{"id":24730,"date":"2023-07-13T15:26:37","date_gmt":"2023-07-13T13:26:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25812-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:37","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:37","slug":"25812-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25812-01\/","title":{"rendered":"Sanierungskonzept zur Einsparung von 80 % Prim\u00e4renergieaufwand bei der nachhaltigen Erneuerung und Bewirtschaftung des Gymnasiums Sonthofen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Gymnasium Sonthofen wurde im 70er Jahre Stil von 1972 &#8211; 1974 in Stahlbeton-Fertigbauweise mit Sandwich-Elementen nach dem so genannten Kasseler Modell erbaut und vereint in sich viele der damaligen Problemstoffe sowie der baulichen Probleme. Seit Bestehen der Schule gibt es Klagen \u00fcber die St\u00f6rungen des Wohlbefindens aller Beteiligten durch das Raumklima und die Luftbelastungen. Durch  Untersuchungen wurden hohe Konzentrationen von KMF-Fasern festgestellt. Die bisherigen Untersuchungsbeispiele bzw. Problemanh\u00e4ufungen klimatischer, baulicher und energetischer Art, verbunden mit Einschr\u00e4nkungen des Schulbetriebs, sind symptomatisch f\u00fcr diese Geb\u00e4udegeneration. Durch mangelhafte Detailausbildung, die zwar dem damaligen Zeitgeist entsprach, aber bauphysikalisch die Probleme nicht gel\u00f6st hat, gibt es massive Bauprobleme, verbunden mit hohem Energieverbrauch, Sanierungsstau und verbrauchten Bauteilen. Ebenso bestehen M\u00e4ngel im Bereich der Sicherheit, des Brandschutzes und der Barrierefreiheit. Ein Gro\u00dfteil der Stahlbeton-Fertigteile ist nicht w\u00e4rmeged\u00e4mmt, dementsprechend hoch sind der Heizbedarf und die \u00dcberhitzung im Sommer. Durch eine zielgerichtete Generalsanierung soll das Geb\u00e4ude langfristig erhalten bleiben. Die verwendbare Bausubstanz soll gesichert und erhalten werden, alle st\u00f6renden bzw. defekten Elemente m\u00fcssen ausgebaut und auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Die Generalsanierungsplanung soll ganzheitlich und systematisch so umf\u00e4nglich mit Variantenvergleich dargestellt werden, dass daraus R\u00fcckschl\u00fcsse zur Sanierung anderer Schulen, die ebenfalls im Kasseler Schulmodellsystem errichtet wurden, gezogen werden k\u00f6nnen. Durch Ver\u00f6ffentlichung soll damit f\u00fcr viele \u00e4hnlich gelagerte Schulsanierungsf\u00e4lle eine Hilfestellung geboten werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenProjektmanagement, schulische Umweltveranstaltungen, Energietage, \u00d6ffentlichkeitsarbeit durch Energie- und Umweltzentrum Allg\u00e4u GmbH mit EZA-Partnertag, DIN 18599-Berechnungen durch Energie- und Umweltzentrum Allg\u00e4u, Grundlagenbeschaffung: Bestandsaufnahme mit Erg\u00e4nzung der Pl\u00e4ne um Details sowie Schadenserkundung mit Kenntlichmachung der Schwachstellen, Erarbeiten von Detaill\u00f6sungen mit bauphysikalischen \u00dcberpr\u00fcfungen, Abstimmung des Raumprogramms mit Sicherheitsauflagen und zuk\u00fcnftigem Schulbedarf, Simulation der Planungsvarianten, \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Verbreitung und Erfassen der Arbeitsmethodik, Pr\u00e4sentationen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die dargestellte Planung der Generalsanierung des Gymnasiums in Sonthofen zeigt sehr deutlich, wie wichtig eine integrale Planung ist. Es m\u00fcssen die M\u00f6glichkeiten der CO2-Reduktion und der baulichen Verbesserungen erkannt und innerhalb eines Projektes konsequent umgesetzt werden. Eine Art energetischer Projektsteuerung ist hierbei hilfreich, die neben den baulichen M\u00f6glichkeiten die technischen Energieeinsparm\u00f6glichkeiten und Synergieeffekte zwischen verschiedenen Technikkomponenten erkennt und einplant. Des Weiteren sind die Energieaufwendungen und -str\u00f6me insgesamt zu betrachten. Alle W\u00e4rmeinhalte m\u00fcssen m\u00f6glichst recycelt werden und u. U. mehrfach verwendet werden. <\/p>\n<p>Es wurden gleicherma\u00dfen die baukonstruktiven und die technischen M\u00f6glichkeiten auf ihre Nachhaltigkeit \u00fcberpr\u00fcft. Nach deren Vergleich und Diskussion im Planungsteam wird entsprechend geplant. Des Weiteren wurde darauf geachtet, bereits heute alle m\u00f6glichen Energie- und CO2-Einsparm\u00f6glichkeiten umzusetzen und nicht aktuell g\u00fcltigen Mindestvorschriften als Begr\u00fcndung f\u00fcr halbherzige Ma\u00dfnahmen zu zitieren. Die drohende Klimakatastrophe verlangt maximale Energieeinsparungen, deren Wirtschaftlichkeit durchaus darstellbar ist. F\u00fcr den n\u00e4chsten Nutzungszyklus werden daher keine aufw\u00e4ndigen Nachr\u00fcstungen n\u00f6tig.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde mehrmals in der lokalen Presse vorgestellt. Gr\u00f6\u00dfere schulische Veranstaltungen wie die Energietage boten eine breite Plattform, um die energieeffiziente Sanierung vorzustellen. Das Energie- &#038; Umweltzentrum Allg\u00e4u hat im Rahmen seiner Fortbildungsveranstaltungen den EZA-Partnertag mit \u00fcber 70 Teilnehmern im Gymnasium Sonthofen veranstaltet. Die Stadt Sonthofen pr\u00e4sentierte ihre Sanierung auf der Allg\u00e4u-Schau.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die qualitativ hochwertigen Ergebnisse der Planung und die darstellbare Nachhaltigkeit sollten den Keim bilden, die gesamte Liegenschaft mit dem Ziel der CO2-Neutralit\u00e4t zu \u00fcberplanen. Die erhaltenen Kennwerte, die verifiziert werden m\u00fcssen, k\u00f6nnen als Orientierungswert f\u00fcr weitere Niedrigstenergiesanierungen dienen. Der Generalplaner als Planerkonsortium kann eine f\u00fcr beide Vertragsseiten ausgewogene Organisationsform darstellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Gymnasium Sonthofen wurde im 70er Jahre Stil von 1972 &#8211; 1974 in Stahlbeton-Fertigbauweise mit Sandwich-Elementen nach dem so genannten Kasseler Modell erbaut und vereint in sich viele der damaligen Problemstoffe sowie der baulichen Probleme. 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