{"id":24593,"date":"2024-11-27T10:36:58","date_gmt":"2024-11-27T09:36:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/23634-02\/"},"modified":"2024-11-27T10:37:02","modified_gmt":"2024-11-27T09:37:02","slug":"23634-02","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/23634-02\/","title":{"rendered":"DSS-WAMOS: Eine Decision Support System-gest\u00fctzte Managementstrategie f\u00fcr Waldmoore"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Moore haben bedeutende Funktionen als spezifische Lebensr\u00e4ume, dar\u00fcber hinaus stellen sie wichtige Senken und Speicher im Wasser- und Stoffhaushalt dar. Neben den gro\u00dffl\u00e4chigen Mooren in landwirtschaftlicher Nutzung sind auch fast alle Waldmoore Deutschlands durch anthropogene Eingriffe stark degeneriert. Die wenigen bisher durchgef\u00fchrten Renaturierungsprojekte laufen oft nach einem Zufallsprinzip. Auswahlkriterien, Leitbilder sowie Indikatoren zur Erfolgskontrolle und Entscheidungsfindung bleiben vielerorts unber\u00fccksichtigt bzw. sind wenig transparent und nachvollziehbar. \u00dcbertragbarkeit und Umweltentlastungen entsprechen dann oft nicht den Erwartungen.<br \/>\nDeshalb war es Ziel des Vorhabens, Handlungsstrategien f\u00fcr den Schutz und das Management von Waldmooren zu entwickeln, die Vielzahl an bekannten Ma\u00dfnahmen zu b\u00fcndeln und in einem f\u00fcr Praktiker (\u00c4mter f\u00fcr Forstwirtschaft, Waldbesitzer, Naturschutzbeh\u00f6rden u. a.) nutzbaren Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem (DSS) zusammenzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufbauend auf der in der ersten Projektphase bereits entwickelten DSS-Grundstruktur wurde<br \/>\n&#8211; die Modellkomponente mit Parametrisierung aller Entscheidungsmerkmale vollst\u00e4ndig ausgearbeitet,<br \/>\n&#8211; die Anwendbarkeit erg\u00e4nzend zu Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in den Bundesl\u00e4ndern<br \/>\n&#8211; Niedersachsen und Bayern \u00fcberpr\u00fcft und ggf. durch Anpassung des DSS hergestellt,<br \/>\n&#8211; die Dialogkomponente als Informations- und Kommunikationsebene des DSS aufgebaut und<br \/>\n&#8211; eine von jedermann nutzbare online lauff\u00e4hige Version des DSS-WAMOS erstellt und im Internet durch die am Vorhaben beteiligten Hochschulen und L\u00e4nderverwaltungen bereitgestellt.<br \/>\nDie Vorgehensweise wurde erg\u00e4nzt durch weitere Expertengespr\u00e4che und Validierung in ausgew\u00e4hlten Fallbeispielen in den L\u00e4ndern Bayern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Die Ergebnisse wurden erg\u00e4nzend in Workshops den Experten und Praktikern vorgestellt und mit diesen diskutiert.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das gesetzte Projektziel, ein web-basiertes Entscheidungsunterst\u00fctzungssystem f\u00fcr das Management von Waldmooren zu entwickeln und zu installieren, konnte innerhalb des gesetzten Zeit- und Kostenrahmens vollst\u00e4ndig erreicht werden.<br \/>\nDurch die erweiterte Recherche und Analyse von Renaturierungsvorhaben in den Bundesl\u00e4ndern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bayern und durch die durchgef\u00fchrten Experten-Workshops zu wasserbaulichen Verfahren und zum Eutrophierungsrisiko bei Wiedervern\u00e4ssung von Niedermooren konnte die Auswahl geeigneter entscheidungsrelevanter Parameter zur Ableitung von Entwicklungszielen und Ma\u00dfnahmen \u00fcberpr\u00fcft und optimiert werden.<br \/>\nDer Modellteil des Entscheidungsunterst\u00fctzungssystems konnte in seiner vorgesehenen Grundstruktur erfolgreich umgesetzt werden. Die Architektur des Modellteils hat sich als ausgesprochen geeignet erwiesen, eine transparente und systematische Entscheidungsfindung zu gew\u00e4hrleisten. Die Unterteilung des Modells in Arbeitsbereiche, Teilmodule und Teil-Entscheidungsb\u00e4ume hat sich auch in Bezug auf die Programmierung der Web-Anwendung als ausgesprochen geeignet erwiesen.<br \/>\nDie Entscheidungsb\u00e4ume wurden auf Grundlage der erweiterten Renaturierungsrecherchen und der Expertenworkshops vollst\u00e4ndig aufgestellt und iterativ optimiert. Die iterative Optimierung erfolgte anhand einer Vielzahl von internen Testl\u00e4ufen f\u00fcr unterschiedliche Waldmoortypen.<br \/>\nDer Anwendungsbereich des DSS-WAMOS konnte damit entsprechend der Zielsetzung deutlich erweitert werden und schlie\u00dft sowohl die Wald-Niedermoore der Jungmor\u00e4nenlandschaften des norddeutschen Tieflandes und des Voralpenraumes als auch die Waldmoore der Mittelgebirge Mittel- und S\u00fcddeutschlands ein. Wesentlich beigetragen hat dazu die enge Kooperation mit dem DBU-Partnerprojekt Waldmoorrenaturierung im Solling der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) G\u00f6ttingen sowie die sehr gute Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landesanstalt f\u00fcr Wald und Forsten (LWF) Freising.<br \/>\nDie umfangreiche externe Testung des DSS-WAMOS durch Experten und Praktiker ergab wichtige Hinweise f\u00fcr eine weitere Optimierung des Modellteils und f\u00fcr die Entwicklung der benutzerfreundlichen Dialogkomponente des Systems. So konnte ein ausgewogenes Verh\u00e4ltnis zwischen Praktikabilit\u00e4t, Komplexit\u00e4t und Informationsdichte gefunden werden.<br \/>\nAuf Grundlage der Testversion konnte z\u00fcgig die Programmierung der web-basierten Version erfolgen. Es wurden 340 Abfrage- und Ergebnisseiten mit insgesamt 535 Knoten- und Endpunkten sowie zus\u00e4tzlichen internen Zusatzattributen programmiert. Hier konnten dann neben der gef\u00fchrten Entscheidungsfindung eine Vielzahl weiterer Funktionen implementiert werden. Das DSS-WAMOS speichert alle eingegebenen Entscheidungen und erzielten Zwischenergebnisse einer Session vollst\u00e4ndig ab. So ist es m\u00f6glich, den Entscheidungsfindungsprozess w\u00e4hrend einer Sitzung beliebig nach zu verfolgen und ggf. zu korrigieren. Alle Zwischenergebnisse werden abschlie\u00dfend in einem Ergebnisbericht zusammengefasst. Das System enth\u00e4lt eine Vielzahl von Zusatzinformationen in Form von Abbildungen, erl\u00e4uternden Dokumenten und Verkn\u00fcpfungen zu externen Informationsquellen, die der Anwender nach Bedarf nutzen kann. Damit konnte eine hohe Benutzerfreundlichkeit des Systems realisiert werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die Verbreitung der Ergebnisse des Projektes erfolgte durch eine enge Kooperation mit Beh\u00f6rdenvertretern in den verschiedenen Bundesl\u00e4ndern, die f\u00fcr die Implementierung des DSS-WAMOS in den L\u00e4ndern zust\u00e4ndig sind. Die Bundesl\u00e4nder Bayern und Niedersachsen f\u00fchren bereits eigene Veranstaltungen und Schulungen zum Waldmoormanagement durch, die auch die Anwendung des DSS-WAMOS einschlie\u00dfen.<br \/>\nDas DSS-WAMOS-Projekt ist seit 2006 im Internet mit einer eigenen Webseite pr\u00e4sent, die den Projektverlauf dokumentiert und auch den Zugang zur DSS-WAMOS-Anwendung erm\u00f6glicht. Durch zahlreiche nationale und internationale Ver\u00f6ffentlichungen und durch zahlreiche Vortr\u00e4ge und Poster auf nationalen und internationalen Veranstaltungen wurde das Projekt vorgestellt. Es wurde ein Flyer zum Projekt erstellt, der auf Veranstaltungen auslag und an relevante Einrichtungen und Verwaltungen der L\u00e4nder versandt wurde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der Ansatz eines web-basierten Entscheidungsunterst\u00fctzungssystems hat sich au\u00dferordentlich bew\u00e4hrt und besitzt eine hohe Praxisrelevanz. Das DSS-WAMOS konnte w\u00e4hrend des Projektverlaufs als Marke etabliert werden, so dass in Fachkreisen ein hoher Bekanntheitsgrad erreicht wurde, so dass eine schnelle Verbreitung und ein gro\u00dfer Anwenderkreis erwartet werden kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Moore haben bedeutende Funktionen als spezifische Lebensr\u00e4ume, dar\u00fcber hinaus stellen sie wichtige Senken und Speicher im Wasser- und Stoffhaushalt dar. Neben den gro\u00dffl\u00e4chigen Mooren in landwirtschaftlicher Nutzung sind auch fast alle Waldmoore Deutschlands durch anthropogene Eingriffe stark degeneriert. 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