{"id":24637,"date":"2023-07-27T10:32:05","date_gmt":"2023-07-27T08:32:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25551-01\/"},"modified":"2023-07-27T10:32:07","modified_gmt":"2023-07-27T08:32:07","slug":"25551-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25551-01\/","title":{"rendered":"Weiterentwicklung des Verfahrens BASINFORM zur Aufstellung von Ma\u00dfnahmenprogrammen nach EG-Wasserrahmenrichtlinie unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Belange des Naturschutzes"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat als zentrales Ziel die Erreichung eines guten Zustands in allen Oberfl\u00e4chen- und Grundwasserk\u00f6rpern bis 2015. Belange des Naturschutzes und entsprechender Rechtsnormen wie der FFH-Richtlinie werden in der WRRL an einigen Stellen angesprochen.<br \/>\nIn einem Kooperationsprojekt mit drei Bundesl\u00e4ndern hat das UFZ das Verfahren BASINFORM (River BASIN INFORMation and Management System) zur Aufstellung von Ma\u00dfnahmenprogrammen nach WRRL entwickelt. In Th\u00fcringen wird BASINFORM derzeit eingesetzt und in Brandenburg ist der Einsatz geplant. BASINFORM enth\u00e4lt noch keine Vorschl\u00e4ge, wie das so genannte Problem der Priorisierung gel\u00f6st werden kann und wie bei der Aufstellung von Ma\u00dfnahmenprogrammen die Belange des Naturschutzes in Betracht gezogen werden k\u00f6nnen. F\u00fcr eine Priorisierung spielt die bestehende bzw. ben\u00f6tig-te Wissensgrundlage \u00fcber Ma\u00dfnahmen und deren Wirkungen (z. B. positive Wechselwirkungen von Ma\u00dfnahme gegen\u00fcber anderen Ma\u00dfnahmen) eine entscheidende Rolle. Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel des Projektes aus den folgenden drei Hauptteilen:<br \/>\n1.\tDas Verfahren BASINFORM wird beispielhaft am Wasserk\u00f6rper Emsbach (Hessen) angewendet, um die \u00dcbertragbarkeit der Methodik zu testet und Wechselwirkungen von Ma\u00dfnahmen zu untersuchen.<br \/>\n2.\tBASINFORM soll methodisch weiterentwickelt werden, indem ein Verfahren der Priorisierung erg\u00e4nzt wird. Hierbei wird insbesondere untersucht, ob naturschutzfachliche Ziele leitend f\u00fcr die Priori-sierung sein k\u00f6nnen.<br \/>\n3.\tDie Diskussion und Verbreitung des Verfahrens BASINFORM soll vorangetrieben werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenTeil A: Es werden vorhandene Informationen \u00fcber die bestehenden Belastungen des Emsbachs sowie Kenntnisse und Erfahrungen \u00fcber Zusammenh\u00e4nge zwischen diesen und dem \u00f6kologischen Gew\u00e4sserzustand und \u00fcber die Wirksamkeit von Verbesserungsma\u00dfnahmen zusammengestellt. Mit diesen Daten wird das Verfahren BASINFROM am Beispiel Emsbach durchgespielt. In Teil B wird untersucht, ob als Vorgehensweise f\u00fcr die Priorisierung Synergien und Konflikte mit dem Naturschutz leitend sein k\u00f6nnen (kurz: Naturschutzstrategie). Zur Zusammenarbeit von Wasser- und Naturschutzbeh\u00f6rde wird eine Befragung von Bearbeitern durchgef\u00fchrt. Zus\u00e4tzlich wird ein Wissenstransfer \u00fcber zwei Workshops erfolgen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>In einem Teil des Projektes (Teil A) wurde das urspr\u00fcnglich mit dem Fokus auf die spezifische Situation in Th\u00fcringen entwickelte Verfahren BASINFORM beispielhaft am Wasserk\u00f6rper Emsbach (Hessen) angewendet. Es zeigte sich, dass eine \u00dcbertragung problemlos m\u00f6glich ist. Bei der Auswahl der Ma\u00dfnah-men, mit dem der Emsbach in einen guten Zustand \u00fcberf\u00fchrt werden sollte, wurden auch Gesamtkosten f\u00fcr dieses Ma\u00dfnahmenprogramm angegeben. Es wurde ebenso untersucht, wie sich die Festlegung unterschiedlicher Entwicklungsziele auf die Gesamtkosten des jeweils zur Erreichung des guten Zustands notwendigen Ma\u00dfnahmenprogramms auswirkt.<br \/>\nBei der Bearbeitung und Diskussion der Ergebnisse stellte sich heraus, dass insbesondere der Faktor Unsicherheit von gro\u00dfer Bedeutung f\u00fcr den Planungsprozess ist. Unsicherheiten betreffen z. B. die Eingangsdaten, Zielwerte, die Wirksamkeit von Ma\u00dfnahmen, Kosten, und sollten durchweg z. B. durch die Verwendung von Spannweiten kenntlich gemacht werden. Priorit\u00e4t bekommen in der Regel Ma\u00dfnahmen, bei denen vor allem die Wirksamkeit weitgehend bekannt oder bestimmbar ist. Grunds\u00e4tzlich muss die Zeit bis zum n\u00e4chsten Zyklus (2015-2021) genutzt werden, um die Forschung voran zu treiben und ein zielgerichtetes Monitoring durchzuf\u00fchren, um Unsicherheiten zu verringern oder zu beheben und so im n\u00e4chsten Zyklus effizienter vorgehen zu k\u00f6nnen. Das Monitoring sollte auf die Quantifizierung von Wechselwirkungen ausgerichtet werden, um eine bessere Belastbarkeit der Datengrundlagen zu bekommen und Einsparpotentiale genauer beziffern zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDer zweite Teil des Projektes (Teil B) gibt Hinweise darauf, wie Naturschutz als Priorisierungskriterium eingesetzt und wie der Einsatz gef\u00f6rdert werden kann. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen naturschutzfachliche Ziele leitend f\u00fcr die Priorisierung sein, wenn sich die Abstimmung zwischen den Beh\u00f6rden entsprechend verbessert und intensiviert. Wichtig sind insbesondere die Erfordernis und Verf\u00fcgbarkeit (empirischer) Daten und Planungen, die zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz ausgetauscht und mit- und aufeinander abgestimmt werden m\u00fcssen. An dieser Stelle zeigt sich die Verzahnung zu Teil A des Projektes.<br \/>\nDie WRRL sieht sechsj\u00e4hrige Zyklen vor; die zur Verf\u00fcgung stehende Zeit kann und sollte zielgerichtet genutzt werden, um die Wirksamkeit und Wechselwirkungen von Ma\u00dfnahmen zu quantifizieren. Besonders bei dem Zusammenhang zwischen stofflichen und biologischen Komponenten besteht noch Forschungsbedarf. Es w\u00e4re z. B. zu pr\u00fcfen, inwieweit G\u00fctemodelle zur Ber\u00fccksichtigung von Wechselwir-kungen zwischen morphologischen und stofflichen Komponenten entwickelt und zielf\u00fchrend eingesetzt werden k\u00f6nnen. Bessere und abgesicherte Informationen helfen bei der Priorisierung und Umsetzung von Ma\u00dfnahmenprogrammen. \u00dcber die Zeit sollte es auch zu einer St\u00e4rkung der Zusammenarbeit und Kommunikation innerhalb der verschiedenen Bereiche (insbesondere Wasserwirtschaft und Naturschutz) kommen, Missverst\u00e4ndnisse und Kommunikationsprobleme aus dem Weg ger\u00e4umt werden und eine Offenheit gegen\u00fcber den anderen geschaffen werden. Sofern in einem Gebiet gegenl\u00e4ufige Ziele auftreten, z. B. Erhalt einer Trockenwiese auf der einen, Deichr\u00fcckbau mit \u00dcberflutungswahrscheinlich-keiten auf der anderen Seite, sind letztlich gesellschaftliche Entscheidungen erforderlich, welche (Naturschutz-)Ziele als h\u00f6herrangig angesehen werden<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Es wurden zwei Workshops veranstaltet:<br \/>\n1)\tAusnahmetatbest\u00e4nde und Ma\u00dfnahmenpriorisierung in der Bewirtschaftungsplanung nach EG-Wasserrahmenrichtlinie, 17.-18. Januar 2008, Leipzig (ca. 100 Teilnehmer)<br \/>\n2)\tPriorisierung von Ma\u00dfnahmen in der Bewirtschaftungsplanung nach EG-Wasserrahmenrichtlinie, 30.05.2008, Kassel<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Eine \u00dcbertragbarkeit des Verfahrens BASINFORM auf andere Bundesl\u00e4nder ist m\u00f6glich, erfordert aber eine entsprechend angepasste Datengrundlage. Grunds\u00e4tzlich gilt es, Unsicherheiten bez\u00fcglich von Daten in den n\u00e4chsten Jahren immer weiter einzugrenzen, um Wirksamkeiten, Wechselwirkungen und Kosten besser einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen.<br \/>\nDes Weiteren gilt es, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Beh\u00f6rden (Wasserwirtschaft, Naturschutz) weiter zu verbessern, um Synergien bei der Umsetzung von Ma\u00dfnahmen zu nutzen und Kon-flikte aus dem Weg zu r\u00e4umen. Hierzu bedarf es der Bereitschaft der Beteiligten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) hat als zentrales Ziel die Erreichung eines guten Zustands in allen Oberfl\u00e4chen- und Grundwasserk\u00f6rpern bis 2015. Belange des Naturschutzes und entsprechender Rechtsnormen wie der FFH-Richtlinie werden in der WRRL an einigen Stellen angesprochen. 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