{"id":24551,"date":"2023-07-13T15:26:10","date_gmt":"2023-07-13T13:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25302-01\/"},"modified":"2023-07-13T15:26:12","modified_gmt":"2023-07-13T13:26:12","slug":"25302-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25302-01\/","title":{"rendered":"Isopropanolfreier Offsetdruck"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ziel der Forschungsarbeiten ist es, die Zusammenh\u00e4nge beim IPA-freien Druck besser zu verstehen. Im Ergebnis des Projektes soll eine \u00dcbersicht \u00fcber die Wirkung der untersuchten Einflussfaktoren vorliegen, die eine Bewertung und Wichtung der einzelnen Parameter enth\u00e4lt. Es kann damit die Wirkung einzelner Einflussgr\u00f6\u00dfen und die Wechselwirkung der Parameter im Zusammenspiel beim IPA-freien Druck besser beurteilt werden. Besondere Aussagekraft wird hierbei von der Untersuchung des Langzeitverhaltens erwartet.<br \/>\nIPA-freie Systeme sind derzeit noch sehr schwer beherrschbar, nicht zuletzt durch die ungen\u00fcgende Kenntnis der komplexen Wirkzusammenh\u00e4nge im Prozess. H\u00f6here Aufwendungen f\u00fcr Prozesssteuerung und Reinigung f\u00fchren in der Praxis bei den Druckunternehmen zu mangelnder Akzeptanz. Probleme, Qualit\u00e4tseinbu\u00dfen und mangelnde Ursachenforschung f\u00fchren zur schnellen R\u00fcckkehr zum IPA-Einsatz.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten MethodenUm dieses Ziel zu erreichen, sollen systematische Untersuchungen der bekannten Einflussfaktoren im Druckprozess auf der im SID vorhandenen Bogenoffsetmaschine Heidelberg Speedmaster 74 CD durchgef\u00fchrt werden. Dabei soll die Wirkungsweise und gegenseitige Beeinflussung der Einflussfaktoren auf-gedeckt werden.<br \/>\nZun\u00e4chst werden auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse die bekannten Einflussgr\u00f6\u00dfen auf den Druckprozess zusammengestellt. Um die Vielzahl der m\u00f6glichen Variationen einzugrenzen, wird ein modellhafter Basis-Feuchtmittelzusatzes festgelegt. Von diesem Basis-Zusatz aus sind dann definierte Variationen abzuleiten, deren Auswirkungen im Einzelnen untersucht werden k\u00f6nnen. In den Druckversuchen sind mit einer speziellen Testform bei Variation der ausgew\u00e4hlten Einflussgr\u00f6\u00dfen (Wasserqualit\u00e4t, Material der Feuchtwerkswalzen, Walzenjustage zum Reiber und zur Druckplatte, Farbwalzen- und Feuchtmitteltemperatur) die Ergebnisse zu charakterisieren sowie die Prozessstabilit\u00e4t zu pr\u00fcfen. Beurteilt werden dabei Freilaufverhalten, Feuchtmittelspielraum, Tonwertwiedergabe im Druck, Aufbauen und Verschmutzung der Walzen und des Gummituchs, Emulgierneigung und Ver\u00e4nderung des Feuchtmittels sowie die Best\u00e4ndigkeit der gedruckten Farbe.<br \/>\nDie Ergebnisse sind einem Druckversuch, der mit einem \u00fcblichen IPA-haltigen Feuchtmittel durchgef\u00fchrt wurde, gegen\u00fcberzustellen.<br \/>\nF\u00fcr die Langzeituntersuchungen werden die Feuchtmittel durch gealterte Feuchtmittel ersetzt. Dabei wird durch Zusatz von Farbe, Waschmitteln, Verschmutzungen aus dem Papier eine definierte k\u00fcnstliche Alterung herbeigef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>Im Allgemeinen erfordert der IPA-freie Offsetdruck h\u00f6here Feuchtduktordrehzahlen, um eine entsprechende Menge von Feuchtmittel zum Freilaufen der Platte zur Verf\u00fcgung zu stellen. Dadurch verringert sich der Feuchtmittelspielraum, jedoch ist in den Untersuchungen nie der Fall aufgetreten, dass nicht mehr gen\u00fcgend Feuchtmittel angeboten werden konnte.<br \/>\nEs wurde festgestellt, dass durch verschiedene Materialien f\u00fcr die Tauch- bzw. Feuchtauftragswalzen Einfluss auf die Einstellung der Feuchtmittelmenge genommen werden kann. Durch Auswahl von Materialien mit guten Sch\u00f6pfeigenschaften kann der Einengung des Feuchtmittelspielraums begegnet werden.<br \/>\nDie Justierung der Feuchtwerkswalzen und Farbauftragswalzen hatte an der Versuchsmaschine kaum Einfluss auf den Feuchtmittelspielraum. Im Praxisversuch zeigte sich dagegen, dass nur mit optimal eingestellten Walzen eine gute Druckqualit\u00e4t erreicht werden konnte. Hierbei spielt offensichtlich der allgemeine Zustand der Druckmaschine eine gro\u00dfe Rolle.<br \/>\nEs wird empfohlen, dass Farb- und Feuchtwerk beim Druck nicht gekoppelt sind. Durch die Kopplung verringert sich der Feuchtmittelspielraum.<br \/>\nBei erh\u00f6hter Farbreibertemperatur l\u00e4sst sich eine Verringerung des Feuchtmittelspielraums feststellen, so dass f\u00fcr die Praxis eine Reiberk\u00fchlung empfehlenswert ist, die den Temperaturanstieg im Druckwerk mit der Laufzeit verhindert.<br \/>\nBei einigen Versuchen wurde ein Einfluss der Feuchtmitteltemperatur auf den Feuchtmittelspielraum festgestellt. Im Allgemeinen ist die energieaufw\u00e4ndige K\u00fchlung des Feuchtmittels dazu notwendig, die Verdunstung des IPA zu verringern und w\u00e4re beim Einsatz eines IPA-freien Feuchtmittels nicht unbedingt notwendig. Die Versuche geben einen Hinweis darauf, dass es in den meisten F\u00e4llen m\u00f6glich sein m\u00fcsste, mit einer Feuchtmitteltemperatur \u00fcber 10 \u00b0C zu drucken.<br \/>\nBei Versuchen mit Pantone Reflex Blau wurde ein besonders geringer Feuchtmittelspielraum festgestellt. Es ist bekannt, dass diese Farben hinsichtlich der Feuchtmittelf\u00fchrung sehr empfindlich sind. Sowohl an der Versuchsmaschine als auch im Praxisversuch konnte aber in einem ausreichend gro\u00dfen Prozessfenster produziert werden.<br \/>\nBeim Vergleich der gemessenen Tonwertzunahmen konnten Unterschiede zwischen den Feuchtmittelzusammensetzungen und den eingesetzten Walzenmaterialien gefunden werden. Dabei lieferte ein IPA-Ersatzstoff immer die geringsten Tonwertzunahmen.<br \/>\nBei Erh\u00f6hung der Feuchtmittelf\u00fchrung steigt die Tonwertzunahme an. Dabei wurden erhebliche Unterschiede in Abh\u00e4ngigkeit vom Walzenmaterial und der Feuchtmittelzusammensetzung gemessen.<br \/>\nIn einem 5-monatigen Praxisversuch wurde durchg\u00e4ngig IPA-frei produziert. Voraussetzung daf\u00fcr war eine optimal nach Herstellervorschrift eingestellte Maschine. Auch nach der Umstellung auf IPA-freie Produktion mussten die Walzen innerhalb weniger Tage mehrfach nachjustiert werden.<br \/>\nVor der Umstellung auf IPA-freies Feuchtmittel ist eine Grundreinigung des Feuchtmittelkreislaufs erforderlich, w\u00e4hrend der Produktion muss durch regelm\u00e4\u00dfige Reinigung und Pflege gew\u00e4hrleistet werden, dass sich auf den Walzen keine Ablagerungen bilden. Der (vermeintlich) h\u00f6here Feuchtmittelbedarf muss durch die Einstellung h\u00f6herer Feuchtduktordrehzahlen ma\u00dfvoll kompensiert werden. Die Druckqualit\u00e4t konnte w\u00e4hrend des Praxisversuchs auf konstant gutem Niveau gehalten werden.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>Das Projekt wurde von einem Arbeitskreis der Forschungsgesellschaft Druckmaschinen, an dem Druckmaschinenhersteller, Farb- und Feuchtmittellieferanten teilnahmen, begleitet. W\u00e4hrend der Projektlaufzeit fanden 4 Arbeitskreistreffen statt, auf denen der Projektfortschritt und der Stand der Ergebnisse pr\u00e4sentiert und diskutiert wurde. Nach Beendigung des Projektes sind Ver\u00f6ffentlichungen in Fachzeitschriften vorgesehen, und es wird durch den vdma ein Symposium f\u00fcr Interessenten aus der grafischen Industrie organisiert.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Der IPA-freie Offsetdruck ist mit den heute verf\u00fcgbaren technischen Mitteln praxistauglich. Es haben sich keine limitierenden Faktoren hinsichtlich der einzusetzenden Materialien ergeben. Voraussetzung ist neben einer m\u00e4ngelfreien Technik die Bereitschaft des Druckers, sich auf die ver\u00e4nderte Maschinenbedienung einzustellen und bei auftretenden Problemen nach den wirklichen Ursachen zu suchen. In diesem Zusammenhang ist es sinnvoll, durch entsprechende Betreuung Hilfestellung zu geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ziel der Forschungsarbeiten ist es, die Zusammenh\u00e4nge beim IPA-freien Druck besser zu verstehen. Im Ergebnis des Projektes soll eine \u00dcbersicht \u00fcber die Wirkung der untersuchten Einflussfaktoren vorliegen, die eine Bewertung und Wichtung der einzelnen Parameter enth\u00e4lt. Es kann damit die Wirkung einzelner Einflussgr\u00f6\u00dfen und die Wechselwirkung der Parameter im Zusammenspiel [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","meta":{"footnotes":""},"categories":[],"tags":[47,68,52,53],"class_list":["post-24551","projektdatenbank","type-projektdatenbank","status-publish","hentry","tag-klimaschutz","tag-sachsen","tag-umweltforschung","tag-umwelttechnik"],"meta_box":{"dbu_projektdatenbank_az_ges":"25302\/01","dbu_projektdatenbank_medien":"","dbu_projektdatenbank_pdfdatei":"A-25302.pdf","dbu_projektdatenbank_bsumme":"40.000,00","dbu_projektdatenbank_firma":"SID S\u00e4chsisches Institut f\u00fcr die Druckindustrie GmbH\nInstitut des Vereins POLYGRAPH Leipzig e. V.","dbu_projektdatenbank_strasse":"Mommsenstr. 2","dbu_projektdatenbank_plz_str":"04329","dbu_projektdatenbank_ort_str":"Leipzig","dbu_projektdatenbank_p_von":"2006-12-12 00:00:00","dbu_projektdatenbank_p_bis":"2008-01-31 00:00:00","dbu_projektdatenbank_laufzeit":"1 Jahr und 2 Monate","dbu_projektdatenbank_telefon":"0341\/25942-0","dbu_projektdatenbank_inet":"www.sidleipzig.de","dbu_projektdatenbank_bundesland":"Sachsen","dbu_projektdatenbank_foerderber":"115","dbu_projektdatenbank_ab_bericht":"","dbu_projektdatenbank_ist_nachbewilligung_von":"","dbu_projektdatenbank_hat_nachbewilligung":"","dbu_headerimage_cover":"","dbu_submenu":"","dbu_submenu_position":"","dbu_submenu_entry":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24551","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/projektdatenbank"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24551\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":37554,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/projektdatenbank\/24551\/revisions\/37554"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=24551"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=24551"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=24551"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}