{"id":24723,"date":"2023-07-13T15:26:34","date_gmt":"2023-07-13T13:26:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25788-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:36","slug":"25788-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25788-01\/","title":{"rendered":"Fachsymposium Welchen Naturschutz wollen wir? &#8211; Von der Vielfalt des Lebens und der menschlichen Kulturen"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Unstrittig sind die vielen Erfolge und Errungenschaften, die im technischen Umweltschutz in Deutschland erreicht wurden. Tatsache ist aber auch, dass der klassische Naturschutz, Artenschutz, die biologische Vielfalt auf der Strecke geblieben sind. Der Schwund der Biodiversit\u00e4t geht unaufh\u00f6rlich weiter. Allein in Europa sind bis zu 40 % der Pflanzenarten durch Wirtschaftswachstum und Klimaver\u00e4nderungen bedroht.<br \/>\nIn den letzten Jahren waren bedingt durch anthropogene Einfl\u00fcsse Biodiversit\u00e4tsverluste auf allen Ebenen so hoch wie noch nie in der menschlichen Geschichte.<br \/>\nIn den letzten 100 Jahren waren die Aussterberaten von Arten etwa 100 mal gr\u00f6\u00dfer als die nat\u00fcrlichen Aussterberaten in den Zeiten davor. F\u00fcr die Zukunft werden sogar Aussterberaten prognostiziert, die 1.000 bis 10.000 mal gr\u00f6\u00dfer sind. Von den in Deutschland vorkommenden Biotypen sind 69 % gef\u00e4hr-det. Von den heimischen Tierarten sind 36 % von 48.000 Tierarten ausgestorben und verschollen. Mit diesen Zahlen erreicht Deutschland mit die h\u00f6chste Gef\u00e4hrdungsrate in Europa.<br \/>\nEin bedeutsames Problem ist dabei die Zerst\u00fcckelung der Landschaft durch Stra\u00dfenbau und Zersiedlung. Es gibt nur noch wenige zusammenh\u00e4ngende naturnahe Landschaften.<br \/>\nDie 9. Vertragsstaatenkonferenz zum \u00dcbereinkommen \u00fcber die biologische Vielfalt wird 2008 in Deutschland stattfinden. Dabei werden insbesondere die potentiellen \u00f6konomischen Werte genetischer Ressourcen eine gro\u00dfe Rolle in der globalen Kompromissbildung zwischen Industrie- und Entwicklungsl\u00e4ndern spielen.<br \/>\nBiodiversit\u00e4t wird neben der Klimafrage zur zweitwichtigsten S\u00e4ule k\u00fcnftiger Nachhaltigkeitspolitik.<br \/>\nUm so dringender ist die Vorlage einer nationalen Naturschutzstrategie. Die Strategie muss sowohl mit den Anforderungen der Biodiversit\u00e4tskonvention als auch mit der Biodiversit\u00e4tsstrategie der EU kompatibel sein.<br \/>\nEs bedarf mehr Mut zur Wildnis, anstatt die Politik einzelner Biotope weiterzuf\u00fchren. Jeder Quadratmeter unseres Landes ist technokratisch oder als Biotop verplant, zum Beispiel als Wirtschaftsraum, als Entwicklungssachse, als Nutzfl\u00e4che oder als Baugebiet. Zukzession ist ein schutzw\u00fcrdiges Gut, Freir\u00e4ume sichern Evolutionsm\u00f6glichkeiten, z. B. die Entwicklung von Brachland zu Waldgebieten oder der Erhalt von Auenlandschaften zum Schutz gegen Hochwasser.<br \/>\nWildnis ist eine Kultur wider des gradlinigen, planenden Denkens. Sie ist eine Denkweise.<br \/>\nDie Frage Welchen Naturschutz wollen wir ist ein neuer Denkansatz. Der Begriff ist mit neuen Inhalten zu f\u00fcllen. Wildnis ist ein Ort des Aufbruchs zu einer neuen Gesellschaftspolitik.<br \/>\nDer DNR m\u00f6chte in einem zweit\u00e4gigen Seminar an ein im Oktober letzten Jahres stattgefundenen Symposiums Mehr Wildnis, die Zeit ist reif ankn\u00fcpfen . Die Veranstaltung war auf sehr gro\u00dfe und positive Resonanz gesto\u00dfen. Auf dringenden Wunsch der Teilnehmer\/innen haben die Veranstalter  eine Veranstaltung mit der Erweiterung des Themas Wildnis zugesagt. Spricht man \u00fcber Wildnis, so kommt man schnell zu der Frage, welchen Naturschutz wollen bzw. brauchen wir.<br \/>\nDas soll der zentrale Diskussionspunkt dieser Veranstaltung werden. Dabei geht es auch um die Fragen der Kulturen, der biologischen Vielfalt und der Verantwortung Deutschlands bez\u00fcglich des Artenschutzes\/ Erhaltung der Artenvielfalt. Dies beinhaltet auch ein verst\u00e4rktes Engagement zu Fragen der Lebens- und Wirtschaftssituation in der Weltpolitik.<br \/>\nDie Ergebnisse sollen in die vielf\u00e4ltigen Vorbereitungsdiskussionen und &#8211; Papiere zur COP 9 eingebracht werden, um die nationale und internationale Umweltbewegung, die Medien (incl. Fachmedien) die \u00d6ffentlichkeit, Wissenschaft und Politik zu informieren. Damit sollen Bildungs- und \u00dcberzeugungsarbeit geleistet werden.<\/p>\n<p>Der Konflikt zwischen den kurzfristigen, \u00f6konomisch orientierten Nutzungsinteressen und Biodiversit\u00e4t ist nach wie vor ungel\u00f6st. Daher gilt als gr\u00f6\u00dfte Herausforderung, die Reform der internationalen Handels- und Umweltregulierungen.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenNamhafte Referent\/innen werden gebeten, zu dem Themenkomplex Informations- und Positionspapiere zu erstellen, sowie diese dem Plenum vorzutragen.<br \/>\nSo sind Beitr\u00e4ge u.a. zu den folgenden Themen vorgesehen:<br \/>\n&#8211;\tGedanken zu einer Biodiversit\u00e4tsstrategie in Deutschland<br \/>\n&#8211;\tMit den Menschen f\u00fcr die Menschen: Biodiversit\u00e4tsschutz in \u00d6kosystemen<br \/>\n&#8211;\tDer Kampf um die Fl\u00e4che: Landnutzung contra Naturschutz, Naturschutz f\u00fcr nachhaltige Entwicklung und Armutsbek\u00e4mpfung<\/p>\n<p>Die Positionspapiere und Ergebnisse der Veranstaltung sollen in einer Dokumentation ver\u00f6ffentlicht werden<br \/>\nEs ist gegebenenfalls auch eine \u00dcbersetzung in englischer Sprache vorgesehen, um die Ergebnisse auch international bei der Vertragsstaatenkonferenz (COP  9) in 2008 in Bonn einsetzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDas Thema Welchen Naturschutz wollen wir- Von der Vielfalt des Lebens und der menschlichen Kulturen soll nicht nur theoretisch bearbeitet werden, sondern auch einen direkten praktischen Bezug in Form von Erleben und Gestalten haben. Nichts \u00fcberzeugt und bildet mehr als das, was der Mensch er-lebt und aktiv mitgestaltet.<br \/>\nVorgesehen sind dabei neben den Positionspapieren und Vortr\u00e4gen auch<br \/>\n&#8211;\tExkursion im Naturschutzgebiet Weiherlandschaft um Wiesenfelden<br \/>\n&#8211;\tExkursion in die Gro\u00dfe Wildnis des B\u00f6hmisch-Bayerischen Nationalpark<br \/>\n&#8211;\tThema Ern\u00e4hrung im Sinne der Nachhaltigkeit<br \/>\n&#8211;\tLiterarische Reportage durch den halbwilden Wald am Beispiel der Region zwischen Donau und Moldau<\/p>\n<p>Alle diese Beitr\u00e4ge sollen in einer Dokumentation wiedergegeben und auf der DNR Homepage eingestellt werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Welchen Naturschutz wollen wir? war die Frage, die angesichts dramatischer Umweltzerst\u00f6rungen, vor allem auch des Klimawandels, bei diesem Symposium den Schwerpunkt bildete. Mit der Runde h\u00f6chst angesehener Fachleute sind wir auf Standortsuche gegangen mit dem Ziel Denkanst\u00f6\u00dfe f\u00fcr eine zeitgem\u00e4\u00dfe Positionierung der Umweltbewegung zu geben.<br \/>\nDie Ergebnisse des Symposiums sollten als Zukunftsperspektiven in die aktuelle Diskussion um eine nationale Biodiversit\u00e4tsstrategie eingebracht werden. Nachdem die Bundesrepublik Deutschland im Mai 2008 Gastgeberin der Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention \u00fcber die biologische Vielfalt war, haben unsere Positionen vor der Fachwelt besonderes Augenmerk erfahren.<\/p>\n<p>Dieses  Symposium kn\u00fcpfte an das Symposium Mehr Wildnis-die Zeit ist reif aus dem Jahre 2006 nahtlos an. F\u00fcnfunddrei\u00dfig Teilnehmerinnen und Teilnehmer h\u00f6rten hochwertige Vortr\u00e4ge und diskutier-ten auf hohem fachlichem Niveau. Das Thema wurde jedoch nicht nur in Worte gefasst und gesprochen, sondern begleitet und unterstrichen durch verschiedene andere praxisorientierte  Ma\u00dfnahmen in der n\u00e4heren und weiteren Umgebung des Tagungsortes , so z. B. Exkursion im Naturschutzgebiet Weiherlandschaft um Wiesenfelden, Exkursion in die gro\u00df Wildnis des B\u00f6hmisch-Bayerischen Nationalpark, Darbietung des Themas Ern\u00e4hrung im Sinne der Nachhaltigkeit und eine literarische Reportage durch den halbwilden Wald am Beispiel der Region zwischen Donau und Moldau.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>All diese Beitr\u00e4ge sind in der Dokumentation enthalten und dargestellt. Sie fand gro\u00dfes Interesse auf der im Mai stattgefundenen Vertragsstaatenkonferenz zur Erhaltung der biologischen Vielfalt in Bonn bei na-tionalen und internationalen G\u00e4sten. Die Ergebnisse des Symposiums sind in die Presseverlautbarun-gen und in die vielf\u00e4ltigen Diskussionen eingeflossen.<\/p>\n<p>Die Dokumentationen wurden auf Wunsch der Teilnehmer\/Innen f\u00fcr die Verteilung auf der COP9 im Mai 2008 besonders ansprechend und in angemessener Auflagenh\u00f6he kostenneutral hergestellt<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Damit war die Veranstaltung ein sch\u00f6ner Erfolg. Ihre vorgegebenen Ziele hat sie erreicht und die Aufgabe voll erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Alle Teilnehmer\/Innen haben sich f\u00fcr eine Fortsetzung des Themas ausgesprochen und weitere Dialog und Diskussionsveranstaltungen angeregt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Unstrittig sind die vielen Erfolge und Errungenschaften, die im technischen Umweltschutz in Deutschland erreicht wurden. Tatsache ist aber auch, dass der klassische Naturschutz, Artenschutz, die biologische Vielfalt auf der Strecke geblieben sind. Der Schwund der Biodiversit\u00e4t geht unaufh\u00f6rlich weiter. Allein in Europa sind bis zu 40 % der Pflanzenarten durch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[57,50,2423],"class_list":["post-24723","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-bayern","tag-naturschutz","tag-umweltkommunikation"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"25788\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-25788.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"9.487,00","dbu_projektdatenbank_firma":"Deutscher Naturschutzring (DNR) e. V.\nBundesgesch\u00e4ftsstelle","dbu_projektdatenbank_strasse":"Marienstr. 19-20","dbu_projektdatenbank_plz_str":"10117","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Berlin","dbu_projektdatenbank_p_von":"2007-06-27 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2007-12-26 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"6 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"","dbu_projektdatenbank_inet":"www.dnr.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Bayern","dbu_projektdatenbank_foerderber":"134","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24723","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24723\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37726,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24723\/revisions\/37726"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24723"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24723"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24723"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}