{"id":24646,"date":"2025-06-25T10:32:25","date_gmt":"2025-06-25T08:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25581-01\/"},"modified":"2025-06-25T10:32:27","modified_gmt":"2025-06-25T08:32:27","slug":"25581-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25581-01\/","title":{"rendered":"Anpassen der Instrumente zur energetischen Geb\u00e4udebewertung in \u00f6kologischen Mietspiegeln an die zuk\u00fcnftig erforderlichen Energieausweise"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>50 % der beheizten Wohnfl\u00e4che in Deutschland entf\u00e4llt auf Mietwohngeb\u00e4ude. Hier wird die Umsetzung von energetischen Modernisierungen durch das so genannte Investor-Nutzer-Dilemma erschwert. Entsch\u00e4rft werden kann das Dilemma, indem die w\u00e4rmetechnische Beschaffenheit &#8211; ein Ma\u00df f\u00fcr die energetische Effizienz von Geb\u00e4uden &#8211; als Merkmal in den Mietspiegel aufgenommen wird (plakativ auch als \u00f6kologischer Mietspiegel bezeichnet). Hierf\u00fcr m\u00fcssen bei der Mietspiegelerstellung und -anwendung eine gro\u00dfe Anzahl von Prim\u00e4renergiekennwerten bestimmt werden.<br \/>\nZiel des beantragten Projektes ist es, die bestehenden Instrumente zur vereinfachten Ermittlung der Prim\u00e4renergiekennwerte kompatibel zu machen zu dem neuen Berechnungsverfahren der Energieeinsparverordnung und damit zum Energieausweis. Zudem sollen weitere offene methodische Fragen in Bezug auf den \u00f6kologischen Mietspiegel behandelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Bearbeitung gliedert sich in die folgenden Arbeitsschritte<br \/>\n1. Anpassen an neue EnEV: Das Kurzverfahren Energieprofil (KVEP) sowie die gesamte<br \/>\n    Auswertemethodik und Datenbanken werden an das EnEV 2007-Berechnungsverfahren<br \/>\n    angepasst.<br \/>\n2. Anreize Vermieter: Als Anreize f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Vermieter bei der Erhebung der<br \/>\n    energetischen Geb\u00e4udedaten werden kostenfreie Schwachstellenanalysen oder das Ausstellen<br \/>\n    von Energieausweisen betrachtet.<br \/>\n3. Alternative Datenerhebung: Neben dem Fragebogen werden alternative Erhebungen wie<br \/>\n    Telefoninterview oder die kostenfreie Vor-Ort Datenaufnahme durch Fachleute untersucht.<br \/>\n4. Prim\u00e4renergetische Bewertung: Es werden M\u00f6glichkeiten ausgearbeitet, die Operationalisierung<br \/>\n    der w\u00e4rmetechnischen Beschaffenheit durch den Prim\u00e4renergiekennwert f\u00fcr Fernw\u00e4rme und<br \/>\n    Biomasse zu verbessern.<br \/>\n5. Untersuchung der M\u00f6glichkeit zur Erg\u00e4nzung fehlender Prim\u00e4renergiewerte durch das<br \/>\n    Imputationsverfahren<br \/>\n6. Alternative Darstellung in Mietspiegeltabellen: Neben dem Zuschlag soll die lineare Darstellung<br \/>\n    untersucht werden.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Instrumente zur vereinfachten, energetischen Bewertung der Geb\u00e4ude der Mietspiegelstichprobe wurden im Rahmen des Projekts kompatibel gemacht zu dem Berechnungsverfahren der Energieeinsparverordnung 2007. So k\u00f6nnen die offiziellen Energiebedarfsausweise nun bei der Erstellung und der Anwendung von \u00f6kologischen Mietspiegeln herangezogen werden. Dies wurde beispielhaft in Darmstadt realisiert. <\/p>\n<p>Um bei der Erhebung der energetischen Geb\u00e4udedaten im Rahmen der Mietspiegelerstellung einen m\u00f6glichst hohen R\u00fccklauf zu erzielen, wurden im Forschungsvorhaben m\u00f6gliche Anreize f\u00fcr die Vermieter untersucht. Umgesetzt wurde eine energetische Schwachstellenanalyse, bei der auf Grundlage der Angaben im Vermieterfragebogen die energetischen Schwachstellen des jeweiligen Geb\u00e4udes aufgezeigt und Hinweise zu energetischen Verbesserungen gegeben werden. Zudem wurden weitere methodische Verbesserungen bei der Datenerhebung analysiert und bei der Mietspiegelerstellung Darmstadt 2008 getestet: Eine kostenfreie Vor-Ort-Aufnahme der Daten durch Fachleute bzw. die Datenaufnahme im Rahmen eines Telefoninterviews wurden von den Vermietern nicht in Anspruch genommen. \u00dcber den telefonischen Kontakt konnte eine deutliche Erh\u00f6hung der R\u00fccklaufquote erreicht werden. Der Aufwand hierf\u00fcr war jedoch hoch.<\/p>\n<p>Die Operationalisierung der w\u00e4rmetechnischen Beschaffenheit \u00fcber den Prim\u00e4renergiekennwert f\u00fchrt bei mit Gas, \u00d6l oder Strom beheizten Geb\u00e4uden (ca. 90 % der Geb\u00e4ude der Darmst\u00e4dter Mietspiegelstichprobe) zu einem guten Ergebnis. Problematisch ist die prim\u00e4renergetische Bewertung bei Geb\u00e4uden, die \u00fcber Fernw\u00e4rme mit Kraftw\u00e4rmekopplung oder mit Holz beheizt werden. Im Rahmen des Projekts wurden zwei Verfahren entwickelt, \u00fcber die auch f\u00fcr diese Energietr\u00e4ger eine am Nutzen f\u00fcr den Mieter orientierte Bewertung erfolgen kann. <\/p>\n<p>Aufgrund der in der Praxis auftretenden R\u00fccklaufquoten k\u00f6nnen bei der Mietspiegelerstellung nicht f\u00fcr alle Geb\u00e4ude der Mietspiegelstichprobe die Prim\u00e4renergiekennwerte berechnet werden. Fehlen die erforderlichen Angaben, m\u00fcssen die Prim\u00e4renergiekennwerte \u00fcber statistische Verfahren erg\u00e4nzt werden. Im Rahmen des Vorhabens wurde der f\u00fcr die Mietspiegelerstellung geeignete Ansatz &#8211; die Imputationsregression &#8211; n\u00e4her erl\u00e4utert und aus etwa 1.000 Geb\u00e4udedatens\u00e4tzen aus Darmstadt und Frankfurt beispielhaft eine Imputationsgleichung abgeleitet. Die Auswirkungen der Regressionsimputation auf das Mietspiegelmodell und die sich ergebenden Zuschl\u00e4ge f\u00fcr die w\u00e4rmetechnische Beschaffenheit wurden untersucht. Es zeigt sich, dass mit zunehmender Anzahl von imputierten Prim\u00e4renergiekennwerten die H\u00f6he der sich berechnenden Zuschl\u00e4ge f\u00fcr die w\u00e4rmetechnische Beschaffenheit sinkt. Das Ausma\u00df ist dabei wesentlich von der Qualit\u00e4t der Regressionsgleichung abh\u00e4ngig, die zur Imputation verwendet wird. In allen F\u00e4llen sind die Auswirkungen auf das \u00fcbrige Mietspiegelmodell jedoch gering. Eine wesentliche Beeinflussung der sonstigen Preiseffekte durch die Imputation von Prim\u00e4renergiekennwerten ist damit nicht zu bef\u00fcrchten. <\/p>\n<p>Alternativ zur Ausweisung von Zuschl\u00e4gen f\u00fcr unterschiedliche Klassen der w\u00e4rmetechnischen Beschaffenheit wurde die M\u00f6glichkeit einer metrischen Ausweisung des Zuschlags abh\u00e4ngig vom berechneten Prim\u00e4renergiekennwert dargestellt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Ergebnisse wurden auf mehreren Vortr\u00e4gen der Fach\u00f6ffentlichkeit vorgestellt: z. B.  9. Kasseler Mieterforum &#8211; Deutscher Mieterbund; Arbeitskreis Energieberatung &#8211; IWU; BFW Immobilien Kongress 2009. Zudem wird das Erscheinen des Endberichts \u00fcber einen e-mail-Verteiler des IWU der Fach\u00f6ffentlichkeit mitgeteilt. Voraussichtlich wird der Endbericht als Literaturempfehlung in der Brosch\u00fcre des Bundesministeriums f\u00fcr Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Hinweise zur Integration energetischer Differenzierungsmekmale in Mietspiegeln genannt werden, die an alle Kommunen in Deutschland verteilt wird.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Mit dem Forschungsvorhaben wurde aufgezeigt, wie die Energieausweise zur energetischen Geb\u00e4udebewertung in Mietspiegeln genutzt werden k\u00f6nnen. Dies wurde im Mietspiegel Darmstadt 2008 beispielhaft umgesetzt. Zudem wurden die methodischen Grundlagen zur Integration energetischer Differenzierungsmerkmale in Mietspiegeln \u00fcber das Forschungsvorhaben wesentlich erweitert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens 50 % der beheizten Wohnfl\u00e4che in Deutschland entf\u00e4llt auf Mietwohngeb\u00e4ude. Hier wird die Umsetzung von energetischen Modernisierungen durch das so genannte Investor-Nutzer-Dilemma erschwert. 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