{"id":24708,"date":"2023-09-30T10:32:24","date_gmt":"2023-09-30T08:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25732-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:28","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:28","slug":"25732-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25732-01\/","title":{"rendered":"Neubau eines Schulgeb\u00e4udes als Modellvorhaben im Passivhausstandard mit erweiterten Tools im Schwarzwald auf ca. 800 m Meeresh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Minimaler Transmissionsenergieverbrauch durch die angewandte Passivhausbauweise sowie minimaler L\u00fcftungsenergieverbrauch, trotz angesetztem Frischluftbedarf pro Sch\u00fcler von mind. 20 m\u00b3\/h, insbesondere durch die Luftvorw\u00e4rmung durch einen gro\u00dfen Erdw\u00e4rmetauscher.<br \/>\n\tAuch im Hochsommer tags\u00fcber ca. 5-7 Kelvin k\u00fchlere Zulufttemperatur als die Au\u00dfentemperatur.  Dies sollte ohne zus\u00e4tzliche K\u00fchlenergie, sondern nur durch den geplanten Erdw\u00e4rmetauscher erreicht werden.<br \/>\n\tSchulen haben eine gewisse Vorbildfunktion und k\u00f6nnen einen Nachahmungseffekt bewirken (Umweltbewusstsein, Energiebewusstsein st\u00e4rken). Schultr\u00e4ger k\u00f6nnen mit innovativen, \u00f6kologisch nachhaltigen Geb\u00e4udekonzepten diese Aufgabe musterg\u00fcltig erf\u00fcllen, was wir hiermit beweisen wollten.<br \/>\n\tEin innovatives Schulgeb\u00e4ude wird selbst zum Lehrmittel &#8211; nicht nur f\u00fcr die eigenen Sch\u00fcler und Lehrer, sondern f\u00fcr das gesamte Schulsystem.<br \/>\n\tWeil die Sch\u00fcler unsere Zukunft sind, ist nichts nahe liegender, als Innovation im Schulbereich an-zusiedeln.<br \/>\n\tDer Multiplikator kann nirgendwo gr\u00f6\u00dfer sein. Das hei\u00dft, die geplante Ausf\u00fchrung soll belegen, dass ideale Luftqualit\u00e4t und ideales Raumklima auch mit minimalstem Energieeinsatz, max. 15 kWh pro m\u00b2 und Jahr bzw. 1,5 l \u00d6l pro m\u00b2 und Jahr, auch in H\u00f6henlagen des Schwarzwaldes von fast 800 m H\u00f6he machbar sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Zuge der Voruntersuchung wurde nicht nur der energetische Aspekt der Passivhaustechnologie betrachtet, sondern auch den der w\u00fcnschenswerten Luftqualit\u00e4t f\u00fcr Lehrer und Sch\u00fcler mit geringstem energetischen Aufwand.<br \/>\nFreie Fenstersto\u00dfl\u00fcftung reicht nicht aus um die notwendige Luftqualit\u00e4t in dicht belegten Klassenzimmern dauerhaft zu erreichen (CO2-Konzentration unter 1500 ppm). Deshalb wurde eine kontrollierte Schulraum Be- und Entl\u00fcftung mit \u00fcber 80%-iger W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung und vorgeschaltetem EWT (Erdw\u00e4rmetauscher) in Form eines gro\u00dfen Luft-Erdkollektors mit ca. 800 m L\u00e4nge und Durchmesser 20cm, sowie Zuluft mit mind. 20 m\u00b3 pro Stunde und Person, eine L\u00f6sung f\u00fcr die dargestellte Aufgabe gew\u00e4hlt, um m\u00f6glichst folgendes zu erreichen:<br \/>\n\timmer ausreichend frischer Luft, mit<br \/>\n\tniemals kalter Frischluft, mit<br \/>\n\tniemals unangenehm hoher Luftfeuchtigkeit, dies<br \/>\n\tzugluftfrei und weitgehend ger\u00e4uschfrei, bei<br \/>\n\toptimaler thermischer Behaglichkeit, mit<br \/>\n\tFreier Nachtk\u00fchlungsm\u00f6glichkeit, mit<br \/>\n\tNachtabsenkung, die zu verringerten W\u00e4rmeverlusten f\u00fchrt, mit<br \/>\n\tausreichender Luftvorsp\u00fclung vor Raumnutzung, mit<br \/>\n\tkleinen Nachheizregistern pro Raum, dadurch separate Einzelraumsteuerung m\u00f6glich<\/p>\n<p>Folgende Grundlagen haben u. a. zur gew\u00fcnschten Optimierung beitragen:<br \/>\n\tBeschattung mit Au\u00dfenjalousien, mit vollautomatischer Steuerungsf\u00fchrung, entsprechend dem Sonnenstand, um zu hohe, sonnenbedingte, thermische Energieeintr\u00e4ge zu vermeiden.<br \/>\nDurch die schwere, massive Bauweise mit Kalksandstein und Beton mit hoher Speicherf\u00e4higkeit, k\u00f6nnen Tagesspitzentemperaturen im Sommer gepuffert werden.<br \/>\nDie Tagesspitzentemperaturen fallen im Vergleich zu einer Leichtbauweise um ca. 1-2 Kelvin niedriger aus. Gleichzeitig k\u00fchlt das Geb\u00e4ude langsamer aus als ein Geb\u00e4ude in Leichtbauweise.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das angestrebte Ergebnis bzw. gesetzte Ziel wurde wie beil. dokumentiert, erreicht.<br \/>\nDer Einsatz eines gro\u00dfen Erdw\u00e4rmetauschers bedarf jedoch bei der Geb\u00e4udeplanung schon fr\u00fchzeitig ein verst\u00e4rktes Ineinandergreifen mit der L\u00fcftungsplanung.<\/p>\n<p>Die Einrichtung einer sog. begleitenden Monitoring-Gruppe nach Inbetriebnahme des Geb\u00e4udes, ist f\u00fcr die Startzeit von 1-2 Jahren zu empfehlen.<\/p>\n<p>Eine durchg\u00e4ngige Be- und Entl\u00fcftung von Schulr\u00e4umen sollte Heute die Grundlage, zumindest bei jeder neuen Schule sein. Der Luftansatz sollte nach unserer Erfahrung, m\u00f6glichst nicht unter 20 m\u00b3\/pro Person sein, damit ein CO2-Grenzwert von 1500 PPM m\u00f6glichst nicht \u00fcberschritten wird.<br \/>\nIdeal w\u00e4re unserer Meinung nach auch eine CO2-abh\u00e4ngige, Volumenstrom gesteuerte Luftmenge f\u00fcr jeden einzelnen Raum. Denn somit lie\u00dfe sich die Luftmenge auch dem tats\u00e4chlichen Bedarf optimal anpassen. <\/p>\n<p>Bei der eingebauten L\u00fcftungsanlage wurde das Eingangsfoyer, sowie EG und 2. OG-Treppen- und Er-schlie\u00dfungsflurbereiche, nicht be- und entl\u00fcftet. Hier hat man das Gef\u00fchl, dass die Luftqualit\u00e4t nicht ganz optimal ist. Bei einer zuk\u00fcnftigen Ma\u00dfnahme w\u00fcrden wir hier sicherlich einen kleinen L\u00fcftungsansatz vorsehen. <\/p>\n<p>Die von uns durchgef\u00fchrte Referenzmessung f\u00fcr die Dichtigkeit der zu 95% rechteckigen L\u00fcftungsleitung ergab, dass die Leitungsdichte zwar den Vorgaben entsprach, jedoch unvermeindbare kleinere Undich-tigkeiten nur \u00fcber ein Rundrohrsystem mit Gummilippendichtung weiter optimiert werden k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Dies h\u00e4tte jedoch den Nachteil, dass teilweise noch h\u00f6here Installationsbereiche notwendig w\u00fcrden, die jedoch zwangsl\u00e4ufig auch zu h\u00f6heren Geschossh\u00f6hen f\u00fchren. H\u00f6here Geschossh\u00f6hen bedingen mehr umbauten Raum und gr\u00f6\u00dfere Geb\u00e4udeh\u00fcllen. Dies ergibt h\u00f6here Energiekosten!<br \/>\nDieser zus\u00e4tzliche Aufwand sollte einmal im Verh\u00e4ltnis zu einer 5-10%-igen Effizienzsteigerung der L\u00fcftungsanlage untersucht werden. <\/p>\n<p>Noch wichtiger als o. g. Rohrdichtigkeit ist allerdings die Dichtigkeit des Gesamtgeb\u00e4udes, die bei unse-rem Geb\u00e4ude \u00fcber den Blower-Door-Test n50 mit 0,3 nachgewiesen wurde und somit sehr gut war, da der Mindestwert bei n50 =0,60  1\/h liegt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Der Bauablauf wurde auf der Homepage der Zinzendorfschulen fortlaufend dokumentiert: www.zinzendorfschulen.de <\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude wurde bei verschiedenen internen und externen Veranstaltungen vorgestellt.<br \/>\n\tZ. B. bei einem Seminar am 30.06.2010 in Mannheim zum Thema, \u0082Perspektiven der Passivhausschulen und Turnhallen als Praxisbericht aus schulp\u00e4dagogischer Sicht.<br \/>\n\tSelbst eine chinesische sowie eine thail\u00e4ndische Delegation waren bereits vor Ort und waren be-geistert.<br \/>\n\tAuch an den j\u00e4hrlich stattfindenden, internationalen \u0082Passivhaustagen konnten sich alle Interessierten durch F\u00fchrungen und Vortr\u00e4ge \u00fcber das Geb\u00e4ude informieren lassen.<br \/>\n\tDas Geb\u00e4ude wurde in verschiedenen Unterrichtsbereichen p\u00e4dagogisch integriert.<br \/>\n\tImmer wieder werden F\u00fchrungen mit interessierten Firmen (z. B: Chefetage Fa. Siedle), Schultr\u00e4gern etc. durchgef\u00fchrt<br \/>\n\tPflichtteil bei internationalem Sch\u00fcleraustauschprogramm<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das umgesetzte Projekt war f\u00fcr alle Beteiligten eine Herausforderung. Das gesteckte Ziel wurde mit dem gro\u00dfen Lufterdw\u00e4rmetauscher erreicht, auch mit der Einschr\u00e4nkung, dass sich der Wirkungsgrad des Erdw\u00e4rmetauschers bei langen extremen Kaltphasen und bei langen Hei\u00dfphasen verringert.<\/p>\n<p>Es wurde belegt, dass auch gro\u00dfe Lufterdw\u00e4rmetauscher, insbesondere bei konsequenter Umsetzung der Passivhaustechnologie, in der Lage sind, Geb\u00e4ude im gew\u00fcnschten Temperaturbereich energieeffizient zu betreiben. In unserem Fall, Schulgeb\u00e4ude Katharina von Gersdorf, wurde das gew\u00fcnschte Ziel erreicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Minimaler Transmissionsenergieverbrauch durch die angewandte Passivhausbauweise sowie minimaler L\u00fcftungsenergieverbrauch, trotz angesetztem Frischluftbedarf pro Sch\u00fcler von mind. 20 m\u00b3\/h, insbesondere durch die Luftvorw\u00e4rmung durch einen gro\u00dfen Erdw\u00e4rmetauscher. 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