{"id":24608,"date":"2023-07-23T10:32:10","date_gmt":"2023-07-23T08:32:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25477-01\/"},"modified":"2023-07-23T10:32:11","modified_gmt":"2023-07-23T08:32:11","slug":"25477-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25477-01\/","title":{"rendered":"Sanierung eines umweltgesch\u00e4digten, historischen Wirtschaftsgeb\u00e4udes am Gut Lomnitz\/Niederschlesien als modellhafte Ma\u00dfnahme zur Bewahrung der historischen Kulturlandschaft des Hirschberger Tals"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt befasste sich mit der modellhaften Restaurierung des Pferdestalls aus dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert des ehemaligen Gutshofes von Lomnitz\/Lomnica im polnischen Niederschlesien. Diese Sanierung war eine unerl\u00e4ssliche denkmalpflegerische Ma\u00dfnahme, um den Gesamtkomplex des Lomnitzer Wirtschaftshofes als Teil eines Ensembles mit den beiden dazu geh\u00f6renden Schl\u00f6ssern und einem 9 Hektar gro\u00dfen Landschaftspark zu erhalten. Ziel war aber auch, einen nachhaltigen Beitrag zum Schutz der Kulturlandschaft des Hirschberger Tals zu leisten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenDie Schritte zur denkmalgerechten Sanierung des Pferdestalls im Gutshof Lomnitz waren:<br \/>\n1)\tPr\u00fcfung des Schadensbildes und des technischen Zustandes des Geb\u00e4udes.<br \/>\n2)\tBer\u00e4umungsarbeiten: umweltgerechte Entsorgung der Eternit-Asbestdacheindeckung.<br \/>\n3)\tR\u00fcckbau von nicht denkmalgerechten Einbauten wie Zwischenw\u00e4nden, Betonb\u00f6den, etc.<br \/>\n4)\tDurchf\u00fchrung der Au\u00dfensanierungsarbeiten, einschlie\u00dflich der Neueindeckung des Daches.<br \/>\n5)\tDurchf\u00fchrung der Innensanierungsarbeiten und Ausgestaltung als gro\u00dfe Veranstaltungshalle.<br \/>\n6)\tErd- und Installationsarbeiten f\u00fcr die Regenwasserableitung, Anlage des Hofteiches. <\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Denkmalakademie G\u00f6rlitz und dem polnischen Denkmalamt sowie dem Verband der polnischen Architekten wurden die Bauma\u00dfnahmen im Rahmen von grenz\u00fcberschreitender Zusammenarbeit in drei Seminaren begleitet und betreut. Themen der 1- bis 2-t\u00e4gigen Seminare waren:<br \/>\n&#8211;\tAnwendung alter Techniken im Bereich Zimmerer- und Maurerhandwerk<br \/>\n&#8211;\tPutzarbeiten mit Einsatz von Materialien nach historischem Vorbild<br \/>\n&#8211;\tFarbeinsatz am Denkmal mit Kalk-Kaseinfarben mit \u00f6kologischen Naturbaustoffen.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Die vor Beginn der Ma\u00dfnahme entwickelte Konzeption f\u00fcr die Nutzung des leer stehenden Gutshofes zielte bereits auf eine intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit hin, um die Wertsch\u00e4tzung von Baudenkm\u00e4lern und  traditionellen Handwerkstechniken zu f\u00f6rdern sowie auf einen verbesserten Umgang mit dem Erbe der Kulturlandschaft des Hirschberger Tals hinzuwirken. Diesem Ziele konnte das Projekt w\u00e4hrend der Sanierungsarbeiten ein St\u00fcck n\u00e4her kommen. Das Interesse der Besucher von Schloss Lomnitz sowie das der Bev\u00f6lkerung des Hirschberger Tals war gro\u00df. Die anf\u00e4ngliche Skepsis angesichts des ruin\u00f6sen Zustandes des Gutshofs wich bald gro\u00dfer Begeisterung und vielerlei Unterst\u00fctzung durch Rat und Tat.<br \/>\n\u00dcberraschend gro\u00df war der  Zuspruch zu den  drei Schulungen durch die Denkmalakademie G\u00f6rlitz. Sie brachten interessierte Handwerker, Denkmalpfleger und Bauleiter zusammen. Diese Schulungen und die beratende Begleitung durch die Fachleute der Denkmalakademie hatten einen sehr gro\u00dfen Anteil am Erfolg der Bauma\u00dfnahme. Die enge Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Denkmalakademie brachte wertvolle Hinweisen und Planungshilfen bei der Neugestaltung bzw. Wiederherstellung zahlreicher architektonischer Details des Geb\u00e4udes. Dazu geh\u00f6rten die Rekonstruktion der T\u00fcren und Tore, oder die Gestaltung des Au\u00dfenputzes mit Glattputzelementen, die insgesamt erst den Charme und die historische Wirkung des Geb\u00e4udes ausmachen. Diese Zusammenarbeit war f\u00fcr alle Beteiligten, von den aus-f\u00fchrenden Handwerksfirmen, der Denkmalpflege bis zu den begleitenden kommunalen \u00c4mtern sehr positiv und brachte einen grenz\u00fcberschreitenden Wissenstransfer zwischen polnischen und deutschen Fachleuten.<br \/>\nNeben diesen baulichen Aktivit\u00e4ten fanden bereits im Verlauf des Projekts etliche Veranstaltungen auf dem Gutshof statt, mit denen neues Leben einkehrte. Schon ab Oktober 2007 fanden gro\u00dfe M\u00e4rkte im Pferdestall und auf der davor liegenden Freifl\u00e4che statt. Zun\u00e4chst der Erntedank-Markt, der das Ziel des Projektes &#8211; die Direktvermarktung und das Schaffen von neuen Absatzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die l\u00e4ndliche Bev\u00f6lkerung der Region &#8211; f\u00f6rderte und regional und \u00fcberregional ein gro\u00dfes Publikumsecho fand. Es folgte ein Adventsmarkt, der mehreren tausend Besuchern hatte.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Im Juni 2007 wurde ein mehrfarbiges Transparent in der Gr\u00f6\u00dfe 5 x 3,5 m an der von der Stra\u00dfe gut einsehbaren Giebelwand des historischen Speichers des Gutshofs angebracht, das das Ziel der Sanie-rungsma\u00dfnahme zweisprachig erl\u00e4utert und auf die Finanzierung durch die DBU sowie auf die Beteilig-ten des Projekts hinweist.  Auf die Ziele und die Unterst\u00fctzung durch die DBU wurde in verschiedenen Gespr\u00e4chen mit den \u00f6rtlichen Medien eingegangen. In verschiedenen Zeitschriften erschienen Artikel zu den Fortschritten auf dem Gutshof von Lomnitz. Auch die Internetpr\u00e4sentationen von Schloss Lomnitz und dem VSK sowie das Periodikum Gru\u00df aus Lomnitz berichten \u00fcber die Arbeiten. (http:\/\/www.schloss-lomnitz.pl und http:\/\/www.vskschlesien.de). Au\u00dferdem wurde auf die Unterst\u00fctzung der DBU auf den Werbematerialien, vor allem auf den Plakaten und Einladungen f\u00fcr die Veranstaltungen auf dem Gutshof hingewiesen. Auch Einladungskarte und Plakat zur Ausstellung Hinterm Herrenhaus &#8211; Geschichte der Gutsh\u00f6fe und der Gutsherrschaft im Hirschberger Tal wiesen darauf hin, dass die Nut-zung des Geb\u00e4udes durch die Mittel der DBU erm\u00f6glicht wurde.<br \/>\nDie regelm\u00e4\u00dfig stattfindenden F\u00fchrungen durch die Schaustelle Gutshof Lomnitz, die M\u00f6glichkeit zum Tag des offenen Denkmals die Bauma\u00dfnahmen kennen zu lernen und vor allem die ab Oktober pr\u00e4sen-tierte dreisprachige Ausstellung Hinterm Herrenhaus &#8211; Geschichte der Gutsherrschaft und der Gutsh\u00f6fe im Hirschberger Tal f\u00fchrten dazu, dass sich sehr viele Menschen mit dem bisher in der \u00d6ffentlichkeit nicht behandelten Thema der verfallenden und bedrohten Gutsh\u00f6fe auseinander setzten.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Sanierungsarbeiten k\u00f6nnen sowohl in technischer, als auch in denkmalpflegerischer und \u00e4sthetischer Hinsicht als sehr gelungen betrachtet werden. Das alte Stallgeb\u00e4ude ist mit seiner historischen Farbgebung und Dachziegeleindeckung in seiner urspr\u00fcnglichen Sch\u00f6nheit wieder entstanden, der vor-herige Zustand erheblicher Bauf\u00e4lligkeit und Verwahrlosung ist vollst\u00e4ndig beseitigt. Trotz der \u00fcbrigen noch im Verfall befindlichen Geb\u00e4ude hat der Gutshof durch den renovierten Pferdestall einen wesentlichen Teil seiner urspr\u00fcnglichen Ausstrahlung zur\u00fcck gewonnen. Das Projekt hat gro\u00dfe motivierende Wirkung auf Beteiligten und eine starke Ausstrahlung auf die n\u00e4here und weitere Umgebung. Schon jetzt kann gesagt werden, dass durch dieses Projekt ein nicht zu \u00fcbersehendes Startzeichen f\u00fcr einen tief greifenden Bewusstseinswandel im Umgang mit historischen landwirtschaftlichen Geb\u00e4uden gegeben wurde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt befasste sich mit der modellhaften Restaurierung des Pferdestalls aus dem fr\u00fchen 19. Jahrhundert des ehemaligen Gutshofes von Lomnitz\/Lomnica im polnischen Niederschlesien. 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