{"id":24807,"date":"2023-09-24T10:32:29","date_gmt":"2023-09-24T08:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26150-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:31","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:31","slug":"26150-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26150-01\/","title":{"rendered":"Wildsch\u00e4den im Wald &#8211; Monitoring, Bewertung, Schalenwildmanagement"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Aufgrund der naturfernen Zusammensetzung der brandenburgischen W\u00e4lder soll der Anteil naturgem\u00e4\u00dfer standortgerechter Baumarten erh\u00f6ht werden. Die Waldverj\u00fcngung ist oft durch mangelnde Samenb\u00e4ume, lange Verj\u00fcngungszeitr\u00e4ume und gebietsweise \u00fcberh\u00f6hte Schalenwildbest\u00e4nde erschwert. Um den Standortfaktor Schalenwild erfassen zu k\u00f6nnen, sollen objektive Verfahren zur Erfassung des durch Schalenwild verursachten Verbisses f\u00fcr unterschiedliche Untersuchungsregionen erarbeitet und implementiert sowie individuelle Pl\u00e4ne zum Schalenwildmanagement entwickelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNach der Auswahl der Untersuchungsgebiete und Beschaffung von Daten- und Kartenmaterial zur naturalen, jagdlichen und wirtschaftlichen Situation werden die jeweiligen forstlichen Wirtschaftsziele definiert und darauf aufbauend individuelle Verfahren zur praktischen Umsetzung des Verbissmonitorings in den Untersuchungsgebieten entwickelt (Stichprobenplanung). Nach Durchf\u00fchrung der Verbisserhebung erfolgen die statistische Datenauswertung und die Evaluation des Verfahrens im Hinblick auf Genauigkeit und Praktikabilit\u00e4t der eingesetzten Methoden. Auf Grundlage der betrieblichen Zielstellungen werden \u00fcberdies f\u00fcr die Untersuchungsgebiete individuelle Bewertungsrichtlinien erarbeitet und die Monitoringergebnisse entsprechend evaluiert. Die Evaluierungsergebnisse bilden die Grundlage f\u00fcr forstbetriebliche Ma\u00dfnahmenpl\u00e4ne, die wiederum die Basis f\u00fcr fl\u00e4chenbezogene  Wildtiermanagementkonzepte sind. Abschlie\u00dfend erfolgt eine synoptische Bewertung der angewandten Verfahren hinsichtlich ihrer Eignung, den Wildverbiss in unterschiedlichen Untersuchungsgebieten zu sch\u00e4tzen und Grundlagen f\u00fcr individuell angepasste Vorschl\u00e4ge f\u00fcr ein regionalspezifisches Wildtiermanagement liefern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach insgesamt drei Testerhebungen wurde ein Inventurverfahren sowie ein Konzept zur Verbissscha-densbewertung entwickelt. Das Konzept zur Verbissschadensbewertung beruht auf der Annahme, dass ein verbissener Baum im Bestand nur dann einen Schaden f\u00fcr den Wirtschafter bedeutet, wenn er die Umsetzung der Betriebsziele verhindert oder verlangsamt. Eine Schadensbewertung kann somit nur er-folgen, wenn die Ziele hinsichtlich der zu verj\u00fcngenden Best\u00e4nde, der Zielbaumarten und ihrer Mischungsanteile sowie der Mindestanzahl an unverbissenen Verj\u00fcngungspflanzen auf der Fl\u00e4che klar definiert sind.<br \/>\nZur Erm\u00f6glichung eines schlanken, objektiven Inventurverfahrens werden die Best\u00e4nde nach Standort-bedingungen, derzeitiger und geplanter Bestockung (Bestandeszieltypen) stratifiziert. In einem 6-stufigen Bewertungsschema wird der Verbissschaden bewertet. Durch den Vergleich der vorhandenen Anzahl unverbissener Zielverj\u00fcngungspflanzen mit der angestrebten Mindestzahl unverbissener Zielverj\u00fcn-gungspflanzen wird die aktuelle Schadenssituation innerhalb eines Stratums bewertet. Durch Hochrech-nung der Schadentwicklung mit Hilfe des Verbissprozentes wird das Schadensausma\u00df an der Zielver-j\u00fcngung bei Verlassen der durch Wild gef\u00e4hrdeten H\u00f6henklassen gesch\u00e4tzt. Der Verbiss an Baumarten, die nicht unter das wirtschaftliche Bestandesziel fallen, wird mit Hilfe des Verbissprozentes ebenfalls quantifiziert.<br \/>\nVor dem Hintergrund der Bewertung ist allein die Aufnahme von Verbiss in denjenigen Best\u00e4nden rele-vant, die sich in der Erneuerungsphase befinden. F\u00fcr waldbauliche Ziele ist au\u00dferdem haupts\u00e4chlich der Verbiss an den Zielbaumarten in den jeweiligen Best\u00e4nden relevant. Um sicherzustellen, dass nur rele-vante Best\u00e4nde beprobt werden, werden die laut Betriebsziel verj\u00fcngungsf\u00e4higen Best\u00e4nde bereits vor der Aufnahme im Feld definiert.<br \/>\nDie Fl\u00e4chenvorauswahl f\u00fcr die Stichproben geschieht anhand von m\u00f6glichst aktuellen Luftbildern mit Hilfe von ArcGis und vorhandenen Bestandesinformationen. Mit der Altersinformation der Best\u00e4nde wer-den die verj\u00fcngungsf\u00e4higen Fl\u00e4chen am Luftbild unter dem Kriterium des maximal vertretbaren Kronen-schlussgrades (z.B. ? 0,8) ausgew\u00e4hlt. Aus diesen stand\u00f6rtlichen Komponenten und den verj\u00fcngungsf\u00e4-higen Best\u00e4nden ergeben sich verschiedene Straten f\u00fcr die Verbissaufnahmen. Die Aufnahmepunkte werden durch ein systematisches Raster bestimmt.<br \/>\nDie Aufnahmepunkte werden mittels GPS-Ger\u00e4t aufgesucht und markiert. Im Probekreis werden die n\u00e4chsten n B\u00e4ume zum Probekreismittelpunkt aufgenommen, bis entweder n = 20 Individuen der jewei-ligen Zielbaumarten oder der Maximalradius von 5 m erreicht ist, wobei die Entfernung der vom Mittel-punkt am weitesten entfernten Pflanze jeder Zielbaumart bestimmt wird.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse aus der Verfahrensentwicklung wurden der \u00d6ffentlichkeit auf verschiedene Weise zur Verf\u00fcgung gestellt. Neben den jeweiligen Berichten f\u00fcr die Kooperationspartner wurde das Datenaus-wertungsprogramm BISSdato zur freien Verf\u00fcgung ins Internet gestellt. Eine Brosch\u00fcre sowie ein Falt-blatt \u00fcber das entwickelte Biss-Verfahren sind ebenfalls \u00fcber die Website der Hochschule zu beziehen. Zum Projektende gab es eine Abschlussveranstaltung an der Hochschule f\u00fcr nachhaltige Entwicklung Eberswalde, bei der das Verfahren und die Anwendungsbereiche einem gro\u00dfen Publikum pr\u00e4sentiert wurden. Wissenschaftliche Beitr\u00e4ge wurden in Form eines Artikels in einem wild\u00f6kologischen Tagungs-band sowie eines Posterbeitrags auf einer Tagung erstellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Verfahrensentwicklung, Testerhebungen und die Kooperation mit den Partnern sind insgesamt erfolg-reich verlaufen, so dass das Projekt planm\u00e4\u00dfig abgeschlossen werden konnte. Innerhalb der Projekt-laufzeit konnten alle Ziele erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Aufgrund der naturfernen Zusammensetzung der brandenburgischen W\u00e4lder soll der Anteil naturgem\u00e4\u00dfer standortgerechter Baumarten erh\u00f6ht werden. 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