{"id":24811,"date":"2023-07-13T15:26:48","date_gmt":"2023-07-13T13:26:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26165-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:48","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:48","slug":"26165-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26165-01\/","title":{"rendered":"Internationales Symposium: Botanische G\u00e4rten als Reservoir von Kultur und Natur im Spannungsfeld von Naturschutz, Wissenschaft und Gartendenkmalpflege (24. &#8211; 26.04.2009)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Bedeutung historischer botanischer G\u00e4rten als Kulturgut und als Gegenstand der Wissenschaftsgeschichte und der Gartenkunst wird nicht in allen historischen Anlagen Rechnung getragen. H\u00e4ufig wird der Denkmalaspekt als Einschr\u00e4nkung der wissenschaftlichen Nutzung botanischer G\u00e4rten angesehen. \u00d6konomische Zw\u00e4nge bei der erforderlichen Pflege und Unterhaltung gestatten zudem in vielen botanischen G\u00e4rten Nutzungen, die den G\u00e4rten nicht immer zutr\u00e4glich sind, und das nicht nur unter denkmalpflegerischen sondern auch unter \u00f6kologischen Gesichtspunkten.<br \/>\nSeit 2006 wird f\u00fcr den Botanischen Garten Berlin-Dahlem ein Pflegewerk erarbeitet, das sich mit den genannten Aspekten besch\u00e4ftigt.<br \/>\nMit der Durchf\u00fchrung eines Symposiums soll ein bewussterer Umgang der Akteure mit den kulturellen Werten in botanischen G\u00e4rten, die Entwicklung eines informellen Netzwerkes denkmalgesch\u00fctzter und denkmalwerter botanischer G\u00e4rten sowie die Bildung bilateraler Kooperationen zu Erhalt, Pflege und Entwicklung dieser G\u00e4rten initiiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDas Symposium wurde vom 24.-26. April 2009 im Botanischen Garten Berlin-Dahlem durchgef\u00fchrt. Als Teilnehmer  und Referenten waren Botaniker und Direktoren aus verschiedenen botanischen G\u00e4rten (Kew, Montreal, Wroclaw\/ Breslau, Wien, Dresden, M\u00fcnchen) sowie Kunsthistoriker, Museologen und Denkmalpfleger eingeladen und haben teilgenommen. Die Ergebnisse des Symposiums werden ver\u00f6ffentlicht. Themen sind:<br \/>\no\tKulturhistorisches, wissenschaftliches und Naturschutz-Potential von botanischen G\u00e4rten,<br \/>\n       Sammlungsgeschichte, Sammlungskriterien und Sammlungspr\u00e4sentationen<br \/>\no\tUmgang mit historischen botanischen G\u00e4rten &#8211; internationale Beispiele<br \/>\no\tDenkmalpflegerischer Umgang, Finanzierungs- und Nutzungsprobleme in botanischen G\u00e4rten<br \/>\no\tVorstellung Pflegewerk Botanischer Garten  Berlin-Dahlem (bisheriger Stand).<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Am ersten Tag referierten Botaniker, Museologen und Gartenhistoriker \u00fcber das kulturhistorische, wissenschaftliche und Naturschutz-Potenzial von botanischen G\u00e4rten sowie \u00fcber Sammlungsgeschichte, Sammlungskriterien und Sammlungspr\u00e4sentationen. Deutlich wurde dabei, dass dem kulturhistorischen Wert von Botanischen G\u00e4rten in ihrer h\u00e4ufig Jahrhunderte langen Tradition eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung beigemessen werden muss.<br \/>\nNeben der wissenschaftlichen Besch\u00e4ftigung mit Pflanzen m\u00fcssen Botanische G\u00e4rten auch beim Sammeln und Pr\u00e4sentieren der Sammlungsobjekte verst\u00e4rkt nach museologischen Erkenntnissen arbeiten, um ihrem Bildungsauftrag gerecht zu werden. Das Problem des begrenzten Raumes und der immer dichter werdenden Bepflanzung auf Grund der Eigendynamik des Sammelns und der mangelnde Selektion von Pr\u00e4sentationsobjekten wurde nur als l\u00f6sbar angesehen, wenn sich die G\u00e4rten st\u00e4rker profilieren, spezialisieren und untereinander abstimmen. Der Erhalt und die Sammlung g\u00e4rtnerischer historischer Kulturformen wurden ebenfalls als notwendiges Aufgabenfeld von botanischen G\u00e4rten angesehen.<br \/>\nIn einem zweiten Tagungsschwerpunkt referierten und diskutierten Vertreter der Botanischen G\u00e4rten von Breslau, Montreal, Kew, Dresden, M\u00fcnchen sowie der Bundesg\u00e4rten Wien die historische Entwicklung und Bedeutung ihrer G\u00e4rten und deren spezifische aktuelle Nutzungs- und Pflegeproblematik.<br \/>\nDabei wurden unterschiedliche Ans\u00e4tze und Schwerpunkte im Umgang mit der historischen Substanz vorgestellt. Die Tradition von Gartengestaltungsideen aus dem Deutschland der 1920er und 30er Jahre mit einem Schwerpunkt in der Bildungsarbeit ist am \u00fcberzeugendsten im botanischen Garten von Montreal verwirklicht. Der deutsche Gartenarchitekt Teuscher hatte seine Erkenntnisse \u00fcber ideale Botanische G\u00e4rten aus dem Dahlemer Garten in Berlin bei der Neuanlage des botanischen Gartens Montreal verwirklicht: ein Botanischer Garten sollte vor allem eine Bildungsinstitution sein, in der die \u00e4sthetische Seite die Neugierde der Besucher ansprechen und damit deren Interesse an den Wissenschaften wecken w\u00fcrde. Seiner Meinung nach durfte der Botanische Garten den wissenschaftlichen Forschungsansatz zwar nicht vernachl\u00e4ssigen, sollte aber zugleich den entwurzelten St\u00e4dtern erm\u00f6glichen, ein gesundes Verh\u00e4ltnis zur Natur wiederzufinden bzw. zu behalten. Bemerkenswert ist das vom Direktor Gilles Vincent vorgestellte  Bildungsprogramm des Montrealer Gartens, das von siebzig Mitarbeitern getragen wird.<br \/>\nWeitere Schwerpunkte bildeten die globalen Programme zur Erhaltung der Pflanzenvielfalt als neue Aufgabe von botanischen G\u00e4rten. Auch in der Pr\u00e4sentation der als Weltkulturerbe gesch\u00fctzten Royal Botanic Gardens Kew wurde ein gro\u00dfer Schwerpunkt auf die Umsetzung solcher Programme gesetzt.<br \/>\nMit der Vorstellung des Gartenpflegewerkes f\u00fcr den Botanischen Garten Berlin-Dahlem wurde deutlich, dass sich aus dem Bildungsauftrag, aber auch aus der Notwendigkeit der Erwirtschaftung von Eigeneinnahmen  eine Vielzahl von \u00e4sthetischen, p\u00e4dagogisch-didaktischen und funktionalen Aspekten ergeben, die ber\u00fccksichtigt werden m\u00fcssen, um eine hohe Qualit\u00e4t der Anlagen und damit eine hohe Attraktivit\u00e4t f\u00fcr Besucher zu gew\u00e4hrleisten. Es wurde deutlich, dass die Gartendenkmalpflege ein wichtiges Instrument zur Qualit\u00e4tssicherung bei der Gestaltung, Entwicklung, Wissensvermittlung, Pflege, Bewirtschaftung und Vermarktung ist.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Symposium erreichte mit 124 Teilnehmern aus sechs L\u00e4ndern eine internationale Fach\u00f6ffentlichkeit. Der Informationsaustausch erfolgte zwischen Wissenschaftlern und Mitarbeitern aus den Fachgebieten Botanik, Denkmalpflege, Museologie, Landschaftsplanung. Die Vertreter kamen aus Hochschulen, Botanischen G\u00e4rten und Museen, Denkmalfachbeh\u00f6rden, Schl\u00f6sser-Stiftungen, Wissenschaftsorganisationen, Freundes- und F\u00f6rderkreisen und Planungsb\u00fcros. Begleitend zu den Vortr\u00e4gen und Diskussionen informierte eine Ausstellung \u00fcber das Gartenpflegewerk Botanischer Garten Berlin-Dahlem. Es ist geplant, die Beitr\u00e4ge zu redigieren und als Buch sowohl in einer Ver\u00f6ffentlichungsreihe des BGBM als auch des LDA Berlin zu publizieren. In der Fachzeitschrift Stadt+Gr\u00fcn erscheint in der August-Ausgabe 2009 ein ausf\u00fchrlicher Bericht \u00fcber das Symposium.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Ein Gartenpflegewerk wurde in der Diskussion mit Podium und Auditorium als geeignetes und notwendiges Instrument angesehen zur<br \/>\n&#8211; Charakterisierung und Aufgabenakzentuierung der einzelnen botanischen G\u00e4rten<br \/>\n&#8211; Aufbereitung von Entscheidungsgrundlagen f\u00fcr den Abw\u00e4gungsprozess zwischen verschiedenen<br \/>\n   Zielen<br \/>\n&#8211; Verbesserung der Transparenz von Entscheidungsprozessen<br \/>\n&#8211; Unterst\u00fctzung der Evaluierung und Verbesserung des Marketings botanischer G\u00e4rten<br \/>\n&#8211; Unterst\u00fctzung der Akquirierung notwendiger wirtschaftlicher Mittel<br \/>\n&#8211; Herstellung eines Gleichgewichts zwischen Bewahren und \u00d6ffnen f\u00fcr neue Entwicklungen.<br \/>\nEs wurde allen Eigent\u00fcmern Botanischer G\u00e4rten empfohlen, aus vorgenannten Gr\u00fcnden Gartenpflegewerke f\u00fcr ihre Anlagen erstellen zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Bedeutung historischer botanischer G\u00e4rten als Kulturgut und als Gegenstand der Wissenschaftsgeschichte und der Gartenkunst wird nicht in allen historischen Anlagen Rechnung getragen. H\u00e4ufig wird der Denkmalaspekt als Einschr\u00e4nkung der wissenschaftlichen Nutzung botanischer G\u00e4rten angesehen. \u00d6konomische Zw\u00e4nge bei der erforderlichen Pflege und Unterhaltung gestatten zudem in vielen botanischen G\u00e4rten Nutzungen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[58,2423],"class_list":["post-24811","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-berlin","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"26165\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"","dbu_projektdatenbank_bsumme":"24.500,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Freie Universit\u00e4t Berlin\nZE Botanischer Garten und Botanisches Museum","dbu_projektdatenbank_strasse":"K\u00f6nigin-Luise-Str. 6 - 8","dbu_projektdatenbank_plz_str":"14195","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Berlin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2008-11-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2009-08-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"9 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"030\/838-50100","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Berlin","dbu_projektdatenbank_foerderber":"138","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24811","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24811\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37814,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24811\/revisions\/37814"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24811"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24811"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24811"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}