{"id":24837,"date":"2023-09-30T10:32:32","date_gmt":"2023-09-30T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26268-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:34","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:34","slug":"26268-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26268-01\/","title":{"rendered":"Modellhafter, denkmal- und umweltgerechter Hochwasserschutz am Beispiel des Schlossparks Gartow"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund zunehmender Hochwasserereignisse und damit verbundener Sch\u00e4digung der Parksubstanz und der Schlossanlagen war ein Hochwasserschutz der historisch bedeutsamen Bausubstanz in Verbindung mit Parkgestaltungsma\u00dfnahmen dringend erforderlich. Daher wurden differenzierte Schutzma\u00dfnahmen geplant, die sich mit dem Denkmalscharakter der Barockanlagen vereinbaren lassen sollten.<br \/>\nNeben den Erfordernissen der Denkmalspflege hatte sich das Vorhaben mit den Auswirkungen der anhaltenden \u00dcberflutungsproblematik auf den Park auseinanderzusetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBevor Ma\u00dfnahmen im Park durchgef\u00fchrt werden konnten, musste der Hochwasserschutz der barocken Schlossanlage fertiggestellt werden. Im Bereich 12 wurde von der Nienwalder Stra\u00dfe bis zur S\u00fcdwest Terrasse des Schlosses ein Kleidamm mit einem Tor und einer Dammdurchfahrt gebaut. Auf die urspr\u00fcnglich auf dem Kleidamm vorgesehene Deichverteidigungsstra\u00dfe konnte nach z\u00e4hen Verhandlungen zum Vorteil der Parkoptik verzichtet werden. Die M\u00f6glichkeit, im Hochwasserfall Dammbalken in die Toreinfahrt einzulassen, erforderte denkmalspflegerische R\u00fccksichtnahme und eine entsprechende Ge-staltung der Torpfosten.<br \/>\nIm Bereich 11 wurde zum Anschluss an die Gartenmauer eine Stahlbetonwand hergestellt, die wasserseitig mit dem historischen Ensemble angepassten Ziegelsteinen verblendet wurde.<br \/>\nIm Bereich 10 wurden die vorhandenen Treppenanlagen zum Teil aufgenommen und mit entsprechenden Materialien so abgedichtet, dass bei Hochwasser die Dichtigkeit gew\u00e4hrleistet ist. Auch hier konnte zum Vorteil der Gartenanlage auf die urspr\u00fcnglich vorgesehenen U-Profile welche in die Sandsteinwangen eingebaut werden sollten verzichtet werden.<br \/>\nDie vorhandene Gartenmauer wurde neu verfugt und hydrophorbiert, um das Eindringen von Wasser in den Schlosskeller zu minimieren. Die Gel\u00e4ndeauff\u00fcllung und Anbringung einer Spundwand im Bereich 9 und 8 dienen insbesondere dem Schutz des Archivs im rechten Seitenfl\u00fcgel des Schlosses.<br \/>\nNach Fertigstellung oben genannter Bauarbeiten folgte die Renaturierung des Schlossteichs (Ma\u00dfnahme 1c). Entsprechend der Planung wurden Erg\u00e4nzungspflanzungen abg\u00e4ngiger Geh\u00f6lzstandorte, Freir\u00e4umung von Sichtachsen auf die Gew\u00e4sserpartien, Wegebauarbeiten, sowie Aufwertung und Gestaltung des Parkzugangs am Westfl\u00fcgel des Schlosses durchgef\u00fchrt. Nach Abschluss der Bauarbeiten an Deich und Spundw\u00e4nden und Beseitigung der Baustra\u00dfen wurde der Bereich zwischen dem K\u00fcchenfl\u00fcgel des Schlosses und der Bebauung an der Nienwalder Stra\u00dfe neu gestaltet. Neben der Pflanzung von gro\u00dfen Linden wurden Blumenbeete an der Schlosswand angelegt. Der nach Norden verlegte Reitplatz wurde mit einer Hainbuchenhecke eingefasst. Last not least erfolgte eine Befestigung der neuen Wegetrasse auf der Seite des K\u00fcchenfl\u00fcgels durch den Deichschart bis zum Schlossteich.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die mit dem Modellvorhaben gesteckten Ziele konnten im Wesentlichen verwirklicht werden. Die f\u00fcr den Hochwasserschutz verwendeten Materialien, die Gestaltung und Linienf\u00fchrung der Mauern f\u00fcgen sich harmonisch in das Gesamtbild von Park und Schloss ein. Auf die vorhandene historische Bausubstanz wurde in jeder Hinsicht R\u00fccksicht genommen. Vom Park aus gesehen ist kaum eine Ver\u00e4nderung wahrzunehmen, weil die schon in der Barockzeit angelegte terrassierte Mauer ohne optische Ver\u00e4nderungen in das Hochwasserschutzsystem einbezogen werden konnte.<br \/>\nVom Schloss aus gesehen in Richtung Park hat sich der Pleasure-Ground durch Umpflanzung der Rho-dodendronb\u00fcsche optisch vergr\u00f6\u00dfert.<br \/>\nDie Baumpflegema\u00dfnahmen wurden so wie geplant durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDer Schlossteich konnte im Zuge der Reinigung des kleinen Gartower Sees entschlammt werden.<br \/>\nEine wesentliche Verbesserung hat der Wirtschaftshof s\u00fcdwestlich des K\u00fcchenfl\u00fcgels erfahren.<br \/>\nDie Umpflanzung des Reitplatzes mit einer Hainbuchenhecke, die Anlage von Blumenbeeten an der Schlosswand sowie die Pflanzung von hochst\u00e4mmigen Linden und Wegebauma\u00dfnahmen, welche die Achsen der barocken Gartenarchitektur aufnehmen geben dem bisher vernachl\u00e4ssigten Wirtschaftshof eine dem Ensemble gerecht werdendes Aussehen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>\u00dcber die Hochwasserschutz- und Parkgestaltungsma\u00dfnahmen ist in den lokalen Medien ausf\u00fchrlich berichtet worden. Hunderte von Besuchern konnten sich anl\u00e4sslich der Auff\u00fchrung einer Oper im August 2010 kurz nach Wiederbegr\u00fcnung der Baustra\u00dfen und Fertigstellung der Pflanzungen einen Eindruck von dem neu gestalteten Park machen. Die Reaktion des Publikums war durchweg positiv, auch in den kommenden Jahren werden \u00f6ffentliche Veranstaltungen im Park stattfinden. An dem neuen Deichtor wurde das Hinweisschild auf die F\u00f6rderung durch die DBU angebracht.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Auf der einen Seite ging es bei diesem Projekt um den ingenieursm\u00e4\u00dfigen sicheren Schutz des Denkmals Schloss Gartow, auf der anderen Seite musste das zu errichtende Schutzbauwerk den Anforderungen des Garten- und Baudenkmals gerecht werden. Der eben fertiggestellte Hochwasserschutz konnte sich bereits bei dem Hochwasser im Januar 2011 bew\u00e4hren und eine Besch\u00e4digung der Bausubstanz verhindern. Der neu gestaltete Wirtschaftshof entging durch Verschluss des Deichtores mit Dammbalken einer \u00dcberflutung. Mit Vegetationsbeginn im Fr\u00fchjahr 2011 wird sich zeigen, dass das Vorhaben modellhafter, denkmal- und umweltgerechter Hochwasserschutz am Beispiel des Schlossparks Gartow als gelungen bezeichnet werden darf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund zunehmender Hochwasserereignisse und damit verbundener Sch\u00e4digung der Parksubstanz und der Schlossanlagen war ein Hochwasserschutz der historisch bedeutsamen Bausubstanz in Verbindung mit Parkgestaltungsma\u00dfnahmen dringend erforderlich. Daher wurden differenzierte Schutzma\u00dfnahmen geplant, die sich mit dem Denkmalscharakter der Barockanlagen vereinbaren lassen sollten. 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