{"id":24700,"date":"2026-01-31T10:32:13","date_gmt":"2026-01-31T09:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25740-01\/"},"modified":"2026-01-31T10:32:15","modified_gmt":"2026-01-31T09:32:15","slug":"25740-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25740-01\/","title":{"rendered":"Transeurop\u00e4ische Netze &#8211; Natur: Konnektivit\u00e4t der Landschaft &#8211; Erhaltung der Wildtierkorridore in Osteuropa trotz Infrastruktur-Ausbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel des Projektes ist es, einer Fragmentierung der bisher weitestgehend unzerschnittenen Landschaften auf der Balkanhalbinsel entgegenzuwirken, um sie als Lebensraum f\u00fcr gro\u00dfe Beutegreifer wie Wolf, B\u00e4r und Luchs und ihre Beutetiere zu erhalten.<br \/>\nIn vielen L\u00e4ndern des Balkans findet seit einigen Jahren, meist bedingt durch ihre neue Mitgliedschaft in der EU, eine starke wirtschaftliche Entwicklung statt. Diese bringt auch den Bau neuer (Fern-) Strassen und weiterer Transportinfrastruktur mit sich.<br \/>\nUm eine unwiederbringliche Zerst\u00f6rung der wertvollen Landschaften und Lebensr\u00e4umen auf der Balkanhalbinsel zu vermeiden, m\u00fcssen beim Bau von Transportinfrastruktur \u00f6kologische Aspekte ber\u00fccksichtigt werden, insbesondere im Hinblick auf das Wander- und Ausbreitungsverhalten gro\u00dfer Beutegreifer. Dazu wurden von den o. g. Partnern bereits Projekte in Polen, Kroatien und der Slowakei durchgef\u00fchrt.<br \/>\nDie dabei getroffenen Erkenntnisse werden im Rahmen des Projekts Transeuropean Wildlife Nets nach Bulgarien und Rum\u00e4nien transferiert. Dies dient auch dazu, die Position des Naturschutzes in beiden L\u00e4ndern zu verbessern und die Ergebnisse des Projekts in dem politischen Entscheidungsfindungsprozess zu verankern.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenFolgende Arbeitsschritte sind vorgesehen:<br \/>\nA.\tBildung eines internationalen Expertennetzwerks; dazu zun\u00e4chst Workshops auf nationaler Ebene, sp\u00e4ter ein Treffen mit Vertretern aus allen beteiligten L\u00e4ndern, um den Austausch von Wissen und Erfahrung zwischen den L\u00e4ndern der Balkanhalbinsel zu gew\u00e4hrleisten und zu f\u00f6rdern.<br \/>\nB.\tDokumentation der methodischen Ans\u00e4tze und Ergebnisse bisheriger Projekte in Polen, Kroatien und der Slowakei; dazu Expertenworkshops in Kroatien und Polen<br \/>\nC.\tUntersuchung der Verf\u00fcgbarkeit von Raum- und Umweltdaten in allen beteiligten L\u00e4ndern als Grundlage f\u00fcr die Entwicklung den geplanten Methodentransfer sowie die fundierte Entwicklung weiterer methodischer Ans\u00e4tze.<br \/>\nD.\tDokumentation von relevanter Infrastrukturplanung sowie der beteiligten Entscheidungstr\u00e4ger und Planungsbeh\u00f6rden.<br \/>\n       F\u00fcr C und D werden bestehende Kontakte zu relevanten Ministerien genutzt.<br \/>\nE.\tIdentifikation potentieller Konflikte zwischen Infrastrukturplanung und Lebensraumkonnektivit\u00e4t, Erarbeitung von L\u00f6sungsans\u00e4tzen; dazu Analyse der in C und D gewonnen Daten<br \/>\nF.\tErstellung eines Leitfadens, um die im Verlauf des Projekts gewonnen Ergebnisse zur Aufrechterhaltung und Verbesserung der Lebensraumkonnektivit\u00e4t in Bulgarien und Rum\u00e4nien bekannt zu machen<br \/>\nG.\tUmsetzung einer Kommunikationsstrategie auf nationaler und europ\u00e4ischer Ebene; dazu Einbeziehung aller relevanten Zielgruppen (bspw. verantwortliche Beh\u00f6rden und Planer, Naturschutzorganisationen, etc.) in alle o. g. Schritte<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Folgenden sind die bei der Durchf\u00fchrung der oben genannten Arbeitsschritte umgesetzten Aktivit\u00e4ten sowie deren Ergebnisse dargestellt. <\/p>\n<p>A.\tInsgesamt fanden vier Treffen, an denen alle am Projekt beteiligten Organisationen beteiligt waren satt (August 2008, Polen; April 2009, Kroatien; November 2009, Bulgarien; Oktober 2010, Ungarn). Des Weiteren fanden bilaterale Treffen mit den Partnern in Bulgarien, Rum\u00e4nien, Kroatien und Polen statt, bei denen die l\u00e4nderspezifische Situation diskutiert wurde (u. a. Bearbeitung der Arbeitsschritte D, E und G).Bei zwei Konferenzen im November 2009 in Bulgarien bzw. Rum\u00e4nien wurden Vertreter aller relevanten nicht-staatlichen und staatlichen Organisation zusammengebracht, um die Best Practise Beispiele Polen und Kroatien sowie die ersten Ergebnisse aus dem jeweiligen Land zu pr\u00e4sentieren. Die Konferenzen dienten als Plattform f\u00fcr weitere Diskussionen; diese verliefen in Bulgarien sehr positiv (Zusage seitens des Transportministeriums zuk\u00fcnftig vermehrt mit dem Naturschutz zusammenzuarbeiten) w\u00e4hrend deutlich wurde, dass in Rum\u00e4nien noch keine Grundlage f\u00fcr konstruktive Gespr\u00e4che gegeben ist. Die im Rahmen des TEWN Projekts durchgef\u00fchrte Konferenz war die erste Veranstaltung in Rum\u00e4nien, bei der Vertreter von Naturschutz und Transport zusammenkamen.<br \/>\nIm Rahmen aller Veranstaltungen konnten bestehende Kontakte zur Vertiefung eines internationalen Expertennetzwerkes verst\u00e4rkt werden bzw. neue Kontakte zur Erweiterung des Netzwerks gekn\u00fcpft werden. Auch nach Abschluss des Projekts findet ein Austausch im Rahmen des Netzwerkes statt bzw. wird zur Kl\u00e4rung von fachspezifischen Fragen auf das Netzwerk zur\u00fcckgegriffen.<br \/>\nB.\tFachpublikationen zum Thema Fragmentierung der Landschaft\/Reduzierung der Auswirkungen in Landessprache (Polnisch und Kroatisch) wurden im Rahmen des Projekts ins Englische \u00fcbersetzt und so einem breiteren Publikum zug\u00e4ngig gemacht. Beide Publikationen wurden bei den o. g. Konferenzen verteilt und stie\u00dfen auf gro\u00dfes Interesse.<br \/>\nC.\tUntersuchungen zur Datenverf\u00fcgbarkeit fanden insbesondere f\u00fcr die L\u00e4nder Bulgarien und Rum\u00e4nien statt, da solche Datens\u00e4tze zur Erstellung der Case Studies (s. Punkt E) ben\u00f6tigt wurden. Schwierigkeiten ergaben sich bei der Akquise der Daten; viele der Datens\u00e4tze waren nicht frei verf\u00fcgbar bzw. die relevanten Beh\u00f6rden waren nicht bereit, die Daten zur Verf\u00fcgung zu stellen. Des Weiteren wurde deutlich, dass die Qualit\u00e4t der Daten oftmals zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst. So gab es z. B. in Rum\u00e4nien unterschiedliche Aussagen zu der L\u00e4nge von geplanten Autobahnen bzw. deren Planungs- und Umsetzungsstand. Auch die bestehenden Kontakte zu Stellen in den relevanten Ministerien erwiesen sich nicht als hilfreich, da die jeweiligen Mitarbeiter selber oft nur unzureichende Informationen hatten.<br \/>\nD.\tBei der Umsetzung dieses Arbeitsschrittes ergaben sich \u00e4hnliche Schwierigkeiten wie oben dargestellt.<br \/>\nE.\tIm Rahmen dieses Arbeitsschrittes wurden Case Studies f\u00fcr Bulgarien und Rum\u00e4nien erstellt. Die Erstellung dieser Fallstudien erwies sich als sehr langwierig, da die Datengrundlagen meist nur unzureichend waren bzw. mehrmals neuere Datens\u00e4tze bzw. solche mit anderen Aussagen auftauchten. Der Ansatz zur Erstellung der Case Studies (insbesondere f\u00fcr Rum\u00e4nien) musste daher mehrfach ge\u00e4ndert werden. Trotz der skizzierten Schwierigkeiten konnten fundierte Fallstudien f\u00fcr Bulgarien und Rum\u00e4nien erarbeitet werden und ein auch auf andere L\u00e4nder \u00fcbertragbarer Ansatz entwickelt werden, wie die negativen Auswirkungen, die Infrastruktur auf den Bestand bzw. den Lebensraum von gro\u00dfen Beutegreifern haben kann, auch bei Mangel an Verbreitungsdaten analysiert werden k\u00f6nnen (siehe dazu auch Kapitel 4 des TEWN Manuals).<br \/>\nF.\tIn diesem Arbeitsschritt wurde das TEWN Manual &#8211; Recommendations for the reduction of habitat fragmentation caused by transport infrastructure development erstellt. Das TEWN Manual fasst das Wissen aus Projekten in Polen, Kroatien und der Slowakei zusammen und hilft, wirksame Ma\u00dfnahmen gegen Landschaftszerschneidung zu finden und umzusetzen. Das Handbuch richtet sich sowohl an Natursch\u00fctzer als auch an Stra\u00dfenbauer und -planer und liefert praxisbezogene Hilfestellungen und konkrete Handlungsvorschl\u00e4ge. Das Manual wurde im Oktober 2010 bei der IENE Konferenz (Infra-Eco Network Europe, hervorgegangen aus COST 341) vorgestellt und verteilt. Im Nachgang zu der Konferenz wurden rund 80 Exemplare an Interessenten verschickt; des Weiteren wurden je ca. 25 Manuals in Bulgarien, Rum\u00e4nien, Kroatien, Polen und Slowenien verteilt. Inzwischen ist der Gro\u00dfteil der gedruckten Manuals (Auflage 250) verteilt.<br \/>\nG.\tIm Rahmen des Projekts fanden verschiedene Veranstaltungen statt (Konferenzen in Bulgarien und Rum\u00e4nien), um die Projektergebnisse zu kommunizieren. Des Weiteren fanden bilaterale Treffen mit Vertretern relevanter Ministerien aller beteiligten L\u00e4nder statt sowie Gespr\u00e4che auf EU Ebene (hier vor allem mit Vertretern der DG Umwelt). Dabei wurde deutlich, dass das Thema auf gro\u00dfes Interesse st\u00f6\u00dft und die Ergebnisse als sehr wertvoll und wichtig erachtet werden. Bei einer Studienreise nach Kroatien f\u00fcr rum\u00e4nische Vertreter aus Naturschutz und Stra\u00dfenbau wurden die in Kroatien erlangen Erfolge pr\u00e4sentiert und der Austausch zwischen den beiden Interessensgruppen weiter vertieft.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>EuroNatur berichtete mehrfach in dem vier Mal im Jahr erscheinenden EuroNatur Magazin \u00fcber das Projekt (Hefte 1\/2009, 2\/2009, 1\/2010 und 4\/2010). Des Weiteren wurde im Dezember 2008 ein Mailing zu dem Thema erstellt.<br \/>\nZu verschiedenen Themen (TEWN Declaration, Konferenzen in Bulgarien und Rum\u00e4nien, Erscheinen des Manuals) wurden Pressemitteilungen erstellt, die z. T. von Medien aufgegriffen wurden (insbesondere Manual).<br \/>\nDas Projekt wurde bei der IENE Konferenz im Oktober 2010 einem breiten Publikum im Rahmen einer 1,5 st\u00fcndigen TEWN Session vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Projekt kann als sehr erfolgreich betrachtet werden. Trotz einiger Schwierigkeiten bei der Umsetzung einzelner Aktivit\u00e4ten konnten alle Arbeitsschritte abgeschlossen werden und die angestrebten Ergebnisse erzielt werden.<br \/>\nDes Weiteren konnten zus\u00e4tzliche Aktivit\u00e4ten, die im Verlauf des Projekts als notwendig und sinnvoll identifiziert wurden (bspw. Studienreise rum\u00e4nischer Stakeholder nach Kroatien, Teilnahme IENE Konferenz) umgesetzt werden.<br \/>\nMit der Erstellung des TEWN Manuals sowie der \u00dcbersetzung nationaler Publikationen ins Englische kann das \u00fcber viele Jahre in Kroatien, Polen und der Slowakei gesammelte Wissen Interessierten aus anderen L\u00e4ndern zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Hier war vor allem die Teilnahme an der IENE Konferenz eine entscheidender Katalysator.<br \/>\nAls wichtiger und erfolgreicher Bestandteil k\u00f6nnen auch die beiden Konferenzen in Rum\u00e4nien und Bulgarien erachtet werden: die Veranstaltungen haben ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, die Problematik in beiden L\u00e4ndern einem breiten Publikum zu transportieren und eine Plattform f\u00fcr weiteren Austausch zu schaffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel des Projektes ist es, einer Fragmentierung der bisher weitestgehend unzerschnittenen Landschaften auf der Balkanhalbinsel entgegenzuwirken, um sie als Lebensraum f\u00fcr gro\u00dfe Beutegreifer wie Wolf, B\u00e4r und Luchs und ihre Beutetiere zu erhalten. 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