{"id":24738,"date":"2023-09-24T10:32:26","date_gmt":"2023-09-24T08:32:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25861-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:28","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:28","slug":"25861-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25861-01\/","title":{"rendered":"Bedeutung von Umweltbildung und Umweltbewusstsein regionaler Akteure f\u00fcr die nachhaltige Landnutzung und Landwirtschaft in Kaliningrad &#8211; Entwicklungsstand und Handlungserfordernisse"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Zahlreiche Projekte befassen sich mit Fragen von umweltgerechter und nachhaltiger Landnutzung. Wie jedoch gehen die Akteure in der Landwirtschaft mit den Ergebnissen um, welche Konsequenzen ergeben sich f\u00fcr sie und ihre Arbeit daraus, wie nachhaltig k\u00f6nnen bzw. wollen sie selbst Projektempfehlungen umsetzen. Ausgehend von der Situation in der Landwirtschaft in Kaliningrad und Ostelbien besteht das Ziel des Projektes darin, durch Befragung von Landwirten, Sch\u00fclern, Studierenden\/Lernenden\/Lehrenden der Landwirtschaft sowie Entscheidungstr\u00e4gern f\u00fcr Landwirtschaft und Umweltschutz zu erfassen, welchen Kenntnisstand sie \u00fcber Umweltprojekte in der Region, deren Ergebnisse sowie zu Schutzgebieten und zu relevanten Verordnungen und Gesetzgebungen besitzen. Insbesondere gilt es, die Nachhaltigkeit der realisierten Projekte, die Bedeutung von Umweltbildungsma\u00dfnahmen und die Rolle der F\u00f6rderpolitik zu hinterfragen.<br \/>\nAus diesen Erkenntnissen werden gezielte Ma\u00dfnahmen und Handlungsempfehlungen abgeleitet, um die Zielgruppen f\u00fcr die Gedanken einer nachhaltigen Landnutzung zu sensibilisieren und vor allem die Entscheidungstr\u00e4ger dazu zu bef\u00e4higen, ihrerseits eine aktive Rolle bei der Durchsetzung der erforderlichen Ma\u00dfnahmen zu spielen. Die einbezogenen Auszubildenden k\u00f6nnen als Multiplikatoren dazu angeregt werden, auch sp\u00e4ter die Projektresultate aktiv durchzusetzen.<br \/>\nDie Kooperation der Modellregionen im Gebiet Kaliningrad und in Sachsen dient dazu, einen Erfahrungsaustausch anzuregen und Probleml\u00f6sungen gemeinsam zu diskutieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass positive Beispiele anschaulicher und besser durchsetzbar sind, als nur abstrakte Darstellungen.<br \/>\nDie als Projektabschluss im Handbuch dargestellten Erkenntnisse erm\u00f6glichen die Nutzung von Synergieeffekten und damit eine h\u00f6here Effizienz bei zuk\u00fcnftigen weiterf\u00fchrenden Projekten einer umweltgerechten und nachhaltigen Landwirtschaft.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden-\tErarbeitung von 2 Fallstudien (Kaliningrad, Ostelbien): sekund\u00e4rstatistische Analyse,<br \/>\n       Befragungen, Expertengespr\u00e4che, Erfassung von Projekte\/Ma\u00dfnahmen zur umweltgerechten<br \/>\n       und nachhaltigen Landnutzung<br \/>\n&#8211;\tVergleichsanalyse, Auswertung und Diskussion der Analyseergebnisse<br \/>\n&#8211;\tSchlussfolgerungen f\u00fcr Entscheidungstr\u00e4ger, Akteure vor Ort und an Umweltfragen<br \/>\n       interessierte \u00d6ffentlichkeit, um das Interesse f\u00fcr weitere Umweltaktivit\u00e4ten zu wecken und die<br \/>\n       grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit zu f\u00f6rdern<br \/>\n&#8211;\tPublikation eines Handbuches<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Analysen und Befragungen haben gezeigt, dass es sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede hinsichtlich der landwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der Produktion in Slavsk und Ostelbien gibt.<br \/>\nDie Auswertung der schriftlichen Befragungen der Landwirte und der Auszubildenden sowie der Expertenin-terviews zeigte zum einen Widerspr\u00fcche zwischen den Aussagen der einzelnen befragten Gruppen innerhalb des Untersuchungsgebietes. Andererseits sind auch die Antworten &#8211; trotz gleicher Fragestel-lungen &#8211; aus Ostelbien und Slavsk nur schwer vergleichbar. Allgemeine Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind sicherlich Unterschiede in der Wahrnehmung von Sachverhalten, im Wissensstand, in der pers\u00f6nlichen Einstellung, in der Herangehensweise an bestimme Probleme und Fragestellungen, in eigenen Erfahrungen. Aber auch die konkrete Situation vor Ort und die gesamtgesellschaftlichen Rahmenbedingungen spielen eine Rolle.<br \/>\nSo wurden z.T. Fragen nicht beantwortet, weil man sich nicht \u00e4u\u00dfern konnte oder wollte.<br \/>\nW\u00e4hrend f\u00fcr die Landwirtschaftsbetriebe in Ostelbien unterschiedliche F\u00f6rdermittelquellen zur Verf\u00fcgung stehen (EU, Bund und Land, Stiftungen, Organisationen), haben viele Slavsker Landwirte nur ihre eigenen Mittel, bzw. es stehen Subventionen aus Budgets der Oblast oder der F\u00f6deration zur Verf\u00fcgung. Hier gilt es, verbindliche Richtlinien, Vorgaben und Kriterien festzulegen, um mit dem Einsatz der Mittel die gew\u00fcnschten Ziele zu erreichen. Auf der anderen Seite verlangen die Rahmenbedingungen der Mittelvergabe von den  deutschen Landwirten oftmals viel b\u00fcrokratischen Aufwand und sind nicht selten mit Eingriffen in die Betriebsabl\u00e4ufe verbunden. Daher besteht die Notwendigkeit, nutzerfreundlichere Anreize zu schaffen.<br \/>\nBei den Untersuchungen in Ostelbien zeigt sich sehr deutlich, dass die Entwicklung der Landwirtschaft und des l\u00e4ndlichen Raumes in gro\u00dfem Ma\u00dfe von EU-Reglements gepr\u00e4gt ist. Es gibt eine Vielzahl von st\u00e4ndig aktualisierten Verordnungen, die es zu beachten gilt und deren Einhaltung kontrolliert wird, wenn finanzielle Beihilfen in Anspruch genommen werden. Aufgrund der oftmals sehr komplizierten F\u00f6rderrahmenbedingungen erfordern das Beantragungs- und Abrechnungsprozedere gro\u00dfen Aufwand und sind von einzelnen Landwirten kaum leistbar. Aber auch bei den umweltvertr\u00e4glich produzierenden Landwirten in Slavsk ist es nicht in erster Linie die innere \u00dcberzeugung, die sie dazu veranlasst, sondern es sind \u00f6konomische Zw\u00e4nge wie fehlende Finanzen f\u00fcr chemische Mittel.<br \/>\nAuf einer Internationen Fachkonferenz in Kaliningrad im September 2009 wurden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt und mit Experten aus Russland, Deutschland und Litauen diskutiert.<br \/>\nDie bisher in den Untersuchungsregionen realisierten Ma\u00dfnahmen auf den Gebieten Natur- und Umweltschutz sowie nachhaltige Landnutzung wurden in einer Datenbank zusammengefasst und neben den weiteren Analyse- und Befragungsergebnissen Bestandteil des Handbuches, was in enger Absprache mit dem russischen Partner erarbeitet wurde und gedruckt in deutscher und russischer Sprache als Arbeitsmaterial f\u00fcr Wissenschaft und Praxis zur Verf\u00fcgung gestellt wird. Dar\u00fcber hinaus werden in einem weiteren Verwertungsschritt die internationalen Fachvortr\u00e4ge auf der Abschlusskonferenz in einer Schriftenreihe des IfL ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Auf den Internetseiten der beteiligten Einrichtungen finden sich Projektinformationen unter den  folgenden Adressen: http:\/\/www.dbu.de\/projekt_25861\/_db_1036.html, http:\/\/www.ifl-leipzig.com\/1261.0.html, http:\/\/www.edc.albertina.ru\/projects\/1.doc. Bereits in der Anfangsphase der Arbeiten wurden Flyer in Deutsch und Russisch erarbeitet, die auf das Projekt aufmerksam machen sollten und den Projektpartnern zur Verf\u00fcgung gestellt wurden. Neben dem publizierten Handbuch mit zahlreichen Karten, Grafiken und Tabellen werden einzelne Teilaspekte der Untersuchungen auf Postern dargestellt und anl\u00e4sslich von Fachveranstaltungen pr\u00e4sentiert. Das war unter anderem mit Praktikumsaufgaben von Geographiestudenten verbunden, die so einerseits an Projektarbeit und an das Themenfeld umweltgerechte und nachhaltige Landwirtschaft herangef\u00fchrt wurden und andererseits ein konkretes Ergebnis in Form von Ausstellungspostern vorgelegt haben. Teilaspekte der Befragungen einschlie\u00dflich der Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen stellen den Hauptinhalt einer Diplomarbeit an der Universit\u00e4t Leipzig &#8211; eingebettet in ein wissenschaftliches Rahmenkonzept &#8211; dar. In Schriftenreihen wurde das Projekt vorgestellt und in einer Sonderpublikation (Selbstverlag des IfL) erscheint ein wissenschaftlicher Beitrag zu einzelnen Fragestellungen des Projektes. Ebenso wird hier die M\u00f6glichkeiten der Information \u00fcber das Projekt allgemein sowie der Werbung f\u00fcr das Handbuch genutzt, da speziell \u00fcber den Schriftentausch ein internationaler Leserkreis erreicht wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Zwar wird von allen Befragten die Bedeutung von Umwelt- und Naturschutzma\u00dfnahmen, von nachhaltiger und umweltgerechter Landwirtschaft gesehen, doch erzwingt der oftmals vorhandene Widerspruch zwischen Umweltschutzzielen und betriebswirtschaftlichem Ergebnis eine Entscheidung gegen Natur und Umwelt, besonders dann, wenn es keine F\u00f6rderungen gibt bzw. diese ausgelaufen sind.<br \/>\nDie Befragungen und Interviews zeigten zahlreiche Probleme bei der Ausbildung landwirtschaftlicher Fachkr\u00e4fte sowohl im Gebiet Kaliningrad als auch in Sachsen in Hinblick auf den Themenbereich Umwelt- und Naturschutz. Schwerpunktsetzungen und neue Inhalte sollen hier zu einem ver\u00e4nderten Umweltbewusstsein f\u00fchren.<br \/>\nEin ganz entscheidender Punkt f\u00fcr die Landwirtschaft und ihre Rolle in der Gesellschaft ist die Frage der Anerkennung von Qualit\u00e4t und Besonderheiten der umweltgerechten landwirtschaftlichen Produktion. Hier gilt es, verst\u00e4rkt \u00d6ffentlichkeits- und Bildungsarbeit zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Zahlreiche Projekte befassen sich mit Fragen von umweltgerechter und nachhaltiger Landnutzung. Wie jedoch gehen die Akteure in der Landwirtschaft mit den Ergebnissen um, welche Konsequenzen ergeben sich f\u00fcr sie und ihre Arbeit daraus, wie nachhaltig k\u00f6nnen bzw. wollen sie selbst Projektempfehlungen umsetzen. 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