{"id":24831,"date":"2025-12-22T10:32:02","date_gmt":"2025-12-22T09:32:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20148-01\/"},"modified":"2025-12-22T10:32:06","modified_gmt":"2025-12-22T09:32:06","slug":"20148-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20148-01\/","title":{"rendered":"Anwendung von LEGOE auf den Geb\u00e4udebestand &#8211; Vorstudie zur Erhebungsmethodik"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Geb\u00e4ude- und Baubestand in Deutschland ist mit gesch\u00e4tzten 10 Mrd. t bzw. 126 t\/EW (nach KOHLER; HASSLER; PASCHEN) aus Sicht der Ressourcen\u00f6konomie das gr\u00f6\u00dfte Materiallager. Der k\u00fcnftige Umgang mit den vorhandenen Bauwerken und insbesondere das Planen und Bauen im Bestand haben einen gro\u00dfen Einfluss auf die nachhaltige Entwicklung im Baubereich.  Die Ausbildung an den Universit\u00e4ten und Fachhochschulen sowie die Weiterbildungsangebote durch die Architektenkammern tragen den genannten Umst\u00e4nden noch zu wenig Rechnung.  Sowohl f\u00fcr die Aus- und Weiterbildung als auch f\u00fcr konkrete Entwurfs- und Bauaufgaben werden u. a. Planungs- und Bewertungshilfsmittel ben\u00f6tigt, die einerseits vorhandenes Wissen zu vorhandener Bausubstanz anwendungsorientiert zur Verf\u00fcgung stellen und andererseits die eigentliche Planung im Bestand unterst\u00fctzen. Ziel ist daher die Entwicklung von professionellen Hilfsmitteln und Werkzeugen f\u00fcr die Diagnose- und Planungsaufgaben im Rahmen der Er-neuerung des Altbaubestandes. Das Projekt umfasst die Erarbeitung von:<br \/>\nGrundlagen zur Beschreibung und Beurteilung vorhandener Bauteile und bestehender Geb\u00e4ude, Diagnoseinstrumenten f\u00fcr den Bauzustand; Verfahren zur \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Bewertung der vor-zuschlagenden Sanierungs-, Modernisierungs- und\/oder Umbauma\u00dfnahmen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenErstellung eines Katalogs zur Beschreibung und Beurteilung vorhandener Bausubstanz in Form von Bestandselementen f\u00fcr unterschiedliche Geb\u00e4udetypen und Baualtersklassen. Im Unterschied zu vorhan-denen Katalogen, die vorzugsweise f\u00fcr die energetische Sanierung entstanden sind, k\u00f6nnen unter Verwendung des Bestands-Elemente-Kataloges vollst\u00e4ndige Geb\u00e4ude beschrieben werden; Erarbeitung und Erprobung eines Diagnoseinstruments zur Zustandsbeschreibung der Bausubstanz und der technischen Ausstattung zur Unterst\u00fctzung der Planer bei der systematischen Erfassung des Bauzustandes; Bereit-stellung eines Ma\u00dfnahmenkatalogs, der auf die Zustandsbeschreibung referenziert. Er wird als Vorschlagsliste gef\u00fchrt, vermeidet jedoch den Automatismus fest mit dem Bauzustand verkn\u00fcpfter Sanierungs- und\/oder Modernisierungsma\u00dfnahmen. Au\u00dfer der Leistungsbeschreibung wird der Ma\u00dfnahmekatalog mit Angaben zu Preiskennziffern, mit bauphysikalischen Kennwerten und mit umweltrelevanten Informationen ausgestattet. Dadurch wird den Planern erm\u00f6glicht die \u00f6konomische und \u00f6kologische Vorteilhaftigkeit ausgew\u00e4hlter L\u00f6sungen zu bewerten; Implementierung der Kataloge und Methoden in ei-ne marktg\u00e4ngige Datenbank und Software. Im Sinne einer Erprobung werden vorhandene Geb\u00e4ude beschrieben und Modernisierungsvorschl\u00e4ge bilanziert; Mit dem Projekt wird eine integrale Betrachtungs-weise des Bestandes und der bestandsverbessernden Ma\u00dfnahmen erreicht. Die Beschreibung des Be-standes und der Ma\u00dfnahmen wird in eine bau\u00fcbliche Vorgehensweise und Sprache \u00fcberf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>1.\tZwischenbericht 2004<br \/>\nDokumentiert wurden:<br \/>\n&#8211;\tdie Recherche \u00fcber ver\u00f6ffentlichte Kataloge und Programme zur Lebenszyklusanalyse von Materialien, Bauteilen und Geb\u00e4uden,<br \/>\n&#8211;\tdie Ergebnisse der Arbeit an der Attributierung von Bestandselementen der Kostengruppe 300 und 400 (nach DIN 276)<br \/>\n&#8211;\tdie Erweiterung der Programmfunktionen f\u00fcr die Abbildung von Bestandsgeb\u00e4uden.<br \/>\n2.\tSchlussbericht 2005<br \/>\nTeilergebnis A:<br \/>\nBeschreibung der Anforderungen an ein Planungsinstrument f\u00fcr die \u00f6konomische und \u00f6kologische Be-schreibung und Bewertung von Bestandsgeb\u00e4ude<br \/>\nTeilergebnis B:<br \/>\nEntwicklung eines Arbeitskonzeptes f\u00fcr die bauliche Erneuerung nach Halter; Unterscheidung von drei Phasen: Analytische Phase f\u00fcr die strategische Planung, die technische Diagnose und Instandsetzungsplanung, die kreative Phase mit Nutzungsoptionen, die deskriptive Phase f\u00fcr die Projektausarbeitung.<br \/>\nTeilergebnis C:<br \/>\nEntwicklung einer Methodik zur Beschreibung von Bestandsgeb\u00e4uden; Klassifizierung des Geb\u00e4udebe-standes in Baualtersgruppen und Lokalisierung der signifikanten Geb\u00e4udemengen; Eingrenzung des Untersuchungsraumes.<br \/>\nTeilergebnis D:<br \/>\nMethode der Attributfindung; Unterscheidung verschiedener Erfassungsebenen: Material, Bauteilschicht, Bauteil, Geb\u00e4ude; Sammlung von m\u00f6glichen Attributen, Selektionsprozess in Zusammenarbeit mit dem Forschungsbeirat.<br \/>\nTeilergebnis E:<br \/>\nBestandselementekatalog mit Attributen, Erweiterung des Kataloges zur Beschreibung von \u00fcber 60 Bestandsgeb\u00e4uden in verschiedenen Baualtersklassen, Regionen und Baustandards; Vorhalten des Kataloges in elektronischem Austauschformat und als RTF-Datei.<br \/>\nTeilergebnis F:<br \/>\nKonzept zur Vorgehensweise der Beschreibung, Diagnose und Bewertung von Bestandsgeb\u00e4uden; der Instandsetzung, Sanierung und Modernisierung; Implementierung der Arbeitsabfolge in der Software mit den notwendigen Berechnungen und Dokumentenausgabe.<br \/>\nTeilergebnis G:<br \/>\nAnwendung der Ergebnisse in mehreren Projekte; \u00dcberpr\u00fcfung der Arbeitsmethodik, Erfahrungsaustausch mit Architekten, Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung der Ergebnisse mit durchgef\u00fchrten Projekten.<br \/>\nBei der Auswertung von vorliegenden Projekten wurde deutlich, dass die bisher \u00fcbliche arbeitsteilige Bearbeitung eines Projektes (Architekt, Energieplaner, Hausverwaltung) trotz hohen Zeitaufwands unzureichende bzw. widerspr\u00fcchliche Ergebnisse erzeugen kann. Im Gegensatz dazu unterst\u00fctzt die erarbeitete integrale L\u00f6sung sowohl die multikriterielle Beurteilung der Objekte und Ma\u00dfnahmen als auch die konsistente Datenhaltung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Pr\u00e4sentation des Projektes in der \u00d6ffentlichkeit wurde ein Internetauftritt gestaltet, erreichbar unter www.dbu-bestand.de und ein Leporello angefertigt, der auf Messen (z. B. ACS 2003\/2004) ausgelegt wurde. Einzelne Projektergebnisse wurden bereits w\u00e4hrend der Projektlaufzeit eingesetzt. Es wurde ein Beitrag zu dem DBU-Projekt Energetische Geb\u00e4udesanierung mit Faktor 10 geleistet und mittels Poster auf einer Veranstaltung des Forschungsprojektes in N\u00fcrnberg pr\u00e4sentiert. Die Anwendung von LEGEP auf den Baubestand wurde f\u00fcr das Kirchliche Immobilien Management auf einer Veranstaltung in Frankfurt (Mai 2005) pr\u00e4sentiert, bei der zahlreiche Vertreter der Bauabteilungen beider Konfessionen anwe-send waren. In der Publikation LEGEP-Aktuell wurde \u00fcber das Projekt berichtet (2004).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektinhalte wurden vollst\u00e4ndig bearbeitet und mit positivem Ergebnis abgeschlossen. Es wurde sowohl eine einheitliche Planungsmethodik f\u00fcr die Erfassung, Beschreibung und Beurteilung von Bestandsgeb\u00e4uden erarbeitet, als auch die daf\u00fcr ben\u00f6tigten Inhalte dokumentiert. Ein Bestandselementekatalog mit umfangreicher Attributierung liegt in druckf\u00e4higer sowie elektronischer Form vor. Ein Programm f\u00fcr die Erfassung und integrale Bearbeitung von Bestandsobjekten wird mit der erweiterten LEGEP-Software bereitgestellt. Die Anwendung der Datenbanken und der Software in der Praxis haben sowohl belastbare Ergebnisse geliefert als auch eine positive Resonanz seitens der Anwender gefunden.<br \/>\nBei der Bearbeitung des Projektes wurde deutlich, dass das dokumentierte Wissen \u00fcber historische Konstruktionen und Materialien bez\u00fcglich der Anforderungen des Planungsprozesses bisher noch begrenzt ist. Im Gegensatz zu bauhistorischen Details sind verwertbare Aussagen zur Bauphysik, zur Statik, zum Brand- und Schallschutz sowie zu gesundheitsgef\u00e4hrdenden Inhaltsstoffen kaum dokumentiert und daher nur schwer aufzufinden. Hier musste das Forschungsprojekt sich begrenzen.<br \/>\nDie Weiterbearbeitung und Vertiefung der hier dargestellten Ergebnisse erfordert die Aufnahme weiterer regional- und zeittypischer Baukonstruktionen sowie die Erhebung oder Ermittlung noch fehlender Einzeldaten. Angeregt wird die Entwicklung von Katalogen zu Bestandgeb\u00e4uden, die eine vollst\u00e4ndige Be-schreibung existierender typischer Objektbeispiele umfassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Geb\u00e4ude- und Baubestand in Deutschland ist mit gesch\u00e4tzten 10 Mrd. t bzw. 126 t\/EW (nach KOHLER; HASSLER; PASCHEN) aus Sicht der Ressourcen\u00f6konomie das gr\u00f6\u00dfte Materiallager. 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