{"id":24636,"date":"2026-04-25T10:32:06","date_gmt":"2026-04-25T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25549-01\/"},"modified":"2026-04-25T10:32:07","modified_gmt":"2026-04-25T08:32:07","slug":"25549-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25549-01\/","title":{"rendered":"Machbarkeitsstudie zur Beurteilung der Rolle der Landwirtschaft f\u00fcr die Umsetzung des Projektes Das Hirschberger Tal\/Kotlina Jeleniog\u00f3rska (Polen) und seine Bedeutung f\u00fcr die europ\u00e4ische Kulturgeschichte &#8211; Analyse, Konzeption und modellhafte Umsetzung"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der beantragten Machbarkeitsstudie sind Voraussetzung f\u00fcr das Gesamtprojekt Das Hirschberger Tal\/ Kotlina Jeleniog\u00f3rska (Polen) und seine Bedeutung f\u00fcr die europ\u00e4ische Kulturgeschichte &#8211; Analyse, Konzeption und modellhafte Umsetzung. Das Besondere des Hirschberger Tals\/ Niederschlesien (Polen) sind jahrhundertealter Landwirtschaftsstrukturen, vereint mit den Gartenland-schaften, die der preu\u00dfische Adel seit dem 18. Jahrhundert anlegen lie\u00df.<br \/>\nZiel der Machbarkeitsstudie ist die Pr\u00fcfung der Rolle der Landwirtschaft im Hirschberger Tal f\u00fcr ein \u00f6konomisch tragf\u00e4higes Konzept zum Aufbau der Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte mit der Ma\u00dfgabe des Erhalts kleiner und mittlerer landwirtschaftlicher Betriebe. Es ist ausgehend von der aktuellen Situation der kleinb\u00e4uerlichen Betriebe im Vergleich mit dem Idealzustand der Schl\u00f6sserlandschaft des Hirschberger Tals um 1900 das Potenzial einer professionellen Vermarktung der Produkte einer landschaftserhaltenden Bewirtschaftung zu ermitteln.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAls Voraussetzung f\u00fcr die Erhaltung einer \u00e4sthetisch empfundenen Landschaftsdiversit\u00e4t und kulturellen Vielfalt gilt die St\u00e4rkung einer regionalen Landwirtschaft mit den Schwerpunkten<br \/>\n&#8211;\tKulturlandschaftserhalt,<br \/>\n&#8211;\terfolgreiche Vermarktung regionaler, qualitativ hochwertiger Produkte,<br \/>\n&#8211;\tdie Identifikation der lokalen Bev\u00f6lkerung  mit ihrer Landschaft.<br \/>\nEine landschaftserhaltende, extensive Landnutzung kann jedoch nur greifen, wenn die wirksamen landwirtschaftlichen Strukturen noch vorhanden sind und die aktuelle Situation der Landwirtschaft ein ausreichendes Potenzial zu einer \u00f6konomischen Tragf\u00e4higkeit vorhanden ist. Kern der Machbarkeitsstudie ist die Analyse der gegenw\u00e4rtigen Situation  der Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter im Hirschberger Tal. Hierbei werden Schwachstellen aufgedeckt und Potentiale sowohl bei der Produktion, Veredelung und den Wegen zu den Kunden ermittelt. \u00c4hnlich einer Bilanz werden sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite untersucht.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die Bedingungen f\u00fcr die landwirtschaftliche Produktion in der Region des Hirschberger Tals (Kotlina Je-leniog\u00f3rska) weisen eine gro\u00dfe Diversit\u00e4t auf. In den h\u00f6her gelegenen Gebieten treten schlechtere B\u00f6-den und zugleich strenges Klima auf. In diesen Gebieten tritt als Ackerland genutzte Fl\u00e4che nur unterge-ordnet auf, jedoch werden gr\u00f6\u00dfere Fl\u00e4chen als Gr\u00fcnland genutzt. Mit der H\u00f6he \u00fcber dem Meeresniveau nimmt auch der Grad der Beforstung zu. Beste Bedingungen f\u00fcr die Landwirtschaft treten in den Bezirken Jawor (Jauer) und Z?otoryja (Goldberg) hervor, und die schlechteren in den Bergbezirken: Jelenia G\u00f3ra (Hirschberg) tj. und Kamienna G\u00f3ra (Landeshut).<br \/>\n\u00dcber die H\u00e4lfte der privaten landwirtschaftlichen Betrieben in Sudeten bildeten, sowohl vor dem Krieg als auch heute, kleine landwirtschaftliche Betrieben mit einer Gr\u00f6\u00dfe von maximal 5 ha. Diese liegen haupt-s\u00e4chlich in den Gebirgsregionen.<br \/>\nVor dem Zweiten Weltkrieg betrieben die landwirtschaftlichen Betriebe vor allem Forstwirtschaft oder Tierzucht. Die einheimische Bev\u00f6lkerung besch\u00e4ftigte sich daneben mit handwerklichen Gewerben so-wie im Tourismussektor, v. a. durch die Vermietung von Privatquartieren. An Getreidearten werden aktuell vorrangig angebaut: Weizen, Gerste und Roggen. Momentan untergeordnet, allerdings f\u00fcr diese Region charakteristisch ist der Anbau von Hafer und Flachs. Sowohl jetzt, wie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg besa\u00df in der Tierproduktion die Rinderhaltung die gr\u00f6\u00dfte Bedeutung.<br \/>\nDie herausragende Qualit\u00e4t der historischen Kulturlandschaft im Hirschberger Tal ist die Voraussetzung und Motor f\u00fcr die \u00f6konomische Entwicklung der Region. Eine funktionierende Kulturlandschaft bedarf allerdings einer landschaftsgerechten Nutzung. In diesem Kontext ist es erforderlich die traditionell kleinteilige und, wo es die Umst\u00e4nde erlauben, sogar eine \u00f6kologisch orientierte Landwirtschaftliche Produk-tion in den kleinen und mittelgro\u00dfen Ackerwirtschaften zu f\u00f6rdern und zu entwickeln. Es wurde generell ein hohes Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe in der Region Kotlina Jeleniog\u00f3rska (Hirschberger Tal) zur Erzeugung traditioneller und \u00f6kologischer Produkte festgestellt. In einigen Betrieben ist die Tertiarisierung bereits sp\u00fcrbar und findet in den Angeboten des Agrartourismus und der Pferdehaltung Nie-derschlag. Es ist empfehlenswert, das Wissen und Kompetenz der \u00f6rtlichen Leader zu nutzen, um die in den anderen Regionen gepr\u00fcften L\u00f6sungen und Erfahrungen zu nutzen.<br \/>\nEs l\u00e4sst sich ein gro\u00dfes Interesse an regionalen, traditionell und \u00f6kologisch hergestellten Erzeugnissen unter den Touristen, der Land- und der Stadtbev\u00f6lkerung feststellen. Traditionelle oder \u00f6kologische Spe-zialit\u00e4ten werden nur auf den Bauernh\u00f6fen selbst angeboten. Einige Restaurants bieten zwar traditionellen Speisen an, aber sie kaufen die Rohstoffe auf dem Gro\u00dfmarkt, wo der Nachweis \u00fcber die Produktherkunft schwierig ist. Die Untersuchung ergab, dass die gro\u00dfe Nachfrage derzeit aufgrund unzureichender Schnittstellen zwischen den Produzenten und Konsumenten nicht befriedigt werden kann. Eingekauft wird zumeist unmittelbar auf den Bauernh\u00f6fen und den regionalen M\u00e4rkten. Die regionalen Produzenten und ihre Erzeugnisse sind nicht erkennbar, weil die Marketingma\u00dfnahmen und Werbung ungen\u00fcgend sind.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Juli 2007 wurden erste Ergebnisse der Machbarkeitsstudie und das Konzept des vorliegenden F\u00f6rderantrages Dr. Witte (DBU) in Breslau vorgestellt.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Hirschberger Tal kann auf eine landwirtschaftliche Struktur zur\u00fcckgegriffen werden, die mit Hilfe einer Vermarktungskonzeption und deren Umsetzung die Bedeutungsverschiebung von einem vorrangig pro-duzierenden Agrarsektor zu einer landschafts- und identit\u00e4tsgestaltenden Dienstleistungslandwirtschaft tragen kann. Die Zukunft besteht in einer Mischung kleinerer und mittlerer Betriebe, wobei die mittleren prim\u00e4r markt- und produktionsorientiert ausgerichtet sind und die kleineren eine diversifizierte Struktur aufweisen.<br \/>\nDie Destinationsentwicklung des Hirschberger Tals auf dem Tourismusmarkt erm\u00f6glicht den Landwirten die Umstellung zur Dienstleistungslandwirtschaft aufgrund der zu erwartenden steigenden Nachfrage Angeboten, die sich den Reisethemen Landurlaub und Kulinaristik zuordnen lassen. Dringend erforderlich ist der Aufbau eines Verteilungssystems der landwirtschaftlichen Produkte, so dass auch kleinere Betriebe die M\u00f6glichkeiten der Vermarktung regionaler Produkte nutzen k\u00f6nnen. Den Landwirten m\u00fcssen dar\u00fcber hinaus M\u00f6glichkeiten aufgezeigt werden, wie die Pflegedienstleistungen in einer Erholungs-landschaft zu ihrer \u00f6konomischen Existenz beitragen.<br \/>\nInsgesamt sind w\u00e4hrend der Bearbeitung der Machbarkeitsstudie neben einem ehrlichen Interesse auch die Vorbehalte der Landwirte deutlich geworden. Wichtigste Botschaft der landwirtschaftlichen Akteure bei vorhandenem Interesse ist der Bedarf und die Unerl\u00e4sslichkeit einer sp\u00fcrbaren Einbeziehung in den Aufbauprozess des Regionalmanagements.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Ergebnisse der beantragten Machbarkeitsstudie sind Voraussetzung f\u00fcr das Gesamtprojekt Das Hirschberger Tal\/ Kotlina Jeleniog\u00f3rska (Polen) und seine Bedeutung f\u00fcr die europ\u00e4ische Kulturgeschichte &#8211; Analyse, Konzeption und modellhafte Umsetzung. 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