{"id":24746,"date":"2023-07-13T15:26:40","date_gmt":"2023-07-13T13:26:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25903-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:40","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:40","slug":"25903-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25903-01\/","title":{"rendered":"Rekonstruktion des anthropogen \u00fcberformten Renaissance-Gartens an Schloss Philippsburg als Beitrag zur Bewahrung der historischen Kulturlandschaft (UNESCO-Weltkulturerbe Mittelrhein)"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der historische Garten bei Schloss Philippsburg, einem der ersten Renaissanceschl\u00f6sser am Mittelrhein, ist durch anthropogene Zerst\u00f6rungen (Vernachl\u00e4ssigung, Bau der Bahnlinie) v\u00f6llig verschwunden. Durch die geplante Ma\u00dfnahme wird dieser Zustand korrigiert, das Erscheinungsbild von Schloss Philippsburg, die rheinseitige Ufergestaltung sowie der landschaftliche Gesamteindruck positiv beeinflusst und eine landschaftlich-denkmalpflegerische Disharmonie des Umweltbildes beseitigt. Schloss Philippsburg, der Renaissancegarten, die Uferpromenade und der Rhein mit der hoch gelegenen Marksburg sollen als ein harmonisches optisches Gesamtensemble erkennbar sein.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAuf Grundlage einer detaillierten Darstellung des ehem. Renaissancegartens aus dem Jahre 1608 wurde ein Ausf\u00fchrungsplan erstellt, der einerseits die historische Grundaussage einer kleinteiligen Beetgestaltung aufgreift, andererseits aber auch der verringerten zur Verf\u00fcgung stehenden Fl\u00e4che gerecht wird.<br \/>\nDie geplante Bepflanzung (Stauden, Kr\u00e4uter, Buchsbaum) lehnt sich streng an historisch f\u00fcr die Renaissance belegte Pflanzenarten an.<br \/>\nAls erstes wurde die gesamte Fl\u00e4che von Wildwuchs und st\u00f6renden Einbauten befreit. Nach Abschluss der Mauersanierung konnte mit den eigentlichen Arbeiten am Garten selbst begonnen werden. Zun\u00e4chst wurden die geplanten Wege ausgehoben, anschlie\u00dfend die wassergebundene Wegedecke eingebracht. Als n\u00e4chste Arbeitsschritte sind die Beetfl\u00e4chen hergerichtet und bepflanzt worden. Den Abschluss bildete eine Ausstattung des Gartens mit zeittypischen Accessoires (2 Springbrunnen aus Buntsandstein, 2 Buntsandsteinb\u00e4nke, Aufstellung von 12 geb\u00f6ttcherten Pflanzk\u00fcbeln im historischen Hof).<br \/>\nDie Abstimmung zwischen den Kooperationspartnern verlief gut und reibungslos.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das geplante Vorhaben, den historisch belegten und gut dokumentierten Renaissancegarten des Schlosses Philippsburg modellhaft wieder zu errichten, konnte in vollem geplanten Umfang realisiert werden. Damit ist ein kleines, aber historisch wichtiges Kulturreservat wiederhergestellt und somit die anthropogene Zerst\u00f6rung ein St\u00fcck weit r\u00fcckgebaut worden.<br \/>\nDurch die geschickte Mischung der ausgew\u00e4hlten, schon in der Renaissancezeit gebr\u00e4uchlichen Pflanzenarten stehen jeden Monat andere Pflanzen in Bl\u00fcte, so dass der Garten insgesamt ein farbenpr\u00e4chtiges, sich im Laufe des Jahres mehrmals wandelndes Bild abgibt. Dieser renaturalisierte Kleinraum dient zudem als Biotop f\u00fcr zahlreiche Kleintiere (Eidechsen, V\u00f6gel, Schmetterlinge, K\u00e4fer ec.).<br \/>\nDie verfolgten Ziele wurden in G\u00e4nze erreicht, die angewandten Methoden wichen nicht von der urspr\u00fcnglichen Planung ab. Der finanzielle Rahmen konnte wie geplant eingehalten werden.<br \/>\nDurch den \u00f6konomischen Einsatz der vorgesehenen Mittel, deren Gesamtbudget nicht \u00fcberschritten wurde, konnte die geplante Ma\u00dfnahme in \u00f6kologischer Hinsicht in vollem Ma\u00dfe realisiert werden. Das Verh\u00e4ltnis \u00f6konomischer Einsatz zu \u00f6kologischem Ergebnis entspricht somit v\u00f6llig der urspr\u00fcnglichen Planung.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Rahmen von T\u00e4tigkeitsberichten und in den eigenen Publikationsorganen ( Mitteilungen der DBV Ausgabe Nr. 96 12\/2008 und Nr. 98 07\/2009) wurde in angemessener Weise auf die Ma\u00dfnahme und Ihre F\u00f6rderer hingewiesen. Auch in der Zeitschrift Burgen und Schl\u00f6sser ist ein Beitrag \u00fcber den rekonstruierten Garten geplant. Ebenfalls wird er Thema einer Schautafel des Burgenlehrpfades. Auch die lokale Presse berichtete in mehreren Artikeln \u00fcber diese Er\u00f6ffnungsveranstaltung.<br \/>\nDie weitere Entwicklung im Laufe des Sommers zeigt, dass der Garten ausgesprochen gut von der \u00d6ffentlichkeit angenommen wird. Mehrmals t\u00e4glich kommen Einzelreisende, aber auch Touristengruppen, die den Garten entdecken und in ihm oder am Gel\u00e4nder im Hof verweilen. An den Ergebnissen partizipiert somit vor allem die breite \u00d6ffentlichkeit, aber auch interessierte Fachleute werden aufmerksam.<br \/>\nSomit entfaltet sich nach der Fertigstellung nun die \u00f6ffentliche Breitenwirkung. Es ist zudem angedacht, Braubach mit dem Renaissancegarten in das weitere Umfeld der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz einzubinden. Insgesamt sind somit f\u00fcr die Zukunft erhebliche Multiplikationseffekte zu erwarten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zu der von Anfang an vorhandenen Grundausstattung des zwischen 1567-71 errichteten Schlosses Philippsburg, einem der ersten Renaissanceschl\u00f6sser am Mittelrhein, geh\u00f6rte rheinseitig ein im Stil der Renaissance angelegter Garten. Dessen genaue Ausdehnung und Beeteinteilung zeigt eine Darstellung von Dilich aus dem Jahre 1608. Dieser mittlerweile durch anthropogene Eingriffe (insbesondere Bau der Bahntrasse) zerst\u00f6rte historische Garten, der zu einem der wenigen gut bekannten Renaissanceg\u00e4rten in Rheinland-Pfalz geh\u00f6rt, wird durch die geplante Rekonstruktion wieder erlebbar.<br \/>\nZudem wird mit der Wiedereinrichtung des Renaissancegartens in Schloss Philippsburg als p\u00e4dagogisch-historischem Schaugarten auf wissenschaftlicher Grundlage eine historische Kulturlandschaft im UNESCO Welterbegebiet Mittelrhein wieder in ihrem Gesamterscheinungsbild erfahrbar. Gleichzeitig wird ein Rundgang durch Braubach geschlossen, der vom historischen Ortskern \u00fcber Schloss Philippsburg zur Rheinpromenade mit seinen Rosenanlagen f\u00fchrt.<br \/>\nDie Rekonstruktion eines historisch gut belegten, aber durch anthropogen bedingte Ver\u00e4nderungen v\u00f6llig zerst\u00f6rten Renaissancegartens war eine reizvolle Aufgabe. Ihre Realisierung kann in jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden. Die dabei erprobte Vorgehensweise hat sich bestens bew\u00e4hrt und kann sicherlich als modellhafter Leitfaden f\u00fcr weitere, \u00e4hnliche Vorhaben angesehen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der historische Garten bei Schloss Philippsburg, einem der ersten Renaissanceschl\u00f6sser am Mittelrhein, ist durch anthropogene Zerst\u00f6rungen (Vernachl\u00e4ssigung, Bau der Bahnlinie) v\u00f6llig verschwunden. 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