{"id":24574,"date":"2023-07-13T15:26:14","date_gmt":"2023-07-13T13:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25363-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:16","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:16","slug":"25363-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25363-01\/","title":{"rendered":"Innovatives Neophytenmanagement im Dreil\u00e4ndereck &#8211; Am Beispiel des Einzugsgebiets der Nei\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Neophyten stellen mittlerweile vielerorts eine ernsthafte Bedrohung der einheimischen Biodiversit\u00e4t und damit auch f\u00fcr wichtige \u00d6kosystemfunktionen dar. Um die Verdr\u00e4ngung heimischer Pflanzen- und Tierarten zu verhindern, kommen unterschiedliche Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen zum Einsatz. Diese sind in der Regel mechanisch oder chemisch. In Grenzgebieten, wie in dem Dreil\u00e4ndereck um Zittau, bedarf es dazu einer besonderen Koordinierung der Ma\u00dfnahmen zwischen allen Beteiligten. G\u00e4nzlich unbeachtet blieben bislang M\u00f6glichkeiten einer energetischen und stofflichen Nutzung der anfallenden Biomasse. Es stellt sich somit die Frage, ob eine nachhaltige Verdr\u00e4ngung durch eine zeitlich befristete Nutzung m\u00f6glich ist. Dieser Herausforderung stellt sich das o. a. Projekt. Bei erfolgreicher Realisierung w\u00fcrden erstmals Wege der Neophytenverdr\u00e4ngung in einem sensiblen Raum mit Dreil\u00e4nderbezug aufgezeigt werden, die im Vergleich mit den bisher zum Einsatz kommenden herk\u00f6mmlichen Verfahren eine \u00f6konomisch wie \u00f6kologisch sinnvolle Alternative darstellen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden1.\tVollst\u00e4ndige Erfassung der Neophytenbest\u00e4nde im gesamten Einzugsgebiet der Nei\u00dfe, das<br \/>\n       bedeutet in Polen, Tschechien und Deutschland;<br \/>\n2.\tDigitalisierung der Datenbasis und Clusterung nach einheitlichen Kriterien (z. B. nach Neophyten,<br \/>\n       Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe, Bodentyp, etc.);<br \/>\n3.\tErfassung der Biomasse nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten (Menge, Qualit\u00e4t,<br \/>\n       Logistik, Eigentumsverh\u00e4ltnisse etc.);<br \/>\n4.\tVerschneidung der \u00f6kologischen mit den \u00f6konomischen Daten;<br \/>\n5.\tBildung interdisziplin\u00e4rer Clustergrenzen;<br \/>\n6.\tAuf Basis der interdisziplin\u00e4ren Clusterinformationen Bestimmung von differenzierten<br \/>\n       Verdr\u00e4ngungsma\u00dfnahmen (unter Ber\u00fccksichtigung von Umwelt- und Verordnungsrecht,<br \/>\n       Festlegung internationale einheitlicher Verfahren und Ber\u00fccksichtigung nationaler<br \/>\n       Besonderheiten);<br \/>\n7.\tAuswahl von repr\u00e4sentativen Versuchsfl\u00e4chen (ca. 20 Fl\u00e4chen mit insgesamt 10 Hektar Umfang);<br \/>\n8.\tDurchf\u00fchrung von repr\u00e4sentativen Verdr\u00e4ngungsma\u00dfnahmen (zu differenzieren nach<br \/>\n       Nutzungsoptionen, z. B. Kategorie ohne Nutzung (klassische Verdr\u00e4ngung priorit\u00e4r), oder<br \/>\n       Kategorie mit Nutzung (Verdr\u00e4ngung durch Nutzung, energetische oder stoffliche Verwertung<br \/>\n       der Biomasse);<br \/>\n9.\tAnalyse und Auswertung der Testergebnisse, Strategieentwicklung f\u00fcr die Gesamtfl\u00e4che;<br \/>\n10.\tAbleitung repr\u00e4sentativer Stabilisierungsma\u00dfnahmen auf den Versuchsfl\u00e4chen (Verdr\u00e4ngung<br \/>\n       durch Nutzung: z. B. Anlage von Grasgesellschaften, Anlage von Strauchgesellschaften,<br \/>\n       Aufforstung); -> wichtige Nebenbedingungen: Standortvoraussetzungen, Eigent\u00fcmerinteressen<br \/>\n       und Biodiversit\u00e4tsziele;<br \/>\n11.\tEntwicklung eines Informations- und Kommunikationskonzeptes zur Abstimmung mit den<br \/>\n       Fl\u00e4cheneigent\u00fcmern\/-nutzern:<br \/>\n12.\tEntwicklung betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Nutzungsoptionen, ggf.<br \/>\n       energetische und stoffliche Verwertung, Kooperation mit der regionalen Wirtschaft;<br \/>\n13.\tKostenkalkulation und Festlegung der Finanzierungsoptionen (\u00f6ffentlich und privat), Festlegung<br \/>\n       von kritischen Mengen und Preisen in Abh\u00e4ngigkeit von den \u00f6kologischen<br \/>\n       Clusterinformationen;<br \/>\n14.\tAuswertung der Ergebnisse, \u00dcbertragung in einen Kriterienkatalog\/Leitfaden mit<br \/>\n       repr\u00e4sentativen interdisziplin\u00e4ren Vorschl\u00e4gen f\u00fcr andere Neophytengebiete;<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Das Projekt zieht seine Innovationsrechtfertigung nicht nur aus der grunds\u00e4tzlichen Thematik, sondern aus der Kombination zwischen Internationalit\u00e4t und Interdisziplinarit\u00e4t. Dies bedeutet im Einzelnen:<\/p>\n<p>1.\tInternationalit\u00e4t: Ein Projektverbund zwischen deutschen, polnischen und tschechischen Partnern ist zu dieser Themenstellung bislang noch nicht realisiert worden. Durch den aktuellen Stand der nationalen Neophytenverdr\u00e4ngungs- und Wiederbesiedlungsma\u00dfnahmen werden die Effizienzpotenziale sichtbar, die durch ein internationales Konzept erschlossen werden k\u00f6nnen. Bei erfolgreicher Realisierung sind Multiplikatorwirkungen durch den Erfahrungstransfer f\u00fcr die Regionen zu erwarten, die vor \u00e4hnlichen Herausforderungen stehen. Die Einmaligkeit des grenz\u00fcberschreitenden und ganzheitlichen Vorgehens wird durch die damit verbundenen positiven Wirkungen f\u00fcr die biologische Vielfalt entlang des gesamten Einzugsgebiets der Nei\u00dfe noch verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>2.\tInterdisziplinarit\u00e4t: Die Kombination von \u00d6konomie und \u00d6kologie stellt ein weiteres wesentliches Innovationselement dar. Erstmalig liegt der Schwerpunkt der Neophytenbetrachtung nicht ausschlie\u00dflich auf Verdr\u00e4ngung, sondern ggf. auch auf Nutzung bzw. die Kombination in der Verkn\u00fcpfung mit geeigneten Wiederbesiedlungsma\u00dfnahmen einheimischer Pflanzenarten. Unabh\u00e4ngig von den Projektergebnissen ist diese interdisziplin\u00e4re Kombination so oder so ein notwendiges Element, um mittelfristig von der reinen f\u00f6rdermittelorientierten Neophytenbek\u00e4mpfung ggf. auch zu privatwirtschaftlich finanzierten Nutzungs- und Bewirtschaftungskonzeptionen zu kommen. Zwar wird dies fl\u00e4chendeckend nicht m\u00f6glich sein, gleichwohl f\u00fchren aber auch bereits punktuell eigenst\u00e4ndig zu betreibende Modelle privater Akteure zu einem volkswirtschaftlichen Mehrwert.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichung der Ergebnisse auf Deutsch, Polnisch und Tschechisch, Einrichtung einer internetgest\u00fctzten Informations- und Kommunikationsplattform f\u00fcr Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer bzw. -nutzer, Herausgabe von Informationsmaterialien und Fachpublikationen. Zum Abschluss des Projektes wird ein trinationaler Workshop ausgerichtet, der f\u00fcr die unmittelbar Betroffenen (z.B. Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer, Verwerter der Biomasse), aber auch f\u00fcr interessierte Dritte offen ist.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Projektkooperation zwischen Deutschen, Polen und Tschechen f\u00fchrt nicht nur zu einem fachlichen Erfahrungsaustausch, sondern auch zu einem weitergehenden ideellen Interessenverbund. Die Partner lernen die Positionen der jeweiligen ausl\u00e4ndischen Akteure besser kennen und somit auch verstehen, das f\u00fchrt in der Summe zu mehr Akzeptanz f\u00fcr das eigentliche Thema, die gemeinsame Verpflichtung zum Erhalt der Artenvielfalt. Durch die Zusammenarbeit sind dar\u00fcber hinaus auch weitere positive Effekte f\u00fcr die Gestaltung anderer Herausforderungen zu erwarten, die man nur im internationalen Verbund ganzheitlich bearbeiten kann. Sollten privatwirtschaftliche Kooperationen zwischen den L\u00e4ndern aufgebaut werden k\u00f6nnen, f\u00fchrt das Projekt bei den Beteiligten zu einer Erh\u00f6hung der internationalen Managementkompetenz. Ganz unabh\u00e4ngig von diesen konkreten Effekten wird \u00fcber das Projekt auch der Nachhaltigkeitsgedanke an einem konkreten Fall realisiert. Ein hervorragendes Beispiel, um dar\u00fcber auch aktiv Umweltbildung betreiben zu k\u00f6nnen, z. B. durch die Einbindung deutscher, polnischer und tschechischer Schulen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Neophyten stellen mittlerweile vielerorts eine ernsthafte Bedrohung der einheimischen Biodiversit\u00e4t und damit auch f\u00fcr wichtige \u00d6kosystemfunktionen dar. Um die Verdr\u00e4ngung heimischer Pflanzen- und Tierarten zu verhindern, kommen unterschiedliche Bek\u00e4mpfungsma\u00dfnahmen zum Einsatz. Diese sind in der Regel mechanisch oder chemisch. 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