{"id":24631,"date":"2023-07-13T15:26:23","date_gmt":"2023-07-13T13:26:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25538-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:25","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:25","slug":"25538-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25538-01\/","title":{"rendered":"Eindachung eines umweltgesch\u00e4digten Baudenkmals in traditioneller Schieferdeckung zwecks Nutzung als Demonstrationsobjekt &#8211; ein Beitrag zur modellhaften Bewahrung der historischen Kulturlandschaft"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Evangelische Br\u00fcdergemeine Ebersdorf gestaltet eines ihrer denkmalgesch\u00fctzten H\u00e4user, das Gro\u00dfe Br\u00fcderhaus zu einem Ausstellungs- und Begegnungszentrum f\u00fcr den Ort und die Region Saalburg-Ebersdorf um. Das 1796 als Tuchfabrik errichtete Geb\u00e4ude ist z. Z. ungenutzt und in einem schlechten baulichen Zustand.<br \/>\nMit Hilfe der DBU-F\u00f6rderung wird das umweltgesch\u00e4digte Dach des Geb\u00e4udes instand gesetzt.<br \/>\nAufgrund des historischen Hintergrundes, der traditionellen Verwendung einheimischen Schiefers in der Region sowie der unmittelbaren N\u00e4he der Produktionsst\u00e4tte des Schiefers zum Ort der Verwendung soll die Deckung des Br\u00fcderhauses mit Schiefer aus der Region Lehesten in Altdeutscher Deckung mit Th\u00fcringer Hieb erfolgen.<br \/>\nDamit soll ein Demonstrationsobjekt geschaffen werden, mit dem sowohl dem Laien als auch Auszubildenden und Fachleuten<br \/>\n&#8211;\tdas \u00e4sthetisch wertvolle Deckungsbild der Altdeutschen Deckung<br \/>\n&#8211;\tdie hohe Resistenz der Deckung gegen Umwelteinfl\u00fcsse<br \/>\n&#8211;\tdie hohe Sturmsicherheit einer Schieferdeckung<br \/>\ngezeigt werden kann.<br \/>\nMit dem Vorhaben soll gezeigt werden, dass die Konstruktionseinheit Dach, bestehend aus<br \/>\nTh\u00fcringer Schiefer<br \/>\nNagelung<br \/>\nUnterspannbahn (Vlies)<br \/>\nDachschalung<br \/>\neine gemeinsame Liegezeit von mindestens 100 Jahren besitzen kann.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenMit den Arbeiten am Dach wurde im August 2007 begonnen. Ausf\u00fchrende Firma war die Lobensteiner Dachdecker eG. Zun\u00e4chst wurde das vorhandene Schieferdach demontiert. Schiefer, Dachpappe und Kehlbleche wurden abgerissen. Der Schiefer war sehr br\u00fcchig, obwohl die Sichtseite gleichm\u00e4\u00dfig gut aussah. Die Dachpappe war verbraucht. Die Schalung befand sich \u00fcberwiegend in optisch gutem Zustand, es gab nur wenige morsche Bretter. Aber durch die lange Liegezeit war die Schalung sehr hart, zudem nur aus ca. 20 mm starken Brettern bei einem Sparrenabstand von teilweise 120 cm. Aus diesem Grund konnte die Schalung nicht wieder verwendet werden. Die Bretter w\u00fcrden federn, die N\u00e4gel w\u00fcrden sich nicht gut einschlagen lassen und die Schiefer beim Aufnageln brechen. Nach Abriss der Schalung wurden einige besch\u00e4digte Balken ersetzt. Nach Vorgaben des Statikers wurde die Dachkonstruktion an einigen Stellen verst\u00e4rkt, zus\u00e4tzliche Holzst\u00fctzen eingesetzt, an andere Elementen wurden Metallwinkel angebracht. Diese Arbeiten wurden von der Zimmerei Berger ausgef\u00fchrt. Zu den vorhandenen 7 Dachgauben (vier gro\u00dfe und 3 kleine) wurden zwei weitere montiert, die urspr\u00fcnglich auf dem Geb\u00e4u-de vorhanden waren, wie auf historischen Fotos zu sehen ist.<br \/>\nNach Aufbringen der neuen Schalung in 24 mm St\u00e4rke wurde mit der Schieferdeckung begonnen, zu-n\u00e4chst mit der Nordseite, um die f\u00fcr die Wettereinwirkung notwendigen \u00dcberst\u00e4nde zu erreichen.<br \/>\nDurch den fr\u00fchen Wintereinbruch mussten die Arbeiten schon in der ersten Novemberh\u00e4lfte eingestellt werden. Der witterungsbedingte Stillstand hielt bis in die zweite M\u00e4rzh\u00e4lfte 2008 an. Dann wurden die Arbeiten z\u00fcgig zu Ende gebracht, einschlie\u00dflich der Montage der Blitzschutzanlage. Die Abnahme der Dachdecker-Arbeiten erfolgte am 06.05.2008.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Geb\u00e4ude wurde mit Th\u00fcringer Schiefer aus der Region Lehesten in Altdeutscher Deckung mit Th\u00fcringer Hieb eingedeckt. Es ist eine sehr gut gelungene, in einwandfreier handwerklicher Arbeit ausgef\u00fchrte Dachgestaltung entstanden. Dieses Dach wird zuk\u00fcnftig ma\u00dfgeblich das Aussehen des denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udekomplexes Herrnhuter Colonie mitbestimmen.<br \/>\nF\u00fcr die Befestigung der Schiefer wurden in drei markierten Bereichen drei verschiedene N\u00e4gelarten verwendet: feuerverzinkte Stahln\u00e4gel, Kupfern\u00e4gel und Edelstahln\u00e4gel. Damit soll zu gegebener Zeit eine Aussage \u00fcber die m\u00f6glicherweise unterschiedliche Haltbarkeit der N\u00e4gel gemacht werden k\u00f6nnen. Hier-zu ist eine Sichtkontrolle in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erforderlich.<br \/>\nDer endg\u00fcltige Abschlussbericht steht noch aus, da das Gutachten von Prof. Hofmann noch nicht vorliegt.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wird im Internet auf der Webseite des Hornemann-Instituts vorgestellt. Ebenso wird auf der Web-Seite des Ausstellungs- und Begegnungszentrums Johann Amos Comenius \u00fcber die Dachgestaltung und deren F\u00f6rderung durch die DBU berichtet.<br \/>\nW\u00e4hrend der Dachdeckungsarbeiten wurde ein kleiner Dokumentarfilm erstellt, der als DVD dem Abschlussbericht beigelegt wird.<br \/>\nIm Ausstellungs- und Begegnungszentrum wird ein Ausstellungsraum gestaltet, in dem \u00fcber die ausge-f\u00fchrten Arbeiten berichtet wird. Gleichzeitig erf\u00e4hrt die DBU eine Pr\u00e4sentation ihrer Aufgaben und F\u00f6rderprojekte.<br \/>\nDurch die Lobensteiner Dachdecker eG wurde ein Modell (ca. 2 m\u00b2) der ehemaligen und jetzigen Dachdeckung hergestellt, das ebenfalls im Ausstellungsraum pr\u00e4sentiert wird.<br \/>\nBei k\u00fcnftigen Ortsbesichtigungen und -f\u00fchrungen wird die Dachgestaltung mit einbezogen werden. Leider kann man die Details dieser Arbeit nicht so gut erkennen, da es sich um ein relativ hohes Geb\u00e4ude handelt. Fotos von einzelnen Dachelementen werden im Ausstellungsraum pr\u00e4sentiert.<br \/>\nEin Informations-Blatt \u00fcber die Dachgestaltung und die F\u00f6rderung durch die DBU ist in Vorbereitung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Durch die F\u00f6rderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt ist in der Ev. Br\u00fcdergemeine Ebersdorf ein repr\u00e4sentatives Geb\u00e4ude entstanden. Gleichzeitig wird ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der histori-schen Kulturlandschaft in unserer durch den Schieferabbau gepr\u00e4gten Gegend geleistet. Durch die lan-ge Lebensdauer eines Schieferdaches von etwa 120 Jahren wird die Nachhaltigkeit einer an sich relativ teuren Deckungsart erbracht. Das fertige Dach demonstriert das hohe Niveau der handwerklichen Kunst des in unserer Region beheimateten Schieferdeckens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Evangelische Br\u00fcdergemeine Ebersdorf gestaltet eines ihrer denkmalgesch\u00fctzten H\u00e4user, das Gro\u00dfe Br\u00fcderhaus zu einem Ausstellungs- und Begegnungszentrum f\u00fcr den Ort und die Region Saalburg-Ebersdorf um. Das 1796 als Tuchfabrik errichtete Geb\u00e4ude ist z. Z. ungenutzt und in einem schlechten baulichen Zustand. 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