{"id":24584,"date":"2024-11-27T10:38:31","date_gmt":"2024-11-27T09:38:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25389-01\/"},"modified":"2024-11-27T10:38:31","modified_gmt":"2024-11-27T09:38:31","slug":"25389-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25389-01\/","title":{"rendered":"Anforderungen an eine teilschlagspezifische N-D\u00fcngung unter besonderer Ber\u00fccksichtigung einer umweltorientierten N\u00e4hrstoffversorgung auf trockenen Standorten"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Die Zunahme im Anbauumfang beim Winterraps in den letzten Jahren und der im Vergleich zu anderen Fruchtarten deutlich zu hohe N-Bilanz\u00fcberschuss k\u00f6nnen zu verst\u00e4rkten N-Verlusten f\u00fchren. Unter den trockenen Bedingungen Mitteldeutschlands kommt es auf heterogenen B\u00f6den zudem zu verst\u00e4rkten punktuellen Stickstoffaustr\u00e4gen, die sich bei Aussch\u00f6pfung des vorhandenen Ertragspotenzials nur durch eine konsequente teilschlagspezifische N-D\u00fcngung begrenzen lassen.<br \/>\nZiel ist die Pr\u00e4zisierung der Bedarfsermittlung zu Raps und die Erprobung von verschiedenen Verfahren der teilschlagspezifischen N-Ausbringung sowie die Erstellung einfacher, praktikabler Handlungsanleitungen. Durch eine h\u00f6here N-Effizienz lassen sich die N-Verluste deutlich einschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenGrundlage f\u00fcr die Untersuchungen bildeten die Feldversuche in den Kooperationsbetrieben Landgut Staritz und der AG Warnstedt sowie in dem zum S\u00e4chsischen Landesamt f\u00fcr Umwelt, Landwirtschaft und Geologie geh\u00f6renden Lehr- und Versuchsgut K\u00f6llitsch. Um die Fragestellung in relativ kurzer Zeit eingehend zu untersuchen, wurden auf ausgew\u00e4hlten Schl\u00e4gen die nat\u00fcrliche Bestandesheterogenit\u00e4t durch Schaffung von georeferenzierten unterschiedlichen Ausgangsbedingungen f\u00fcr die Herbstentwicklung innerhalb der Schlageinheiten (N-Ern\u00e4hrung) vielf\u00e4ltige Vorwinterbedingungen simuliert. Auf Kleinstfl\u00e4chen einzelner Versuchsschl\u00e4ge wurde zudem eine Impulsmarkierung mit 15N durchgef\u00fchrt. Dar\u00fcber hinaus wurden auf vier Versuchsstationen des S\u00e4chsischen Landesamtes Feldversuche angelegt. Durch differenzierte Aussaatzeit und N-Bereitstellung wurden unterschiedliche Pflanzenbest\u00e4nde aufgebaut. Untersucht wurde hier der Einfluss unterschiedlicher Vorwinterentwicklung auf den D\u00fcngebedarf im Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<p>Die Erfassung der differenzierten Herbstentwicklung (Best\u00e4nde und N-Ern\u00e4hrungszustand) erfolgte mit dem Yara-N-Sensor. Parallel dazu wurde durch repr\u00e4sentative Handbeprobung der tats\u00e4chliche N-Entzug exakt erfasst. Durch differenzierte N-D\u00fcngung im Fr\u00fchjahr wurde die optimale N-Intensit\u00e4t in Abh\u00e4ngigkeit von der unterschiedlichen Bodeng\u00fcte gepr\u00fcft. Neben einer einheitlichen herk\u00f6mmlichen Ausbringung wurden verschiedene Verfahren der teilschlagspezifischen D\u00fcngung getestet. Neben dem direkten Einsatz des N-Sensors (Echtzeitverfahren) kamen ein kombiniertes Verfahren (Sensor mit Boden- und\/oder Ertragspotenzialkarte) und ein Kartenansatz zur Anwendung.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Ein Schwerpunkt der Untersuchung auf den heterogenen Ackerschl\u00e4gen war vor und nach dem Winter die georeferenzierten Pflanzen- und Bodenprobenahmen. Damit wurde die Bestandsentwicklung in Abh\u00e4ngigkeit von Aussaatzeit, N-Angebot und Bodenheterogenit\u00e4t erfasst und quantifiziert. Von besonderem Interesse war dabei, welche N-Mengen in Best\u00e4nden von Winterraps bis zum Ende der Vegetation aufgenommen werden und wie sich die Verh\u00e4ltnisse \u00fcber Winter in Abh\u00e4ngigkeit von der Witterung ver\u00e4ndern. Bei Einhaltung der optimalen Aussaatspanne konnten sich die Winterrapsbest\u00e4nde kr\u00e4ftig entwickeln. Damit einher gingen N-Aufnahmen von >150 kg\/ha. Die jeweiligen Winter wurden von unterschiedlichen Witterungsbedingungen gepr\u00e4gt. W\u00e4hrend 2008\/09 in dieser Zeit sogar ein leichter Substanzzuwachs beobachtet wurde, waren die folgenden Winter auf Grund der niedrigen Temperaturen von einer langen Vegetationsruhe gepr\u00e4gt. Auf Grund der zumeist geschlossenen Schneedecke kam es auf den Versuchschl\u00e4gen zu keinen gravierenden Auswinterungssch\u00e4den. Die Blattverluste hielten sich mit 10 bis 15 % in Grenzen.<\/p>\n<p>Mit den Untersuchungen konnten gleichzeitig die aus den Messungen des Yara-N-Sensors im Herbst stammenden Biomasseindices der Winterrapsschl\u00e4ge geeicht werden. Auf diesem Wege war es m\u00f6glich, fl\u00e4chendeckende N-Entzugskarten zu erstellen. Sie bildeten die Grundlage f\u00fcr die Erstellung von N-Applikationskarten. Genutzt wurden sie als ein Pr\u00fcfglied bei den Untersuchungen zur teilschlagspezifischen N-Applikation.<\/p>\n<p>Die umfangreichen Handpflanzenbeprobungen haben aber auch gezeigt, dass eine Ermittlung der Frischmasse in diesem fr\u00fchen Entwicklungsstadium des Winterrapses gute Aussagen \u00fcber die N-Aufnahme des Pflanzenbestandes erlaubt. Es deuten sich nur leichte Unterschiede zwischen den verschiedenen Standorten an. Aus den Ergebnissen l\u00e4sst sich deshalb ableiten, dass im Mittel mit der Bildung von einem kg oberirdische Frischmasse je m\u00b2 ein N-Entzug von 50 kg\/ha einhergeht. Das best\u00e4tigt Ergebnisse anderer Autoren. Die Bestimmung der Frischmasse sollte also f\u00fcr den Praktiker ein gutes Hilfsmittel f\u00fcr die Anpassung von N-D\u00fcngungsempfehlungen im Fr\u00fchjahr darstellen und helfen einen \u00fcberh\u00f6hten Stickstoffeinsatz zu vermeiden. Voraussetzung ist jedoch ein weitgehend gleichm\u00e4\u00dfiger Pflanzenbestand. In heterogenen Best\u00e4nden ist der Informationswert bei vertretbarem Probenumfang gering und eine einheitliche N-D\u00fcngung nicht effektiv. Die Nutzung von vorab erstellten Applikationskarten oder der direkte Einsatz des Sensors stellt die sinnvollere Alternative dar.<\/p>\n<p>Die Untersuchungen zur teilschlagspezifischen D\u00fcngung haben gezeigt, dass unter den trockenen Standortbedingungen in Mitteldeutschland auf heterogenen Ackerschl\u00e4gen stabile Ertragsbereiche vorliegen. Unter diesen Bedingungen begrenzt vor allem das verf\u00fcgbare Wasser und nicht das<br \/>\nStickstoffangebot die Ertragsbildung. Das N-Angebot ist deshalb st\u00e4rker auf das Ertragsverm\u00f6gen der Teilfl\u00e4chen anzupassen. Am besten gelingt dies in der Kombination von Yara-N-Sensor mit Offsetkarten, in denen das unterschiedliche Ertragsverm\u00f6gen der einzelnen Teilfl\u00e4chen Ber\u00fccksichtigung findet.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Die erzielten Ergebnisse wurden auf Tagungen und in Weiterbildungsveranstaltungen f\u00fcr Praktiker, Berater, Berufsschullehrer und der Landwirtschaftsverwaltung vorgestellt. So beispielsweise auf dem D\u00fcngungstag 2009 in Sachsen, den Fachtagungen 2010 des Rapool-Rings in Sachsen-Anhalt, Th\u00fcringen und Sachsen bzw. auf der D\u00fcngungstagung der Th\u00fcringer Landesanstalt 2010. Sowohl 2008 als auch 2010 wurde ein Poster zum VDLUFA-Kongess erarbeitet und die vorgestellten Ergebnisse im Kongressband ver\u00f6ffentlicht.<br \/>\nDie im Rahmen des Projektes erzielten Ergebnisse finden sich auch in folgenden Ver\u00f6ffentlichungen wieder:<br \/>\nALBERT, E. und W. SCHLIEPHAKE (2008): Viel ist schnell zu viel; Bauernzeitung 41, 24-26.<br \/>\nALBERT, E. und W. SCHLIEPHAKE (2008): Optimale Stickstoffd\u00fcngung zu Winterraps, Raps 1, 19-23.<br \/>\nALBERT, E. und W. SCHLIEPHAKE (2010): Optimale Stickstoffd\u00fcngung zu Winterraps, Raps 3, 177 181.<br \/>\nALBERT, E. und W. SCHLIEPHAKE (2010): Biomasseabh\u00e4ngige N-D\u00fcngung zu Winterraps. In: Th\u00fcringer D\u00fcngung- und Pflanzenschutztag 2010, Schriftenreihe der Th\u00fcringer Landesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft, 7, 11-20.<br \/>\nSCHLIEPHAKE, W., F\u00d6RSTER, F. und E. ALBERT (2010): Das muss und das kann warten &#8211; Zur Ermittlung des N-D\u00fcngebedarfes zu Winterraps mit dem s\u00e4chsischen Beratungsprogramm BEFU gibt es ein neues Berechnungsverfahren; Bauernzeitung 6, 26-27.<br \/>\nSCHLIEPHAKE, W. (2010): Anforderungen an eine teilschlagspezifische N-D\u00fcngung unter trockenen Standortbedingungen; Agrarwissenschaftlichen Mitteilungen, Band 19, im Druck.<br \/>\nSCHLIEPHAKE, W. und E. ALBERT (2011): Biomasseabh\u00e4ngige N-D\u00fcngung zu Winterraps, Raps 1, im Druck.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Untersuchungen standen heterogene, trockene Standorte. Auf Grund des begrenzten Wasserangebots finden sich hier relativ stabile Ertragszonen. Auf diesen Standorten l\u00e4sst sich auch durch teilschlagspezifische Stickstoffd\u00fcngung kein einheitliches Ertragsniveau erreichen, sondern der N-Einsatz muss sich an das Ertragsverm\u00f6gen der Teilfl\u00e4chen anpassen. Das l\u00e4sst sich nicht durch eine einheitliche Funktion f\u00fcr den gesamten Schlag realisieren. Durch Hinterlegung einer Offsetkarte kann die Anpassung wesentlich besser erfolgen. Vermindert wird dadurch die Gefahr von Stickstoffverlusten besonders auf den ertragsschwachen Fl\u00e4chenanteilen.<\/p>\n<p>Auf den heterogenen Versuchsfl\u00e4chen und den damit einhergehenden beachtlichen Unterschieden in der vorwinterlichen Bestandsentwicklung war es nur bedingt m\u00f6glich, den Einfluss auf den D\u00fcngebedarf im Fr\u00fchjahr direkt abzusch\u00e4tzen. Deshalb wurde abweichend von den anf\u00e4nglichen Vorstellungen zus\u00e4tzlich auf vier Versuchsstationen des LfULG entsprechende N-Steigerungsversuche angelegt. Die so angepasste Vorgehensweise bei der Versuchsdurchf\u00fchrung hat sich bew\u00e4hrt. Durch die Ber\u00fccksichtigung bei der D\u00fcngebedarfsermittlung kommt es bei entsprechend kr\u00e4ftiger Vorwinterentwicklung zu deutlich reduzierten Empfehlungen. Dadurch lassen sich die bisherigen oft sehr hohen N-Salden abbauen.<\/p>\n<p>Mit dem Projekt wurden Grundlagen f\u00fcr eine biomasseabh\u00e4ngige D\u00fcngebedarfsermittlung bei Winterraps erarbeitet und in das s\u00e4chsische Beratungsmodell BEFU integriert. Der Berechnungsalgorithmus wurde auch an anderen ostdeutschen Landesanstalten weitergegeben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Die Zunahme im Anbauumfang beim Winterraps in den letzten Jahren und der im Vergleich zu anderen Fruchtarten deutlich zu hohe N-Bilanz\u00fcberschuss k\u00f6nnen zu verst\u00e4rkten N-Verlusten f\u00fchren. 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