{"id":24662,"date":"2023-09-21T10:32:05","date_gmt":"2023-09-21T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/20426-01\/"},"modified":"2023-09-21T10:32:06","modified_gmt":"2023-09-21T08:32:06","slug":"20426-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/20426-01\/","title":{"rendered":"Klimaschutz in Sportvereinen: Energiemanagement in Sportvereinen und Verhaltens\u00e4nderung von \u00dcbungsleitern, Sportlern und Hausmeistern als Beitrag zum Klimaschutz"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Untersuchung von Energieeinsparpotenzialen in Sportvereinen konzentriert sich h\u00e4ufig auf gr\u00f6\u00dfere bauliche und technische Ma\u00dfnahmen, die zwar ein hohes Einsparpotenzial aufweisen, aber auch hohe Investitionen erfordern. Aus Kapitalmangel unterbleiben diese dann oft oder sie werden aufgeschoben. Erfahrungen aus dem kommunalen Bereich belegen, dass auch mit nicht- und gering-investiven Ma\u00dfnahmen erhebliche Einsparungen zu erzielen sind.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenBeide Projektpartner bringen unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte in die Kooperation ein: Der Landessportbund Bremen hat schwerpunktm\u00e4\u00dfig mit Unterst\u00fctzung des Ingenieurb\u00fcros E4-Consult ein kon-sequentes Energie-Controlling f\u00fcr die Sportvereine entwickelt, also die Erfassung und \u00dcberwachung des Energie- und Wasserverbrauchs mit zeitnaher Veranlassung von Gegenma\u00dfnahmen bei ung\u00fcnstiger Verbrauchsentwicklung.<\/p>\n<p>Das Umweltzentrum Hollen konzentrierte sich darauf, durch gezielte und beispielhafte Ansprache aller Sportst\u00e4ttennutzerinnen und -nutzer Verhaltens\u00e4nderungen hin zu einem Ressourcen schonenden Um-gang mit den Verbrauchsmedien zu bewirken.<\/p>\n<p>Das Erarbeiten von exemplarischen L\u00f6sungsans\u00e4tzen erm\u00f6glichte die \u00dcbertragbarkeit der Projektergebnisse auf andere Sportvereine und -verb\u00e4nde. Dazu wurden die Ergebnisse einer gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffentlichkeit sowie anderen Kommunen und Sportvereinen vorgestellt. Das soll zur Nachahmung anregen und f\u00fcr die mit wenig Aufwand zu realisierenden Ma\u00dfnahmen Hilfestellungen bieten.<br \/>\nTeilnehmende Vereine in Bremen:<br \/>\nBremen 1860 e. V.,<br \/>\nTurnverein (TV) Eiche Horn e. V.,<br \/>\nTSV Lesum-Burgdamm v. 1876 e. V.,<br \/>\nTurn- und Sportverein (TuS) Komet Arsten e. V.,<br \/>\nTurn und Sportverein (TuS) Huchting e. V.,<br \/>\nSportgemeinschaft (SG) Oslebshausen e. V.,<br \/>\nLandesbetriebssportverband (LBSV) Bremen e. V.,<br \/>\nSportverein (SV) Werder Bremen e. V.,<br \/>\nTurn- und Rasensportverein Bremen e.V. (Tura Bremen)<br \/>\nTeilnehmende Vereine in Niedersachsen:<br \/>\nTSV Ganderkesee e. V.,<br \/>\nBookholzberger Turnerbund e. V. (BTB),<br \/>\nVerein f\u00fcr Leibes\u00fcbungen (VfL) Stenum e. V.,<br \/>\nTurnerschaft (TS) Hoykenkamp e. V.,<br \/>\nTurnverein Hude von 1895 e. V.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>\u00dcber einen Projektzeitraum von \u00fcber zwei Jahren wurde der im Bereich des Sports bis dahin weitgehend unbekannte und innovative Ansatz \u00fcber nicht- bzw. gering-investive Ma\u00dfnahmen Energie einzusparen in einer l\u00e4nder\u00fcbergreifenden Kooperation zwischen dem Landessportbund Bremen und dem Umweltzentrum Hollen in Niedersachsen erprobt und umgesetzt.<br \/>\nIn Bremen und Niedersachsen konnten engagierte Sportvereine gefunden und motiviert werden, sich an den Projektaktivit\u00e4ten konstruktiv und zielorientiert zu beteiligen.<br \/>\nDie Entwicklung der Energieverbr\u00e4uche der Bremer Vereine kann als uneinheitlich beschrieben werden unter anderem auch aufgrund des breiten Spektrums der teilnehmenden Vereine (Gr\u00f6\u00dfe, Sportarten, Struktur, Zustand der Sportst\u00e4tten). Einsparungen bei einzelnen Verbrauchsmedien (W\u00e4rme, Strom und Wasser) lie\u00dfen sich meist auf das im Zuge der Untersuchung der Sportst\u00e4tten erkannten und dem an-schlie\u00dfenden Beheben von offensichtlichen technischen Defekten zur\u00fcckf\u00fchren. Eine wichtige Erkenntnis aus dem Projekt ist, dass f\u00fcr weitere nachweisbare Erfolge die personellen Strukturen in den Vereinen zur Umsetzung der Einsparma\u00dfnahmen erweitert und verbessert werden m\u00fcssen. Es stellte sich im Laufe des Projektes heraus, dass teilweise der Energiebeauftragte des Vereins keine Entscheidungsbefugnisse bzw. Zugriff auf personelle oder finanzielle Ressourcen des Vereins hatte, um identifizierte Energieverschwendungs-Situationen zu beheben.<br \/>\nIn den l\u00e4ndlichen Gemeinden Ganderkesee und Hude, dem Projektschwerpunkt des Projektpartners Umweltzentrum Hollen, stellte sich zusammenfassend der Projektablauf folgenderma\u00dfen dar: Die betei-ligten Sportvereine zeigten sich ebenso kooperativ. Gemeinsam wurden M\u00f6glichkeiten diskutiert, wie die Vereine ihren Beitrag zum Energiesparen leisten k\u00f6nnen. Unterst\u00fctzt wurde vor allem die Erprobung und Umsetzung des Energiespar-Trainings mit Trainings-Gruppen. In den Vereinen hat sich im Jugendbe-reich das Energiespar-Training inzwischen zu einem Standardprogramm etabliert. Die vereinseigenen Sporthallen einiger Vereine wurden auf Wunsch der Vereine zus\u00e4tzlich in das Energie-Controlling aufge-nommen. Die durch das Controlling nachgewiesenen Einsparungen entwickelten sich bei W\u00e4rme nach z\u00f6gerlichem Start sehr positiv. Insbesondere die Einsparungen in einer Sporthalle mit \u00fcber 45 Prozent m\u00fcssen als spektakul\u00e4r eingestuft werden. Die ideale Kombination, dass der Hausmeister gleichzeitig Mitglied des Vorstands des ans\u00e4ssigen Sportvereins war, half die Einsparergebnisse zu erreichen. Der personelle Wechsel der Vereinsverantwortlichen erwies sich oft als Hemmnis. Bei allen Projekt-Vereinen wechselten Ansprechpartner im Laufe des Projektes, so dass geleistete (Motivations-)arbeit st\u00e4ndig wiederholt werden musste. Unserer Anregung die Position eines Energiewartes (oder mit einer \u00e4hnlichen Bezeichnung) \u00fcber eine Satzungs\u00e4nderung zu institutionalisieren wurde von den Vereinen noch nicht umgesetzt.<br \/>\nSehr hilfreich war auch die Einf\u00fchrung des Freiwilligen \u00d6kologischen Jahrs im Sport (F\u00d6J im Sport) durch die NNA &#8211; Alfred Toepfer Akademie in Hannover. Der F\u00d6J\u00b4ler bzw. die F\u00d6J\u00b4lerin erh\u00e4lt in diesem Freiwilligendienst die M\u00f6glichkeit, sich f\u00fcr die Dauer eines Jahres f\u00fcr \u00f6kologische Belange im Sport ein-zusetzen. Durch den kurz zuvor erfolgten Start des Projektes wurde dem Umweltzentrum Hollen erm\u00f6glicht, zwei Stellen dauerhaft einzurichten und mit jungen Menschen zu besetzen, welche motiviert die Projektaktivit\u00e4ten unterst\u00fctzten. Die F\u00d6J\u00b4ler \u00fcbernahmen beispielsweise oft die Betreuung der Energie-spar-Trainings in den Vereinen. Eine F\u00d6J-lerin im Sport reichte das Energiespar-Training als Beitrag zum Wettbewerb Sport und Umwelt geh\u00f6ren zusammen der Jugend f\u00fcr Umwelt und Sport (JUUS) ein und wurde zur Urkundenverleihung nach Frankfurt eingeladen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Nachdem zum Projektbeginn die regionale Presse intensiv \u00fcber die Projektaktivit\u00e4ten berichtete, konnten im weiteren Projektverlauf zunehmend auch bundesweite Medien angesprochen werden. Die Dokumentation des 17. Symposiums zur nachhaltigen Sportentwicklung des DOSB mit zwei Beitr\u00e4gen zum Projekt wird \u00fcber viele Jahre der interessierten \u00d6ffentlichkeit Hinweise zu den Projektaktivit\u00e4ten geben.<br \/>\nEin Highlight war, dass die Gemeinde Ganderkesee von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in diesem Jahr in Berlin als Klimakommune ausgezeichnet wurde. In der Begr\u00fcndung wurde ausdr\u00fccklich darauf hingewiesen, dass dieses DBU-Projekt in Ganderkesee eines der entscheidenden Kriterien der Jury zur Auszeichnung war.<br \/>\nAuch f\u00fcr die Projekt-Website k\u00f6nnen st\u00e4ndig steigende Besucherzahlen nachgewiesen werden. Mit durchschnittlich \u00fcber 1.000 Zugriffen pro Monat bei Projektende war die Resonanz sehr erfreulich. Jedoch muss einschr\u00e4nkend gesagt werden, dass in der breiten bundesweiten \u00d6ffentlichkeit der Ansatz des verhaltensorientierten Energiesparen im Sport immer noch zu wenig Beachtung findet und offenbar bislang kaum au\u00dferhalb des Projektgebietes umgesetzt wird. Umso wichtiger erscheint es, die bundes-weite \u00d6ffentlichkeitsarbeit \u00fcber die Projektdauer hinaus zu betreiben.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit diesem Projekt Klimaschutz in Sportvereinen wurde im deutschsprachigen Raum im Bereich Sport  Neuland betreten. Der Energiespar-Ansatz des Projektes, eine konsequente Umsetzung von nichtinvestiven Ma\u00dfnahmen verbunden mit verhaltensbeeinflussenden Aktivit\u00e4ten, ist eine faszinierende Methode, um einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz, zur Ressourcenschonung und zur Kostenreduzierung von Sportvereinen zu leisten.<br \/>\nAus den Erfahrungen l\u00e4sst sich ersehen, dass signifikante Verbrauchs-Reduzierungen auf diese Art und Weise m\u00f6glich sind, aber ein hohes Ma\u00df an Engagement aller Beteiligten erfordern und einen l\u00e4ngere Vorlaufzeit zur Vermittlung dieses innovativen Ansatzes n\u00f6tig ist. <\/p>\n<p>Die Projektpartner werden auch nach Projektende weiterhin die im Projekt aufgebauten Strukturen nutzen, um so auch langfristig einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung zu bewirken. Der mit dem Projekt bearbeitete Energiespar-Ansatz bietet \u00fcber die Projektdauer hinaus noch weitere Einsparpotenziale, die es umzusetzen gilt.<\/p>\n<p>Aus unserer Sicht ist eine weitere Intensivierung und Kontursch\u00e4rfung der Thematik \u00fcber weitere Projekte aus unserer Sicht unbedingt sinnvoll und zu empfehlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Untersuchung von Energieeinsparpotenzialen in Sportvereinen konzentriert sich h\u00e4ufig auf gr\u00f6\u00dfere bauliche und technische Ma\u00dfnahmen, die zwar ein hohes Einsparpotenzial aufweisen, aber auch hohe Investitionen erfordern. Aus Kapitalmangel unterbleiben diese dann oft oder sie werden aufgeschoben. 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