{"id":24776,"date":"2023-09-30T10:32:29","date_gmt":"2023-09-30T08:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/26023-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:32","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:32","slug":"26023-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/26023-01\/","title":{"rendered":"Software-basierte Entscheidungshilfe zur Bestimmung kosteneffizienter Kompensationszahlungen f\u00fcr Biodiversit\u00e4tsschutzma\u00dfnahmen in einer sich \u00e4ndernden Umwelt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Eine wichtige Anforderung an die Ausgestaltung biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernder Landnutzungsprogramme (z. B. im Kontext von Agrarumweltma\u00dfnahmen) ist, dass sie kosteneffizient sind, d. h. dass mit den vorhande-nen finanziellen Ressourcen ein m\u00f6glichst hohes Biodiversit\u00e4tsniveau erzielt wird.<br \/>\nZiel des Projektes ist es, mit Hilfe eines Modellierungsverfahrens eine benutzerfreundliche, softwarebasierte Entscheidungshilfe bereitzustellen, die es dem Nutzer erm\u00f6glicht, die Wirkungen von ausgew\u00e4hlten Gr\u00fcnlandma\u00dfnahmen auf gef\u00e4hrdete Arten in den Bundesl\u00e4ndern Sachsen und Schleswig-Holstein f\u00fcr vom Nutzer ausgew\u00e4hlte Budgets zu bestimmen. Dar\u00fcber hinaus besteht die M\u00f6glichkeit, die Kosteneffizienz bestehender oder geplanter Artenschutzprogramme im Gr\u00fcnland abzusch\u00e4tzen sowie Managementzielfunktionen zu definieren, z. B. \u00dcberlebensf\u00e4higkeit von mehreren ausgew\u00e4hlten Arten, und diese bei gegebenem Budget zu maximieren. Die Software soll au\u00dferdem so entwickelt werden, dass ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen (wie zum Beispiel Klima\u00e4nderungen) integriert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls eine geeignete Methode zur Bestimmung kosteneffizienter Kompensationszahlungen f\u00fcr biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahmen hat sich die \u00f6kologisch-\u00f6konomische Modellierung erwiesen. Ein von den Antragstellern entwickeltes \u00f6kologisch-\u00f6konomisches Modellierungsverfahren zur Bestimmung kosteneffizienter Kompensationszahlungen f\u00fcr Artenschutzma\u00dfnahmen wird auf den Schutz mehrerer Arten auf gr\u00f6\u00dferer r\u00e4umlicher Ebene und auf sich wandelnde Umweltbedingungen erweitert. Zun\u00e4chst werden vorbereitende Untersuchungen durchgef\u00fchrt (Auswahl und Steckbriefe der Arten), w\u00e4hrend in den darauf folgenden Arbeitsschritten jeweils eines der vier Module (I-IV) der Software entwickelt wird. Modul I umfasst die agrar\u00f6konomischen Kostenberechnungen, die \u00f6kologische Modellierung und anschlie\u00dfende Optimierung entsprechen Modul II und III. In Modul IV findet die Softwareentwicklung einschlie\u00dflich Benutzeroberfl\u00e4che statt. Eine Verbreitung der Ergebnisse und der Software wird am Projektende mit Hilfe von Veranstaltungen und Publikationen erfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In dem Projekt SOKO Bio wurde erfolgreich die Software Ecopay entwickelt. Ecopay ist eine softwarebasierte Entscheidungsunterst\u00fctzung f\u00fcr die \u00f6kologisch wirksame und kosteneffiziente Ausgestaltung von Zahlungen f\u00fcr Landnutzungsma\u00dfnahmen zum Schutz gef\u00e4hrdeter Gr\u00fcnlandarten (15 gef\u00e4hrdete Vogelarten und 15 gef\u00e4hrdete Schmetterlingsarten) und Lebensraumtypen (7 seltene Gr\u00fcnlandtypen) f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder Sachsen und Schleswig-Holstein. Der Anwender kann als Schutzziele eine, mehrere oder alle dieser Arten und Lebensraumtypen w\u00e4hlen und den Schutz der verschiedenen Arten und Lebensraumtypen gewichten, um seine Pr\u00e4ferenzen f\u00fcr spezifische Schutzziele auszudr\u00fccken. Ecopay enth\u00e4lt insgesamt 475 verschiedene Landnutzungsma\u00dfnahmen (verschiedene Mahd-, M\u00e4hweide- und Weideverfahren), die \u00fcber Agrarumweltma\u00dfnahmen gef\u00f6rdert werden k\u00f6nnten.<br \/>\nEcopay ist als flexible Software entwickelt worden, d.h. der Nutzer kann \u00f6konomische und \u00f6kologische Parameter ver\u00e4ndern. Dadurch kann die Software an sich \u00e4ndernde \u00f6kologische und \u00f6konomische Verh\u00e4ltnisse angepasst werden (z. B. Preis\u00e4nderungen f\u00fcr landwirtschaftliche G\u00fcter oder Klimaver\u00e4nderungen) sowie an verbessertes Wissen \u00fcber die Auswirkungen von Landnutzungsma\u00dfnahmen auf Arten.<br \/>\nFolgende M\u00f6glichkeiten der Entscheidungsunterst\u00fctzung bietet Ecopay:<br \/>\no\teine Bewertung der Wirkungen von existierenden oder geplanten Agrarumweltma\u00dfnahmen in Sachsen und Schleswig-Holstein auf gef\u00e4hrdete Gr\u00fcnlandarten und -lebensraumtypen f\u00fcr verschiedene, vom Anwender auszuw\u00e4hlende Budgets,<br \/>\no\tdie Bestimmung der Kosteneffizienz von existierenden oder geplanten Agrarumweltma\u00dfnahmen und<br \/>\no\tdie Identifizierung von Agrarumweltma\u00dfnahmen, die f\u00fcr ausgew\u00e4hlte Budgets den Schutz von vom Anwender ausgew\u00e4hlte Arten- und Lebensraumtypen maximiert.<\/p>\n<p>Im letzten Projektjahr wurden auf der Grundlage des Prototyps der Software in Diskussion mit den Projektpartnern zahlreiche Anpassungen und Verbesserungen der einzelnen Module (agrar\u00f6konomischen Kostenberechnungen, \u00f6kologisches Modell, Optimierungsalgorithmus, Benutzeroberfl\u00e4che, Softwarecode und Datenbank) vorgenommen. Die Validierung der Softwareergebnisse erfolgte zus\u00e4tzlich in Treffen mit den Projektpartnern in Sachsen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Zur Verbreitung von Ecopay fanden Anwenderworkshops in Molfsee, Berlin und Dresden-Klotzsche statt. Au\u00dferdem wurde die Software u. a. im Ministerium Rheinland-Pfalz in Mainz pr\u00e4sentiert. Zuk\u00fcnftige Pr\u00e4sentationen sowie Ver\u00f6ffentlichungen zu Ecopay sind auf der Projekthomepage http:\/\/page.mi.fu-berlin.de\/austurm\/SokoBio\/publicationen.html abrufbar (u. a. Pr\u00e4sentation bei der Woche der Umwelt 2012).<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt wurde entsprechend des Zeitplans mit zwei kostenneutralen Verl\u00e4ngerungen erfolgreich abgeschlossen. Die Software Ecopay inklusive Benutzerhandbuch ist abrufbar unter http:\/\/page.mi.fu-berlin.de\/austurm\/SokoBio\/software.html.<br \/>\nAuf den Anwenderworkshops in den Bundesl\u00e4ndern Schleswig-Holstein (Molfsee) und Sachsen (Dresden-Klotzsche) sowie dem nationalen Workshop in Berlin zum Projektabschluss gab es angeregte Dis-kussionen mit den interessierten Teilnehmern zu Anwendungsfragen der Software.<\/p>\n<p>Die Software wurde am Beispiel des Schutzes von gef\u00e4hrdeten Gr\u00fcnlandarten und Lebensraumtypen in den Bundesl\u00e4ndern Sachsen und Schleswig-Holstein entwickelt, ist aber im Prinzip auch auf andere Bundesl\u00e4nder und Regionen in Europa sowie auf die Ackerlandbewirtschaftung \u00fcbertragbar. Der andauernde R\u00fcckgang der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften ist ein Umweltproblem von europaweiter Bedeutung und die entwickelte Software besitzt erhebliches Potenzial zur L\u00f6sung dieses Problems beizutragen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Eine wichtige Anforderung an die Ausgestaltung biodiversit\u00e4tsf\u00f6rdernder Landnutzungsprogramme (z. B. im Kontext von Agrarumweltma\u00dfnahmen) ist, dass sie kosteneffizient sind, d. h. dass mit den vorhande-nen finanziellen Ressourcen ein m\u00f6glichst hohes Biodiversit\u00e4tsniveau erzielt wird. 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