{"id":24558,"date":"2025-10-21T10:32:06","date_gmt":"2025-10-21T08:32:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25324-01\/"},"modified":"2025-10-21T10:32:08","modified_gmt":"2025-10-21T08:32:08","slug":"25324-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25324-01\/","title":{"rendered":"Das Blaue Metropolnetz &#8211; Modellhafte Entwicklung der Gew\u00e4sserkorridore zu Wanderungsachsen f\u00fcr den Fischotter und zu Erlebnisr\u00e4umen als Bestandteil des Leitprojekts der Metropolregion Hamburg"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Der Fischotter (Lutra lutra) ist in Europa eine stark gef\u00e4hrdete S\u00e4ugetierart. Derzeit breitet er sich von D\u00e4nemark Richtung S\u00fcden sowie von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Richtung Westen aus. Dabei stellen die anthropogen \u00fcberformten Gew\u00e4sser und Niederungen in der Metropolregion Hamburg ein Ausbreitungshindernis dar. Die Entwicklung von gew\u00e4ssergepr\u00e4gten Korridoren zur Ausbreitung des Fischotters in der Metropolregion war daher ein zentrales Ziel des Projektes. Zugleich sollten Gew\u00e4sserabschnitte f\u00fcr die naturnahe Erholung und den Tourismus aufgewertet werden. Innerhalb der ausgewiesenen Entwicklungskorridore sollten in Teilprojekten unter Beteiligung unterschiedlicher Kooperationspartner schrittweise erlebbare und lebendige blaue Achsen entwickelt werden.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenAufbauend auf ein Vorl\u00e4ufer-Projekt, in dem priorit\u00e4re Entwicklungskorridore ermittelt wurden, in denen eine Umsetzung von Gew\u00e4sserschutzma\u00dfnahmen am effizientesten ist, wurden folgende Arbeitsschritte durchgef\u00fchrt:<br \/>\n1)\tEntwicklung zielf\u00fchrender Teilprojekte mit regionalen Akteuren\/Institutionen und Auswahl von 6 beispielhaften Teilprojekten mit starken Tr\u00e4gern\/Akteuren durch einen l\u00e4nder\u00fcbergreifenden begleitenden Arbeitskreis<br \/>\n2)\tUmsetzung der Gew\u00e4sserschutzma\u00dfnahmen zur Korridorentwicklung<br \/>\n3)\tBegleitung der Teilprojekte durch Umweltbildungsma\u00dfnahmen\/-konzepte<br \/>\n4)\tBegleitung des Projektes durch eine intensive Kommunikations- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>F\u00fcr die Umsetzung des Vorhabens wurde eine begleitende Arbeitsgruppe mit Vertretern aus den drei in der Metropolregion vertretenen Bundesl\u00e4ndern eingerichtet. Zusammen mit den \u00f6rtlich ans\u00e4ssigen Projekttr\u00e4gern wurden vom Projektb\u00fcro verschiedene, in sich schl\u00fcssige Teilprojekte mit aufeinander abgestimmten Ma\u00dfnahmen entwickelt. In der begleitenden AG wurden diese Teilprojekte diskutiert und sechs zur Umsetzung ausgew\u00e4hlt. Zun\u00e4chst wurden Vorhaben an der Este, der Luhe und der Ilmenau in Niedersachsen, an der  Alster in Hamburg sowie an der Norderbeste und der Pinnau in Schleswig-Holstein ausgew\u00e4hlt. Im Verlauf des Projektes war die notwendige Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit an der Pinnau nicht gegeben, sodass dieses Teilprojekt zugunsten eines alternativen Vorhabens an einem Nebengew\u00e4sser der Trave bei N\u00fctschau aufgeben wurde. Mit allen Projekttr\u00e4gern wurden vertragliche Regelungen zum Umsetzung des jeweiligen Teilprojektes abgeschlossen. Verschiedene Ma\u00dfnahmenmodule von der Fl\u00e4chensicherung (Ankauf\/langfristige Pacht),  der F\u00f6rderung von Ufergeh\u00f6lzen (Anpflanzung und Sukzessionsfl\u00e4chen), der F\u00f6rderung der Gew\u00e4sserdynamik durch Aufweitung und Einengung der Gew\u00e4sser (Kiessch\u00fcttungen sowie Ufergeh\u00f6lze) bis zur Anlage von Uferrandstreifen durch R\u00fccknahme der intensiven Bewirtschaftung (Versetzen der Z\u00e4une) wurden realisiert. Weiterhin wurden zugesch\u00fcttete Altarme reaktiviert, tempor\u00e4r Wasser f\u00fchrende Gel\u00e4ndevertiefungen angelegt und zehn Querungshilfen f\u00fcr semiaquatische S\u00e4ugetiere unter Br\u00fcckenbauwerken gebaut. Zur st\u00e4rkeren Einbindung der Bev\u00f6lkerung und zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur wurde ein Erlebnispfad an der Luhe eingerichtet, eine GPS-Umweltbildungsrallye an der Alster entwickelt und Umweltbildungsma\u00dfnahmen durchgef\u00fchrt. Diese Ma\u00dfnahmen stie\u00dfen ebenso wie ein durchgef\u00fchrter Wettbewerb zum Thema Gew\u00e4sserschutz mit der Auszeichnung der Gewinner im Hamburger Rathaus auf sehr positive Resonanz. Die Einbindung und Partizipation der regionalen Akteure und Institutionen hat die Umsetzung der Ma\u00dfnahmen sehr beschleunigt, da hierdurch vorhandene Kontakte, Netzwerke und Ortskenntnisse optimal genutzt wurden. Durch die Wahl des Fischotters als Leittier des Projektes konnte das Projekt auch sehr gut der Presse und der breiten \u00d6ffentlichkeit vermittelt werden. In der Politik wurde die Verkn\u00fcpfung von \u00f6kologischen Erfordernissen mit den Zielen der Umweltbildung und des Tourismus sehr positiv wahrgenommen und hat zu einer breiten Unterst\u00fctzung gef\u00fchrt. F\u00fcr den innovativen Ansatz des Projektes verbunden mit der erfolgreichen Umsetzung wurde das Vorhaben im Wettbewerb 365 Orte im Land der Ideen als Ausgew\u00e4hlter Ort im Land der Ideen ausgezeichnet. Die erfolgreiche Umsetzung hat zudem auch eine neue Kooperation zur Entwicklung der Alster zwischen dem NABU, dem BUND und der Aktion Fischotterschutz geschaffen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde auf zahlreichen Fachtagungen (u.a. Gesellschaft f\u00fcr \u00d6kologie, Alfred-Toepfer Akademie Camp Reinsehlen, Gew\u00e4ssertagung in Hamburg und Tagung zu Umweltbildungsrouten in Wedel) vorgestellt und in Artikeln in Fachzeitschriften und B\u00fcchern (Natur und Landschaft, Naturschutz und Biologische Vielfalt) zur Diskussion gestellt. Dar\u00fcber hinaus wurden knapp 130 Berichte in Printmedien, auf Internetseiten, im Radio und im Fernsehen dokumentiert, in denen \u00fcber das Projekt informiert wurde.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Im Rahmen des Projektes konnten umfangreiche Ma\u00dfnahmen zur Gew\u00e4sserentwicklung und Umweltbildung f\u00fcr die Leittierart Fischotter und f\u00fcr den Tourismus in den Entwicklungskorridoren erfolgreich umgesetzt werden. Das Ziel die Ausbreitung der Fischottervorkommen in der Metropolregion zu f\u00f6rdern, konnte damit erreicht werden. Die Organisation des Vorhabens mit der Koordination der einzelnen Teilprojekte \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle (Aktion Fischotterschutz), die auch f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit zust\u00e4ndig war, und mit der fachlichen Begleitung durch die Arbeitsgruppe der Metropolregion Hamburg erwies sich dabei als sehr handlungsf\u00e4hige und umsetzungsorientierte Konstruktion. Ebenso hat sich die Einbindung unterschiedlicher Kooperationspartner als ein weiterer Erfolgsfaktor herausgestellt. Die alle Teilprojekte begleitende \u00d6ffentlichkeits- und Umweltbildungsarbeit hat Akzeptanz geschaffen und bei der Bev\u00f6lkerung zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Naturschutzgedankens beigetragen. Die gro\u00dfe Resonanz in der Fachwelt und der breiten \u00d6ffentlichkeit ist auch als ein Spiegel der erfolgreichen Umsetzung des Vorhabens zu interpretieren. Kritisch ist anzumerken, dass gerade eine praktische Umsetzung, die h\u00e4ufig auf die Fl\u00e4chenverf\u00fcgbarkeit angewiesen ist oder aufw\u00e4ndigere Genehmigungsverfahren ben\u00f6tigt, einen langen Atem bzw. relativ lange Zeitr\u00e4ume ben\u00f6tigt, die zumeist \u00fcber den \u00fcblichen Rahmen der Projektf\u00f6rderung hinausgehen. Weiterhin nimmt mit der angestrebten Ausbreitung des Fischotters in der Metropolregion auch die Zahl der Totfunde insbesondere an den nicht bearbeiteten Gew\u00e4ssern in den Entwicklungskorridoren zu. Dieses zeigt auf, dass die begonnene Biotopvernetzung von den Tr\u00e4gern auch nach Projektende weiter fortgef\u00fchrt werden muss. Mit neuen Ans\u00e4tzen und Kooperationen wird deshalb derzeit an Konzepten zur Weiterentwicklung der Korridore gearbeitet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Der Fischotter (Lutra lutra) ist in Europa eine stark gef\u00e4hrdete S\u00e4ugetierart. Derzeit breitet er sich von D\u00e4nemark Richtung S\u00fcden sowie von Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt Richtung Westen aus. Dabei stellen die anthropogen \u00fcberformten Gew\u00e4sser und Niederungen in der Metropolregion Hamburg ein Ausbreitungshindernis dar. 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