{"id":24801,"date":"2026-03-08T10:32:04","date_gmt":"2026-03-08T09:32:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26125-01\/"},"modified":"2026-03-08T10:32:05","modified_gmt":"2026-03-08T09:32:05","slug":"26125-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26125-01\/","title":{"rendered":"Verringerung von Risikopotenzialen auf Grund landwirtschaftlicher Nutzung f\u00fcr den Naturschutz im Peenetal"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das geplante Vorhaben leistet einen Beitrag zur Reduzierung von Umweltrisiken in den Randbereichen des Peenetals, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung der angrenzenden Fl\u00e4chen entstehen. Hierzu z\u00e4hlen Risiken durch Stoffaustr\u00e4ge aus den landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen und Beeintr\u00e4chtigungen der Biodiversit\u00e4t an den Schutzgebietsr\u00e4ndern. Es wurde eine Methode entwickelt, die einem kooperativen Ansatz folgt, indem landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen freiwilliger Ma\u00dfnahmen eingebunden werden. Teilziel f\u00fcr die Methodenentwicklung war es, mit einem f\u00fcr die Praxis leistbaren geringen Aufwand Verdachtsfl\u00e4chen bzw. Risikofl\u00e4chen (priorit\u00e4re Fl\u00e4chen nach verschiedenen Kriterien) zu identifizieren und auf dieser Informationsgrundlage basierend Landwirte zur freiwilligen Teilnahme zu bewegen. Um einen effizienten F\u00f6rdermitteleinsatz zu erreichen, wurde auch die Ausschreibung gew\u00fcnschter Umweltleistungen f\u00fcr die Gebietskulisse gepr\u00fcft.<br \/>\nDer angestrebte effiziente Mitteleinsatz beruht auf zielgerichteten \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen der Landwirte. Dazu k\u00f6nnen die Landwirte (mit Unterst\u00fctzung eines Beraters) die Bewertungs- und Managementsoftware MANUELA des Institutes f\u00fcr Umweltplanung der Universit\u00e4t Hannover einsetzen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIn einem ersten Arbeitsschritt wurde eine Risikoanalyse zur Auswahl priorit\u00e4rer Fl\u00e4chen entwickelt, auf denen vorrangig Ma\u00dfnahmen zur Verringerung von Umweltrisiken \u00f6konomisch effizient durchgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Diese Risikoanalyse basiert auf einem Verfahren zur Eingrenzung der in Frage kommenden Fl\u00e4chen auf Grundlage vorhandener und verf\u00fcgbarer Daten (ohne aufw\u00e4ndige Vor-Ort-Untersuchungen). Zur Beurteilung des Risikopotenzials werden die Daten in einem GIS kombiniert.<br \/>\nF\u00fcr die Fl\u00e4chen, denen im ersten Arbeitsschritt ein hohes Risiko zugeordnet wurde, wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens entsprechende Ma\u00dfnahmen bzw. Ma\u00dfnahmenb\u00fcndel differenziert nach den Risikopotenzialen f\u00fcr den Naturschutz, Bodenschutz und Wasserschutz entwickelt und angeboten. Auf der Grundlage von Literaturwissen, bestehenden Agrarumweltprogrammen sowie durch eine Befragung bzw. offene Gruppendiskussion eines Expertengremiums wurden zielgerichtete Ma\u00dfnahmen erarbeitet, die einen positiven Beitrag zur Reduzierung der jeweiligen Umweltrisiken leisten k\u00f6nnen.<br \/>\nZudem wurde eine Akzeptanzuntersuchung bez\u00fcglich der Ma\u00dfnahmenauswahl sowie eventueller Kompensationsbetr\u00e4ge durchgef\u00fchrt. Zur Unterst\u00fctzung der Landwirte wurde das Naturschutzmanagementsystem MANUELA f\u00fcr die im Peenetal relevanten Ma\u00dfnahmen weiterentwickelt und regional adaptiert. Dar\u00fcber hinaus wurde eine Methode zur \u00f6konomischen Bewertung der geplanten Ma\u00dfnahmen aus landwirtschaftlicher Sicht entwickelt. Weiterhin wurden auch Demonstrationsfl\u00e4chen (beispielhafte Umsetzung von Ma\u00dfnahmen) f\u00fcr die Beratung und Informationsbereitstellung sowie f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit eingerichtet.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr das Projekt konnte eine Methode zur Risikoanalyse und zur Ermittlung von priorit\u00e4ren Fl\u00e4chen entwickelt werden. Die Risikoanalyse hat aufgezeigt in welchen Bereichen ggf. Handlungsbedarf zum Schutz vor Erosion und Stoffeintr\u00e4gen in angrenzenden Naturschutzfl\u00e4chen besteht. Das Verfahren wurde mit den naturr\u00e4umlichen Daten des Projektgebietes erfolgreich erprobt. Auch die \u00dcbertragung der Methodik auf andere Gebiete mit abweichenden naturr\u00e4umlichen Gegebenheiten ist durch die Anpassung von Kriterien und mithilfe des Wichtungsschrittes m\u00f6glich. Derzeit l\u00e4uft dazu das Pilotprojekt Naturschutzberatung f\u00fcr Landnutzer in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Projekt wurde mit dem Landschaftspflegeverband Sternberger Endmor\u00e4nengebiet e. V. und der LMS Landwirtschaftsberatung MV\/SH GmbH mit der Unterst\u00fctzung des Ministeriums f\u00fcr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV initiiert. Die Hochschule Neubrandenburg hat daf\u00fcr im Rahmen dieses Projektes bereits erste Ergebnisse vorlegen k\u00f6nnen.<br \/>\nMit der erarbeiteten Risikoanalyse l\u00e4sst sich also eine Vorauswahl von Fl\u00e4chen f\u00fcr Agrarumweltma\u00dfnahmen, \u00f6kologische Vorrangfl\u00e4chen oder andere \u00f6kologisch orientierte Ma\u00dfnahmen treffen. Vorhandene, amtliche und offizielle Daten stellen hierf\u00fcr eine praktikable Grundlage dar. Einschr\u00e4nkungen ergeben sich derzeit noch durch die heterogene Datenlage und den noch nicht 100 %igen Digitalisierungsgrad.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Neben der Entwicklung von Projektflyern und Postern erfolgte die Projektpr\u00e4sentation auf den Internetseiten der Hochschule Neubrandenburg und der Universit\u00e4t Hannover. Das Projekt und dessen Ergebnisse wurden des Weiteren durch die aktive Teilnahme an 9 Fachtagungen bzw. Workshops pr\u00e4sentiert.<br \/>\nEiner breiten Fach\u00f6ffentlichkeit konnte das Projekt im Rahmen einer abschlie\u00dfenden Fachtagung in Neubrandenburg und durch die Leitung einer Exkursion der Deutschen Vernetzungsstelle l\u00e4ndlicher Raum n\u00e4her gebracht werden. Auch die angelegten Demonstrationsfl\u00e4chen trugen im Rahmen von Feldbegehungen zur \u00d6ffentlichkeitsarbeit bei. Es entstanden weiterhin 7 Ver\u00f6ffentlichungen, darunter in der Zeitschrift Naturschutz und Landschaftsplanung und abschlie\u00dfend in der Hochschulschriftenreihe, 7 Poster und 5 wissenschaftliche Vortr\u00e4ge (dt.\/engl.). Auch im Rahmen der Lehre wurde das Projekt mehrmals thematisiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>&#8211;\tMit der entwickelten Risikoanalyse l\u00e4sst sich eine Vorauswahl von Fl\u00e4chen f\u00fcr Agrarumweltma\u00dfnahmen, \u00f6kologischer Vorrangfl\u00e4chen oder anderer \u00f6kologisch orientierter Ma\u00dfnahmen treffen.<br \/>\n&#8211;\tMit diesem Ansatz l\u00e4sst sich die Treffergenauigkeit deutlich steigern, eine Fl\u00e4chenvorauswahl kann vergleichsweise effizient erfolgen, was gerade dann von Bedeutung ist, wenn es sich um gro\u00dfe Fl\u00e4chenareale handelt.<br \/>\n&#8211;\tDie Verkn\u00fcpfung der Ergebnisse der Risikoanalyse mit den Bewertungen aus MANUELA war Basis f\u00fcr eine Ableitung von Ma\u00dfnahmen. Eine begleitende Bewertung des Biotopentwicklungs- und Biotopverbundpotenzials ist vorteilhaft.<br \/>\n&#8211;\tDie Nutzung anerkannter, bewiesenerma\u00dfen wirksamer und gezielt anwendbarer Einzelma\u00dfnahmen ist wichtig f\u00fcr die Akzeptanz und Umsetzung der Ma\u00dfnahmen.<br \/>\n&#8211;\tEine Risikoanalyse wird vor allem dann die Zielgenauigkeit von \u00f6kologischen Ma\u00dfnahmen in der Ag-rarlandschaft erh\u00f6hen, wenn es sich um gro\u00dfe Gebietskulissen handelt oder sich die Nutzungsformen dynamisch ver\u00e4ndern.<br \/>\n&#8211;\tDie Risikoanalyse, die f\u00fcr das Peenetal beispielhaft erprobt wurde, l\u00e4sst sich durch die Anpassung von Kriterien und Gewichtungsfaktoren an unterschiedliche regionale Gegebenheiten anpassen.<br \/>\n&#8211;\tEin Teil der \u00d6kologisierungskomponente der zuk\u00fcnftigen GAP ist die Ausweisung von \u00f6kologischen Vorrangfl\u00e4chen. Ein hoher Bedarf k\u00f6nnte deshalb zuk\u00fcnftig im Bereich der Naturschutzberatung liegen, welche von einer fachlich fundierten Vorauswahl potenzieller Fl\u00e4chen profitieren w\u00fcrde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das geplante Vorhaben leistet einen Beitrag zur Reduzierung von Umweltrisiken in den Randbereichen des Peenetals, die aus der landwirtschaftlichen Nutzung der angrenzenden Fl\u00e4chen entstehen. Hierzu z\u00e4hlen Risiken durch Stoffaustr\u00e4ge aus den landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen und Beeintr\u00e4chtigungen der Biodiversit\u00e4t an den Schutzgebietsr\u00e4ndern. Es wurde eine Methode entwickelt, die einem kooperativen Ansatz [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":0,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[2422,63,50,2423],"class_list":["post-24801","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-landnutzung","tag-mecklenburg-vorpommern","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"26125\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-26125.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"395.147,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Hochschule Neubrandenburg\nFachbereich Agrarwirtschaft und\nLebensmittelwissenschaften","dbu_projektdatenbank_strasse":"Brodaer Str. 2","dbu_projektdatenbank_plz_str":"17033","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Neubrandenburg","dbu_projektdatenbank_p_von":"2008-12-01 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2012-12-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"4 Jahre und 1 Monat","dbu_projektdatenbank_telefon":"0395 5693 2101","dbu_projektdatenbank_inet":"","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Mecklenburg-Vorpommern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"126","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"DBU-Abschlussbericht-AZ-26125.pdf","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24801","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24801\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37804,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24801\/revisions\/37804"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24801"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24801"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24801"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}