{"id":24549,"date":"2023-09-24T10:32:23","date_gmt":"2023-09-24T08:32:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.dbu.de\/projektdatenbank\/25297-01\/"},"modified":"2023-09-24T10:32:23","modified_gmt":"2023-09-24T08:32:23","slug":"25297-01","status":"publish","type":"projektdatenbank","link":"https:\/\/www.dbu.de\/en\/projektdatenbank\/25297-01\/","title":{"rendered":"Ganzheitliche Sanierung von Schulen &#8211; Analyse und Konzeptphase &#8211;"},"content":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der deutschen Schulgeb\u00e4ude hat eine hohe Nutzungsdauer erreicht, eine grundlegende Sanierung und Revitalisierung des Altbestands ist f\u00fcr einen zukunftsf\u00e4higen Betrieb notwendig.<br \/>\nIn der ersten Phase des Forschungsprojekts Ganzheitliche Sanierung von Schulen &#8211; GASS werden in einem interdisziplin\u00e4ren Projektteam f\u00fcr drei Schulen in Wolfsburg, Hildesheim und Hamburg Sanierungskonzepte entwickelt. Die Umsetzung der Konzepte ist in einer zweiten Projektphase als Demonstrationsvorhaben geplant.<br \/>\nNeben einer deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs, der CO2-Emissionen sowie der Betriebskosten liegt die Zielsetzung in der Steigerung des Nutzerkomforts, um damit die Leistungsf\u00e4higkeit von Sch\u00fclern und Lehrern zu erh\u00f6hen. Die nutzerorientierten Ans\u00e4tze zur Verbesserung der gestalterischen, funktionalen, p\u00e4dagogischen und raumklimatischen Bedingungen werden mit energetischen und wirtschaftlichen Ans\u00e4tzen im Sinne einer ganzheitlichen Konzeptoptimierung kombiniert. Durch die kontinuierliche Zusammenarbeit aller Projektpartner mit den Schulbetreibern sowie mit den Lehrenden und den Lernenden werden Synergien und Potentiale genutzt, die die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Strategien zur Sanierung und die Erzielung beispielhafter Ergebnisse erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Darstellung der Arbeitsschritte und der angewandten Methoden\u00dcber eine ausf\u00fchrliche Bestandsanalyse der drei Schulgeb\u00e4ude erfassen die beteiligten Institute in der ersten Projektphase neben dem funktionalen, baulichen und geb\u00e4udetechnischen Zustand auch die Anforderungsprofile der Sch\u00fcler und Lehrer durch Nutzerbefragungen, Interviews und Feldstudien. Erg\u00e4nzend zur allgemeinen, bau- und anlagentechnischen Geb\u00e4udeaufnahme werden weiter Raumklimamessungen und akustische Untersuchungen durchgef\u00fchrt. Auf dieser Grundlage werden Machbarkeitstudien f\u00fcr eine nachhaltige Sanierung entwickelt und Empfehlungen zur Umsetzung gegeben. Die energetische Zielvorgabe liegt bei einem KfW 40- bzw. Passivhaus-Standard.<br \/>\nAls Pilotprojekt wird an der Bismarckschule Hannover zus\u00e4tzlich bis Ende 2010 ein Konzept f\u00fcr ein schulintegriertes EnergieLernLabor erarbeitet und umgesetzt.<\/p>\n<p>Ergebnisse und Diskussion<\/p>\n<p>P\u00e4dagogik: An den untersuchten Schulen ist in sehr unterschiedlicher Auspr\u00e4gung eine Tendenz zum individualisierten Lernen zu beobachten. Dadurch ver\u00e4ndern sich die Nutzungsanforderungen mit Auswirkungen auf die Gestaltung von Klassenr\u00e4umen und die Konzeption von Verkehrsfl\u00e4chen. Folgende Mindeststandards haben Unterrichtsr\u00e4ume daher zu erf\u00fcllen:<br \/>\n?\tGro\u00dfz\u00fcgiges Raumangebot (2,5 bis 3 m\u00b2 pro Sch\u00fcler)<br \/>\n?\tGeordnete und klar strukturierte Lernumgebung durch verschlie\u00dfbare Schr\u00e4nke, Themenecken<br \/>\n?\tFlexible Raumnutzungsm\u00f6glichkeiten (z. B. durch bewegliches Mobiliar, Raumteiler)<br \/>\nEnorme Defizite sind durch neue p\u00e4dagogische Konzepte und Ausbau zur Ganztagsschule in der Raum- und Sachausstattung f\u00fcr den Freizeitbereich zu verzeichnen. Erforderlich sind zus\u00e4tzliche, dem Alter angemessene R\u00fcckzugszonen sowie bewegungsf\u00f6rdernde Angebote im Innen- und Au\u00dfenraum. Ben\u00f6tigt werden weitere R\u00e4ume f\u00fcr einen Mensabetrieb, f\u00fcr Hausaufgaben sowie f\u00fcr Arbeitspl\u00e4tze und R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeiten der Lehrkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Architektur: \u00dcber die p\u00e4dagogischen Anforderungen hinaus geh\u00f6ren zu den allgemeinen Entwurfszielen die Neuorganisation und die entwurfliche Uminterpretation im Zuge des geplanten Ganztagsbetriebes. Mit der Anpassung an offenere Unterrichtsformen gehen gestalterische M\u00f6blierungskonzepte f\u00fcr die Klassenr\u00e4ume insbesondere mit dem Konzept der Themenecken und f\u00fcr die Flure einher. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Ausarbeitung der unterschiedlichen Fassadensanierungen dar. <\/p>\n<p>Raumklima und Energie:<br \/>\nDie Messungen ergeben unzureichende Luftqualit\u00e4ten im Winter und in Teilen der \u00dcbergangszeit, sie zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Au\u00dfentemperatur und L\u00fcftungsverhalten. Lehrer beurteilen die Raumluftqualit\u00e4t eher schlechter, Sch\u00fcler tendieren zu besserer Bewertung. Einschr\u00e4nkungen der thermischen Behaglichkeit im Sommer werden nicht gemessen, die thermische Simulationen zeigen verst\u00e4rkte sommerlicher \u00dcberhitzung im Ganztagsbetrieb. Die im Bestand festgestellte starke Einschr\u00e4nkung der thermischen Behaglichkeit im Winter begr\u00fcndet durch Ausk\u00fchlung \u00fcber Fensterl\u00fcftung bzw. Nachtabsenkung bei allgemein schlechter Qualit\u00e4t der Geb\u00e4udeh\u00fclle.<br \/>\nSch\u00fcler und Lehrer beurteilen die Raumlufttemperatur im Winter weniger kritisch als es die Messwerte sind, die sommerlichen Temperaturen werden dagegen kritischer beurteilt.<br \/>\nWichtigste Ma\u00dfnahme in der Sanierung ist die Geb\u00e4udeh\u00fcllen bauphysikalisch auf den Stand der Technik zu bringen. Eine mech. L\u00fcftung kann wesentlich zur Verbesserung des Lernkomforts und zur Reduzierung der L\u00fcftungsw\u00e4rmeverluste beitragen und wird als Sanierungsma\u00dfnahme besonders empfohlen.<br \/>\nZur Vermeidung sommerlicher \u00dcberhitzung im Ganztagsbetrieb k\u00f6nnen eine Sonnenschutzverglasung, Nachtl\u00fcftung, eine Au\u00dfenjalousie mit Lichtlenkung oder die Aktivierung der thermischen Speichermassen herangezogen werden. Durch eine Verbesserung der Beleuchtungseinrichtungen k\u00f6nnen bis zu 75% des Stromverbrauchs f\u00fcr Beleuchtung eingespart werden.<br \/>\nDas energetische Einsparpotential f\u00fcr Endenergie W\u00e4rme als Mittel aller drei Schulen betr\u00e4gt:<br \/>\n?\t56 % im EnEV Plus-Standard, 68 % im KfW 40 \/ 60, 81 % im Passivhausstandard<br \/>\nDie blo\u00dfe Instandhaltung der Schulgeb\u00e4ude ohne energetische Sanierung ist am unwirtschaftlichsten, die EnEV plus-Variante ohne mechanische L\u00fcftung stellt bei moderater Steigerung der Energiekosten die wirtschaftlichste L\u00f6sung dar. Bei hoher Energiepreissteigerung gleicht sich Passivhausstandard an die EnEV plus-Variante an. \u00dcber den h\u00f6herwertigen Energiestandard Passivhaus sind weiterhin eine deutliche Verbesserung des Raumkomforts sowie die Reduzierung des Energieverbrauchs m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Akustik: Die akustische Gesamtsituation ist als relativ positiv zu beurteilen, es zeigten sich jedoch zahl-reiche kleinere M\u00e4ngel (z. B. unzureichend tief abgeh\u00e4ngte Akustikdecken und mangelhafte Absorber-einlagen im Deckenzwischenraum). Ein besonderes Problem stellen die gro\u00dfenteils sehr halligen Flure und Treppenh\u00e4user dar. Die formulierten Forderungen nach gr\u00f6\u00dferen Variationsm\u00f6glichkeiten bei der Wahl der Unterrichtsform u. a. durch Bildung und geeigneter Platzierung von Lerngruppen, Einbeziehung von Nebenr\u00e4umen, Fluren etc. in das Unterrichtsgeschehen erh\u00f6hen die raumakustischen Anforderungen.<\/p>\n<p>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Pr\u00e4sentation<\/p>\n<p>6. Forum Energie und Bau Architektenkammer Niedersachsen, 12\/2008 Hannover<br \/>\n3. Symposium EnEff:Schule -BMWi &#8211; Leuchtturmprojekte, 04\/2009, Stuttgart<br \/>\nLuxemburg 09\/2009<br \/>\nDatenerhebung im Altbau: Regenbogenschule sanieren Wolfsburger Allg. Zeitung, 15.11.2007<br \/>\nMusterg\u00fcltig: Strom sparen und sich dabei wohl f\u00fchlen Wolfsburger Nachrichten 15.11.2007<br \/>\nDicke Luft im Schulhaus S\u00fcddeutsche Zeitung, 04.10.2008<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse des Forschungsprojekts, die \u00fcber den ganzheitlichen Ansatz entwickelt worden sind, zeigen ein vielschichtiges Potential auf, um Schulen nachhaltig zu sanieren. Zum einen pr\u00e4gt die architektonische und funktionale Gestaltung als gebaute Umwelt die Randbedingungen des Lernens aus p\u00e4dagogischer Sicht. Zum anderen stellt ein gutes Raumklima (Temperatur, Bel\u00fcftung, Beleuchtung, Akustik) in den Schulen eine Grundvoraussetzung f\u00fcr hohe Lern- und Lehrf\u00e4higkeit von Sch\u00fcler und Lehrer dar. Es ist daher zwingend erforderlich, die Lernbedingungen unter wirtschaftlich vertretbaren Einsatz zu verbessern und gleichzeitig durch die Erh\u00f6hung der Energieeffizienz einen wichtigen Beitrag zur \u00f6konomischen und \u00f6kologischen Entwicklung der Schulen zu leisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zielsetzung und Anlass des Vorhabens Ein Gro\u00dfteil der deutschen Schulgeb\u00e4ude hat eine hohe Nutzungsdauer erreicht, eine grundlegende Sanierung und Revitalisierung des Altbestands ist f\u00fcr einen zukunftsf\u00e4higen Betrieb notwendig. In der ersten Phase des Forschungsprojekts Ganzheitliche Sanierung von Schulen &#8211; GASS werden in einem interdisziplin\u00e4ren Projektteam f\u00fcr drei Schulen in Wolfsburg, Hildesheim und Hamburg Sanierungskonzepte entwickelt. 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