{"id":24689,"date":"2023-07-13T15:26:30","date_gmt":"2023-07-13T13:26:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25712-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:32","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:32","slug":"25712-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25712-01\/","title":{"rendered":"Dachbahnen-Einlage auf Basis nachwachsender Rohstoffe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Moderne Polymerbitumendach- und -dichtungsbahnen beinhalten neben Deck- und Klebeschichten aus Polymerbitumen eine armierende Tr\u00e4gereinlage aus Polyesterfaservlies (PV) oder einer Kombination aus Glasgitter und Polyestervlies (Kombitr\u00e4ger). diese Tr\u00e4gereinlagen sind mit einem Kunstharzbinder verfestigt, um ihnen die erforderlichen technischen Eigenschaften zu verleihen.<br \/>\nZiel dieses Projektes ist es, dem Markt eine Tr\u00e4gereinlage auf Basis nachwachsender Rohstoffe zur Verf\u00fcgung zu stellen, die alle geforderten Materialeigenschaften aufweist. Dieses Projekt befasst sich mit der Erarbeitung der Produktionstechnologie und der labortechnischen Auspr\u00fcfung und Bewertung der Materialeigenschaften einer Dachbahnen-Einlage auf Basis nachwachsender Rohstoffe.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenVlies- Produktdesign und Produktionstechnologie:<br \/>\nNaturfaservlies auf der Basis von Flachsfasern, ausger\u00fcstet mit einem Binder auf Bagassebasis zur Hydrophobierung und Versteifung.<br \/>\nEventuell zus\u00e4tzliche mechanische Verst\u00e4rkung des Vlieses durch Einarbeitung eines Fadengeleges. Die notwendige Brandschutzausr\u00fcstung soll eventuell auf Basis von Bl\u00e4hgrafit erreicht werden.<br \/>\nDie Herstellung eines vernadelten Flachsfaservlieses wird auf einer Vlieskrempel erfolgen. Die Ausr\u00fcstung mit Kunstharzbinder erfolgt zun\u00e4chst im Tauchverfahren. Anschlie\u00dfend erfolgt das Verpressen des Nadelvlieses mit einem Vlieskalander.<br \/>\nAnforderungen an das Flachsfaservlies:<br \/>\nin Anlehnung an DIN 18191 &#8211; Polyestervlies als Einlage f\u00fcr Bitumen- und Polymerbitumenbahnen.<br \/>\nLabortechnische Auspr\u00fcfung des Flachs-Rohvlieses und Vergleich mit Standard-Poyestervlies nach DIN 18191 und den darin beschriebenen Pr\u00fcfungen:<br \/>\nZus\u00e4tzliche Pr\u00fcfungen\/Bewertungen:<br \/>\nEN 12311-1 Bestimmung des Zug-Dehnungverhaltens, ISO 9073-1 Weiterei\u00dffestigkeit, EN 1931 (in Anl.) Wasserdampfaufnahme.<br \/>\nHerstellung und Auspr\u00fcfung von Polymerbitumenbahnen unter Verwendung von Flachsfaservlies im Laborma\u00dfstab und Vergleich mit Standardware nach DIN EN 13707 Bitumenbahnen mit Tr\u00e4gereinlage und den darin beschriebenen Pr\u00fcfungen: EN 12311-1 Bestimmung des Zug-Dehnungsverhaltens, EN 1107-1 Dimensionsstabilit\u00e4t, ISO 9073-1 Weiterrei\u00dffestigkeit, EN 1931 (in Anl.) Wasserdampfaufnahme<br \/>\nInsgesamt soll die Machbarkeit einer Tr\u00e4gereinlage f\u00fcr Bitumenbahnen auf Basis nachwachsender Rohstoffe gepr\u00fcft und demonstriert werden. Die Eigenschaften sollen sowohl am Rohvlies als auch an einer labortechnisch hergestellten Polymerbitumenbahn ausgepr\u00fcft werden, wobei besonderes Augenmerk auf die Feuchtigkeitsaufnahme zu richten ist.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Rahmen der Versuche zur Vliesbildung ist der geforderte Nadelvliesstoff aus Flachs mit einer Fl\u00e4chenmasse von 300 g\/m\u00b2 hergestellt worden.<br \/>\nDie angestrebte Feststoffbinderauflage konnte mit den zur Verf\u00fcgung gestellten Mustervarianten nur durch Verd\u00fcnnen mittels Wasser bzw. THFA erreicht werden, wobei die Verd\u00fcnnung mit THFA deutlich bessere Ergebnisse zeigt, wie ein Vergleichsversuch mit Furanharzbinder BIOREZ 080101 deutlich machte.<br \/>\nDer Test hinsichtlich der Biegebeanspruchung wurde in allen Versuchsvarianten ohne Einschr\u00e4nkungen bestanden.<br \/>\nDie geforderte H\u00f6chstzugkraft konnte mit BIOREZ in keinem Fall erreicht werden. Beim Einsatz von Furanharzbinder FUROLITE wurden die geforderten 700 N bei einer Binderauflage von 30% in Querrichtung deutlich \u00fcbertroffen. In L\u00e4ngsrichtung lagen die H\u00f6chstzugkr\u00e4fte bei dieser Auflagemenge jedoch nur bei ca. 60-65% des Anforderungswerts von 700 N.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung der Impr\u00e4gnierwilligkeit brachte zufriedenstellende Ergebnisse ebenso wie die Pr\u00fcfung der Dicke des Vlieses vor und nach der Bitumenimpr\u00e4gnierung und der aufgenommenen Bitumenmenge.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung der Festigkeits- und Dehnungszunahme nach der Bitumenimpr\u00e4gnierung ergab sehr gute, mit Standardtr\u00e4gereinlagen nicht realisierbare Ergebnisse.<br \/>\nDie Weiterrei\u00dffestigkeit &#8211; Schenkelversuch &#8211; ergab voll vergleichbare Ergebnisse zum im Vergleich mit gepr\u00fcften Glasseidenmischgewebe als Tr\u00e4ger f\u00fcr Bitumenbahnen.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung der Dimensionsstabilit\u00e4t &#8211; gepr\u00fcft am bitumenimpr\u00e4gnierten Flachsvlies &#8211; erbrachte gute Ergebnisse, vor allem im Vergleich zum Standardpolyestervlies als Tr\u00e4gereinlage.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung des Brandverhaltens ergab eine Einstufung in die Klasse E nach DIN EN 13501-1, roh und bitumenimpr\u00e4gniert. Das Material ist damit uneingeschr\u00e4nkt als Baustoff einsetzbar.<br \/>\nDie Pr\u00fcfung der Feuchtigkeitsaufnahme ergab nicht das geforderte Niveau. Sowohl roh als auch bitumenimpr\u00e4gniert wurde die geforderte Feuchtaufnahme des Vlieses von < 0,5 Gew. % nicht erreicht.\nDie Prozessf\u00e4higkeit, gepr\u00fcft in einem Produktionsversuch, ist leider auch noch nicht erreicht. \nDas Flachsvlies riss nach der Impr\u00e4gnierung mit Hei\u00dfbitumen auf dem Weg zwischen der Impr\u00e4gnierpfanne und der Deckschichtbelegung. Aus diesem Grund konnte die geplante Auspr\u00fcfung des Endproduktes nicht durchgef\u00fchrt werden.\n\n\n\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation\n\nKeine Aktivit\u00e4ten durchgef\u00fchrt.\n\n\nFazit\n\nIm vorliegenden Teilprojekt konnten eine Reihe von Anforderungen, die an Tr\u00e4gereinlagen f\u00fcr Dachbahnen gestellt werden, mit positivem Ergebnis be- und abgearbeitet werden. Dies zeigt, dass ein Tr\u00e4ger f\u00fcr Bitumenbahnen aus 100% nachwachsenden Rohstoffen m\u00f6glich ist.\n\nNicht gel\u00f6st werden konnte im Rahmen dieses Teilprojektes die Problematik nicht ausreichender Festigkeiten und die damit verbundene mangelhafte Prozessf\u00e4higkeit. (Anteilige) Verwendung geeigneter Langfasern und\/oder L\u00e4ngsfadenverst\u00e4rkung des Vlieses sind hier erfolgversprechende L\u00f6sungsans\u00e4tze.\n\nZur L\u00f6sung der bisher mangelhaften Hydrophobie ist eine effektive Blockierung der humidophilen funktionellen Gruppen an der Faseroberfl\u00e4che notwendig, m\u00f6glichst durch chemische Reaktion. Dass dies mit dem gew\u00e4hlten Bindersystem prinzipiell m\u00f6glich ist, zeigen entsprechende Publikationen. Hier sind in Kooperation mit dem Hersteller des Bindersystems weitere Versuche erforderlich.\n\nAus \u00f6konomischer Sicht ist bei dem derzeitigen Preisniveau erd\u00f6lbasierter Vliesstoffe ein Markterfolg derartiger, nachhaltiger Produkte leider kaum zu erwarten. Das Projekt sollte deshalb zun\u00e4chst ausgesetzt werden, bis die \u00f6konomischen Rahmenbedingungen gegeben sind.\n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Moderne Polymerbitumendach- und -dichtungsbahnen beinhalten neben Deck- und Klebeschichten aus Polymerbitumen eine armierende Tr\u00e4gereinlage aus Polyesterfaservlies (PV) oder einer Kombination aus Glasgitter und Polyestervlies (Kombitr\u00e4ger). diese Tr\u00e4gereinlagen sind mit einem Kunstharzbinder verfestigt, um ihnen die erforderlichen technischen Eigenschaften zu verleihen. 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