{"id":24797,"date":"2023-09-30T10:32:32","date_gmt":"2023-09-30T08:32:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26101-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:33","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:33","slug":"26101-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26101-01\/","title":{"rendered":"Einsatz von Recycling-Material aus mineralischen Baustoffen als Zuschlag in der Betonherstellung am Beispiel einer Wohnbebauung an der Rheinallee in Ludwigshafen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Verwendung von Transportbeton, dessen Rezepturen in Anteilen auf sekund\u00e4re, aus mineralischen Bauabf\u00e4llen gewonnene Gesteinsk\u00f6rnungen zur\u00fcckgreifen, war in Deutschland unbekannt. Obwohl erste Forschungsergebnisse aus den 90er Jahren die M\u00f6glichkeiten und Regelwerke Einsatzoptionen aufzeigten, wurde dieser Ressourcen schonende Baustoff jedoch in Deutschland nicht in der Praxis erprobt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Abfallmassenstr\u00f6men gelang es daher bis dato nicht, Bauschutt so aufzubereiten, dass er als Bestandteil eines hochwertigen Baustoffes wieder im Hochbau verwendet werden kann und damit einen geschlossenen Materialkreislauf herzustellen.<br \/>\nZielsetzung war es daher, \u00fcber eine intensive Begleitung eines Pilotbauvorhabens diesem Baustoff auf dem Markt zum Durchbruch zu verhelfen. Neben der fachlichen wissenschaftlichen Begleitung v. a. der Rezepturentwicklungen geh\u00f6rte hierzu eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenW\u00e4hrend die Projektpartner Scherer+Kohl sowie TBS vor allem die Rezepturen f\u00fcr die RC-Gesteinsk\u00f6rnungen und den RC-Beton entwickelten und die Herstellungsprozesse entsprechend modifizierten und optimierten, lagen die Hauptaufgaben der Projektpartner IFEU und BTU in der intensiven wissenschaftlichen Begleitung. Das Projekt erstreckte sich \u00fcber 3 Phasen, die sich folgenderma\u00dfen charakterisieren lassen:<br \/>\nIn einer ersten Phase wurde in intensiven Gespr\u00e4chen mit Vertretern aller Akteursgruppen die Situation im Raum Mannheim-Ludwigshafen erhoben. Parallel dazu wurden die Rezepturen f\u00fcr RC-Gesteinsk\u00f6rnungen und f\u00fcr den RC-Beton entwickelt sowie die gesamte Prozesskette beginnend mit dem Abbruch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten optimiert. Es wurden acht Sorten RC-Beton hergestellt und bewertet. Mit Beginn des Bauvorhabens erfolgte eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit. Die dritte Projektphase nach Abschluss des eigentlichen Bauvorhabens diente der Dokumentation des Projekts und seiner Erkenntnisse. \u00dcber weitere Veranstaltungen in anderen Regionen wurden die Erfahrungen kommuniziert und weitere Impulse gesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Optimierung der Prozesskette selektiver Abbruch von Geb\u00e4uden, Stoffstrommanagement auf den Baustellen und in der Bauschuttaufbereitungsanlage, sowie eine optimierte Behandlung inklusive einer zweiten nassen Aufbereitungsstufe haben zu hervorragenden Qualit\u00e4ten der erzeugten RC-Gesteine gef\u00fchrt. Es wurde eine Gesteinsk\u00f6rnung hergestellt, die nahezu zu 100% aus gebrochenem Altbeton bestand und zudem quasi keine Fremdbestandteile aufwies. Die Gesteinsk\u00f6rnungen hatten damit bauphysikalische Eigenschaften, die sehr nah an diejenigen heranreichten, die aus gebrochenem Prim\u00e4rgestein zur Herstellung von konventionellem Beton verwendet werden.<br \/>\nAuf Basis dieser Gesteinsk\u00f6rnung war es m\u00f6glich, Betonrezepturen zu entwickeln, die einerseits im maximal erlaubten Umfang auf RC-Gesteinsk\u00f6rnungen zur\u00fcckgreifen, ohne andererseits dies durch insbesondere h\u00f6here Anteile an Zement ausgleichen zu m\u00fcssen. \u00dcber alle Betonrezepturen zeigten sich hervorragende Frisch- und Festbetoneigenschaften, ohne Abstriche gegen\u00fcber konventionellen Betonen. Die sehr guten Betoneigenschaften wurden auch von den Verantwortlichen des mit dem Bau beauftragten Generalunternehmens Fa. Weisenburger aus Rastatt im Rahmen der Baustellenbesichtigungen immer wieder bekr\u00e4ftigt.<br \/>\nUnter diesen Randbedingungen zeigt sich der Baustoff RC-Beton gegen\u00fcber der konventionellen Produktion von Transportbeton sowohl aus \u00f6kologischer als auch aus Sicht des Ressourcenschutzes vorteilhaft.<br \/>\nDer mit der Herstellung von hochwertigen RC-Gesteinsk\u00f6rnungen verbundene Aufwand entspricht in etwa dem Aufwand, der zur Herstellung einer nutzengleichen Gesteinsk\u00f6rnung aus Naturstein ben\u00f6tigt wird, mit sowohl im Prim\u00e4r- als auch im Sekund\u00e4rgesteinsbereich von Anlage zu Anlage bestehenden Unterschieden. Durch die nahezu identischen Rezepturen liegen auch die Aufwendungen in der Betonherstellung in etwa gleich.<br \/>\nDer systemimmanente Vorteil des Baustoffs RC-Beton ergibt sich aus der Vermeidung eines Eingriffs in Natur- und Landschaft, der mit dem Abbau von Prim\u00e4rgesteinen zwangsl\u00e4ufig verbunden ist. Dieser Vorteil wird aus \u00f6kologischer Sicht dann deutlich best\u00e4rkt, wenn auch Transportkilometer insbesondere im Schwerlastverkehr auf der Stra\u00dfe eingespart werden k\u00f6nnen. Dieser Vorteil ergibt sich dann, wenn sich Bauschuttrecyclinganlagen r\u00e4umlich n\u00e4her zur Baustoffnachfrage befinden. Dies ist tendenziell immer dann der Fall, wenn die Bauma\u00dfnahmen in den Ballungsr\u00e4umen oder gar St\u00e4dten angesiedelt sind. W\u00e4hrend genau dort \u00fcber Abbruch-\/ R\u00fcckbau- und Umbauma\u00dfnahmen das Sekund\u00e4rmaterial als Rohstoff entsteht, befinden sich die Standorte zur Gewinnung der Prim\u00e4rgesteine meist in eher peripheren R\u00e4umen. Generell verlagert sich das Baugeschehen jedoch immer mehr in diese Ballungsr\u00e4ume, was RC-Beton auch aus \u00f6konomischer Sicht zuk\u00fcnftig immer vorteilhafter werden l\u00e4sst. Transporte stellen gerade bei derartigen Baustoffen einen wichtigen Kostenfaktor dar.<br \/>\nDer Baustoff RC-Beton konnte sich deshalb in Ludwigshafen in gewissem Umfang auf dem Markt be-haupten und hat sich im Raum Stuttgart nachhaltig etablieren k\u00f6nnen. Aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Forschungsprojekt haben dort mittlerweile drei Transportbetonwerke verschiedene Sorten an RC-Beton in ihr Standardangebot aufgenommen. In diesen Werken werden alle Betone f\u00fcr den konven-tionellen Hausbau entsprechend der Richtlinie des Deutschen Ausschusses f\u00fcr Stahlbeton als RC-Betone hergestellt und vermarktet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Um \u00fcber die Baustoffalternative RC-Beton zu informieren und um sich bei Bauherren, Baufirmen und Transportbetonunternehmen um Akzeptanz zu bem\u00fchen, wurde im Rahmen des Projektes gro\u00dfen Wert auf \u00d6ffentlichkeitsarbeit gelegt. Neben zahlreichen Baustellenf\u00fchrungen beinhaltete diese zahlreiche Vortr\u00e4ge im Rahmen von Seminaren, Tagungen und anderen Veranstaltungen im In- und Ausland. Mit www.rc-beton.de wurde zudem auch eine Informationsplattform im Internet etabliert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>\u00dcber das Forschungsprojekt ist ein wichtiger Impuls gesetzt worden, der in der Folge zu einer nachhaltigen Aufnahme des ressourcenschonenden Baustoffs zun\u00e4chst im Baustoffmarkt des Raums Stuttgart gef\u00fchrt hat. Eine zuk\u00fcnftige weitere Verbreitung ist wahrscheinlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Verwendung von Transportbeton, dessen Rezepturen in Anteilen auf sekund\u00e4re, aus mineralischen Bauabf\u00e4llen gewonnene Gesteinsk\u00f6rnungen zur\u00fcckgreifen, war in Deutschland unbekannt. 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