{"id":24597,"date":"2023-07-13T15:26:17","date_gmt":"2023-07-13T13:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25429-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:19","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:19","slug":"25429-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25429-01\/","title":{"rendered":"Ethohydraulik &#8211; eine Grundlage f\u00fcr naturschutzvertr\u00e4glichen Wasserbau"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Das Projekt hat die Entwicklung der Ethohydraulik als eine naturwissenschaftlichen Kriterien entsprechende und interdisziplin\u00e4re ingenieurwissenschaftlich\/biologische Methode zum Ziel. Mit dieser Methode wird die Ermittlung fisch\u00f6kologisch vertr\u00e4glicher und damit f\u00fcr den angewandten Wasserbau relevanter Bemessungs- und Grenzwerte m\u00f6glich. Das Verfahren basiert dabei auf der Erkennung charakteristischer Verhaltensmuster von Fischen als Reaktion auf wasserbaulich relevante Situationen bzw. Anlagen, die in Laborrinnen unter konditionierten Bedingungen simuliert werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenIm Rahmen des Projektes gilt es nicht nur, einheitliche methodische Standards festzulegen und vor allem die Voraussetzungen und Anforderungen an die modellhafte Erzeugung situativer \u00c4hnlichkeiten als Grundlage f\u00fcr reproduzierbare und damit vergleichbare Verhaltenstests mit Fischen festzulegen. Vielmehr sind auch deskriptive\/statistische Verfahren zu erarbeiten, die eine transparente und nachvollziehbare Darstellung der Ergebnisse der Verhaltensbeobachtungen erm\u00f6glichen.<br \/>\nDie Methoden, Verfahren, Standards etc. sollen anhand von Untersuchungen bei relevanten und charakteristischen Randbedingungen entwickelt werden. Aus diesen Verhaltensbeobachtungen lassen sich Ergebnisse ableiten und darstellen, die als grundlegende Planungs- und Ausf\u00fchrungshinweise f\u00fcr Anlagen zur Herstellung der Durchg\u00e4ngigkeit benutzt und verbreitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Erarbeitung der ethohydraulischen Methode bedarf zun\u00e4chst einer systematischen inhaltlichen und methodischen Analyse bisher im In- und Ausland durchgef\u00fchrter ethohydraulischer Untersuchungen. Erg\u00e4nzend sind dazu Untersuchungen mit Fischen in verschiedenen Laborrinnen der wasserbaulichen Versuchshalle der Universit\u00e4t Karlsruhe vorgesehen, um grunds\u00e4tzliche Verhaltensweisen, die Spannweite von Reaktion sowie die Auswirkungen unterschiedlicher Versuchsbedingungen und St\u00f6reinfl\u00fcsse zu ermitteln. Hierf\u00fcr werden sowohl aus Freilandgew\u00e4ssern entnommene, als auch zum Vergleich mit diesen unter k\u00fcnstlichen Bedingungen in Fischzuchten aufgezogene Fische unterschiedlicher Arten, Gr\u00f6\u00dfen und damit Leistungsverm\u00f6gen verschiedenen Situationen in Laborrinnen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ergebnisse:<br \/>\nDie im Rahmen des Forschungsprojekts erarbeiteten Befunde zum Fischverhalten haben gezeigt, dass mit Hilfe ethohydraulischer Tests wertvolle Erkenntnisse \u00fcber das Verhalten von Fischen gegen\u00fcber bestimmten hydraulischen Situationen oder wasserbaulichen Anlagen gewonnen werden k\u00f6nnen. Dies erm\u00f6glicht die Ableitung \u00f6kologisch angepasster Gestaltungskriterien, Regeln sowie Grenz- und Bemessungswerte f\u00fcr die wasserbauliche Praxis. Die Einsichten die mit Hilfe der Ethohydraulik gewonnen werden, erweitern dar\u00fcber hinaus die bislang nur sp\u00e4rlich vorhandenen Kenntnisse \u00fcber die Lebensraumanforderungen der Fischfauna bzw. ihre Reaktionen auf St\u00f6reinfl\u00fcsse.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Durchf\u00fchrung ethohydraulischer Tests werden allerdings gro\u00dfskalige Laborrinnen ben\u00f6tigt, in denen nicht nur wasserbauliche Strukturen, hydraulische Zust\u00e4nde oder mit beiden zusammenh\u00e4ngende Erscheinungen simuliert werden k\u00f6nnen, sondern die auch geeignet, sind die grunds\u00e4tzlichen Reaktionsweisen aquatischer Organismen auf diese simulierten Situationen zu beobachten. Die Gr\u00f6\u00dfe ethohydraulischer Versuchsst\u00e4nde, wie vor allem auch der Umgang mit lebenden Fischen, erfordert zudem einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Aufwand.<\/p>\n<p>Mit ihrer Reproduzierbarkeit erbringen ethohydraulische Tests bereits ein wichtiges Kriterium der Wissenschaftlichkeit. Zur weiteren Validierung der Ergebnisse wird derzeit im Rahmen einer Dissertation ein statistischer Verfahrenskatalog und damit verbunden ein geeignetes Testdesign erarbeitet werden, um die quantitative Auswertbarkeit ethohydraulischer Test zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Diskussion:<br \/>\nDie Ethohydraulik hat sich im Rahmen des DBU-Projekts in allen Punkten als echte Alternative erwiesen, um aufw\u00e4ndige, kostenintensive und deshalb in Deutschland bisher weitgehend unterbliebene Freilanduntersuchungen zu erg\u00e4nzen. Um die Ergebnisse der Tests dennoch im Freiland \u00fcberpr\u00fcfen zu k\u00f6nnen und so die bislang fehlende Verbindung zwischen Laborversuch und Natur herzustellen, bem\u00fcht sich das Institut f\u00fcr angewandte \u00d6kologie zur Zeit um den Einsatz einer neuen Markierungs- und Detektionsmethode mit Hilfe so genannter TI-RFID Transponder. Mit dieser bislang nur in den USA und einigen wenigen Nachbarstaaten Deutschlands eingesetzten Technologie kann es m\u00f6glich werden, eine gro\u00dfe Anzahl von Fischen schonend und ein Fischleben-lang individuell zu markieren. Mit Hilfe von bis zu 10 m2 gro\u00dfen Antennen, die an neuralgischen Engstellen in den Wanderkorridoren der Tiere installiert werden, kann die Akzeptanz und Passierbarkeit von Gew\u00e4sserabschnitten und\/oder wasserbaulichen Anlagen kontinuierlich und \u00fcber einen langen Zeitraum hinweg \u00fcberpr\u00fcft werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>17.12.2008\tVeranstaltung eines eint\u00e4gigen Expertenseminars in Karlsruhe (siehe Zwischenbericht)<br \/>\n02.04.2009\tVortrag im Rahmen der Tagung Durchg\u00e4ngigkeit von Gew\u00e4sser in Frankfurt\/Oder<br \/>\n21.04.2009\tVortrag bei der DWA-Arbeitsgruppe Durchg\u00e4ngigkeit von Flie\u00dfgew\u00e4ssern<br \/>\n18.05.2009\tVortrag am Biologischen Institut der Universit\u00e4t Bonn (Prof. Bleckmann)<br \/>\n31.07.2009\tVortrag am KIT Karlsruhe<br \/>\n10.08.2009\tVortrag auf der int. IAHR-Tagung in Vancouver\/Kanada<br \/>\n09.09.2009\tVortrag an der Universit\u00e4t Ufa (Russland)<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt Ethohydraulik &#8211; eine Grundlage f\u00fcr naturschutzvertr\u00e4glichen Wasserbau f\u00fchrte zur Entwicklung einer dreistufigen wissenschaftlich validen Untersuchungsmethodik, welche die gezielte Gestaltung und hydraulische Bemessung wasserbaulicher Anlagen bei Gew\u00e4hrleistung einer \u00f6kologischen Funktionalit\u00e4t erm\u00f6glicht. Im Rahmen des Projektes wurden diverse Untersuchungen insbesondere zur Interaktion zwischen den Wasserbauwerken und dem Fischverhalten durchgef\u00fchrt. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnten sowohl grundlegende allgemein \u00fcbertragbare als auch anlagenspezifische Erkenntnisse gewonnen und validiert werden, welche derart bislang in der einschl\u00e4gigen Fachliteratur nicht bekannt waren.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt kann somit als eine wichtige Basis zur Entwicklung der dreistufigen ethohydraulischen Untersuchungsmethode angesehen werden. Die entwickelte Methode wurde bereits erfolgreich praktiziert und wird Eingang in neuere Regelwerke finden. Weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Etablierung der Methode w\u00e4ren jedoch w\u00fcnschenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Das Projekt hat die Entwicklung der Ethohydraulik als eine naturwissenschaftlichen Kriterien entsprechende und interdisziplin\u00e4re ingenieurwissenschaftlich\/biologische Methode zum Ziel. 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