{"id":24673,"date":"2023-07-13T15:26:27","date_gmt":"2023-07-13T13:26:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25638-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:29","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:29","slug":"25638-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25638-01\/","title":{"rendered":"Zweiw\u00f6chige Ferien- und Sommerakademie des Cusanuswerks: Powered by? &#8211; Zukunftsszenarien nachhaltiger Energienutzung und Versorgung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Als Querschnittsdebatte bewegt sich die Diskussion \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Energienutzungsformen im Spannungsfeld von Wirtschaft, \u00d6kologie, Technik, Politik und Gesellschaft und integriert somit kontro-verse Sichtweisen in hohem Ma\u00dfe. W\u00e4hrend der Akademie werden Herausforderungen an die Energie der Zukunft definiert und dabei Szenarien entwickelt, wie eine zuk\u00fcnftige Nutzung der Energie unter ver-schiedenen Rahmenbedingungen denkbar ist. Das Akademieformat als Instrument der Nachwuchsf\u00f6rderung richtet sich an Studierende und soll neben der Wissensvermittlung auch wissenschaftliche Neugier, wissenschaftliches Selbstbewusstsein, wissenschaftliches sowie soziales Engagement f\u00f6rdern. Diese Erfahrungen werden die Teilnehmenden an ihre Herkunftsuniversit\u00e4ten transferieren und fungie-ren damit im idealen Fall als Multiplikatoren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie zweiw\u00f6chige Ferienakademie ist nicht als reine Vortragsveranstaltung konzipiert, sondern beinhaltet den Wechsel von Vortr\u00e4gen im Plenum und kleinen themenzentrierten Arbeitsgruppen. Als thematische Einleitung zu den jeweiligen Themengebieten sind je ein bis zwei Vortr\u00e4ge von Experten im Plenum ge-plant. Im Anschluss daran wird durch gro\u00dfz\u00fcgige Zeitplanung eine intensive Diskussion erm\u00f6glicht. In der ersten Woche wird in nachmitt\u00e4glichen Arbeitsgruppen Freiraum zur tieferen Auseinandersetzung mit den vorgestellten Beitr\u00e4gen aus dem Blickwinkel eines thematischen Schwerpunkts geboten. F\u00fcnf Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themen werden dazu angeboten. Der inhaltliche Ablauf der Akade-mie ist in zwei Bereiche gegliedert:<br \/>\nTeil I: Energie erzeugen<br \/>\nBeginnend mit der Frage nach der Energiebilanz, in der gekl\u00e4rt werden soll, aus welchen Energiequellen welche Nutzungen und Anteile der Energienutzung gespeist werden, werden in den ersten Tagen Grenzen und Potenziale der wesentlichen Energiequellen er\u00f6rtert. Am Samstag wird eine Exkursion zum Wasserkraftwerk Regensburg f\u00fchren.<br \/>\nTeil II: Energie organisieren<br \/>\nDer Schwerpunkt des zweiten Teils der Ferienakademie liegt auf der kritischen Reflexion zuk\u00fcnftiger Entwicklungspfade sowie auf konkreten Handlungspotentialen. Im Zentrum werden Fragen internationaler geopolitischer Verflechtungen stehen. Es werden Herausforderungen an eine internationale Energie- und Klimapolitik formuliert und nach neuen L\u00f6sungsideen gesucht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Der Klimawandel und die damit eng verbundenen Fragen nach einer nachhaltigen Energienutzung haben es in den letzten Jahren verst\u00e4rkt auf die politische Agenda und damit ins \u00f6ffentliche Bewusstsein gebracht. Kaum ein anderes Thema dominierte im Jahr 2007 die politische Diskussion in dem Ma\u00dfe wie die Energie: Anfang M\u00e4rz verst\u00e4ndigten sich die Regierungschefs der EU auf einen Plan zur Energie- und Klimasicherheit, auf eine Energiepolitik f\u00fcr Europa; Angela Merkel setzte Anfang Juni die Klima- und Energiefrage auf die Agenda des G8 Gipfels in Heiligendamm; nachdem das Thema international diskutiert wurde, fand Ende Juni der nationale Energiegipfel statt; in zwei IPCC Berichten machten Experten warnend auf die Folgen des jahrzehntelangen sorglosen Umgangs mit fossilen Brennstoffen aufmerksam. Vor allem die klimasch\u00e4digenden Folgen fossiler Energietr\u00e4ger, deren Endlichkeit und politische Brisanz durch geopolitische Verflechtungen lassen neue Formen der Energienutzung notwendig erscheinen. Die Suche nach neuen Wegen hat begonnen: Regenerative Energien, Energieeffizienz, Kraft-W\u00e4rme-Kopplung sind nur einige Schlagworte in dieser Debatte. Doch wo liegen jeweils technische, politische, gesellschaftliche und \u00f6konomische Grenzen einer alternativen und effizienteren Energienutzung? Die Frage nach einer zukunftsf\u00e4higen Energienutzung ist ein von vielen Interessen geleitetes Querschnittsthema, das sich im sensiblen Spannungsfeld von Wirtschaft, \u00d6kologie, Technik, Politik und Gesellschaft bewegt. W\u00e4hrend der Ferienakademie galt es, sich ausgew\u00e4hlten Aspekten der dring-lichen Energiefrage zu n\u00e4hern und den Blick auf eine nachhaltige und realisierbare Energienutzung zu \u00f6ffnen. <\/p>\n<p>Dazu wurden in der ersten Woche die wesentlichen Energietr\u00e4ger vor allem aus natur- und ingenieurs-wissenschaftlicher Perspektive betrachtet. Auf dieser Basis konnte in der zweiten Woche die Frage the-matisiert werden, wie die Energieversorgung politisch und sozial organisiert werden kann. Notwendigkei-ten geopolitischer Verflechtungen standen hier im Zentrum. Folgende Punkte seien beispielhaft als zent-rale Ergebnisse der Ferienakademie genannt:<br \/>\n\tSo dringlich eine klimaneutrale Energienutzung ohne Zweifel ist, so wenig umsetzbar wird sie mittel-fristig (bis ca. 2030) sein. Grenzen einer sich komplett aus regenerativen Quellen speisenden Ener-gie sind bisher vor allem die begrenzte Speicherbarkeit und die dadurch nicht gew\u00e4hrleistete konstante Verf\u00fcgbarkeit. Der h\u00e4ufig erw\u00e4hnte Vorteil regenerativer Energien, eine politische Unabh\u00e4ngigkeit von anderen Staaten zu erm\u00f6glichen, wird obsolet in Anblick einer industriellen Nutzung: Regenerative Energien eignen sich bisher zwar hervorragend f\u00fcr eine kleinma\u00dfst\u00e4bliche Nutzung; soll mit ihnen jedoch industriell gearbeitet werden, muss auch daf\u00fcr Energie nach Deutschland importiert werden, wie z. B. Sonnenenergie aus Afrika.<br \/>\n\tDurch fehlende Speicherm\u00f6glichkeiten regenerativer Energietr\u00e4ger wird Kohle mittelfristig nicht durch erneuerbare Energien zu ersetzen sein. Ist also nicht zu erwarten, exportunabh\u00e4ngig von Kohle exportierenden Staaten zu werden, ist es umso dringlicher, sich politisch mit dem Problem zu besch\u00e4ftigen, zuk\u00fcnftig weiterhin mit Staaten Handel treiben zu m\u00fcssen, deren Vorstellungen von Menschenrechten und Moral man nicht unterst\u00fctzt und deren politische Systeme durch regionale Krisen gleichzeitig hochgradig instabil sind.<br \/>\n\tEs gibt keinen K\u00f6nigsweg in der Energiefrage. Unsere zuk\u00fcnftige Energieversorgung ist von einer Vielzahl von technischen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen abh\u00e4ngig. Die Priorit\u00e4tensetzung bleibt jedem einzelnen bzw. den jeweiligen gesellschaftlichen Gruppen \u00fcberlassen. Hinzu kommen Unw\u00e4gbarkeiten &#8211; wie technische oder politische Entwicklungen: Setzt man darauf, dass man CO2 dauerhaft komplikationslos in Fl\u00f6zen lagern kann? Hofft man, dass die Forschung das Problem der Atomm\u00fcllendlagerung l\u00f6sen wird, da man ihn vollst\u00e4ndig wird recyceln k\u00f6nnen? Oder erwartet man, das Problem der Speicherbarkeit von regenerativen Energien zu l\u00f6sen?<br \/>\n\tZuk\u00fcnftige Forschung zur Energiereduzierung muss sich besonders auch auf die Effizienzsteigerung konzentrieren. Hier liegt das gr\u00f6\u00dfte Einsparungspotenzial. Flankiert werden muss dieser Prozess von einem \u00f6ffentlichen Diskurs in Werbung und Politik, in dem das Konsumentenbewusstsein dahingehend sensibilisiert wird, beim Kauf neuer Elektroger\u00e4te auf energiesparende Auszeichnungen zu achten. W\u00e4hrend dies bereits  erfolgreich bei K\u00fchlschr\u00e4nken funktioniert, liegt das Defizit vor allem im Bereich der elektronischen Konsumg\u00fcter wie  Computer und Fernseher.<br \/>\nWenngleich mittelfristig nicht zu realisieren, muss es dennoch Ziel der Forschung, der Politik und auch des eigenen Verhaltens werden, die Energie langfristig zu 100 Prozent aus regenerativen Energiequellen zu speisen. Klimawandel, die damit zusammenh\u00e4ngenden soziopolitischen Konsequenzen und politische Verwerfungen lassen hier wenig alternativen Spielraum.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Ferienakademie werden in einem Schriftenband des Cusanuswerks zusammengefasst und herausgegeben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Akademie Powered by? Zukunftsszenarien nachhaltiger Energienutzung und Versorgung brachte verschiedene Disziplinen zusammen, um sich der Frage nach einer nachhaltigen und zukunftsf\u00e4higen Energieversorgung zu n\u00e4hern. Zun\u00e4chst konnten die Stipendiatinnen und Stipendiaten Wissen erfahren, wo die Grenzen und Potenziale der unterschiedlichen Energietr\u00e4ger liegen. Darauf aufbauend wurde vor allem die Frage nach den geopolitischen Rahenbedingungen diskutiert, die unsere Energieversorgung derzeit und in Zukunft bestimmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Als Querschnittsdebatte bewegt sich die Diskussion \u00fcber die zuk\u00fcnftigen Energienutzungsformen im Spannungsfeld von Wirtschaft, \u00d6kologie, Technik, Politik und Gesellschaft und integriert somit kontro-verse Sichtweisen in hohem Ma\u00dfe. 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