtuellen Exkursion in Kombination mit realer Exkursion und der Anregungen zum individuellen Handeln, (3) Erstellen der Handreichungen f\u00fcr Lehrer und (4) Programmtechnische Realisierung der f\u00fcnf Zug\u00e4nge und des Simulationstools. Zur effektiven Verst\u00e4ndigung und Zusammenarbeit wurden vier Workshops und zahlreiche kleinere Arbeitstreffen durchgef\u00fchrt.  F\u00fcr Datenaustausch und Information wurden eine interne Plattform und die offizielle Webseite www.pronas.ufz.de eingerichtet. Die Arbeit wurde begleitet von Evaluationen. Dabei wurde die Software mit Sch\u00fclern getestet, mit Lehrern auf Fortbildungsseminaren diskutiert und im erweiterten Pro-jektteam evaluiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Lernsoftware PRONAS ist frei zug\u00e4nglich unter der Internetadresse http:\/\/www.ufz.de\/pronas-lernsoftware\/. Das Programm besteht aus f\u00fcnf parallelen Zug\u00e4ngen:<br \/>\n(1) In einer gef\u00fchrten Rahmenhandlung wird der Nutzer durch Tom und Tina \u00fcber f\u00fcnf Stationen hinweg begleitet. Die Sch\u00fcler stellen die Frage, wie es unseren einheimischen Tieren und Pflanzen in f\u00fcnfzig Jahren gehen wird. Im Gespr\u00e4ch mit Umweltforschern h\u00f6ren sie von Szenarien als m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Welten und deren Zusammenhang mit den Lebensr\u00e4umen von Tieren und Pflanzen.<br \/>\n(2) Das Kapitel Wissenschaft stellt ein umfangreiches Angebot an Kurztexten und Zitaten aus wissenschaftlichen Ver\u00f6ffentlichungen dar, das durch interaktive \u00dcbungsaufgaben erg\u00e4nzt wird. Die Themen sind Szenarien, Klimawandel, Biologische Vielfalt, Best\u00e4ubung, Klima-Nischen-Modelle,<br \/>\nSimulationen. Jedes dieser Themen enth\u00e4lt mehrere Abschnitte. Zum Beispiel ist das Thema Biologische Vielfalt gegliedert in Biodiversit\u00e4t und wir, Einfluss des Klimawandels, \u00d6konomischer Wert, Landnutzung und Biodiversit\u00e4t, Einwanderung gebietsfremder Arten, Biodiversit\u00e4t und Politik.<br \/>\n (3) Zum innovativen Charakter der Lernsoftware PRONAS tragen auch die virtuellen Exkursionen bei. Diese Exkursionen f\u00fchren nach Benediktbeuern im Voralpenland, in die Porphyrkuppenlandschaft bei Halle an der Saale, nach Torfhaus im Hochharz und nach Papenburg im Emsland. Die Exkursionen beschreiben konkrete Landschaften, in denen Arten und Lebensr\u00e4ume entdeckt werden, an deren  Beispiel der Einfluss von Klima und Landnutzung auf die biologische Vielfalt veranschaulicht wird. Interaktive \u00dcbungen und Audio-Dateien sprechen die Nutzer individuell an. Erste Tests best\u00e4tigen, dass die virtuellen Exkursionen tats\u00e4chlich zu realen Ausfl\u00fcgen motivieren k\u00f6nnen. (4) Die Artengalerie pr\u00e4sentiert 35 Tier- und Pflanzenarten in Form dynamischer Coverflows, wobei die Bilder der jeweiligen Art durch kurze Steckbriefe und geographische Projektionen k\u00fcnftiger Lebensr\u00e4ume erg\u00e4nzt werden. (5) Zu eigenem Handeln ruft das Kapitel Sei aktiv auf. Hier werden Anregungen zu Mitmach-Aktionen in Monitoring und Naturschutz gegeben. Die meisten dieser Projekte wurden am UFZ (mit)entwickelt. Beispiele sind das Monitoring von B\u00e4umen, Simulationen zum Wildkatzenschutz, Wildbienenschutz, Tagfalter-Monitoring, ein Mitmachprojekt zum Gro\u00dfen Wiesenknopf. Die Software PRONAS enth\u00e4lt 27 \u00dcbungen und Tools f\u00fcr Simulationen. Sie wurde mit etwa 300 Sch\u00fclern getestet und 90 Lehrern diskutiert. F\u00fcr den Einsatz der PRONAS-Lernsoftware im Unterricht wurden Handreichungen f\u00fcr Lehrer verfasst. Die Ver\u00f6ffentlichung enth\u00e4lt konzeptionelle Artikel zur Problematik der biologischen Vielfalt und ihrer Behandlung im Unterricht. Der zweite Teil enth\u00e4lt \u00fcber drei\u00dfig Lernmodule, die Empfehlungen f\u00fcr Klassenstufe und Zeitrahmen sowie f\u00fcr den Unterrichtsablauf geben und Arbeitsbl\u00e4tter f\u00fcr die Sch\u00fcler enthalten.<br \/>\nPositive Erfahrungen sind die konstruktive Zusammenarbeit in dem interdisziplin\u00e4ren Projekt-Team, wobei die engagierte Mitarbeit von Lehrern und Umweltbildnern und die Unterst\u00fctzung durch  Hochschuldidaktiker hervorzuheben ist. Gute Erfahrungen wurden auch mit der Vergabe studentischer Arbeiten und der Einbeziehung von Sch\u00fclern gemacht. Durch das Zusammenspiel von Software und Handreichungen wird die direkte Einbindung in den Unterricht erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Lernsoftware PRONAS wurde auf der didacta 2011 und der Woche der Umwelt 2012 vorgestellt sowie in vier Publikationen und mehreren Vortr\u00e4gen auf wissenschaftlichen Tagungen pr\u00e4sentiert. Der offizielle Launch wurde w\u00e4hrend der Saline-Sommerakademie im Juni 2012 in Halle(Saale) durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Lernsoftware PRONAS und die Handreichungen stellen funktionsf\u00e4hige, innovative Lehr- und Lernmittel dar, die sich in ersten Eins\u00e4tzen bereits bew\u00e4hrt haben. Die Arbeit mit Szenarien als m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Welten wird von vielen Lehrern als Bereicherung des Unterrichts betrachtet. PRONAS eignet sich f\u00fcr die F\u00e4cher Biologie, Geographie, Ethik, Medienkunde und Informatik sowie besonders gut f\u00fcr den f\u00e4cher\u00fcbergreifenden Unterricht. F\u00fcr eine professionelle, nachhaltige Implementierung der Projektergebnisse in den Bildungssektor m\u00fcssten folgerichtig jedoch weitere Schritte ausgef\u00fchrt werden wie Tests mit Sch\u00fclern verschiedener Altersstufen und Schultypen, Testen von Unterrichtsbeispielen durch Lehrer und entsprechende \u00c4nderungen und Anpassungen der Software. Sinnvoll w\u00e4re die Weiterf\u00fchrung des Netzwerks und Nutzung der Erfahrungen im Rahmen eines neuen Bildungsprojekts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die dramatische Gef\u00e4hrdung der biologischen Vielfalt resultiert aus einer Kombination nat\u00fcrlicher und vom Menschen bedingter Einfl\u00fcsse. Zu den Hauptursachen geh\u00f6ren die Ver\u00e4nderung der Landnutzung und der Klimawandel. Die Ergebnisse von Forschungsprojekten m\u00fcssen auch \u00fcber die Grenzen der wissenschaftlichen Gemeinschaft hinaus kommuniziert werden, um die Lernprozesse in der Gesellschaft zu unterst\u00fctzen. 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