{"id":24736,"date":"2024-11-27T10:38:34","date_gmt":"2024-11-27T09:38:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25838-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:36","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:36","slug":"25838-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25838-01\/","title":{"rendered":"Energetische und \u00f6kologische Modernisierung einer Jugendstilschule unter Denkmalschutz, Friedenschule in Schweinfurt"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Friedenschule in Schweinfurt ist ein qualitativ hoch stehender Schulkomplex mit erhaltenswerter Bausubstanz, bestehend aus dem Geb\u00e4ude GT I von 1908 und dem Nebengeb\u00e4ude GT II von 1912, welches bereits unter konventionellen Gesichtspunkten saniert wurde und als Vergleichsma\u00dfstab dienen kann. Die Geb\u00e4ude stehen unter Denkmalschutz. Die Schule ist ein au\u00dferordentlich wirtschaftliches, zweisp\u00e4nniges Geb\u00e4ude, welches erst nach 100 Jahren die erste Generalsanierung n\u00f6tig hat. Die vor-handene, aus der Bauzeit stammende Dampfheizung verursachte hohe Reparaturkosten, daher soll die Heizung zuk\u00fcnftig auf den bereits im Geb\u00e4ude liegenden Fernw\u00e4rmeanschluss umger\u00fcstet werden. Daf\u00fcr mussten die Eignung und Problempunkte des baulichen Bestandes untersucht werden. Ziel ist, die Denkans\u00e4tze zur Langlebigkeit von Geb\u00e4uden aus der Erbauungszeit auf heutige Anforderungen zu \u00fcbertragen und ein altbauvertr\u00e4gliches D\u00e4mm- und L\u00fcftungskonzept durch aufeinander abgestimmte be-w\u00e4hrte Bautechniken zu entwickeln. Dadurch wird auf die vorhandene Bausubstanz bestm\u00f6glich reagiert, Synergien k\u00f6nnen genutzt und die Unterhalts-\/Betriebskosten minimiert werden. Zudem soll gezeigt wer-den, dass eine kontrollierte Be- und Entl\u00fcftung auch altbauvertr\u00e4glich eingesetzt werden kann, um das Raumklima zu optimieren, bauphysikalische Probleme zu vermeiden und Energieverluste zu minimieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBestandaufnahme: Alle energetisch und bauphysikalisch relevanten Details, evtl. Probenentnahmen und Bestandsdokumentation. Rahmenbedingungen festlegen: Ber\u00fccksichtigung rechtlicher Belange, Formulierung von Zielvorgaben, Verbrauchsreduktion, Reduzierung von Nachfolgekosten. Entwicklung von Einzelma\u00dfnahmen: Erarbeitung von Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Geb\u00e4udeh\u00fclle und Geb\u00e4udetechnik unter Gew\u00e4hrleistung eines guten Raumklimas bei reduziertem Energieaufwand. Gesamtheitliche Sanierungsstrategie erstellen: Integration einzelner Ma\u00dfnahmen, \u00dcberpr\u00fcfung der L\u00f6sungswege mittels Simulationen, Einbindung neuester technischer Erkenntnisse unter gezielter Nutzung von Synergieeffekten aus der Verbindung der Einzelma\u00dfnahmen. Planerische L\u00f6sung finden: Umsetzung der Ergebnisse in praktikable L\u00f6sungen in teilweise un\u00fcblichen Kombinationen einzelner erprobter Techniken. Simulation: Dynamische Simulation der Klimasituation mit den gew\u00fcnschten Innenraumtemperaturen und Luftfeuchtigkeiten nach Behaglichkeitskriterien und zur Optimierung der Anlagentechnik. Monitoring: Erfassung der Energieverbrauchs- sowie Klimadaten im Innenraum der Schule mit zwei Messstellen mittels Datenloggern (Temperatur, Luftfeuchte) vor der Sanierung und w\u00e4hrend drei Jahren danach. Gegebenenfalls Optimierung der Regelungstechnik.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die ausgef\u00fchrte Innend\u00e4mmung als ein koh\u00e4rentes System aus innenliegendem W\u00e4rmed\u00e4mmverbund-system, D\u00e4mmputzen und Temperierungen erm\u00f6glicht den Erhalt des \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbildes bei gleichzeitiger Reduktion der Transmissionsw\u00e4rmeverluste. Die ausgef\u00fchrten Holzverbundfenster zeigen eine elegante Variante, das \u00e4u\u00dfere Sprossenbild glasteilend und filigran auszubilden sowie eine Ver-schattungslamelle unauff\u00e4llig im Verbundfensterzwischenraum zu integrieren. Die Ma\u00dfnahmen an der Fassade sowie die m\u00f6gliche Schlussdeckend\u00e4mmung weisen nach, dass diese Konstruktionen bauphy-sikalisch beherrschbar sind und auch bei Denkm\u00e4lern dauerhafte Reduktionen der Energiekosten m\u00f6g-lich sind. Die vorhandenen Ventilationssch\u00e4chte in den Dachraum konnten als vertikale Trassen f\u00fcr die Zu- und Abluft der neuzeitlichen L\u00fcftungsanlage genutzt werden. Diese Trassen konnten somit substanz-schonend im Geb\u00e4ude integriert werden. Durch eine hocheffiziente zentrale L\u00fcftungsanlage k\u00f6nnen ins-besondere die L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste weiter reduziert werden. Die  erschlossenen Einsparungen im Heizw\u00e4rmebedarf erm\u00f6glichen abschlie\u00dfend erst ein Niedertemperatur-Wandheizungssystem. Durch die Innend\u00e4mmung in Verbindung mit effizienter Heiztechnik und effizienter W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung kann eine Reduktion von ca. 60% Prim\u00e4renergieverbrauch und CO2 erreicht werden.<br \/>\nProblematisch erwies sich immer wieder die Montage des hier verwendeten Wandheizmoduls. Bereits in der Bauphase wurden zahlreiche Besch\u00e4digungen verzeichnet.<br \/>\nDie Vergleichsmessungen des konventionell sanierten Nebengeb\u00e4udes mit dem hier beschriebenen Hauptgeb\u00e4ude k\u00f6nnen weitere Impulse und Erkenntnisse geben, wie noch substanzschonender und noch denkmalvertr\u00e4glicher, aber auch kosteng\u00fcnstiger ein bauzeitliches L\u00fcftungs-\/ Ventilationssystem mit Innend\u00e4mmung und entsprechender W\u00e4rmeeinbringung in die Klassenr\u00e4ume tats\u00e4chlich reaktiviert werden kann.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Sanierungsplanungen und der Baufortschritt wurden \u00fcber das Stadtplanungsamt in \u00f6ffentlichen Sit-zungen vorgestellt. In der lokalen Presse ist wiederholt von dieser Generalsanierung berichtet worden. Dokumentationen der Industrie tragen die Sanierungsweise mit Innend\u00e4mmung weiterhin in die \u00d6ffent-lichkeit (Knauf-Perlite). Das Projekt wurde durch das Architekturb\u00fcro Haase bei Veranstaltungen der de-na, der DBU sowie der obersten Baubeh\u00f6rde wiederholt einem Fachpublikum vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das gesamtheitliche Sanierungskonzept demonstriert Nachhaltigkeit, indem ein denkmalgesch\u00fctztes Geb\u00e4ude durch gezielte Weiterverwendung der guten Bausubstanz, in Verbindung mit der Erg\u00e4nzung von langlebigen und \u00f6kologischen Materialien, energieeffizient saniert werden kann. Die graue Energie, die dem Rohbau innewohnt, wird maximal gewahrt. Durch ganzheitliche Generalsanierung wird die Rest-lebensdauer einem Neubau angen\u00e4hert und der Bestand im Wert gesichert.<br \/>\nDie dargestellte Analyse der Bestandsuntersuchung erlaubt R\u00fcckschl\u00fcsse auf andere Sanierungsaufga-ben im Denkmalschutz. Insbesondere die baukonstruktiven Investitionen erwiesen sich als deutlich h\u00f6her als erwartet. Hier m\u00fcssen Vereinfachungen in den Systemaufbauten der D\u00e4mmschichten, aber auch prinzipielle \u00dcberlegungen zur Wahrung von aktuellen normativen Forderungen im Bestand erfolgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Friedenschule in Schweinfurt ist ein qualitativ hoch stehender Schulkomplex mit erhaltenswerter Bausubstanz, bestehend aus dem Geb\u00e4ude GT I von 1908 und dem Nebengeb\u00e4ude GT II von 1912, welches bereits unter konventionellen Gesichtspunkten saniert wurde und als Vergleichsma\u00dfstab dienen kann. Die Geb\u00e4ude stehen unter Denkmalschutz. 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