{"id":24704,"date":"2024-11-27T10:38:34","date_gmt":"2024-11-27T09:38:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25746-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:35","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:35","slug":"25746-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25746-01\/","title":{"rendered":"Nachhaltige Optimierung der Bek\u00e4mpfung von Blattl\u00e4usen (Phorodon humuli) im Hopfen (Humulus lupulus) durch Bek\u00e4mpfungsschwellen und Z\u00fcchtung Blattlaus toleranter Hopfensorten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Hopfenblattlaus ist ein regelm\u00e4\u00dfig vorkommender Sch\u00e4dling in allen Hopfeng\u00e4rten. Um vermarktungsf\u00e4higen Hopfen produzieren zu k\u00f6nnen sind Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen notwendig. Ziel des Projektes ist die Erarbeitung einer mit wissenschaftlichen Methoden abgesicherte Bek\u00e4mpfungsschwelle. Es ist dazu zu pr\u00fcfen, ob und wenn ja, unter welchen Voraussetzungen (z.B. Sorte, Wachstumsstadium, Zeit bis zur Ernte) eine bestimmte Anzahl Blattl\u00e4use pro Blatt bzw. Dolde geduldet werden kann, ohne dass zum Zeitpunkt der Ernte die Dolden qualitativ und quantitativ negativ beeinflusst werden.<br \/>\nIm zweiten Teil des Projektes soll ein vielversprechender Labortest standardisiert werden. Bereits an S\u00e4mlingen sollen genetisch festgelegte Resistenzen gegen die Hopfenblattlaus festgestellt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Erarbeitung der Bek\u00e4mpfungsschwelle erfolgt in Freilandversuchen. In vier unterschiedlich anf\u00e4lligen Sorten wird an jeweils 15 Standorten die Populationsentwicklung der Blattlaus im 10 &#8211; 14 -t\u00e4gigen Rhythmus beobachtet. Dazu wird in den ausgesuchten Hopfeng\u00e4rten bei der ersten Spritzung eine Parzelle mit ca. 300 m\u00b2 nicht behandelt. Bei einer in der Regel notwendigen zweiten Spritzung bleibt  zus\u00e4tzlich eine weitere Parzelle von ebenfalls ca. 300 m\u00b2 unbehandelt. Zum Zeitpunkt der Doldenbildung ist die Anzahl an Blattl\u00e4usen von entscheidender Bedeutung, da diese sp\u00e4ter in die Dolden abwandern und dann nicht mehr bek\u00e4mpft werden k\u00f6nnen. Die Erfassung der Blattl\u00e4use in den Dolden erfolgt im Labor mit einer Berlese-Apparatur. \u00dcber eine W\u00e4rmequelle wird versucht, die Tiere aus den Dolden zu vertreiben und in einem Gef\u00e4\u00df zu sammeln. Zur Ernte werden aus allen Parzellen Doldenproben entnommen und auf Befall bonitiert, sowie die wertbestimmenden Inhaltsstoffe analysiert (Bitters\u00e4uren, \u00c4therisch \u00d6le, Polyphenole). Zus\u00e4tzlich werden von jeder Sorte in drei bis vier Hopfeng\u00e4rten die Ertr\u00e4ge in den verschiedenen Varianten ermittelt.<br \/>\nTestgrundlage zur Ermittlung der Resistenz sind Bl\u00e4tter verschiedener Hopfensorten bzw. von   Zuchtst\u00e4mmen. In Blattlausk\u00e4figen auf den Bl\u00e4ttern werden ausgehend von einer Junglarve \u00fcber drei Wochen verschiedene Daten dreimal pro Woche erhoben; z.B. die Entwicklungsdauer von der Larve bis zum adulten Tier und die Gesamtzahl der abgesetzten Larven. Der Test wird insgesamt positiv bewertet, wenn die Reproduzierbarkeit \u00fcber verschiedene Blattlauspopulationen und weiteren Kriterien m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Generell litt das Teilprojekt Erarbeitung einer Bek\u00e4mpfungsschwelle darunter, dass von den drei Versuchsjahren nur 2009 auswertbare Ergebnisse erzielt werden konnten, da 2008 der hohe Blattlausbefall der Versuchsparzellen schnell komplett zusammenbrach und 2010 praktisch kein Befall zu verzeichnen war. F\u00fcr eine gesicherte Aussage zu einer konkreten Bek\u00e4mpfungsschwelle ist das Datenma-terial daher noch ungen\u00fcgend und wurde 2011 mit geringerem Bonituraufwand durch weitere Versuchsernten erg\u00e4nzt (noch nicht ausgewertet). Die Daten gestatten jedoch folgende Ergebnisse in Schlagzeilen:<br \/>\n&#8211; Ein standardm\u00e4\u00dfiger, allj\u00e4hrlicher Insektizideinsatz zur Blattlausbek\u00e4mpfung auf allen Hopfenfl\u00e4chen ist aus fachlicher wie wirtschaftlicher Sicht unn\u00f6tig bzw. bedenklich. Die Entscheidung \u00fcber eine Insektizidbehandlung sollte jedes Jahr aufs Neue getroffen werden und Sortenunterschiede dabei ber\u00fccksichtigt werden. Diese Forderung ist auch aus Gr\u00fcnden des Resistenzmanagements zuk\u00fcnftig von immer gr\u00f6\u00dferer Bedeutung (siehe neues Pflanzenschutzgesetz).<br \/>\n&#8211; Selbst starker Blattlausbefall fr\u00fch in der Saison nach massiertem Zuflug bedeutet nicht zwangsl\u00e4ufig, dass es zur Ernte zu Ertrags- oder Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen kommt, da gerade diese fr\u00fchen Gradationen meist sehr schnell auf nat\u00fcrliche Weise durch N\u00fctzlinge und entomopathogene Pilze reguliert werden. Eine sofortige chemische Bek\u00e4mpfung sollte allerdings dann erfolgen, wenn sich junge Bl\u00e4tter durch den Befall einzudrehen beginnen und Wachstumsstillstand droht, insbesondere bei der Sorte Perle. Dieses Problem erstreckte sich nach Projektende im Jahr 2011 sogar auf sehr w\u00fcchsige Hochalpha-Sorten.<br \/>\n&#8211; Im Gegensatz dazu sind Blattlausjahre, die durch einen verzettelten Zuflug \u00fcber mehrere Wochen auf niedrigem Niveau charakterisiert sind, eher als gef\u00e4hrlich einzustufen. Die niedrigen Blattlauszahlen sind nicht attraktiv f\u00fcr Pr\u00e4datoren und eine in solchen Jahren h\u00e4ufig zu fr\u00fch gesetzte Insektizidbehandlung vor dem Ende des Blattlauszufluges ist praktisch sinnlos. Die wenigen Blattl\u00e4use wandern zudem zeitig in die Dolden ab und fallen bei Blattkontrollen kaum mehr auf, so dass es in diesen Jahren leicht zu einer Sp\u00e4tverlausung der Dolden kommen kann, die dann nicht nur ein hygienisches Problem darstellt, sondern auch zu signifikanten Verlusten bei Ertrag und Alpha-S\u00e4uren f\u00fchrt.<br \/>\n&#8211; Der unn\u00f6tige, rein prophylaktische Einsatz eines Insektizids oder Akarizids als Bestandteil einer Tankmischung mit 4-5 Mischpartnern kann zu signifikanten Einbu\u00dfen bei Ertrag und Alpha-S\u00e4uren f\u00fchren.<br \/>\n&#8211; Aroma-Sorten sind generell wesentlich weniger blattlausanf\u00e4llig als Hochalpha-Sorten. Bei der blattlaustoleranten Sorte Spalter Select ist eine Insektizidbehandlung grunds\u00e4tzlich unn\u00f6tig.<br \/>\nDie Arbeiten an einem Biotest zur Ermittlung der Blattlausresistenz von Hopfens\u00e4mlingen haben zur Entwicklung eines einfachen Systems gef\u00fchrt, dass im Gegensatz zum urspr\u00fcnglich geplanten Einzelblatt-System reproduzierbar zu sein scheint und das Projektziel somit voll erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Hopfen-Rundfahrt des bayerischen Staatsministers f\u00fcr Ern\u00e4hrung, Landwirtschaft und Forsten, Ilmendorf, 26.08.2008. Mit anschlie\u00dfenden ausf\u00fchrlichen Presseberichten, z. B. Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt Nr. 36 vom 05.09.2008, oder Freisinger Tagblatt vom 27.08.2008.<br \/>\nAphid tolerance of different hop genotypes: First attempts to develop a simple biotest for hop breeding by the use of Phorodon humuli.   2nd ISHS International Humulus Symposium, Gent (Belgien), 03.09.2008<br \/>\nFirst steps towards a revised control threshold for the damson-hop aphid Phorodon humuli.   International Hop Growers\u00b4 Convention, Scientific Commission, Le\u00f3n (Spanien), 23.06.2009<br \/>\nDas DBU-Blattlausprojekt: Erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur Blattlausbek\u00e4mpfung.<br \/>\n  Arbeitsbesprechung zum Forschungsprojekt mit Kooperationsbetrieben und Verb\u00e4nden, H\u00fcll, 05.03.2010<br \/>\nThe influence of aphid infestation during the hop growing season on the quality of harvested cones.<br \/>\n  EBC Hop Symposium 2010, Wolnzach, 14.09.2010<br \/>\nPublikationen (Auswahl):<br \/>\nWeihrauch F. 2009. First steps towards a revised control threshold for the Damson-hop aphid Phorodon humuli.   Proceedings of the Scientific Commission of the International Hop Growers\u00b4 Convention, Le\u00f3n, Spain, 21-25 June 2009: 82-85<br \/>\nWeihrauch F, Baumgartner A, Felsl M, Lutz A. 2009. Aphid tolerance of different hop genotypes: First attempts to develop a simple biotest for hop breeding by the use of Phorodon humuli.   Acta Horticulturae 848: 125-129<br \/>\nWeihrauch F, Baumgartner A, Felsl M, Kammhuber K, Lutz A. 2012. The influence of aphid infestation during the hop growing season on the quality of harvested cones.   BrewingScience &#8211; Monatsschrift f\u00fcr Brauwissenschaft 65: [in Vorb.]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Hopfenblattlaus ist ein regelm\u00e4\u00dfig vorkommender Sch\u00e4dling in allen Hopfeng\u00e4rten. 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