{"id":24716,"date":"2023-07-13T15:26:34","date_gmt":"2023-07-13T13:26:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25775-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:36","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:36","slug":"25775-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25775-01\/","title":{"rendered":"Durchf\u00fchrung und Sicherstellung der Klimaneutralit\u00e4t des Deutschen Katholikentages 2008 in Osnabr\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Deutsche Katholikentag soll erstmals in seiner Geschichte klimaneutral gestellt werden. Denn mit einem solchen Gro\u00dfereignis geht unvermeidbar eine Belastung des Klimas einher. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zwar in erster Linie mit Bus und Bahn anreisen, produzieren aber auch klimasch\u00e4dliche Treibhausgase. Die B\u00fchnentechnik muss mit Strom betrieben, die Besucher mit dem \u00d6ffentlichen Personennahverkehr bewegt und die Gesch\u00e4ftsstelle zur Vorbereitung des Katholikentags unterhalten werden. Beispiel gebend f\u00fcr kirchliche und Gro\u00dfveranstaltungen \u00fcberhaupt sollen daher die klimasch\u00e4dlichen Emissionen zun\u00e4chst auf ein Minimum reduziert werden, und der unvermeidbare Restbetrag kompensiert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit Hilfe des externen Unternehmens 3C, das sehr erfahren und glaubw\u00fcrdig im Gesch\u00e4ftsfeld Klimaneutralit\u00e4t ist, werden die CO2-Emissionen auf der Basis der vergangenen Katholikentage berechnet. F\u00fcr die derart ermittelte Menge erwirbt der Katholikentag dann Ausgleichszertifikate, um den durch den Katholikentag veranlassten Aussto\u00df der Treibhausgase zu kompensieren.<br \/>\nEntscheidend f\u00fcr den Erfolg ist jedoch die Glaubw\u00fcrdigkeit. Daher werden weitere kommunikative Elemente eingesetzt, um zu zeigen, wie auf dem Katholikentag die Umwelt geschont wird und jeder und jede einzelne Teilnehmer bzw. Teilnehmerin Energie und damit CO2 sparen kann. So wird es einen eigenen Bereich Klimaneutralit\u00e4t auf der Homepage des Katholikentags geben, es ist eine Ausstellung zu diesem Thema geplant und mehrere Veranstaltungen besch\u00e4ftigen sich w\u00e4hrend des Katholikentags mit der Problematik Umweltschutz. Schlie\u00dflich finden im Zentrum f\u00fcr Unternehmenskommunikation in Zusammenarbeit mit der dbu Veranstaltungen und eine Umweltmeile ihren Platz. Mehrere Pressemitteilungen und eine Pressekonferenz sind ebenfalls vorgesehen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Ziel, den 97. Deutschen Katholikentag in Osnabr\u00fcck erstmals klimaneutral zu stellen, ist erreicht worden. Der CO2-Aussto\u00df wurde seri\u00f6s von einer externen Firma (3C\/ First Climate) berechnet (ca. 4.000 t), die ermittelte Belastung anschlie\u00dfend \u00fcber die Mitfinanzierung eines umweltschonenden Biomassekraftwerkes mit dem Abfallprodukt Reish\u00fclsen ausgeglichen. Ganz zentral aber war die konsequente Umsetzung des Dreischrittes: Erst Reduzieren, dann kompensieren, schlie\u00dflich informieren. Denn Gro\u00dfveranstaltungen stellen grunds\u00e4tzlich eine Belastung f\u00fcr die Umwelt dar. Das Prinzip der Klimaneutralit\u00e4t funktioniert daher nur, wenn die Belastung so weit wie m\u00f6glich reduziert wird. Ansonsten ist der stets erhobene Vorwurf der Gewissensberuhigung durch den Ankauf von Ausgleichszertifikaten berechtigt (Ablasshandel). Um die Einzelma\u00dfnahmen besser zu b\u00fcndeln, wurden daher allgemeine Leitlinien entwickelt und daraus Ma\u00dfnahmen abgeleitet. Die Ma\u00dfnahmen sind auf der Homepage ver\u00f6ffentlicht worden und erst, wenn das Ziel erreicht worden ist, \u00f6ffentlich abgehakt worden. So sind alle Abl\u00e4ufe in der Gesch\u00e4ftsstelle des Katholikentags auf den Pr\u00fcfstand gestellt und die Mitarbeitenden f\u00fcr ein ressourcenschonendes Verhalten sensibilisiert worden. Beispielswiese wurden 97% aller Printprodukte auf Recyclingpapier gedruckt, Artikel des Katholikentagasshops und die Tagungsmappen klimaneutral mit GoGreen verschickt, der Stand-By-Betrieb der elektronischen Ger\u00e4te reduziert, zwei B\u00fchnen erstmals mit energiesparenden Scheinwerfern ausgestattet, die Verpflegung auf \u00f6kofair umgestellt, ausschlie\u00dflich Mehrweggeschirr eingesetzt und das \u00d6PNV-Angebot gro\u00dfz\u00fcgig ausgedehnt zur umweltschonenden Anreise mit Bus und Bahn. Die schlie\u00dflich unvermeidlich angefallenen Treibhausgase wurden in Indien ausgeglichen. Denn mit dem Kauf der Ausgleichszertifikate konnte der Bau eines dort \u00fcblichen Kohlekraftwerkes vermieden werden und soziale Impulse gesetzt werden (u.a. Schaffung von lokalen Arbeitspl\u00e4tzen, Verbesserung der Infrastruktur, Steigerung des Lebensstandards).<br \/>\nEntt\u00e4uschend war die Resonanz auf die Umweltmeile, die Klimarallye und die Umwelt-Workshops. F\u00fcr diese Veranstaltungen hatten die Organisatoren eine h\u00f6here Beteiligung erwartet. Die Gr\u00fcnde waren vielf\u00e4ltiger Natur sein und k\u00f6nnen nur vermutet werden: technisch-organisatorischer (Veranstaltungsr\u00e4ume etwas au\u00dferhalb, Klimarallye-Heftchen schwer zu finden) oder allgemeiner (die wenigstens wollen sich aktiv mit Umweltschutz besch\u00e4ftigen). Ebenfalls entt\u00e4uschend war die Resonanz auf die Bem\u00fchungen, in den Gemeinschaftsquartieren (Schulen) ein \u00f6kofaires Fr\u00fchst\u00fcck anzubieten. Die Quartierbetreuer haben sich selten darauf eingelassen, allerdings h\u00e4ufig ihre lokalen Kenntnisse genutzt und so vielleicht nicht biologisch, aber wenigstens regional eingekauft.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Unerl\u00e4sslich f\u00fcr das Projekt war eine gute \u00d6ffentlichkeitsarbeit als dritter Teil des Dreischritts. Denn das Projekt soll m\u00f6glichst viele Nachahmer finden. Es wurde daher die ganze Palette der Medienarbeit eingesetzt, von der  Homepage www.katholikentag.de\/klimaneutral \u00fcber Berichte in Zeitungen und Zeitschriften bis hin zu eigenen Pressekonferenzen und Pressemitteilungen. Zus\u00e4tzlich wurde eine Ausstellung erarbeitet und ein eigener Informationsflyer in Zusammenarbeit mit der dbu herausgegeben. Um die Aktivit\u00e4ten auf der Katholikentag besser sichtbar zu machen, wurde ein eigenes Logo geschaffen Sch\u00f6pfung bewahren &#8211; Klimaneutraler Katholikentag. Auch ein Plakatmotiv der Werbekampagne befasste sich mit dem Klimaschutz (Andreas Pl\u00fcster, Sonne ernten in Peru). Ein wichtiger Bestandteil war das Programm des Katholikentags, das sich mit verschiedenen Umweltthemen besch\u00e4ftigte, im Programmheft zusammengefasst als Forum Bewahrung der Sch\u00f6pfung. Prominenteste Rednerin war sicherlich die Bundeskanzlerin Angela Merkel, aber auch die Umweltreihe im Zentrum f\u00fcr Umweltkommunikation oder das \u00f6kofaire Fr\u00fchst\u00fcck der KLJB waren bedeutsam. Zusammenfassend l\u00e4sst sich sagen, dass der Klimaneutrale Katholikentag eine hervorragende Resonanz sowohl in Funk und Fernsehen als auch in den Printmedien gefunden hat. Dies erkl\u00e4rt auch den guten Wert von 61%, den unsere Befragung ermittelt hat auf die Frage, ob die Teilnehmenden schon etwas vom Klimaneutralen Katholikentag geh\u00f6rt h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Gro\u00dfveranstaltungen belasten die Umwelt. Diese Belastungen k\u00f6nnen jedoch nachweisbar reduziert werden. Ein kirchliches Gro\u00dfevent wie der Katholikentag bietet sich als ideales Medium zur Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen und zur Sensibilisierung einer gro\u00dfen Teilnehmermasse an. Auch wenn die Beteiligung der Teilnehmenden an den Veranstaltungen selbst zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00df, so war die auffallend hohe Medienpr\u00e4senz des Themas sehr vorteilhaft und erfreulich. Das Thema konnte \u00fcber die Medien gut transportiert werden. Nicht zuletzt die Entscheidung f\u00fcr einen klimaneutralen und nicht einen klimafreundlichen Katholikentag hat das Thema f\u00fcr die Medienvertreter interessant gemacht, da es in dieser Stringenz noch nie von einer kirchlichen Gro\u00dfveranstaltung umgesetzt wurde. Der Klimaneutrale Katholikentag hat sicherlich ein Ausrufezeichen gesetzt, dem hoffentlich m\u00f6glichst viele Veranstalter und Veranstaltungen folgen werden. Der Katholikentag darf sich aber auf diesem Erfolg nicht ausruhen, sondern muss weitere Anstrengungen unternehmen, um den Energieverbrauch noch weiter zu reduzieren, noch attraktivere Ausgleichsprojekte zu finden, das Umweltcontrolling zu verst\u00e4rken, um langfristig die klimafreundlichste Gro\u00dfveranstaltung in der katholischen Kirche in Deutschland zu bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Deutsche Katholikentag soll erstmals in seiner Geschichte klimaneutral gestellt werden. Denn mit einem solchen Gro\u00dfereignis geht unvermeidbar eine Belastung des Klimas einher. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden zwar in erster Linie mit Bus und Bahn anreisen, produzieren aber auch klimasch\u00e4dliche Treibhausgase. 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