{"id":24658,"date":"2023-09-30T10:32:24","date_gmt":"2023-09-30T08:32:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25605-01\/"},"modified":"2023-09-30T10:32:26","modified_gmt":"2023-09-30T08:32:26","slug":"25605-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25605-01\/","title":{"rendered":"Aufbau und Umsetzung eines Energiesparmodells im Osnabr\u00fccker Zoo als Referenzobjekt f\u00fcr die Zoologischen G\u00e4rten Deutschlands und Initiierung geeigneter Ma\u00dfnahmen zur \u00dcbernahme und Umsetzung der Idee in m\u00f6glichst vielen deutschen Zoos"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Im Zoo Osnabr\u00fcck wurde von 2007 bis 2009 ein den ganzen Zoo umfassendes Energiesparkonzept umgesetzt. Zoos sind mit Aquarien, Tropenhalle oder aufwendigen K\u00fchlh\u00e4usern f\u00fcr Futter gro\u00dfe Energieverbraucher. Dar\u00fcber hinaus weisen \u00e4ltere Zoos aufgrund veralteter Bausubstanz und Geb\u00e4udetechnik eine schlechte Energiebilanz vor. Das geht zulasten des Budgets und der Natur. W\u00e4hrend in Neubauten Energiesparma\u00dfnahmen einfacher von Anfang an ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen, sind Bestandsbauten schwieriger umzur\u00fcsten. Aus dieser Situation heraus wollte sich der Zoo Osnabr\u00fcck im Rahmen eines breit gef\u00e4cherten Energiesparprogramms neu aufstellen. Das Vorgehen und die Ma\u00dfnahmen im Zoo Osnabr\u00fcck sollten dabei anderen Zoos als Beispiel f\u00fcr eigene Energiesparma\u00dfnahmen dienen. Aufgrund des oft knappen Budgets wurde deshalb auf Ma\u00dfnahmen mit einer kurzen Amortisationszeit geachtet, um Wirtschaftlichkeit und Chancen auf Nachahmung zu steigern. Ziel war es, den Energieverbrauch in den Bestandsgeb\u00e4uden durch gezielte Ma\u00dfnahmen zu reduzieren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm ersten Schritt richtete ein vom Zoo engagierter Energieberater Dokumentationsm\u00f6glichkeiten des Energieverbrauchs f\u00fcr jedes einzelne Tierhaus ein. Nach Auswertung und Inspektion der verschiedenen Geb\u00e4ude wurde ein Ma\u00dfnahmenkatalog erarbeitet, der zun\u00e4chst Basisma\u00dfnahmen wie Verbrauchserfassung, D\u00e4mmung oder Austausch von Leuchtmitteln enthielt. Zus\u00e4tzlich wurden individuelle Ma\u00dfnahmen je nach Tierhaus getroffen: So erhielt u. a. das Aquarium-Geb\u00e4ude, das auch das Terrarium beherbergt, eine neue L\u00fcftungsanlage mit W\u00e4rmer\u00fcckgewinnung und ein nahezu strom- und wartungsfreies K\u00fchlungssystem, das dem Aquarienwasser mithilfe der Zoo eigenen Zisterne W\u00e4rme entzieht. Das Elefantenhaus wurde mit einem Infrarot-Heizstrahler ausgestattet und ein Blockheizkraftwerk produziert Strom, der im gesamten Zoo genutzt wird. Mit der anfallenden Abw\u00e4rme heizt der Zoo die Tropenhalle und ein Affenhaus.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Nach Umsetzung des Energiekonzeptes evaluierte der Zoo die Heizperiode 2009\/2010: Im Vergleich mit dem Winter 2006\/2007 und ohne Ber\u00fccksichtigung der in der Zwischenzeit gebauten Tierh\u00e4user konnten der Strombedarf um ein Viertel reduziert, 68.200 Euro an Energiekosten eingespart und 250 Tonnen weniger CO2 produziert werden. Das Energiesparkonzept ist somit erfolgreich und dabei sehr wirtschaftlich, denn f\u00fcr die vorgenommenen Ma\u00dfnahmen wurden 500.000 Euro investiert, die sich sp\u00e4testens nach sechs bis sieben Jahren rentiert haben. Dar\u00fcber hinaus sucht der Zoo Osnabr\u00fcck weiterhin nach M\u00f6glichkeiten Energie zu sparen und installiert im Herbst 2010 eine Hackschnitzelanlage. Diese wird den Zoo zum gr\u00f6\u00dften Teil mit regenerativer W\u00e4rme versorgen.<br \/>\nDa der Zoo Osnabr\u00fcck wie auch viele andere Zoos eine Vielzahl von verschiedenen Geb\u00e4uden mit wiederum unterschiedlichsten Tierarten betreibt, sind die Anforderungen an Raumluftfeuchte, Temperaturen, Tag- und Nachtabsenkungen immer wieder aufs Neue zu betrachten und in den technischen Anlagen zu ber\u00fccksichtigen. Allgemein stellen die Tiere eine gro\u00dfe Herausforderung bei der Ma\u00dfnahmenplanung dar, sodass ein Energiekonzept nicht wie bei Einfamilienh\u00e4usern erstellt und umgesetzt werden kann. Des Weiteren beeinflussen auch die geringen Budgets und die hohe finanzielle Planungsunsicherheit von Zoos die Auswahl der Ma\u00dfnahmen. Diese m\u00fcssen bestenfalls eine sehr hohe Wirtschaftlichkeit haben.<br \/>\nBei den Ma\u00dfnahmen war es au\u00dferdem von gro\u00dfer Bedeutung, nicht nur technisch \u00fcberzeugende L\u00f6sungen zu implementieren, sondern auch die Belegschaft f\u00fcr einen effizienten Umgang mit den neuen Techniken zu motivieren und insgesamt f\u00fcr Energieeinsparungen zu sensibilisieren. Hierf\u00fcr wurde ein zielf\u00fchrender, interner Kommunikationsprozess aufgesetzt, der an die hierarchische Struktur des Zoos (Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, technischer Leiter, Revierleiter, Mitarbeiter) mit den entsprechenden F\u00fchrungsfunktionen angelehnt ist. F\u00fcr die F\u00fchrungskr\u00e4fte sollten separate Erfassungssysteme Transparenz f\u00fcr ein effi-zientes Controlling geben. Insbesondere die Absprache mit den jeweilig verantwortlichen Tierpflegern bei allen Entscheidungen der Energieeinsparung gestaltete sich als sehr wichtig. Es galt zu \u00fcberzeugen, dass Energieeinsparung nicht den Verlust von thermischer Behaglichkeit oder eine Qualit\u00e4tsminderung f\u00fcr den Lebensraum der Tiere bedeutet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Kommunikationsma\u00dfnahmen wurden kontinuierlich durchgef\u00fchrt. Es folgt ein \u00dcberblick \u00fcber die Ma\u00dfnahmen, die teilweise im Rahmen des DBU-Kommunikationsprojektes Umweltbildung mit Affe, L\u00f6we &#038; Co. von einer Pressereferentin umgesetzt wurden bzw. werden: Pressegespr\u00e4ch zu Beginn des Projekts inklusive Besichtigung von bereits im Vorfeld umgesetzten Ma\u00dfnahmen (anwesend waren Pressevertreter von Funk, Fernsehen und Printmedien sowie Nachrichtenagenturen); kontinuierliche Information der Presse zum Projektverlauf und einzelner Highlights; Vorstellung des Projekts bei der Tagung der kaufm\u00e4nnischen Zoodirektoren (inkl. Pressetermin); Pressekonferenz nach Abschluss aller Ma\u00dfnahmen mit Vorstellung der Evaluation (anwesend waren Pressevertreter von Funk, Fernsehen und Printmedien sowie Nachrichtenagenturen). F\u00fcr Besucher werden F\u00fchrungen zum Thema Energie im Tierreich und im Zoo angeboten. Au\u00dferdem geben Informationstafeln den Besuchern Einblicke in die get\u00e4tigten Ma\u00dfnahmen. F\u00fcr Kinder werden Flyer f\u00fcr einen Rundgang zum Thema Energie erstellt. Im Rahmen des oben angef\u00fchrten Kommunikationsprojektes wird der Zoo Osnabr\u00fcck in eine Internetpublikation zum Thema Energiesparen im Zoo als Beispielprojekt mit aufgenommen. Au\u00dferdem werden zurzeit F\u00fchrungen f\u00fcr Vertreter aus Handwerk, Wirtschaft und Dienstleistungsunternehmen geplant.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die Ma\u00dfnahmen konnte der Zoo Osnabr\u00fcck seinen W\u00e4rmebedarf um 336.000 kWh\/a senken. Zus\u00e4tzlich werden j\u00e4hrlich 250.000 kWh an Strom weniger ben\u00f6tigt. Der CO2-Aussto\u00df wird so j\u00e4hrlich um ca. 250 Tonnen gesenkt. Da einige Ma\u00dfnahmen noch nicht \u00fcber das ganze Jahr (2009) ihr Potenzial abrufen konnten, wird die komplette j\u00e4hrliche CO2-Verminderung auf 300 Tonnen im Jahr eingesch\u00e4tzt. Die energetische Struktur des Zoo Osnabr\u00fcck konnte durch dieses Projekt in hohem Ma\u00dfe aufgewertet werden. In diesem Projekt wurde dabei auf verschiedenste M\u00f6glichkeiten der Energieeinsparung zur\u00fcckgegriffen. Die bislang realisierten Ma\u00dfnahmen waren in sich wichtig und haben die energetische Situation des Zoos nachhaltig positiv beeinflusst. Die ben\u00f6tigte W\u00e4rme wird nun durch Systeme, die dem effizienten Stand der Technik entsprechen erzeugt, und unn\u00f6tige W\u00e4rme wird erst gar nicht produziert. Allerdings sind sich die Entscheidungstr\u00e4ger innerhalb der Zoogesellschaft dar\u00fcber einig, dass die energetische Sanierung damit nicht abgeschlossen ist, sondern ein wichtiges Dauerthema bleiben wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Im Zoo Osnabr\u00fcck wurde von 2007 bis 2009 ein den ganzen Zoo umfassendes Energiesparkonzept umgesetzt. Zoos sind mit Aquarien, Tropenhalle oder aufwendigen K\u00fchlh\u00e4usern f\u00fcr Futter gro\u00dfe Energieverbraucher. Dar\u00fcber hinaus weisen \u00e4ltere Zoos aufgrund veralteter Bausubstanz und Geb\u00e4udetechnik eine schlechte Energiebilanz vor. Das geht zulasten des Budgets und der Natur. 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